2
Inhaltsverzeichnis:
Einleitung : 3
1. Von den „antifaschistischen Jugendausschüssen“ zur FDJ-Gründung 5
1.1 Die Nachkriegssituation und der politische Neubeginn 5
1.2 Exilplanung und Einheitszwang 6
1.3 Gründungsaufruf zur FDJ. 7
1.4 Die lokale Jugendarbeit der Jugendausschüsse 8
2. Die FDJ 1946/47 - die Zeit der apostrophierten Überparteilichkeit 9
2.1 Das I. Parlament der FDJ in Brandenburg. 9
2.2 Die Nachkriegsjugend und deren Resonanz auf die FDJ 12
3. Ausblick auf die weitere Entwicklung der FDJ nach 1946/47 14
Schluss /Fazit: 16
Quellen - und Literaturverzeichnis 17
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Einleitung:
Die FDJ gehörte neben dem FDGB zu den führenden Massenorganisationen in der DDR. Als eine solche Massenorganisation hatte sie die Aufgabe die führende Rolle der SED anzuerkennen, die SED-Mitglieder in den wichtigsten Positionen der Organisation zu integrieren und den Aufbau nach den Prinzipien des „demokratischen Zentralismus“ anzustreben. 1 Zudem diente die FDJ als Kaderreservoir für die SED, den Staat und andere Massenorganisationen. 2
Die Publikationen und Forschungsarbeiten zur FDJ-Geschichte lassen sich im wesentlichen in 3 Gruppen unterteilen: Zum einen in die ostdeutschen Publikationen vor 1989/90, die aber in hohem Maße ideologisiert waren und in erster Linie der Massen-propaganda dienten und zudem aufgrund der politisch-ideologischen Vorgaben und der begrenzten Quellenzugänglichkeit große Lücken aufwiesen. Zum anderen in die westdeutschen Publikationen, die aber stark vom Geist des „Kalten Krieges“ und entsprechenden Überspitzungen geprägt waren und damit oftmals ebenfalls keinen wissenschaftlichen Kenntnisstand vermittelten. Dies lag nicht zuletzt an der begrenzten Quellenzugänglichkeit der westdeutschen Historiker. Die 3. Gruppe bilden die gesamtdeutschen Publikationen nach Öffnung der DDR-Archive im Jahre 1990. 3 Auch wenn nach der Archivöffnung die FDJ-Geschichte als „besonders gut erforscht“ 4 gilt, so bleibt jedoch festzustellen, dass zu bestimmten Themen (z.B. „Die FDJ bei der Universitätsumgestaltung“) noch sehr wenig Publikationen vorhanden oder diese schwer zugänglich sind.
Die Hausarbeit befasst sich im wesentlichen mit der Entstehungsphase der FDJ in den Jahren 1945-1947.
1 Vgl. MAEHLERT, Ulrich, Die Freie Deutsche Jugend 1945-1949: von den „Antifaschistischen Jugend-
ausschüssen“ zur SED-Massenorganisation; die Erfassung der Jugend in der Sowjetischen Besatzungszo-
ne, Paderborn 1995., S. 14
2 Vgl. STEPHAN, Gerd-Rüdiger (Hrsg.), Die Parteien und Organisationen der DDR: ein Handbuch, Ber-
lin 2002., S. 494
3 Ebd., S. 483
4 WEBER, Hermann, Die DDR 1945-1990. (OGG), 3., überarb. Und erw. Aufl., München 2000., S. 188
4
Dieser Zeitraum umfasst die Jugendpolitik der KPD/SED von der Organisierung der Jugend in den „Antifaschistischen Jugendschüssen“ bis hin zur feierlichen Gründung der FDJ auf dem I. Parlament in Brandenburg. Grundlage für die Arbeit stellen insbesondere die Werke von Ulrich Mählert dar, welcher gerade über diesen Zeitraum ein „Standardwerk“ 5 (siehe Anhang) veröffentlicht hat.
Im Hauptteil soll ein kurzer geschichtlicher Abriss der Jugendpolitik in der SBZ in der Phase 1945-1947 gegeben werden. Zugleich soll insbesondere die Nachkriegspolitik der KPD/SED untersucht werden, die das Konzept einer einheitlichen, unabhängigen und überparteilichen Jugendorganisation bevorzugte. Dabei soll insbesondere untersucht werden, ob die FDJ auch diesem Anspruch seitens der KPD/SED erfüllen konnte, d.h. ob deren jugendpolitisches Konzept bis Ende 1946 durchgesetzt werden konnte. Zum anderen soll analysiert werden, wie die Jugendarbeit der „antifaschistischen Jugendausschüsse“ bzw. der FDJ von der jungen Nachkriegsgeneration angenommen wurde und wie diese innerhalb der Jugend organisiert war. Zum Schluss sollen die wesentlichen Erkenntnisse der Hausarbeit noch einmal thesenartig zusammengefasst werden.
5 Ebd., S. 188
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Hauptteil: „Die Entstehungsphase der FDJ 1945-1947“
1. Von den „antifaschistischen Jugendausschüssen“ zur FDJ-Gründung
1.1 Die Nachkriegssituation und der politische Neubeginn
Nach der Kapitulation im Mai 1945 lag das weitere Schicksal Deutschlands in den Händen der Besatzungsmächte. In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) übernahm die am 9. Juni 1945 gegründete Sowjetische Militäradministration (SMAD) die oberste Regierungsgewalt.
Die Kriegsjugend, geprägt von der Ideologie des Nationalsozialismus in der HJ oder im BDM und den Erlebnissen im Krieg selbst, war nach der Kapitulation enttäuscht und orientierungslos. Mit dem Untergang des Nazireichs endete auch abrupt das organisierte Jugendleben. Stattdessen litten die Jugendlichen unter Versorgungsmängeln, Hunger und einem sozial zerütteten Umfeld.
Mit dem Befehl Nr. 2 der SMAD am 10.06.1945 wurde die Gründung von Parteien und Gewerkschaften in der SBZ zugelassen. Zuerst konstituierte sich am Folgetag die KPD, die bewusst „auf jegliche revolutionäre Rhetorik“ 6 verzichtete und „sich zur bürgerlichen Demokratie“ 7 bekannte. Darauf folgten die SPD, die CDU und die LPD. Im Juli 1945 bildeten die 4 Parteien die sog. „Einheitsfront der antifaschistischen Parteien“, um gemeinsam und einstimmig die Grundlinien der dt. Nachkriegspolitik festzulegen. Im Hinblick auf die Situation der Jugend nach dem Krieg traf bei den Parteien die Forderung der KPD, kommunale Jugendausschüsse statt einer Vielzahl von Jugendorganisationen zu gründen, auf Zustimmung. So erklärte Walter Ulbricht am 25.06.1945:
6 Vgl. MAEHLERT, Ulrich/STEPHAN, Gerd-Rüdiger, Blaue Hemden - rote Fahnen: die Geschichte der
Freien Deutschen Jugend, Opladen 1996., S. 13
7 Vgl. MAEHLERT, Ulrich, FDJ 1945-1989, Erfurt 2001., S. 10
Arbeit zitieren:
Klaus Genschmar, 2003, Die Entstehungsphase der FDJ 1945-1947, München, GRIN Verlag GmbH
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