Inhaltsübersicht
Inhaltsübersicht............................................................................................................. 1
1. Einleitung 2
2. theoretischer Hintergrund 3
2.1 Sozialisation. 3
2.2 Jugend. 5
2.3. Peer Group. 7
3. Hauptteil. 8
3.1 Aufbau und Funktion von Freundschaftsbeziehungen in der Jugendphase 8
3.2 Bedeutung der Peer-Group in Bezug auf Sozialisation und Individualisierung
im Jugendalter. 11
3.2.1 Die Identitätsbildung 11
3.2.2 Der Beitrag der Peer-Group zur Identitätsbildung 13
4. Fazit 18
5. Literaturverzeichnis. 20
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1. Einleitung
Im Rahmen des Soziologieseminars „Subjekt und Kooperation“ bei Prof. Wolfgang Braun, befasse ich mich in der vorliegenden Arbeit mit dem Thema Sozialisation in der Jugendphase.
Den Schwerpunkt dieser Arbeit habe ich auf die Identitätsentwicklung gelegt. Viele Faktoren beeinflussen die Entwicklung der Identität. Da es für meine Arbeit zu ausführlich wäre auf all diese Faktoren einzugehen, habe ich mich dazu entschlossen den Blickwinkel auf die Peer-Group zu legen. Ziel meiner Arbeit soll es sein den Einfluss, welchen die Peer-Group auf die Identitätsentwicklung eines Jugendlichen hat, näher darzustellen.
Der Sozialisationsprozess eines Menschen ist ein lebenslanger Prozess- ich persönlich halte diese Tatsache für sehr interessant. Dies ist der Grund, dass ich mich in meiner Arbeit näher mit dem Thema Sozialisation befasse.
Die Peer-Group gewinnt in den Medien zunehmend an Bedeutung. Wissenschaftler befassen sich mit den Einflüssen, welche Jugendliche auf Gleichaltrige haben. Zunehmend kommen Bücher auf den Markt, die unter anderem folgende Titel tragen: „Die heimlichen Erzieher“ (Hubert Wisskirchen), „Null Zoff & Voll Busy- Die erste Jugendgeneration des neuen Jahrhunderts“ (Jürgen Zinnecker), „Handbuch Peer-Education- Bildung und Erziehung von Gleichaltrigen durch Gleichaltrige“ (Hrsg. Martin Nörber) und „Ist Erziehung sinnlos?“ (Judith Rich Harris). Jedoch ist der Wissenschaft diese Thematik nicht neu. Bereits Hurrelmann, Erikson, Havighurst und viele andere Wissenschaftler, befassten sich mit dem Thema Sozialisation, Identitätsfindung und -entwicklung und Jugend.
Da ich bisher viel im Bereich der Jugendarbeit tätig war und mir dies auch für die Zukunft wünsche, möchte ich den Schwerpunkt meiner Arbeit auf den Sozialisationsprozess in der Jugend richten, in dem die Identitätsentwicklung eine wichtige Rolle spielt. Da die Peer-Group in dieser Zeit, neben der Familie, den Medien und anderen Einflussfaktoren, eine sehr wichtige Funktion übernimmt, möchte ich diesen Einflussfaktor genauer betrachten.
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Zu Beginn meiner Arbeit möchte ich zunächst theoretisch auf die Begriffe Sozialisation, Jugend und Peer-Group eingehen, da diese die Grundlage meiner Arbeit darstellen. Ich werde darauf verzichten gezielt auf die verschiedenen Sozialisationstheorien einzugehen, da meiner Ansicht nach in meiner Arbeit der Sozialisation als Prozess und Gegenstand von Bedeutung ist, nicht jedoch wie Sozialisation zustande kommt. Im Hauptteil meiner Arbeit befasse ich mich zunächst mit der Struktur und Funktion von Freundschaftsbeziehungen in der Jugendphase. Peer-Groups gibt es allerorten- sie entstehen beinahe überall dort, wo Gleichaltrige aufeinander treffen. Ziel dieses Gliederungspunktes soll es sein, den Aufbau einer Peer-Group und die verschiedenen Formen von Gleichaltrigengruppen darzustellen.
Dabei ist es mir wichtig aufzuzeigen, welche Bedeutung eine Peer-Group in der Jugendphase für Teenager hat.
Im weiteren Verlauf der Arbeit setze ich mich mit der Entstehung der Identität auseinander. Was bedeutet es eine „Identität“ zu haben, wie setzt sich diese zusammen und wodurch wird die Identitätsentwicklung beeinflusst?
Zum Abschluss werde ich herausstellen, welchen Beitrag die Peer-Group zur Identitätsbildung leistet.
2. theoretischer Hintergrund
2.1 Sozialisation
Sozialisation ist ein lebenslanger Prozess, der mit der Geburt eines Lebewesens beginnt und mit dem Tod endet. Die Kindheit und die Jugend werden als die wichtigste Sozialisationsphase eines Menschen definiert. Claessens definiert Sozialisation als “die zweite, soziokulturelle Geburt des Menschen“ (vgl. Hagemann-White. 1988. S.507) Der Mensch wird als ein unvollkommenes Wesen geboren. Er ist darauf angewiesen, dass sich andere Menschen um ihn kümmern und er in die Gesellschaft sozialisiert wird, d.h. dass er die anerkannten Werte und Normen einer bzw. seiner Kultur erlernt und somit ein Teil seiner Gesellschaft wird. Nach Geulem ist Sozialisation einerseits ein
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Aneignungsprozess- ein Mensch erlernt die Grundlagen des sozialen Handelns und die Kulturstile der Gesellschaft, in der er lebt. Andererseits ist Sozialisation ein Prozess der Identitätsbildung- neben den gesellschaftlichen Grundanforderungen werden auch spezifische persönliche Merkmale entwickelt. (vgl. 2001. S.124) Durch diese Teilung wird deutlich, wie auch Zimmermann anmerkt, dass der Aneignungsprozess nicht als eine Anpassung verstanden werden darf. (2003. S.15)
Jeder Mensch ist ein Individuum, welches zwar lernen muss in seiner Gesellschaft und jeweiligen Kultur zu leben und sich dort in gewisser Hinsicht anzupassen, jedoch trifft auch jeder Mensch Entscheidungen, die sein Leben und seinen Stellenwert in einer Gesellschaft beeinflussen. Die Persönlichkeit eines Menschen entwickelt sich vom Säuglingsalter an in der Sozialen Umwelt, wobei sich durch verschiedene Einflüsse (z.B. gesellschaftliche, soziale und individuelle) die soziale Identität eines Individuums entwickelt. Das zentrale Modell des „produktiv realitätsverarbeitenden Subjekts“ der neueren Sozialisationsforschung von Hurrelmann (nach Zimmermann), beinhaltet drei Perspektiven der Akzentuierung von Sozialisation. Demnach ist Sozialisation subjektbezogen, institutionsbezogen und kulturbezogen. „Unverkennbar ist Sozialisation hiermit als ein interaktiver Prozess zu verstehen, in dem Persönlichkeitsentwicklung in der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt stattfindet. Die beiden Einheiten Organismus/Psyche und Gesellschaft finden ihren Schnittpunkt in der Persönlichkeit.“ (Zimmermann. 2003. S.17) Sozialisation gliedert sich in zwei Phasen. Man spricht von der primären und der sekundären Sozialisation. Die ersten Bezugspersonen eines Säuglings sind die Eltern, was dazu führt, dass der Sozialisationsprozess im Elternhaus beginnt- ein Kind wird in die „Regeln des Lebens“ eingeführt, erste Eindrücke über Lebensarten und -formen werden gemacht und verinnerlicht. (primäre Sozialisation). In der zweiten Phase der Sozialisation (sekundäre Sozialisation) hat der Jugendliche die Möglichkeit selber Sozialisationspartner (Schulkameraden, Peer-Group etc.) zu wählen. Häufig werden neue Kontakte geknüpft und alte abgebrochen. An dieser Stelle entwickelt der Jugendliche eine persönliche Identität, indem er bisher erlernte Verhaltensformen überprüft und eventuell erneuert. Es ist nötig zu betrachten, dass Sozialisation nicht mit Erziehung gleichgestellt oder verwechselt wird. Zimmermann merkt an, dass Sozialisation durch Erziehung ermöglicht wird (vgl. 2003. S.14). In der Erziehung stehen Erzieher und zu Erziehender
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in Beziehung zueinander und dem Erzieher ist das Wohl des Kindes von Wichtigkeit bzw. der Erzieher plant die Einflüsse, welche er auf das Kind ausübt. In der Sozialisation stehen Individuum und Gesellschaft in Beziehung zueinander. Die Sozialisation bezieht die geplanten Vorgänge der Erziehung mit ein, beinhaltet jedoch auch die ungeplanten Einflüsse, wie zum Beispiel solche des Medieneinflusses, der Peer-Group oder der Werbung. Eickelpasch definiert: ‚„Sozialisation“ ist die Gesamtheit aller geplanten und ungeplanten Einflüsse der sozialen Umwelt, durch die das Individuum zum Mitglied einer Gesellschaft wird.’ (2002. S.28)
2.2 Jugend
Das Leben eines Menschen wird in verschiedene Lebensabschnitte gegliedert, die da wären: Kindheit, Jugend (Pubertät und Adoleszenz), Erwachsenenalter und Ruhestandsalter. Die Jugend ist bekannt als eine Phase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter, die meist als sehr turbulent, aufregend, erlebnisreich, schwierig und lehrreich angesehen wird, sowohl für den Jugendlichen selber, als auch für sein Umfeld (Familie, Freunde, Schule etc.). Nach Auffassung von Zimmermann kann man den Begriff Jugend nicht eindeutig definieren, da er in vergangenen Zeitabschnitten und auch in unterschiedlichen Kulturen ungleich dargelegt wurde. Wissenschaftler warnen vor einer schnellen Generalisierung des Begriffes Jugend, da verschiedenste Deutungen mit diesem Begriff verbunden sein können- zum Beispiel Jugend als eine Entwicklungsphase, als eine soziale Gruppe, als eine Subkultur oder als ein Wertebegriff. Meistens wird Jugend jedoch, wie von mir eben oben genannt, als eine Übergangszeit (Kindheit- Erwachsenheit) in einem Alter von ca. 13 bis 25 Jahren betitelt. (vgl. 2003. S. 165f) Laut Zimmermann finden in dieser Lebensphase wesentliche körperliche, emotionale, geistliche und soziale Entwicklungen statt. (vgl. 2003. S.165) Bekannt ist, dass Jugendliche, die sich im Prozess der
Identitätsentwicklung (soziale Identität und persönliche Identität) befinden und sich langsam von ihren Eltern abgrenzen um ihren eigenen Lebensstil zu entwickeln. Hurrelmann beschreibt, dass Jugendliche in der Zeit, in der sie sich vom Kind zum Erwachsenen entwickeln, verschiedene Entwicklungsaufgaben bewältigen müssen. Entwicklungsaufgaben spielen sowohl in der Psychologie als auch in der Soziologie eine wichtige Rolle zur Abgrenzung der Phasen Kind- Jugendlicher- Erwachsener. Es
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Arbeit zitieren:
Melanie Bolls, 2006, Sozialisation in der Jugendphase - der Beitrag der Peer-Group zur Identitätsentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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