,QKDOWVYHU]HLFKQLV
I) Vorwort S. 4
II) Einteilung der Nichtwähler S. 5
II.1) der verhinderte Nichtwähler S. 5
II.2) der konjunkturelle Nichtwähler S. 5
II.3) der überzeugte Nichtwähler S. 5
III) verschiedene Erklärungsansätze für Nichtwahl S. 6
III.1) sozialstrukturelle Gründe S. 6 III.1.1) Alter S. 6 III.1.2) Geschlecht S. 7
III.1.3) Konfessionszugehörigkeit und Kirchenbindung S. 7
III.1.4) sozioökonomischer Status: Beruf und Bildung S. 7
III.1.5) sozialer Integrationsgrad S. 9
III.1.6) Elternhaus und Erziehung S. 10
III.2) sozialpsychologische Gründe S. 11 III.2.1) politisches Interesse S. 11
III.2.2) Parteiidentifikation und Parteibindung S. 12
III.2.3) Einstellung zur Wahlpflicht S. 13
III.2.4) Beurteilung der Spitzenkandidaten und Parteien während des Wahlkampfes S. 14
III.2.5) Attraktivität der (Wahlkampf-)Themen S. 15
III.3) soziogeographischer Faktor S. 15 III.4) Wertewandel S. 16
III.5) zunehmender Medieneinfluss S. 17 IV) Unterschied Ost - West S. 19 V) Schlussbemerkung S. 20 VI) Literaturverzeichnis S. 22
3
I) Vorwort
„Warst Du heute schon beim Wählen?“. „Nö, interessiert mich eh’ nicht.“ So oder so ähnlich ergeht es so manchem Politikinteressierten, wenn er es ‚wagt‘, sich ein Bild über das generelle Interesse an der Politik und die damit verbundene Wahlbeteiligung zu verschaffen oder aber einfach nur aus reinem Interesse fragt. Dass die Wahlbeteiligung auch in der Bundesrepublik Deutschland konstant rückläufig ist, dürfte wohl jedem halbwegs Interessierten spätestens seit der Bundestagswahl 1990 bekannt sein. Jeder fünfte deutsche Bundesbürger bleibt mittlerweile den Wahlen fern 1 . Angesichts der Tatsache, dass sich eigentlich alle wissenschaftlichen Bearbeiter dieses Themas darüber einig sind, dass das generelle politische Interesse und die Bereitschaft, politisch aktiv zu werden in den letzten 15 Jahren weiter angewachsen ist, ist dieser Beteiligungsrückgang doch überraschend 2 . Grund genug also für Wissenschaftler dieses Thema in diversen Zeitschriften und wissenschaftlichen Arbeiten zu analysieren. Gerade bereits erwähnte Bundestagswahl von 1990 scheint einen wahren Anreiz dargestellt zu haben, nach den Ursachen der Wahlenthaltung zu forschen. Liegt es nun an der generellen Abneigung gegenüber Politikern und Parteien, ist es eine „Normalisierung“ im Vergleich zum gesamteuropäischen Bereich, in dem Deutschland trotz alledem immer noch über dem Durchschnitt liegt bei seiner Wahlbeteiligung, mit der Prognose, dass die Wahlbeteiligung in Deutschland die Talsohle somit noch nicht erreicht hat 3 oder kann man von einer generellen „Politikverdrossenheit“ der Deutschen sprechen? 1992 wurde das Wort „Politikverdrossenheit“ sogar zum Wort des Jahres gewählt 4 . Woran liegt es nun also, dass der bundesdeutsche Bürger den Parteien seine Stimme vorenthält?
Sinn und Zweck dieser Arbeit soll es nun also sein, eine Antwort auf diese Frage zu geben und zwar anhand eines Überblicks über die bereits vorhandene Meinung und Forschungslage der Wissenschaft zu diesem Thema.
Anzumerken wäre noch, dass im Folgenden die Bezeichnung „Wähler“, soweit nicht explizit unterschieden, sowohl männliche als auch weibliche Wähler bezeichnet.
1 KLEINHENZ, T.: S. 15
2 Z.B. EBD.: S. 16
3 MAIER, J.: S. 94
4 BOHER, S.: S. 1
4
II) Einteilung der Nichtwähler
II.1) der verhinderte Nichtwähler
Unter diese Kategorie fallen alle Personen, die zwar unter Umständen an der Wahl teilnehmen wollten, dies jedoch dann aus unterschiedlichen Gründen nicht bewerkstelligen konnten. Diese Gründe wären z.B. die plötzliche Erkrankung am Tag der Wahl, ein (erst kürzlich erfolgter) Umzug, durch den sich der Wähler entweder am Tag der Wahl verhindert sieht oder aber seine neue Adresse noch nicht dem zuständigen Einwohnermeldeamt weitergegeben wurde, oder aber auch das Versterben des Wählers.
II.2) der konjunkturelle Nichtwähler
Konjunkturelle Nichtwähler entscheiden ganz bewusst, ob sie zur Wahl gehen oder nicht und sind generell auch politisch informierte und interessierte Bürger. Sie sind zufrieden mit dem politischen System, entscheiden aber ob die Wahl für sie wichtig ist oder nicht. Sie zeigen somit ein wechselndes Wahlverhalten 5 .
II.3) der überzeugte Nichtwähler
Der überzeugte Nichtwähler findet sich folglich nie im Wahllokal ein. Lazarsfeld, et al. kommen zu folgendem Ergebnis: „ [...] As a net result, three quarters of the non-voters stayed away from the polls deliberately because they were thoroughly unconcerned with the election. Only a small number of people kept from the polls by a last minute emergency.” 6 Seine Gründe für die Wahlenthaltung sind sehr verschieden und sollen auch im Folgenden erörtert werden. Somit sind also die Individuen dieser Kategorie Betrachtungsgegenstand dieser Arbeit.
5 EILFORT, M., in: STARZACHER, et al.: S. 170f.
5
III) verschiedene Erklärungsansätze für Nichtwahl
III.1) sozialstrukturelle Gründe
III.1.1) Alter
In der vorhanden Literatur herrscht bezüglich des Alters weitgehende Übereinstimmung: wollte man es kurz ausdrücken, so könnte man sagen, dass sich die jungen Erwachsenen am meisten enthalten, die grösste Beteiligung bei den Berufstätigen und Familienmenschen zu erkennen ist und diese schliesslich bei den Wählern im Seniorenalter wieder nachlässt. So spricht Kleinhenz vom „ Lebenszyklus der Wahlbeteiligung“ - das Wahlverhalten spiegelt also verschiedene Integrationsphasen des gesellschaftlichen Lebens wieder: nach einer Orientierungsphase im Jugendalter (unstabile Beteiligungsphase) folgt eine Einbindung in die Arbeitswelt und das Familienleben mit gesteigerter Beteiligungsbereitschaft am politischen Prozess. Schliesslich nimmt im Rentenalter die soziale Integration ab und durch Krankheit und Gebrechen wird der Aufwand für eine Stimmabgabe immer grösser, womit auch die Wahlbeteiligung wieder abnimmt 7 . Rattinger spricht sogar von beachtlichen Unterschieden nach Altersgruppen: so liegt bei den jungen und über siebzigjährigen Wählern die Wahlbeteiligung deutlich unter dem Durchschnitt. Die Kurve der Wahlbeteiligung für die verschiedenen Altersgruppen hat ihm zufolge die Form eines umgekehrten grossen „ U“ : an der Bundestagswahl 1990 nahmen folglich nur 64,7% der unter 21-Jährigen, deutlich über 80% der zwischen 45 und 70 Jährigen teil. Erst danach sei wieder ein Absinken zu erkennen 8 . Bei den Senioren allerdings widersprechen sich Rattinger und Falter/Schumann: diese nämlich beobachteten die höchste Wahlbeteiligung im Jahre 1990 bei den 60 bis 70-Jährigen 9 . Auch Maier stellt bezüglich des Alters fest, dass eine in aller Regel monoton verlaufende Tendenz vorherrscht, sprich Parteien, Politiker und Demokratie mit steigendem Alter besser beurteilt werden 10 - ein für die Wahlentscheidung nicht unwichtiger Faktor, wie im Laufe der Arbeit noch festgestellt werden kann.
6 LAZARSFELD, P., et al.: S. 46 f.
7 KLEINHENZ, T.: S. 27
8 RATTINGER, H. in: RUDZIO, W.: S. 201
9 FALTER, J./ SCHUMANN, S. in: KLINGEMANN, H.-D./KAASE, M.: S.171ff.
10 MAIER, J.: S. 280
6
Arbeit zitieren:
Dipl. Kulturwirt Univ. David Altmann, 2001, Der deutsche Nichtwähler - Krise oder Normalisierung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Maßnahmen zur Steigerung der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an...
Politikberatendes Strategiepap...
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Essay, 9 Seiten
Wohlfahrtsstaaten im 21. Jahrhundert oder "Warum Esping-Andersen ...
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Referat (Ausarbeitung), 22 Seiten
Die Bedeutung der nonverbalen Signale beim Referieren
Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft
Hausarbeit, 16 Seiten
Politikverdrossenheit - Wählerverhalten in Deutschland
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Studienarbeit, 37 Seiten
Das Frauenbild in Ödön von Horváths "Kasimir und Karoline"
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Die Schuldthematik in Ödön von Horváths Drama "Der jüngste Tag&qu...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Nonverbale Kommunikation in Politik und Wirtschaft unter besonderer Be...
Hausarbeit, 28 Seiten
Ist die Typologie der drei Welten des Wohlfahrtskapitalismus von GØsta...
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche
Seminararbeit, 15 Seiten
Diebstahl in Organisationen - Eine Folge ungerechter Behandlung von Mi...
Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft
Seminararbeit, 33 Seiten
Politikverdrossenheit und politisches Vertrauen
Politik - Didaktik, politische Bildung
Hausarbeit, 43 Seiten
Der rationale Nichtwähler - Ein Ausblick über den Rational Choice Ansa...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Politikverdrossenheit in Deutschland
Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten
Hausarbeit, 20 Seiten
Sexing the Prairie - Male domination over female instincts in Martha O...
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Die Nichtwähler - ein Warnsignal?
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Seminararbeit, 15 Seiten
Die österreichische Printmedienlandschaft und das Kartellrecht
Jura - Medienrecht, Multimediarecht, Urheberrecht
Diplomarbeit, 121 Seiten
David Altmann's Text Der deutsche Nichtwähler - Krise oder Normalisierung ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
David Altmann hat den Text Der deutsche Nichtwähler - Krise oder Normalisierung veröffentlicht
David Altmann hat einen neuen Text hochgeladen
Sozialer Dialog in der Krise - Social dialogue in crisis?
Liber amicorum Ulrike Wendelin...
Jens M. Schubert
Differenzierung, Normalisierung, Andersheit
Soziale Arbeit als Arbeit mit ...
Fabian Kessl, Melanie Plößer
Prekarisierung zwischen Anomie und Normalisierung
Geschlechtertheoretische Besti...
Alexandra Manske, Katharina Pühl
0 Kommentare