Inhaltsverzeichnis
Einleitung
03
Irak
Seite 04 t 05
Theorie
Seite 06 t 15
Vergleich
Seite 16 t 24
Fazit
Seite 25 t 26
Literaturverzeichnis und Bildnachweis
Seite 27 t 28
2
I. Einleitung
Schlüsselbilder sind es, die durch gezielte Wiederholung und Platzierung in den Medien eine Macht erlangen, zu einem Symbol für politisches Handeln werden und somit in der Lage sind die kulturelle Wahrnehmung einer Nation zu prägen. Der letze Irakkrieg hat uns eindrucksvoll gezeigt, wie politische Intentionen durch die Medien inszeniert und gesteuert werden. Ein Vergleich von Darstellungen in unterschiedlichen Medien zeigt, dass die Wahrnehmung je nach kultureller Sphäre eine ganz unterschiedliche sein kann. So ist es ]o ] ] ] dZU cEs findet und fand eine kulturell unterschiedliche Wahrnehmung durch die in den Medien verbreiteten Bilder des aktuellen Irakkrieges statt. Das ausgewählte Medium der jeweiligen Kultursphäre bezweckt damit eine bestimmte, partielle Wahrnehmung der Ge- ZZv]µvµu]huv<]PX^̵]PvX
Zunächst soll aber erst einmal der Schauplatz des Geschehens sowie die Umstände des Irakkrieges einführend beleuchtet werden. Im darauf folgenden Kapitel rückt die Theorie in den Blickpunkt: was sind Schlüsselbilder (Key Visuals), wie entstehen sie t ein Bild als politisches Symbol, was für Aussagen werden damit verbunden und was für Intentionen und Rituale stecken dahinter. Mit diesen theoretischen Vorüberlegungen geht es dann im vierten Kapitel gezielt um den Vergleich der ausgewählten Bilder des jeweiligen, repräsentativen Mediums der entsprechen Kultursphäre (spiegel.de t cnn.com t aljazeera.net) und der jeweiligen politischen Position des Landes.
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II. Irak 1
Umrandet von Saudi-Arabien, Jordanien, Syrien, Iran und Kuwait verfügt Irak über eine Binnenfläche annähernd in der Größe von Deutschland und Österreich (etwa 440000 km²). Im tiefen Süden, im Mündungsdelta vom Schatt el-Arab befindet sich der einzige Zugang zum Persischen Golf. Etwa 27 Mio. Einwohner verteilen sich auf die 15 irakischen Provinzen sowie auf eine autonome kurdische Region, welche sich wiederum in drei Provinzen untergliedert. In der Hauptstadt Bagdad leben etwa 20% der gesamten Bevölkerung. In urbanen Siedlungen leben nahezu dreiviertel der Bevölkerung, viele davon in den Städten Basra, Mosul und Erbil, während die gesamten Wüstengebiete und das Hochgebirge nahezu unbesiedelt sind. Die restliche Bevölkerung konzentriert
sich auf die fruchtbaren Flussgebiete an Euphrat und Tigris und auf die nördlichen Kurdengebiete.
Das Land Irak besteht aus drei Großlandschaften, geprägt von Euphrat und Tigris. c] ,µZ >v (oo u]t dem Senkungsgebiet des >>mesopotamischen Trogs<< zusammen, der sich vom Persischen Golf im Südosten nach Nordwesten ers-
lX^ 2 DerNorden und vor allem auch der Nordosten sind geprägt vom Taurus- und Zagrosgebirge. Der Süden wiederum besteht aus Schwemmlandebenen, Sümpfen und ist auf der westlichen Seite von der Wüste zu Kuwait geprägt. Die Bevölkerung des Zweistromlandes Irak ist in mehrerer Hinsicht uneinheitlich. Sowohl in sozialer als auch in sprachlicher Hinsicht herrscht eine Teilung vor. Die ethnische Mehrheit im Mischstaat Irak bilden die etwa 15 Mio. Araber, gefolgt von den im Norden siedelnden iranisch sprechenden Kurden. Weitere ethnische Minderheiten sind die Beduinen, die Madan, die Aseri und die Aramäer.
1 Sinngemäß aus GEO S. 443 t 448.
2 GEO, S. 443.
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Als Staatsreligion ist in der 2005 verabschiedeten Verfassung der Islam festgeschrieben, die Ausübung und das Ausleben anderer Religionen ist aber ausdrücklich garantiert. Die Schiiten bilden die Mehrheit der Muslime in Irak. So sind zweidrittel der etwa 26 Mio. Muslime der imanitischen und somit schiitischen Auslegung des Korans angehörig. Die sunnitischen Muslime bevölkern hauptsächlich den Norden und Westen des Irak.
Die Ära Saddam Hussein endete 2003 mit seinem Sturz durch die von den USA angeführte internationale Koalition. Unter seiner Diktatur seit 1979 führte der Irak von 1980 t 1988 Krieg gegen seinen Nachbarn Iran, überfiel zur Tilgung der Kriegsschulden aus dem Irankrieg 1991 das Emirat Kuwait, was den zweiten Golfkrieg verursachte und zu einer ersten, von der UNO gebilligten, Intervention einer internationalen Streitmacht unter der Führung der USA führte. Beide Niederlagen des Irak hatten zur Folge, dass Saddam Hussein die in direkter Abfolge der Kriege ausgebrochenen Aufstände kurdischer und schiitischer Volksgruppen blutig niederschlagen ließ. Diese Verletzungen des Menschenrechts führten schließlich auch zum Todesurteil gegen den gestürzten Diktator, welches 2006 von der neuen irakischen Regierung vollstreckt wurde.
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III. Theorie
Dieser Teil soll nun in die Theorie von Schlüsselbildern, Key Visuals und Bildern als Form von Symbolen bei politischen Symbolen einführen. Die nun im Folgenden vorgestellten Theorien stellen einen kleinen Ausschnitt im Bereich der weitgefächerten Ritual- und Symbolforschung dar. Es gibt sich sicherlich andere Zugänge und Ansätze zu diesem Thema die man wählen und somit die Materie erschließen könnte. Ich habe mich aber bewusst für die relativ neuen Theorien von David I. Kertzer, welcher seinen Theorieentwurf unter anderem stark an Clifford Geertz anlehnte, sowie für das Forschungsprojekt Key Visuals von Kramer, Ludes und Nöth entschieden. Des Weiteren möchte ich den Theorie Teil mit der Betrachtung von Christoph Schumachers kritischem Kommentar: Der Krieg und seine Bilder t Shock and Awe beschließen. Beide Theorien bedienen dasselbe Feld, wählen jedoch einen ganz unterschiedlichen Zugang und Weg. In beiden Ansätzen stehen Bilder 3 im Fokus der Betrachtung. Wie diese nun einzeln aussieht wird nun ausführlich dargestellt. N David Kertzer: Ritual, Politik und Macht
Zunächst einmal möchte ich vorneweg nehmen, dass es vielleicht den ein oder anderen Leser verwundern mag, warum hier nun ausgerechnet die Theorie Kertzers behandelt wird, dies lässt sich aber bei genauerem betrachten gut erkennen. Politiker bedienen sich Ritualen und Symbolen um ihre Macht zu erhalten, auszubauen oder sie gar zu erlangen. Diese Rituale und Symbole wiederum werden durch Bilder - Photographien und Filmbeiträge t wiederum einem breiten Publikum zugänglich gemacht und da schließt sich wieder der Kreis und wir befinden uns wieder bei der Ausgansfrage. Kertzer führt in das Thema der Rituale und Symbole in der Politik des täglichen Lebens zunächst damit ein, indem er uns vor Augen holt worin überall Rituale oder Symbole
3 P]((c]o^Á]]Z]Zv]v]]ÀÁvµvZ]v]ZÌÁ]Zv]v]n-
zelnenPhotographie, einer Collage oder Reprints in einem Medium.
]vZ]µvPZ]vPZv(]v]Zµvu<]oc]oP]((Wt]]v]o^]vu
îììð]uµD}v>]µµv<µvsoPZ]vvvµZc/}v]dµv- Die neue Macht der Bil- ^X
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stecken. Versammlungen des Bundestages, Besuch von Fußballspielen, Reden von Politikern t Neujahrsansprache, Rede zur Lage der Nation, Ehrungen an Universitäten oder im Sportverein, all dies sind Handlungen die sich Ritualen und Symbolen bedienen. cµZZ]µoÀµZvµ(rebende politische Führer ihr Recht zu regieren geltend zu machen, Machtinhaber, die bereits auf dem absteigenden Ast sind, versuchen damit ihre Autorität zu wahren und Revolutionäre eine neue Basis politischer Treue zu schaffen. Alle diese politischen FigµvU Y]vv ]Z Z]µoU µu ]v }o]]Z Zo](º]]µuPvvDvZv̵Z((vX^ 4
cW}o]]lÁ]µZ^Çu}o]lPuZ^ 5 und dafür bedarf es eines Mediums, welches es der breiten Masse zugänglich macht. Es sind also die Bilder der Massenmedien die zu Trägern der Aura von Ritualen werden. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass Kertzer den Begriff des Rituals recht allgemein hält und zumeist auf die von Durkheim geprägte Unterscheidung in heilig und profan verzichtet. Er stellt vielmehr in den Vordergrund, dass es eine nicht zu vernachlässigende Verbindung zwischen Symbolen, Ritualen und Politik gibt. So heißt es gegen v ]v(ºZµvPW c Z]µo aber ist in Wirklichkeit ein integraler Bestandteil der Politik moderner Industriegesellschaften; es ist nur schwer vorstellbar, wie ein politisches System ohne es auskommen lvvX^ 6
N Symbole der Politik
Symbolik ist das Elementare in der Politik, damals und heute. Es ist die angewandte Symbolik im Handeln der Mächtigen, welches uns Niederen zeigt, wer das Sagen hat, Á Z(]}o}P ] µv Á ZP]v ]v ,v ZoX c
Symbolische ist reale Politik, die in einer speziellen und meist äußerst wirkmächtigen ]lµo] Á]X^ 7 Es zeichnet somit einen erfolgreichen Politiker aus, wenn er es versteht sich der Symbole zu bedienen oder gar neue welche dann mit seiner Person verknüpft werden zu schaffen. Ein einfaches Bild um sich diese Verknüpfung zu rufen
4 Bellinger/ Krieger, S. 365.
5 Bellinger/ Krieger, S. 366.
6 Bellinger/ Krieger, S. 366.
7 Kessler, S. 245.
7
Arbeit zitieren:
Christian Schöpf, 2007, Vergleich von kulturell unterschiedlichen Berichterstattungen und Intentionen des letzten Irakkrieges anhand der Darstellung von Bildern in ausgewählten, vergleichbaren Medienportalen, München, GRIN Verlag GmbH
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