In haltsverzeichnis
. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 8 A . Begriffsdefinitionen 10 B I . T o u r i s m u s 1 0 II. Tagesreisen 10
I I I . W a s s e r t o u r i s m u s 1 IV. Wertschöpfung 12 1 Direkte Wertschöpfung 12 2 Indirekte Wertschöpfung 12 3 Induzierte Wertschöpfung 12 4. Wertschöpfungsquote 12
C. Tourismus - Zum Stand der Forschung 14
. D e r T a g e s t o u r i s m u s 1 7 D
I. Allgemeine Strukturdaten zum Tagestourismus 18
II. Ausgaben der Tagesbesucher 19 III. Warum Tagestourismus? 19
1. Äußere Beweggründe der Tagestouristen 20
2. Innere Beweggründe der Tagestouristen 20
IV. Effekte des Tagestourismus 20
V. Perspektiven und Trends im Tagestourismus 21 . Das Untersuchungsgebiet 23 E I. Lage 23 II. Entstehung 24 III. Geologie 25 IV. Böden 26
V. Gewässer und Wasserhaushalt 27 1. Grundwasser 27
2 . F l i e ß g e w ä s s e r 2 7
3 . S t i l g e w ä s s e r 2 8
V I . K l i m a 2 8
VII. Kiesabbau im Dillinger Donautal 29
1. Verwendung von Sand und Kies 30
2. Planungsvorgaben für den Kiesabbau 30 erfas ung 2.1 Grundgesetz und Bayerische V s 30 2.2 Landesplanungsrecht 31 2.2.1 Regionalpläne 31 2.2.2 Raumordnungsverfahren 32 2.3 Na turschutzrecht 32 2.4 Baurecht 33 2.4.1 Bauplanungsrecht 33 2.4.2 Bauordnungsrecht 34 2.5 Wa sserrecht 34
2.6 Unterhaltung der Baggerseen 35 3. Gun stfaktoren für den Kiesabbau 36 tu aum 4. Folgen des Kiesabbaus für den Na rr 36 urism s 5. Kiesabbau als Gunstfaktor für Freizeit und To u 38
6. Folgenutzung und Rekultivierung 38 VIII. R egionalentwicklung im Untersuchungsgebiet 39
IX. Zum Forschungsstand der Erholungsnutzung im
41 Untersuchungsgebiet
. Das System Tourismus 44 F
. Regionale Wachstums- und Entwicklungstheorien 45 G
I. Theorie der endogenen Entwicklung 45 II. Exportbasistheorie 47
. Methodik und Forschungspraxis 50 H
I. Wahl der angemessenen Methode 50
II. Konstruktion des Fragebogens 5 0 III. Fragebogen - Pretest 54
IV. Vorbereitung und Planung der Erhebung 55 1. Wahl des Erhebungsortes 55
2. Wahl des Erhebungszeitpunktes 56
3. Wahl der Stichprobe 57
4. Interviewerschulung 58
5. Befragungssituation 58
I A n g e b o t s a n a l y s e 6 0
I. Neuhofsee 60
II. Weisinger Seen 61
I I I A u w a l d s e e 6 2
IV. Angebotsvergleich der Badesee im Dillinger Donauried 62
V F a z i t 6 7
J Nachfrageanalyse 68
I. Auswertung der Tagesgästebefragung 68
1. Soziodemographische Merkmale der befragten Tagesgäste 68
1 1 G e s c h l e c h t 6 8
1 2 A l t e r 6 9
1 3 B e r u f 7 0
2.Herk unft und Reisedistanz der Tagesgäste 71
3. Verkehrsmittelwahl der Tagesgäste 75
4. Reisebegleitung 75
4 1 N a c h A l t e r 7 6
4.2 Nach Entfernung zur Zieldestination 77
4.3 Nach der Zieldestination 77
4.4 Zusammensetzung der Ta ges ästeg uppe g r n 77
5. Freq uentierung der Badeseen und Dauer des Aufenthalts 78
6. Entscheidungszeitpunkt für den Antritt des Tagesausflugs 79
7. Bekanntheit der Zieldestination 80
8. Individuell-subjektive Empfindungen und Interessen 80
8.1 Motive für den Badseebesuch 80
8.1.1 Altersspezifischen Mot ive 81
8.1.2 Motive nach Zieldestination 83
8.1.3 Motive nach Reisebegleitung 84
8.2 Ve rbesserungsvorschläge 85
8.3 Bewertung des jeweiligen Sees 87
8.4 Wahrnehmung des Sees 88
8.5 Verhalten der Tagesgäste 89
8.5.1 Erstbesucher 89
8.5.2 Wiederholungsbesucher 89
8.5.2.1 Freizeitverhalten „Baden“ 89
8.5.2.2 Freizeitverhalten „Entspannen/Erholen“90
8.5.2.3 Freizeitverhalten „Wandern/Spazieren“ 92
8.5.2.4 Freizeitverhalten „Sport“ 94
8.5.2.5 Sonstige Freizeitinteressen 95
9. Nutzung von Ein nge richtungen bzw. potentiellen Einrichtu n 95
9.1 Neuhofsee 95
9.1.1 Vorhandene Einrichtungen 95
9.1.1.1 Biergarten/Restaurant 95
9.1.1.2 Wasserskianlage 97
9.1.1.3 Radwege 99
9.1.2 P otentielle Einrichtungen 100
9.1.2.1 Kiosk/Imbiss 100
9.1.2.2 Grillplätze 102
9.1.2.3 Übernachtungsmöglichkeiten 102
9.1.2.4 Sport- und Freizeitanlagen 103
9.1.2.5 Wassersporteinrichtungen 105
9.1.2.6 Naturlehrpfade 106
9.2 Weisi nger Seen - Potentielle Einrichtungen 106
9.2.1 Gastronomische Einrichtungen 106
9.2.2 Grillplätze 108
9.2.3 Übernachtungsmöglichkeiten 108
9.2.4 Sport- und Freizeitanlagen 109
9.2.5 Wassersporteinrichtungen 110
9.2.6 Naturlehrpfade 112
9. 3 Auwaldsee 113
9.3.1 Vorhandene Einrichtungen 113
9.3.1.1 Kiosk/“Vesperhütte“ 113
9.3.1.2 Naturlehrpfad 114
9.3.2 Potentielle Einrichtungen 115
9.3.2.1 Biergarten 115
9.3.2.2 Grillplätze 116
9.3.2.3 Übernachtungsmöglichkeiten 117
9.3.2.4 Sport- und Freizeitanlagen 117
9.3.2.5 Wassersporteinrichtungen 118
9.4 Kinderspi elplätze 119
9.4.1 Analyse nach Zieldestinationen 119
9.4.2 Analyse nach Reisebegleitung 120
10. Ausgabe bereitschaft und -verhalten der Tagestouristen 121
10.1 Ausgabebereitschaft 121
10.2 Ausgaben im Vorfeld des Tagesausflugs 122
10.3 Ausgaben am Badesee pro Ausflugstag 125
10.3.1 Neuhofsee 125
10.3.2 Weisinger Seen 125
10.3.3 Auwaldsee 126
10.4 A usgaben nach Beendigung des Badeaufenthalts 126
10.4.1 Einkehren 126
10.4.2 Einkaufen 127
11. Übernach tungsquartiere der Urlauber 127
II. Erlä uterung der Befragungsergebnisse 128
1. Allgemeine Strukturdaten 128
1.1 Soziodemographische Strukturen der Badegäste 128
1.2 Herkunft und Reisedistanz 128
1.3 Verkehrsmittelwahl 133
1.4 Reisebegleitung der Tagestouristen 133
1.5 Frequentierung der Badeseen
1 und Dauer des Aufenthalts 34
1.6 Entscheidungszeitpunkt für den Antritt
des Tagesausflugs 135
1.7 Bekanntheit der Zieldestination 135
2. Indi Int esse viduell-subjektive Empfindungen und er n 135
2.1 Motive für den Badeseebesuch 135
2.1.1 Altersspezifische Motive 135
2.1.2 Motive nach Zieldestination 136
2.1.3 Motive nach Reisebegleitung 136
2.2 Ve rbesserungsvorschläge 137
2.3 Bewertung des jeweiligen Sees 137
2.4 Wahrnehmung des Sees 138
2.5 Verhalten der Tagesgäste 139
2.5.1 Analyse des altersspezifischen Verhaltens 139
2.5.2 Analyse des Verhaltens nach Badesee 139
2.5.3 Analyse des Verhaltens nach Reisebegl it e ung 140
3. Wertschöp fungspotentiale 140
3.1 Nutzung von Einrichtungen
bzw. potentiellen Einrichtung en an den Badeseen 140
3.1.1 Biergarten/Restaurant 141
3.1.2 Kiosk/Imbiss 141
3.1.3 Grillplätze 141
3.1.4 Übernachtungsmöglichkeiten 142
3.1.5 Sport- und Freizeitanlagen 142
3.1.5.1 Radwege 142
3.1.5.2 Minigolfanlage 143
3.1.5.3 Beachvolleyballplatz 143
3.1.6 W assersporteinrichtungen 143
3.1.6.1 Wasserskianlage 143
3.1.6.2 Sprungturm 144
3.1.6.3 Bootsverleih 1 4
3.1.6.4 Segel-/Surf-/Tauchschule 144
3.1.7 N aturlehrpfade 144
3.1.8 Kinderspielplätze 145
3.2 Au sgabenverhalten und -bereitschaft 145
3.2.1 Ausgabebereitschaft 145
3.2.2 Ausgaben im Vorfeld des Tagesausflugs 146
3.2.3 Ausgaben am Badesee pro Ausflugstag 146
3.2.4 Ausgaben nach Beendigung des
Badeaufenthalts 147
3.3 Umsatza nalyse 148
3.3.1 Umsatzentwicklung verschiedener
Einrichtungen 148
3.3.2 Umsatzentwicklung nach Alter 150 be eitun 3.3.3 Umsatzentwicklung nach Reise gl g 153
3.3.4 Umsatzentwicklung nach Reisedistanz 155 I I I . F a z i t 1 5 7 K. Handlungsempfehlungen 160
I. Strategien für den Tagestourismus 160
II. Qualität der Zieldestination fördern 161
III. Wertschöpfungsintensität erhöhen 162
IV. Vermarktung der Destinationen steigern 163
V. Schaffung von regionalen Wertschöpfungsketten 164
VI. Negative Effekte des Tagestourismus minimieren 164 L. Schluss und Ausblick 165
bbildungsverzeichnis 167 A Literaturverzeichnis 170 A n h a n g 1 7 5
Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 8
A. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
In Zeiten der Globalisierung und des demographischen Wandels scheint die Schaffung neuer Konzepte, Strukturen und Prozesse für eine zukunftsfähige Entwicklung der ländlichen Räume immer wichtiger. Dabei gilt es, Möglichkeiten und Potentiale, die sich den einzelnen Regionen bieten, zu erkennen, zu nutzen und weiter zu entwickeln. Im Zuge dieses Leitgedankens wurden in vielen ländlichen Räumen Deutsch-lands Organisationen gegründet, die sich damit beschäftigen, eine solche Entwicklung gemeinsam mit den Akteuren vor Ort voran zu treiben. Auch im Schwäbischen Donautal hat sich inzwischen der Regionalmarketingverein „Donautal-Aktiv“ etabliert. Im Rahmen eines Regionalen Entwicklungskonzeptes wurden für das Schwäbische Donautal, das u. a. das gesamte Gebiet des Dillinger Donaurieds umfasst, zentrale Werte festgelegt, die als Leitbild für die weitere aktive Gestaltung der Region fungieren. Als enorm wichtig in diesem Zusammenhang wird so etwa auch die Inwertsetzung der spezifischen Eigenheiten des Raumes betrachtet. Das für das Dillinger Donauried raumtypische Merkmal schlechthin sind die durch den Kiesabbau entstandenen Wasserflächen, deren „Wertschöpfung [allerdings] zu wünschen übrig [lässt]“ (Donau-Zeitung, 10.8.2005). Um künftig aus wirtschaftlicher Sicht von dieser Seenlandschaft profitieren zu können, ist es nötig, die Attraktivität der Baggerseen in vielerlei Hinsicht zu steigern - ein Anliegen, das zugleich Sujet dieser Arbeit ist.
Ziel der Arbeit ist es schließlich, auf Grundlage der durch eine direkte Befragung ermittelten Wertschöpfungspotentiale des Tagestourismus an den Seen des Dillinger Donaurieds konkrete Handlungsempfehlungen für eine verbesserte touristische Inwertsetzung dieser Objekte abzugeben.
Im Folgenden sei der Aufbau der Arbeit knapp skizziert:
Einem kurzen Überblick über die zentralen, im Laufe der Arbeit verwendeten Begriffe folgt eine etwas genauere Beschreibung des Phänomens Tagestourismus hinsicht-
Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 9
lich des aktuellen Forschungsstands sowie seiner Bedeutung, Auswirkungen und Trends.
Anschließend wird das Untersuchungsgebiet „Dillinger Donauried“ in den Fokus des Interesses gerückt. Dabei werden neben der entwicklungsgeschichtlichen Entstehung des Donautals auch seine physisch-geographischen Eigenschaften wie Geologie, Böden, Wasser und Klima erörtert. Zudem werden die Entstehung der Seen-landschaft und deren besondere Eignung für tagestouristische Erholungsnutzungen sowie die Regionalentwicklungsbestrebungen im Schwäbischen Donautal thematisiert.
Im nächsten Abschnitt wird das System Tourismus dargestellt, ehe die beiden dieser Arbeit zu Grunde gelegten Theorien, nämlich die Exportbasistheorie und die Theorie der endogenen Entwicklung, erläutert werden.
Der darauf folgende Methodenteil gibt Aufschluss über das genaue Vorgehen bei der Nachfrageanalyse, d. h. das der Untersuchung zu Grunde gelegte Forschungsdesign wird näher vorgestellt.
Im Weiteren wird eine Analyse des Angebots an den Seen des Dillinger Donaurieds unternommen, ehe Auswertung und Interpretation der Nachfrageanalyse in zwei voneinander getrennten Kapiteln dargelegt werden. Am Ende der Arbeit werden in Anlehnung an die Ergebnisse der Nachfrageanalyse Handlungsempfehlungen für eine wertschöpfungsintensivere Entwicklung der Seen aufgeführt.
Begriffsdefinitionen 10
B. Begriffsdefinitionen
Im Folgenden werden Definitionen von Begriffen formuliert, die für das Verständnis der Arbeit von elementarer Bedeutung sind.
I. Tourismus
Laut der gültigen Definition der Welttourismusorganisation (WTO) ist unter Tourismus zu verstehen:
- „Die Aktivität von Personen, die an Orten außerhalb ihrer gewohnten Umgebung reisen;
- sich dort zu Freizeit-, Geschäfts- oder bestimmten anderen Zwecken - nicht länger als ein Jahr ohne Unterbrechung aufhalten“ (dwif 2005, S. 11). Im Hinblick auf die Thematik der Arbeit besonders wichtig ist, dass die WTO keine Mindestaufenthaltsdauer als Definitionskriterium für Tourismus festlegt. Denn damit werden auch Tagesreisen von dieser Definition abgedeckt.
II. Tagesreisen
Tagesreisen werden bezüglich ihrer Motivation unterschieden in: - Tagesgeschäftsreisen (mit geschäftlichem Motiv) - Tagesausflug (mit privatem Motiv).
Da für vorliegende Arbeit lediglich private Reisen von Bedeutung sind, erfolgt anschließend nur eine Definition des Begriffs Tagesausflug: „Als Tagesausflug wird jedes Verlassen des Wohnumfeldes bezeichnet, mit dem keine Übernachtung verbunden ist und das
- nicht als Fahrt von oder zur Schule, zum Arbeitsplatz, zur Berufsausübung vorgenommen wird,
- nicht als Einkaufsfahrt zur Deckung des täglichen Bedarfs dient (z. B. Le- bensmittel) und
Begriffsdefinitionen 11
- nicht einer gewissen Routine oder Regelmäßigkeit unterliegt (z. B. regelmäßige Vereinsaktivitäten im Nachbarort, tägliche Krankenhausbesuche, Arztbesuche, Behördengänge, Gottesdienstbesuche)“ (dwif 2005, S. 12). Da die gängige Literatur das Wohnumfeld mit der Grenze des eigenen Wohnortes bzw. bei großen Städten mit der des Stadtteils gleichsetzt, fallen die im näheren Außenbereich gelegenen Ausflugsziele nicht mehr unter die Rubrik Wohnumfeld. Daher können auch Naherholungsreisende als Tagesausflügler oder Tagestouristen bezeichnet werden.
III. Wassertourismus
Laut dwif werden unter dem Begriff Wassertourismus „alle die Tourismusangebote verstanden, in denen das offene Meer, Küstengewässer, Seen, Flüsse und Kanäle die natürliche Grundvoraussetzung für Tourismusaktivitäten darstellen“ (vgl. dwif 2003, S. 6).
Abb. 1: Wassertourismus in Deutschland
Begriffsdefinitionen 12
IV. Wertschöpfung 1.Direkte Wertschöpfung
„Unter direkter Wertschöpfung versteht man die (Brutto- oder Netto-) Wertschöpfung, die unmittelbar dort entsteht, wo der Gast seine Ausgabe tätigt (z. B. als Nettowertschöpfung die Einkommen im Hotel: Löhne und Gehälter der Hotelbediensteten, Gewinne des Unternehmers)“ (FTM Trier 2004, S. 13).
2. Indirekte Wertschöpfung
„Unter indirekter Wertschöpfung versteht man die (Brutto- oder Netto-) Wertschöpfung, die bei den Vorlieferanten, deren Zulieferern etc. der Unternehmen entsteht, bei denen der Gast seine Ausgabe tätigt (z.B. als Nettowertschöpfung die Einkommen beim Bäcker und Metzger und in weiterer Folge die Einkommen beim Müller und Bauern etc.)“ (FTM Trier 2004, S. 13).
3. Induzierte Wertschöpfung
„Unter induzierter Wertschöpfung versteht man die (Brutto- oder Netto-) Wertschöpfung, die in der Region entsteht, weil auf Grund der höheren Kaufkraft durch direkte und indirekte Einkommen aus dem Fremdenverkehr die Nachfrage in der Wirtschaft weiter steigt und aus diesen zusätzlichen Produktionsaktivitäten wiederum Einkommen entsteht“ (FTM Trier, 2004, S. 13).
4. Wertschöpfungsquote
Die Wertschöpfungsquote gibt an, wie viel Prozent des Nettoumsatzes unmittelbar zu Löhnen, Einkommen oder Gewinnen werden, d. h. wie einkommenswirksam die touristischen Umsätze sind. Während die Wertschöpfung der ersten Umsatzstufe als direkte Wertschöpfungsquote bezeichnet wird, stellt die Wertschöpfung der zweiten
Begriffsdefinitionen 13
Umsatzstufe, die aus dem Dienstleistungseinsatz des Nettoeinkommens berechnet wird, die indirekte Wertschöpfungsquote dar.
Zu beachten ist hierbei, dass die Wertschöpfungsquoten der ersten Umsatzstufe im Übernachtungs-, Tages- und Tagesgeschäftsreisetourismus unterschiedlich sind (vgl. FTM Trier 2004, S. 12).
Zum Stand der Forschung 14
C. Tourismus - Zum Stand der Forschung
Bereits im Jahr 1841 erkannte Kohl in seiner Arbeit „Der Verkehr und die Ansiedlungen von Menschen in ihrer Abhängigkeit von der Gestaltung der Erdoberfläche“ das Reisen der Menschen als „Auslöser für die Entstehung von Vergnügungsorten sowie Badeplätzen“ (Wolf/Jurczek 1986, S. 23). Doch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts befassten sich erste Untersuchungen intensiver mit der Relevanz des Tourismus. Einen Meilenstein in der Geschichte der Fremdenverkehrsgeographie markiert so etwa der 1939 von Poser veröffentlichte Titel „Geographische Studien über den Fremdenverkehr im Riesengebirge“. Erstmals wurde hierin eine ausführliche Analyse der Wirkung des Tourismus auf die Kulturlandschaft unter Einbeziehung bevölkerungs-, verkehrs- und wirtschaftsgeographischer Aspekte durchgeführt. Gemeinsam ist jedoch allen Pionierwerken der Geographie des Fremdenverkehrs die Nichtbeachtung der Menschen als handelnde Subjekte.
Während es in Deutschland - bedingt durch den 2. Weltkrieg - bis in die 50er Jahre zu einer Stagnation der Tourismusforschung kam, entstanden im Jahr 1941 in der Schweiz mit dem Forschungsinstitut für Fremdenverkehr unter Professor Krapf an der Universität Bern sowie dem von Professor Hunziker geleiteten Seminar für Fremdenverkehr an der Handelshochschule St. Gallen gleich zwei Forschungseinrichtungen. Die noch im selben Jahr von beiden Institutsleitern gemeinsam verfasste Arbeit „Allgemeine Fremdenverkehrslehre“ gilt noch immer als bedeutendes Standardwerk.
Im Jahr 1955 wurde die Forderung Christallers laut, die Geographie des Fremdenverkehrs, in deren Rahmen bis Ende der 60er Jahre zahlreiche auf den Übernachtungsverkehr ausgerichtete Fallstudien veröffentlicht wurden, „als gleichberechtigte Untergliederung der Wirtschaftsgeographie neben der Agrar- und Forstgeographie, der Industriegeographie, usw. […]“ (Christaller 1955, S. 2) anzusiedeln. Ab Mitte der 60er Jahre bildete sich innerhalb der Sozialgeographie die Geographie des Freizeitverhaltens schließlich als eine eigenständige Richtung heraus. Diesem neuen, von der Münchner Schule um Ruppert und Maier begründeten und sich auf die Daseins-grundfunktion „sich erholen“ beziehenden Ansatz ist die erste Beschäftigung mit tou- ristischen Aktivitäten in Wohnstandortnähe zu verdanken. Dennoch gelang es der
Zum Stand der Forschung 15
Freizeitgeographie nie, die länderkundlich-deskriptive und physiognomische Fremdenverkehrsgeographie ganz zu ersetzen, sondern sie gilt lediglich als ein wesentlicher Bestandteil dieses Feldes. Etwa zur selben Zeit etablierte sich als Fortentwicklung der Fremdenverkehrsgeographie die Tourismusgeographie, „die fortan mit der Freizeitgeographie die Geographie der Freizeit und des Tourismus bildete“ (Jurczek 2004, S. 26). Diese geographische Teildisziplin versteht sich als „methodisch moderne Erfahrungswissenschaft […], die sich im Kern als nomologische Raumwissenschaft positioniert“ (Hopfinger 2004, S. 3). In der neuesten Tourismusforschung sind bezüglich des geographischen Erkenntnisinteresses zwei Tendenzen erkennbar: 1.) „eine starke Gewichtung auf anwendungsbezogene Regionalstudien sowie
2.) eine vorwiegend wirtschaftsgeographische Ausrichtung dieser Arbeiten“ (Hertwig 2001, S. 3).
Erst Mitte der 1960er Jahre stärker in den Vordergrund gerückt stellt die Beschäftigung mit dem Tagesausflugsverkehr einen relativ jungen Forschungszweig innerhalb der Freizeit- und Tourismusgeographie dar (Schnell 2004, S. 282). In der Bundesrepublik Deutschland wurde der Tagesausflugsverkehr erstmals im Jahr 1972 näher untersucht. Das Statistische Budesamt führte dazu eine Sondererhebung im Rahmen des Mikrozensus durch. In den 1980er Jahren wurden einige wenige Studien wie etwa die fremdenverkehrsgeographischen Studien an der Universität Trier, die Recherchen der Akademie für Raumforschung und Landesplanung in Hannover oder die Reihe des Deutschen Seminars für Tourismus in Berlin (DSFT) realisiert. Weitere wichtige Studien, die sich allesamt am Kriterium „Verweildauer am Aufenthaltsort“ orientieren, sind u. a. die Arbeiten von Schmalen („Tagestourismus in Passau“, 1983), Haart („Tagesgäste in Salzburg“, 1992) und von Frey („Tagestourismus: Ausmaß, Effekte und wirtschaftliche Bedeutung“, 1993).
Da bis zum heutigen Zeitpunkt noch immer keine deutschlandweite repräsentative, amtliche Statistik zum Thema „Tagestourismus“ vorhanden ist, gelten die Untersuchungen des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr an der Universität München (dwif) als wichtigste Veröffentlichung und theoretische
Zum Stand der Forschung 16
Grundlagenstudie in diesem Bereich. Die erstmalig im Jahr 1995 und in einer Neuauflage 2005 erschienene Untersuchung „Tagesreisen der Deutschen“ des dwif rückt zwar die wirtschaftliche Bedeutung des Tagestourismus stark in den Vordergrund, allerdings bietet sie dennoch das einzige statistische Material zum Tagestourismus auf gesamtdeutscher Ebene.
Raumwissenschaftliche Perspektiven des Tagestourismus sind von Seiten der Geographie in den letzten Jahren kaum bzw. unzulänglich untersucht worden. Auch die im Jahr 1991 von Feige durchgeführte Studie zum „Ausflugsverkehr in Reisegebiete“ fokussiert so zwar auf den sekundären Ausflugsverkehr von Übernachtungstouristen, ohne aber auf den Tagestourismus vom Wohnort aus einzugehen. Insgesamt bleibt zu betonen, dass trotz festzustellender Beschäftigung mit der Thematik des Tagestourismus aus geographischer Perspektive (z. B. Pothoff 1998; Schneider 1998) „eine systematische Abhandlung über Tagesausflugsverkehr aus geographischer Sicht weiterhin aussteht“ (Hertwig 2001, S. 6). Ursächlich für die Randlage des Tagestourismus in der wissenschaftlichen Diskussion ist u. a., dass dessen Wirtschaftskraft wegen der - verglichen mit dem Übernachtungstourismus - geringeren Ausgaben pro Person vielfach unterschätzt wird. Angesichts der Tatsache, dass Tagesausflüge weitaus häufiger und von mehreren Personen durchgeführt werden als längere Urlaubsreisen, ergibt sich eine nicht zu vernachlässigende ökonomische Bedeutung des Tagestourismus, dessen Erforschung nicht zuletzt deswegen weiter forciert wer- den sollte.
Der Tagestourismus 17
D. Der Tagestourismus
Die in den folgenden Abschnitten erwähnten Daten beziehen sich - soweit nicht gesondert erwähnt - im Sinne der Themenstellung stets nur auf den Tagesausflugsverkehr, also den privaten Tagestourismus.
I. Allgemeine Strukturdaten zum Tagestourismus
Der Untersuchung „Tagesreisen der Deutschen“ des dwif zufolge wurden im Jahr 2004 in Deutschland etwa 2.750 Mio. Tagesausflüge durchgeführt, was einem Durchschnitt von 33,3 Ausflügen pro Einwohner entspricht. Die Beteiligung der Bevölkerung über 14 Jahren am Ausflugsverkehr liegt im Jahr 2004 bei 86,6%. Eine überdurchschnittliche Ausflugsintensität ist dabei bei Schülern, Studenten, Beamten, Angestellten und Freiberuflern festzustellen. Unter dem Durchschnitt liegen die Werte von Selbstständigen, Arbeitern und Landwirten. Die höchste Tagesausflugsintensität liegt schließlich bei Personen zwischen 14 und 19 Jahren und nimmt mit zunehmendem Alter kontinuierlich ab.
Da 53,9% der Tagesausflüge an Wochenenden und Feiertagen stattfinden, kann an diesen Tagen häufig eine Spitzenbelastung der gesamten touristischen sowie der verkehrstechnischen Infrastruktur im Zielgebiet konstatiert werden. Im Gegensatz zum übernachtenden Tourismus hängen die Reisemotive im Tagestourismus stärker von jahreszeitlichen Mustern und Möglichkeiten ab. Die einzelnen tagestouristischen Destinationen weisen dadurch saisonale Konzentrationen auf. So bereisen Tagesbesucher, in deren Unternehmungsgeist das Baden an oberster Stelle rangiert, die Seen des Donautals selbstverständlich nur in den Sommermonaten. Da die Hauptaktivitäten im Tagestourismus wie Baden, Segeln, Wandern, etc. generell im Freien stattfinden, ergibt sich für den Tagestourismus eine starke Witterungsabhängigkeit. In diesem Zusammenhang ist auch zu bedenken, dass Tagesausflüge eher spontaner Natur sind und deshalb von den Reisenden wesentlich leichter auf angemessene Witterungsverhältnisse ausgerichtet werden können als Übernachtungsreisen. Ausgeprägte Spitzenfrequenzen werden im Tagesausflugsverkehr demnach hauptsäch- lich nur an schönen, sonnigen Tagen erreicht.
Der Tagestourismus 18
Dominierend im Tagesausflugsverkehr ist der motorisierte Individualverkehr. Je besser allerdings der öffentliche Verkehr erschlossen ist, desto höher liegt auch der Anteil an dessen Nutzung. Die Entfernung zwischen Ausgangs- und Zielort beträgt laut dwif im Jahr 2004 durchschnittlich 78,1km, wobei dieser Wert auch mit der Art der tagestouristischen Aktivität korreliert. Wird bei organisierten Fahrten (z. B. Busreisen) etwa eine durchschnittliche Strecke von bis zu 106,4km zurückgelegt, so ist in Bezug auf die Ausübung einer speziellen Aktivität von einer geringeren Distanz auszugehen (z. B.: Baden: W 77,2km, Besuch eines Lokals: W 52,8km). Je näher das Tagesausflugsziel am Wohnort gelegen, desto größer ist die Gästetreue bzw. die Frequenz der Ausflüge an den jeweiligen Zielort, was „für die touristische Leistungserbringung […] wichtig“ (BAK Basel Economics 2003, S. 3) ist.
II. Ausgaben der Tagesbesucher
Die durchschnittlichen Ausgaben eines Tagesbesuchers betragen „rund 50% derjenigen eines übernachtenden Besuchers“ (BAK Basel Economics 2003, S. 3). Dabei werden in Deutschland im Mittel 28€ pro Person und Ausflugstag aufgebracht (dwif 2005, S. 108), wobei dieser Wert in Abhängigkeit vom Reiseziel differiert. In Großstädten werden so etwa durchschnittlich 35,10€, in ländlichen Räumen hingegen lediglich 19,40€ pro Tag ausgegeben. Zudem variiert die Höhe der Ausgaben für einen Tagesaufenthalt in Abhängigkeit zu dem Hauptanlass der Tagesreise. Werden bei einer Einkaufsfahrt durchschnittlich 59€ ausgegeben, handelt es sich bei der Ausübung bestimmter Freizeitaktivitäten bzw. bei Verwandtenbesuchen lediglich um Beträge von 19,80€ bzw. 19,40€, die am Zielort umgesetzt werden. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass es sich bei tagestouristischen Unternehmungen in vielen Fällen um eine Kopplung mehrerer Aktivitäten handelt und so „die Differenzen bei den Ausgaben [schließlich auch von] der Zusammensetzung der Aktivitätenbündel“ am jeweiligen Zielort abhängen (BAK Basel Economics 2003, S. 4). Abgesehen von den Ausgaben am Zielort selbst spielen auch die Kosten für die An-und Abreise eine erhebliche Rolle für die Tagesgesamtausgaben der Reisenden. Bei der Nutzung privater Verkehrsmittel fallen für Tagesausflügler rund 0,24€ Gesamt-
Der Tagestourismus 19
kosten pro gefahrenem Kilometer an, die variablen Kosten liegen ca. ein Viertel bis ein Drittel darunter. (vgl. BAK Basel Economics 2003, S. 4). Zwar werden diese Ausgaben hauptsächlich am Wohnort getätigt (Anschaffung, Wartung, Benzin), dennoch entstehen über diese mitunter auch Umsätze entlang der Fahrstrecke sowie am Ziel-ort.
Im Allgemeinen zeichnet sich der Tagestourismus durch eine geringere Bereitschaft der Touristen aus, Geld auszugeben als dies beim übernachtenden Tourismus der Fall ist. Bei Tagesausflügen kalkuliert der Tourist - im Unterschied zu mehrtägigen Aufenthalten - meist mit keinen festen Budgets und er scheint eher dazu zu neigen, mittels bewusster Einsparungen möglichst geringe Ausgaben vorzunehmen.
III. Warum Tagestourismus?
1. Äußere Beweggründe der Tagestouristen
Die äußeren Beweggründe für die Durchführung einer Tagesreise gestalten sich sehr differenziert. An erster Stelle rangiert dabei der Besuch von Verwandten, Bekannten und Freunden (33,1%) (dwif 2005, S. 81), gefolgt von der Ausübung „spezieller Aktivitäten“ (vgl. dwif 2005, S. 104) wie Baden, Wandern, Skifahren, etc. (20,9%), wobei das Wandern vor Baden/Schwimmen und Radfahren am beliebtesten ist. Als weitere, in der Rangfolge weiter unten angesiedelte Beweggründe gelten der Besuch von speziellen Veranstaltungen (12,1%), Einkaufsfahrten (10,6%), Spazierfahrten (8,0%), der Besuch von Sehenswürdigkeiten (7,1%) und Gastronomiebesuche (6,2%). In Art und Häufigkeit unterscheiden sich die Reiseanlässe jedoch in Abhängigkeit von der Altersstruktur der Touristen. Während jüngere Menschen (<30 Jahre) so z. B. überdurchschnittlich oft den Besuch einer Veranstaltung bzw. eines Lokals als Hauptmotiv ihrer Tagesreisen anführen, stellt bei Menschen im Alter zwischen 31 und 60 Jahren sowie auch bei den Älteren (>60 Jahre) die Ausübung einer speziellen Aktivität oder ein Verwandtenbesuch häufiger den Anlass für einen Tagesausflug dar.
Der Tagestourismus 20
2. Innere Beweggründe der Tagestouristen
„Innere Unruhe und Bewegungsdrang, die Flucht vor dem Alltag und Gewohnten […] sind elementare Grundzüge des menschlichen Wesens überhaupt“ (Opaschowski 2002, S. 117) und können damit geradezu als Ursprung des Reisebedürfnisses der Menschen angesehen werden. Insbesondere der Wunsch nach Veränderung ist es, der den Menschen zu Reisen aller Art, also einem Orts- und Szenenwechsel, antreibt und zwar meist mit dem obersten Ziel, dabei Erholung zu finden. Das Hauptreisemotiv „Erholung“ schließt eine Vielzahl von Ausgleichsfunktionen für die Touristen mit ein wie z. B.:
- „das Verlangen nach frischer Luft und Naturerleben, - das Freiheitsbedürfnis und den Erlebnisdrang, - die Bewegungslust und das Ausgleichsbedürfnis, - die Kontaktsuche und das Anerkennungsstreben“ (Opaschowski 2002, S. 121).
IV. Effekte des Tagestourismus
Laut dwif fanden im Jahr 2004 in Deutschland 2.750 Mio. Tagesausflüge und 595 Mio. Tagesgeschäftsreisen statt, vergleichsweise wurden lediglich 339,1 Mio. Gästeübernachtungen registriert. Somit kommen auf eine getätigte Übernachtung fast 9,4 Tagesreisen. Zwar ist die Bedeutung des Tagestourismus in punkto Frequenz weitaus höher als im Hinblick auf die in diesem Sektor getätigten Ausgaben, jedoch entstehen in Deutschland durch die Tagesreisenden - trotz niedrigerer durchschnittlicher Tagesausgaben - mit 87,5 Mrd.€ immer noch mehr als doppelt so hohe Bruttoumsätze wie durch die Übernachtungsgäste mit 35,6 Mrd.€ pro Jahr (vgl. dwif 2005, S. 126/144). Die Addition der ersten und zweiten Umsatzstufe ergibt für den gesamten Tagesreiseverkehr in Deutschland für das Jahr 2004 schließlich Einkommen im Gesamtwert von 40,5 Mrd.€ (Aufteilung nach Ausgabearten vgl. Abb. 2). Demgegenüber weist der übernachtende Tourismus mit 19,2 Mrd.€ ein durchaus geringeres Einkommen für denselben Zeitraum auf. Der sich insgesamt auf 3,8% belaufende Tou- rismusanteil am Volkseinkommen Deutschlands für das Jahr 2004 setzt sich dem-
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nach aus 2,6% für den Tagestourismus und 1,2% für den übernachtenden Tourismus zusammen. Diese Zahlen bestätigen die oftmals unterschätzte, auch wirtschaftlich wichtige Funktion des Tagestourismus in der Bundesrepublik.
Abb. 2: Die Effekte des Tagestourismus
Abgesehen von ökonomischen Effekten ist auch eine ökologische Auswirkung des Tagestourismus zu konstatieren. Dabei handelt es sich in erster Linie um das auf die Dominanz des motorisierten Individualverkehrs zurückzuführende, sehr hohe Verkehrsaufkommen auf der Straße und der damit verbundenen Schadstoffemissionen. Die Verkehrs- bzw. Umweltbelastung im Tagestourismus ist nicht zuletzt doppelt so hoch wie im übernachtenden Tourismus. (vgl. BAK Basel Economics 2003, S. 8).
V. Perspektiven und Trends im Tagestourismus
Der Tagestourismus hat in Deutschland in den letzten Jahren einen bedeutenden Aufschwung erfahren. Gegenüber der Studie des dwif für das Jahr 1993 konnte für das Jahr 2004 im Hinblick auf die Frequenz von Tagesausflügen eine Steigerung um
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29% festgestellt werden (vgl. dwif 2005, S. 42). Während ein trivialer Grund für diese Zunahme die seit 1993 um mehr als 1,5 Mio. angewachsene Einwohnerzahl Deutschlands ist, können als eine weitere Ursache hierfür schließlich Änderungen im Freizeitverhalten angesehen werden. So zeigt etwa die wachsende Beliebtheit von Radtouren, Wanderungen, Inlineskating oder Nordic-Walking Auswirkungen auf die Häufigkeit von Tagesreisen. Daneben haben sowohl Verschiebungen bei den Erwerbs- und Alterstrukturen als auch beim verfügbaren Einkommen oder den Konsumgewohnheiten für eine Steigerung der Frequenzen im Tagestourismus gesorgt. Aber auch die auf der Angebotsseite in den Jahren nach 1993 vermehrt getätigten Investitionen z. B. in die Errichtung von Erlebnisbädern, Freizeitparks, Urban Entertainment Centern usw. initiierten einen Anstieg der tagestouristischen Nachfrage. (vgl. dwif 2005, S. 43).
Wie alle vom Freizeitverhalten abhängigen Branchen unterliegen schließlich auch der Tagestourismus und seine Entwicklung bestimmten soziodemographischen und gesellschaftlichen Trends. So ist als Resultat der bevorstehenden Bevölkerungsabnahme in Deutschland zwangsläufig mit Nachfrageverringerungen in allen Konsumbereichen zu rechnen. Starke Abweichungen in Bezug auf die Reisemotive sind in Folge der Überalterung der Gesellschaft jedoch kaum zu erwarten, da davon ausgegangen wird, dass sich das individuelle Freizeitverhalten künftig auch mit steigendem Alter nur gering verändert. Zu beachten bleibt schließlich, dass soziologische Faktoren wie etwa die sich ändernden Familienstrukturen, die ansteigende Verfügbarkeit der Haushalte über Kraftfahrzeuge sowie moderner Informationstechnologien und Home-Entertainment auch Änderungen im allgemeinen Freizeitverhalten nach sich ziehen, worauf der Freizeitmarkt zu reagieren haben wird. In sog. „typischen Tagestourismusregionen“, also Regionen, in denen der übernachtende Tourismus nur eine untergeordnete Stellung einnimmt, hat der Ausbau der Infrastruktur stimulierende Auswirkung auf den Tagestourismus. Der Nachfragetrend der jüngsten Vergangenheit geht hin zu „einfachen authentischen Angeboten“ (BAK Basel Economics 2003, S. 14), was gerade Regionen mit vermeintlich sehr begrenztem touristischen Potential wie u. a. dem Dillinger Donauried die Chance bietet, ihre touristische Attraktivität zu erhöhen.
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E. Das Untersuchungsgebiet
I. Lage
Der zu Bayern gehörende 790 km² große Landkreis Dillingen befindet sich in einer zentralen Lage in Süddeutschland. Er grenzt an die bayerischen Landkreise Günzburg (im Süden), Augsburg (im Süd-Osten), Donau-Ries (im Nord-Osten) sowie an den baden-württembergischen Landkreis Heidenheim (im (Nord-)Westen). Die drei großen Ballungsgebiete München, Stuttgart und Nürnberg liegen jeweils in rund 100km, die Verdichtungsräume Augsburg und Ulm in ca. 50km Entfernung. In naturgeographischer Hinsicht hat der Landkreis Dillingen Anteil an drei Großlandschaften Süddeutschlands. Der Norden ist geprägt durch die süd-östlichen Ausläufer der Schwäbischen Alb und ist damit zu den deutschen Mittelgebirgen zu rechnen. Im Süden befindet sich der nördlichste Teil der Iller-Lech-Schotterplatte, die bereits zum Alpenvorland gezählt wird. Diese beiden Randlandschaften werden durch das sich in ihrer Mitte erstreckende Donautal verbunden. Mit einer durchschnittlichen Breite von 10km bildet das Donautal die dominierende Landschaft des Landkreises Dillingen. Wie auch der darin eingebettete Fluss durchzieht das Tal den Landkreis von Süd-Westen nach Nord-Osten. Die Donau, die in diesem Bereich von 440m auf 404m NN fällt, nähert sich dabei ihrer Mündung ins Schwarze Meer von 2556km auf 2520km (vgl. Landkreis Dillingen 1982, S. 12). Entlang des Flusses ist die Kernlandschaft des Donautals in zwei Teillandschaften gegliedert. Zum einen in die nördlich des Flusses gelegene und bis zu 15m erhöhte Hochterrasse, zum anderen in das südlich angrenzende Donauried.
Auf Grund der hochwasserbedrohten Lage des Donaurieds erfolgten die Siedlungs-und Stadtgründungen stets entlang der Hochterrassenkante. Bereits im Mittelalter entstand so dort das noch heute für den Landkreis typische perlschnurartige Band der vier Donaustädte Gundelfingen, Lauingen, Dillingen und Höchstädt. Heute sind diese vier Städte durch die wichtigsten Verkehrachsen des Landkreises, die Bundesstraße B16 und die von Ulm nach Ingolstadt führende Donautalbahn verbunden. Ü- ber einen Autobahnanschluss verfügt die Region zwar nicht, jedoch sind sowohl die
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deutsche Nord-Süd-Autobahn A7 als auch die A8 von Stuttgart nach München in kurzer Zeit zu erreichen.
II. Entstehung
Das Donautal ist als Produkt der Riß- sowie der Würmeiszeit zu betrachten. Während des bislang vorletzten Glazials, der Rißeiszeit, wurde das gesamte Donautal mit Hochterrassenschotter aufgefüllt. Durch Gletscherabflüsse wurden fluvioglaziale Sedimente in das Sammelbecken der Donau transportiert. Das zwischen Alb und Schotterplatte hin und her schwankende Wasser breitete die Sedimente im gesamten Donautal direkt über der Molasse bis zu einer Mächtigkeit von 15m aus. Infolge des Eintretens des Riß-Würm-Interglazials kam es zu einem Rückgang der Gletscher und einem enormen Anstieg der Schmelzwassermenge. Die angeschwollenen Wassermassen führten in der südlichen Hälfte des Donautals, dem heutigen Donauried bzw. der Niederterrasse, zu einer vollkommenen Erodierung der Schotterablagerungen, während der nördliche Teil, die spätere Hochterrasse, in seiner Ausprägung erhalten blieb. Die Schmelzwasser formten dabei einen bis heute gut zu erkennenden Prallhang als eine 10 bis 15m hohe Terrassenstufe heraus, der, wie bereits angesprochen, auf Grund seiner Hochwassersicherheit und Nähe zum Fluss einen beliebten Platz für Siedlungen darstellte.
In der darauf folgenden Würm-Eiszeit erfolgte eine meterhohe Überdeckung des gesamten Donautals mit Löß, einem äolischen, kalkhaltigen Sediment. Dieser feinkörnige Staub, der durch die starken Gletscherfallwinde von der Grundmoräne hergeweht wurde, bewirkte auf der Hochterrasse die Bildung von großflächigen, bis zu 1m mächtigen Lößlehmauflagen. Im südlichen Teil des Donautals hingegen ereignete sich, ausgelöst durch das Abschmelzen der Gletscher der Würmeiszeit, eine neuerliche Ausräumung sowohl großer Teile der Lößschichten als auch der von den Gletscherbächen abgelagerten Niederterrassenschotter. Durch die hin und her pendelnden Wasserläufe der Donau wurden in der Nacheiszeit im Donauried junge Kiesablagerungen, die Alluvationen, über den frei liegenden Molasseuntergrund geschwemmt (vgl. Hasch 1994, S. 282). Auf Grund der relativ geringen Schottermäch- tigkeit von 4m bis 8m (in Ausnahmefällen bis 10m) und des nur 1,5m bis 1,8m unter
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der Oberfläche anstehenden, die lockeren Kiesschichten durchsetzenden Grundwassers, befinden sich im Donauried heute vorwiegend sandige Lehm- und Torfböden.
III. Geologie
Das Landschaftsbild des Donautals ist stark von eiszeitlichen und nacheiszeitlichen Ablagerungen geprägt. Die ältesten Quartärsedimente bilden die rißeiszeitlichen Schotterablagerungen der Hochterrasse, aus denen u. a. der bis zu 15m hohe Prallhang, der sich entlang des nördlichen Donauufers erhebt, besteht. Die im Bereich des nördlichen Donautals liegenden, zwischen 6m und maximal 15m mächtigen Schotter setzen sich zum größten Teil aus sandigen Kiesen, die nur in der Übergangszone zur Schwäbischen Alb schluffige Einlagerungen aufweisen, zusammen. Auf Grund ihrer ca. 1m mächtigen Lößauflagerung wird die Hochterrasse heute vorwiegend für den Ackerbau benutzt.
Die Niederterrasse des südlichen Donautals besteht hingegen aus würmeiszeitlichen Schottern, die eine Mächtigkeit von bis zu 8m aufweisen. Das Donauried bildet eine flach nach Nord-Osten fallende Kiesebene, deren Sedimente aus „Kiesen mit wechselnden Grobkies- und Mittel- bis Grobsandanteilen“ (Haber/Schaller 1990, S. 8) bestehen. Diese Kiese eignen sich auf Grund ihres relativ jungen Alters und der damit verbundenen geringen Zersetzung sehr gut zur Herstellung von Baustoffen und sind deshalb einem intensiven Abbau unterworfen.
Des Weiteren sind im Gebiet des Donautals andere, nur vereinzelt vorkommende Sedimentablagerungen festzustellen, wie etwa die bis zu 2m tiefen, jungen Auensedimentablagerungen im Bereich der Donau oder die postglazialen Talfüllungen der Nebentäler. An den nördlichen Randlagen des Donautals befinden sich teils Ausbildungen von Kalktuff und Almkalk, auf denen sich Kalkniedermoore bilden konnten. Am südlichen Talanstieg zur Iller-Lech-Schotterplatte findet man Hangkolluvien aus lehmig-sandigen Abschwemmmassen vor.
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IV. Böden
Mit Beginn des Erdzeitalters Alluvium vor ca. 10.000 Jahren wurden die Kiesebenen der Niederterrasse in Folge zahlreicher Hochwasser mit einer mehreren Metern hohen Decke aus Auenlehm überzogen. Der Rückzug der Schmelzwassermengen und die damit einhergehende Einengung des Flussbetts der Donau führten zu einer teilweisen Freilegung alter Talböden. Im nur leicht nach Nord-Osten geneigten Donautal bewirkte die andauernde Ablagerung von Sedimenten nur sehr schlechte Abflussbedingungen, was sich in einer verstärkten Versumpfung im Bereich der Niederterrasse widerspiegelte. „Die völlige Abdichtung der Talsohle gegen die tiefer liegenden Kiese und Sande durch eine durchgehende, teilweise nur wenige Zentimeter starke verbliebene Lehm- und Tonschicht […] verschärfte die Rückstautendenz und ermöglichte so schließlich die Entstehung eines ausgedehnten Flachmoores“ (Haber/Schaller 1990, S. 9). Dabei entwickelte sich mancherorts eine Torfauflage von einer Mächtigkeit bis zu 4,5m. Doch auf Grund gezielter Entwässerungsmaßnahmen und eines lange Zeit intensiv betriebenen Torfabbaus erfuhr das Donauried eine starke, anthropogene Landschaftsveränderung. Die ursprünglich im gesamten Niederterrassengebiet typischen Moore, die zumeist in Grünland umgewandelt und mit Hilfe von Düngung und Bodenaufbesserung zu Ackerland gemacht wurden, sind heute auf Restflächen wie etwa das „Gundelfinger Moos“ im Westen des Donaurieds zusammengeschrumpft. Der ehemalige Charakter des Rieds als nur schwer zu durchdringende Ried- und Moorlandschaft zeigt sich noch in der nur sehr spärlichen Besiedlung in Form von einzelnen Gehöften. Heute findet man im Bereich der Niederterrasse neben den für Niedermoore typischen Böden wie Anmoorgleye und Moorgleye auch flachgründige Parabraunerden und Braunerden vor. (vgl. Haber/Schaller 1990, S. 11).
In den postglazial verfüllten Seitentälern sind zudem Gley-Braunerden und Gleye anzutreffen. Im von jungen Ablagerungen der Donau geprägten Auwald herrschen Auenböden und kalkreiche Auenrendzinen vor.
Die Hochterrasse zeichnet sich durch die bis zu 1m mächtige Lößabdeckung, auf Grund derer sich tiefgründige Parabraunerden, Braunerden und teils schwarzerde- ähnliche Böden bilden konnten, als sehr guter Ackerbaustandort aus.
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V. Gewässer und Wasserhaushalt 1. Grundwasser
Auf der Hochterrassenebene steht das Grundwasser, das am nördlichen Talrand eine Mächtigkeit von bis zu 10m erreicht, teils direkt unter der lehmigen Deckschicht an. Die Hauptfließrichtung innerhalb der Hochterrassenschotter richtet sich nach Südosten. Zur Terrassenstufe hin nimmt die Grundwassermächtigkeit stetig ab, was schließlich das Austreten zahlreicher Quellen in diesem Bereich zur Folge hat. Auf Grund der hohen Durchlässigkeitswerte der Kiese sind hier die Vorraussetzungen für die Grundwasserversorgung sehr gut. Vor allem die Zuströme aus dem nördlich anschließenden Jura bewirken außerdem eine ständige Erneuerung des Grundwassers.
Die Schotterkörper der Niederterrasse sind ebenfalls bedeutende Grundwasserleiter. Schon ab einer Tiefe von 1,5m bis 1,8m unterhalb der Oberfläche ist hier die gesamte Schotterschicht mit Grundwasser gefüllt. Ausnahmen stellen nur die Kiesrücken der Niederterrasse dar, die um mehrere Meter über den Grundwasserspiegel hinausragen. Um das Grundwasser besser regulieren zu können, wurden im gesamten Donauried Gräben zur Entwässerung angelegt, wodurch ein Absinken des Grundwasserspiegels bewirkt wird. Die Grundwassererneuerung erfolgt zum größten Teil über einsickernde Niederschläge. Doch auf Grund der starken Belastung des Wassers „[…] mit Eisen, Mangan und Huminstoffen aus der Vermoorung […]“ (Haber/Schaller 1990, S. 12) im Bereich der Niederterrasse kommen für die Trinkwasserversorgung nur die Gebiete am südlichen Talrand in Betracht.
2. Fließgewässer
Der Landkreis Dillingen wird von Südwesten nach Nordosten von der Donau durchquert. Im Gegensatz zu den nördlichen Zuflüssen Brenz, Egau, Zwergbach und Klosterbach weisen die südlichen Donauzuflüsse Glött, Landgraben und Zusam ein weit verzweigtes Entwässerungssystem auf. Auf Grund des geringen Gefälles dieses Entwässerungssystems ist die Wahrscheinlichkeit einer zusätzlichen Überschwem-
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mung bei einem Donauhochwasser durch Rückstauungen dieser Fließgewässer erhöht.
Anthropogene Einflüsse haben den Charakter der Donau verändert. Der von alters her stark mäandrierende Fluss wurde seit Beginn des 19. Jahrhunderts kanalisiert. Im Jahr 1867 waren die Korrekturarbeiten im Gebiet des Landkreises Dillingen abgeschlossen (vgl. Landkreis Dillingen 1982, S. 22). Zahlreiche Altwasserarme zeugen heute noch von dem ursprünglichen Verlauf der Donau. Mit dem ab 1951 einsetzenden Bau von Staustufen zur Stromgewinnung wurde nach der Donaukorrektur ein weiterer wichtiger Schritt zur Verhinderung und Regulierung der Donauhochwässer getan.
Neben den natürlichen Fließgewässern gibt es im Donauried auch künstlich angelegte Entwässerungs- und Abzugsgräben, die sog. Vorfluter. Diese dienen im Nieder-moor- und Anmoorbereich zur Absenkung des Grundwasserspiegels und damit der qualitativen Verbesserung der landwirtschaftlichen Anbaufläche.
3. Stillgewässer
Mit Ausnahme der zur Verlandung neigenden Altwasserschlingen gibt es im Untersuchungsgebiet keine natürlichen Stillgewässer. Der Abbau von Kies und Sand lässt im Donauried jedoch kontinuierlich neue Baggerseen entstehen. Nach der Landschaftsumgestaltung durch die Landwirtschaft stellt die Auskiesung einen weiteren wesentlichen anthropogenen Eingriff in das Landschaftsbild des Donaurieds dar. Heute zählt man im gesamten Donautal zwischen Ulm und Donauwörth knapp 700 Baggerseen.
VI. Klima
Das Dillinger Donautal befindet sich in der Übergangszone zwischen atlantischem und kontinentalem Klima. Auf Grund der relativ tiefen Lage von 435m NN bis 401m NN sowie der Angrenzung an die Schwäbische Alb ist das Donautal thermetisch be- günstigt - die mittlere Jahrestemperatur liegt hier bei 8 C (zum Vergleich: -
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Jahrestemperatur für Gesamtbayern beträgt ca. 6 -7°C) (vgl. Bayerisches Landesamt für Umweltschutz 1999, S. 50).
Mit Niederschlagswerten von nur durchschnittlich 735mm (Bayerisches Landesamt für Umweltschutz 1999; S. 50), was auf die Lage im Leebereich der Schwäbischen Alb zurückzuführen ist, zählt das Dillinger Donautal zu den niederschlagsärmsten Gebieten Bayerns. Während der Hauptvegetationszeit von Mai bis September werden Niederschlagsmengen von durchschnittlich 440mm erreicht. Ein besonderes Charakteristikum des Donautals stellt die extrem hohe Nebelhäufigkeit von 80 bis 100 Nebeltagen pro Jahr dar (vgl. Bayerisches Landesamt für Umweltschutz 1999, S.50). Der Nebel wird durch das Abfließen von Kaltluftmassen aus der Schwäbischen Alb verursacht und erfährt durch die verstärkte Abkühlung der Moorböden des Donautals eine Intensivierung.
Da das Donautal parallel zur Hauptwindrichtung liegt, ist die lufthygienische Situation im Untersuchungsgebiet sehr günstig.
VII. Kiesabbau im Dillinger Donautal
Der Kiesabbau zählt neben der Landwirtschaft zu den Nutzungen mit der größten Flächeninanspruchnahme. Im gesamten Landkreis Dillingen mit Ausnahme der Randbereiche zur Alb, dem tertiären Hügelland sowie Teilen der Nebentäler befinden sich ergiebige Kiesmengen mit hoher Baustoffqualität. Bis heute wurde hier eine Fläche von über 633ha (vgl. Haber/Schaller 1990, S. 64) vom Kiesabbau in Anspruch genommen. Die hohe Qualität der Kiese macht das Donautal zu einer der bedeutendsten Kieslagerstätten in Bayern. Bislang konzentriert sich der Kiesabbau auf das Gebiet der Altarmschlingen und der Niederterrasse. Demgegenüber ist der Bereich der Hochterrasse auf Grund der dort vorhandenen, für den Ackerbau sehr ertragreichen Lößböden in erster Linie dem Ackerbau vorbehalten. Vereinzelt wird in der Randzone zur Alb Lößlehm zur Herstellung von Ziegeln abgebaut.
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Der Kiesabbau ließ im Donauried zahlreiche Grundwasseraufschlüsse entstehen. Diese Baggerseen werden nach Beendigung der Abbautätigkeit weitestgehend rekultiviert und anschließend verschiedenen Nutzungsformen wie der Erholungsnutzung, dem Fischereiwesen oder dem Landschafts- und Naturschutz überlassen.
1. Verwendung von Sand und Kies
Im Jahr 2000 wurden in Deutschland ca. 400 Mio. t Sand und Kies gefördert, davon 2,8 Mio. t im Landkreis Dillingen und zwar von 16 unterschiedlichen Betrieben (vgl. Bayerisches Landesamt für Umweltschutz 1999, S. 92). Dieses Lockergestein findet zu 95% in der Bauindustrie Verwendung, „wobei etwa die Hälfte jeweils im Hochbau (Zuschläge für Beton vorrangig, Mörtel- und Kalksandsteine u. a.), zum anderen im Tiefbau (verschiedene Tragschichten, Frostschutzmaterial, Betonerzeugnisse, Kiessplitt für Asphaltdecken u. a.) benötigt wird (Böttger/Hötzl 2000, S. 9). Die restlichen 5% werden in verschiedenen industriellen Zweigen z. B. der eisenschaffenden Industrie, der Gießereiindustrie, der chemischen Industrie oder der Elektroindustrie zur benötigt.
2. Planungsvorgaben für den Kiesabbau
Rechtliche Bestimmungen, die den Abbau von Sand und Kies betreffen, sind v. a. im Raumordnungs- und Landesplanungsrecht, im Naturschutzrecht, im Baurecht und im Wasserrecht verankert. Während Raumordnungs- und Landesplanungsrecht sowie Naturschutzrecht vorwiegend auf die Frage rekurrieren, wo abgebaut werden darf, sind in Bau- und Wasserrecht eher die konkreten Genehmigungsformen geregelt.
2.1 Grundgesetz und Bayerische Verfassung
Laut Art. 14 GG und Art. 103 BV hat jeder Eigentümer das Recht, sein Grundstück für den Kiesabbau zu nutzen. Allerdings weisen sowohl Art. 14 II GG als auch Art. 103 II und Art. 158 BV darauf hin, dass der Gebrauch von Eigentum „dem Wohle der
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Allgemeinheit dienen“ (GG) soll und ein Missbrauch des Eigentums keinen Rechtschutz erfährt. Da gemäß § 1a III WHG Grundeigentum weder zu einer gestattungspflichtigen Gewässerbenutzung noch zu einem Ausbau eines oberirdischen Gewässers berechtigt, steht die Grundwasserfreilegung stets im Ermessen der zuständigen Behörden.
2.2 Landesplanungsrecht
Aufgabe der Landesplanung ist es nach Art. 1 BayLPlG, „übergeordnete, überörtlich zusammenfassende und überörtlich fachliche Programme und Pläne aufzustellen […]“ und diese mit den Erfordernissen der Raumordnung abzustimmen. Für den Kiesabbau sind dabei der Regionalplan und das Raumordnungsverfahren die wesentlichen Planungsinstrumente.
2.2.1 Regionalpläne
Die Regionalpläne werden von den regionalen Planungsverbänden aufgestellt und regeln laut Art. 17 I BayLPlG „die anzustrebende räumliche Ordnung und Entwicklung einer Region als Ziel der Raumordnung und Landsplanung“. So werden darin etwa auch die Flächen für die künftige Entwicklung des Kiesabbaus ausgewiesen und Aussagen zur deren Folgenutzung gemacht. Der Regionalplan Augsburg unterscheidet im Kapitel „Gewinnung und Sicherung von Bodenschätzen“ hinsichtlich des Kies- und Sandabbaus zwei Flächenkategorien:
1.) Vorrangflächen als Flächen, in denen andere Nutzungsansprüche gegenüber der Gewinnung von Kies und Sand zurücktreten müssen (vgl. Regionaler Pla-nungsverband Augsburg 1995, S. 87- 90).
2.) Vorbehaltsflächen als Gebiete, innerhalb derer der Gewinnung von Kies und Sand besonderes Gewicht beizumessen ist (vgl. Regionaler Planungsverband Augsburg 1995, S. 92-93).
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Die in den Regionalplänen festgelegten Ziele besitzen Rechtsnormencharakter, sind damit also rechtsverbindlich und gelten gegenüber jedermann. Von besonderer Bedeutung ist dies für die gemeindliche Bauleitplanung, die nach § 1 IV BauGB den Zielen der Raumordnung anzupassen ist. So müssen Vorrangflächen schließlich in der Bauleitplanung für ihre vorgegebene Nutzung ausgewiesen werden. Für Vorbehaltsgebiete kann demgegenüber nach Abwägung aller Belange auch eine andere Nutzung in Frage kommen.
2.2.2 Raumordnungsverfahren
Im Raumordnungsverfahren wird geprüft, ob ein einzelnes Vorhaben, das in seiner „Rauminanspruchnahme oder Wirkung über das Gemeindegebiet eines Standortes“ (Dingethal/Kaule 1985, S. 237) hinausreicht - wie eben auch der Kiesabbau -, mit den Erfordernissen der Raumordnung im Einklang steht. Durchgeführt wird das Raumordnungsverfahren von der Höheren Landesplanungsbehörde entweder von Amts wegen oder auf Antrag des Planungsträgers. Das Raumordnungsverfahren ist ein Gutachten und schließt mit einer landesplanerischen Beurteilung ab. Diese Beurteilung hat die Rechtswirkung der Berücksichtigungspflicht (§ 4 II ROG), d. h. sie muss in die Abwägungen, die im Rahmen des nachfolgenden Genehmigungsverfahrens getroffen werden, eingestellt werden.
2.3 Naturschutzrecht
Als eine in die Natur und Landschaft eingreifende Industrie ist der Kiesabbau an die Ziele (§ 1 BNatSchG) und Grundsätze (§ 2 BNatSchG) des Naturschutzes und der Landschaftspflege gebunden.
Nach Art. 6 II BayNatSchG werden die Abbauunternehmer schließlich verpflichtet, vermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft zu unterlassen und unvermeidbare Beeinträchtigungen auszugleichen. Ist im Vorfeld der Abbautätigkeit abzusehen, dass Schädigungen an der Natur weder ausgleichbar noch vermeidbar
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sind, ist der Eingriff nach Art. 6 II BayNatSchG zu untersagen - außer die Belange des Kiesabbaus überwiegen gegenüber denen des Naturschutzes.
2.4 Baurecht
Der Nassabbau von Kies unterliegt den Bestimmungen des Bauplanungs- und Bau-ordnungsrecht.
2.4.1 Bauplanungsrecht
Jeder Gemeinde obliegt die Aufgabe der Bauleitplanung, durch die die bauliche und sonstige Nutzung der Grundstücke geregelt wird (vgl. §§ 1,2 BauGB). Nach § 1 II BauGB besteht die Bauleitplanung aus dem vorbereitenden Flächennutzungsplan und dem verbindlichen Bebauungsplan. Schließlich hat die Bauleitung stets mit den Zielen der Raumordnung, d. h. den Festsetzungen des Landesentwicklungsprogramms und des Regionalplans, konform zu gehen.
Der Flächennutzungsplan beinhaltet in Grundzügen die Darstellung der sich aus der beabsichtigten städtebaulichen Entwicklung ergebenden Art der Bodennutzung für das gesamte Gemeindegebiet (vgl. § 5 BauGB). Laut § 5 II Nr. 8 BauGB sind darin auch „die Flächen für Aufschüttungen, Abgrabungen oder für die Gewinnung von Steinen, Erden und anderen Bodenschätzen“ verzeichnet. Zudem sollte der Flächennutzungsplan Aussagen zu den Folgenutzungen und Gestaltungen der Seen nach Abschluss der Abbautätigkeiten treffen.
Der aus dem Flächennutzungsplan zu entwickelnde Bebauungsplan enthält „die rechtsverbindlichen Festsetzungen für die städtebauliche Ordnung“ (§ 8 BauGB). Besteht die Absicht, die Abbaugebiete nach Abschluss der Kiesgewinnung der Erholungsnutzung bereitzustellen, ist das „Aufstellen von Bebauungsplänen sehr zu empfehlen“, wenn auch nicht zwingend vorgeschrieben (Dingethal/ Kaule 1985, S. 243). Für das Donauried sind bereits mehrere Bebauungspläne für Abbaugebiete erstellt worden - wie etwa der Bebauungsplan Gundelfingen Süd.
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Die bauplanungsrechtliche Zulässigkeit von Kiesabbauprojekten als Abgrabung größeren Umfangs wird gemäß § 29 I BauGB nach den §§ 30-37 BauGB geregelt. Ab-bauvorhaben im Geltungsbereich eines Bebauungsplans sind dann zulässig, wenn sie mit den Bestimmungen des Bebauungsplans konform gehen. Der Kiesabbau im Außenbereich (nach § 35 BauGB) ist bei Einvernehmen der Bauaufsichtsbehörde mit der Gemeinde erlaubt, soweit er öffentlichen Belangen nicht entgegensteht und eine ausreichende Erschließung des Kiesabbaugebiets gesichert ist.
2.4.2 Bauordnungsrecht
Nach Art. 66 II Nr. 1 BayBO unterliegen Abgrabungen über 300m² Größe der Baugenehmigungspflicht. Der vom Kiesunternehmer gestellte Bauantrag muss dabei bestimmte in der Bauaufsichtlichen Ververfahrensordnung festgesetzte Unterlagen enthalten:
- Aussagen zu Art und Mächtigkeit des abzubauenden Vorkommens - Aussagen zur Grundwassermächtigkeit - Aussagen zum vorhandenen Baum- und Pflanzenbewuchs - Abbauplan - Gestaltungsplan - Standsicherheitsnachweis
Nach Art. 12 II BayBO sind alle baulichen Anlagen mit ihrer landschaftlichen Umgebung in Einklang zu bringen. Für den Nassabbau entfällt zwar die Erteilung einer Baugenehmigung, da hier eine wasserrechtliche Gestattung von Nöten ist - Art. 12 II BayBO bleibt jedoch zu beachten.
2.5 Wasserrecht
Für den Nassabbau von Kies sind die wasserrechtlichen Bestimmungen des WHG und des BayWG zwingend.
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Jeglicher Ausbau von Gewässern bedarf laut § 31 II WHG und Art. 58 BayWG einer Planfeststellung oder Plangenehmigung. Im Falle des Kiesabbaus muss die Plangenehmigung versagt werden, wenn die Abbauplanung dem Wohl der Allgemeinheit entgegensteht. Nach § 31 V WHG gilt es, natürliche Rückhalteräume zu erhalten, das natürliche Abflussverhalten nicht zu ändern, naturraumtypische Lebensräume zu bewahren und sonstige naturnahe Verhältnisse zu schützen bzw. auszugleichen. Damit wird dem Kiesunternehmer eine landschaftsgerechte Gestaltung und naturnahe Rekultivierung der Abbaufläche kraft Gesetz zur Pflicht gemacht. Gemäß § 3 I S. 1 UVPG in Verbindung mit Anlage 1 Nr. 1315 UVPG ist „im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens nach § 31 WHG für die Herstellung eines Gewässers [außerdem] eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen“ (Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie 2002, S. 107). Die Planfeststellung ist vom Abbauvorhabenträger nach Abschluss des Raumordnungsverfahrens mit allen nach § 4 WPDV erforderlichen Unterlagen bei der Kreisverwaltungsbehörde einzureichen. Insbesondere im Abbauplan müssen die einzelnen Abbauabschnitte ersichtlich werden, um einen geordneten Kiesabbau zu gewährleisten. Auch ein Gestaltungsplan für das Abbaugebiet ist während und nach dem Abbau vorzulegen. „Um die Rekultivierung in jedem Fall zu garantieren, müssen die Abbauunternehmer [zudem] Sicherheiten bzw. Bankbürgschaften hinterlegen“ (Regionalverband Donau-Iller 1990, S. 13).
Baurechtliche Bestimmungen können einer privatnützigen wasserrechtlichen Planfeststellung nur dann Abbruch tun, wenn gemeindliche Planungsabsichten wie Bebauungsplan oder Flächennutzungsplan dem Vorhaben entgegenstehen. Um eine ungewollte Entwicklung des Kiesabbaus zu verhindern, empfiehlt es sich für die Gemeinden daher, in der Bauleitplanung konkrete Aussagen zum Abbau von Kiesen und Sanden zu treffen.
2.6 Unterhaltung der Baggerseen
Nach Abschluss der Abbautätigkeiten ist der Abbauunternehmer zur vollständigen Durchführung der im Planfeststellungsbescheid vorgeschriebenen Maßnahmen ver-
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pflichtet. Danach unterliegt die Unterhaltspflicht für die Baggerseen grundsätzlich den Gemeinden, allerdings kann die Kreisverwaltungsbehörde die Unterhaltung auch dem Kiesunternehmer bzw. dem Grundstückseigentümer übertragen. Ist als Folgenutzung im wasserrechtlichen Planfeststellungsbescheid die Bade- und Erholungsnutzung für einen Baggersee vorgesehen, ist der Kiesunternehmer verpflichtet, einen freien Zugang zum See zu schaffen sowie durch eine entsprechende Gestaltung der Wasserfläche und des Ufers das Baden zu ermöglichen. Das Errichten von etwaigen Anlagen wie Toiletten, Umkleiden oder Parkplätze ist jedoch nicht Aufgabe des Kiesunternehmers.
3. Gunstfaktoren für den Kiesabbau
Neben einer guten Qualität und enormen Quantität des Kieses bietet das Donauried auch für dessen Abbau sehr gute Bedingungen. Die Kiesschichten des Donaurieds bestehen aus „geologisch relativ jungen und damit noch wenig zersetzen Alluvionen [...]“ (Hasch 1994, S. 287), die als Flussablagerungen abgeschliffen und schon nach der Größe sortiert sind. Ein weiterer Vorteil für den Abbau ist zudem der hohe Grund-wasserstand im Niederterrassenbereich, der dafür sorgt, dass die Kiese und Sande bereits gewaschen sind. Das ebene Gelände des Rieds mit seinen flachgründigen Böden und deren geringen Humusdecke weist außerdem nur eine sehr geringe Bodengüte auf (Bodengütezahl <50), was den Verlust dieser Flächen für den Kiesabbau oft erleichtert.
4. Folgen des Kiesabbaus für den Naturraum
Die Gewinnung der Bodenschätze Sand und Kies ist unweigerlich mit einem „drastischen Eingriff und Einschnitt in die bestehende Landschaft und das dort vorhandene Ökosystem […]“ (Böttger/Hötzl 2000, S. 14) verbunden. Wo sich einst teils sehr vielgestaltige Landflächen befanden, liegen so heute die durch den Kiesabbau entstan- denen, mit Grundwasser verfüllten Seen.
Das Untersuchungsgebiet 37
Die Verdunstung des Seewassers bewirkt eine starke Veränderung des Grundwasserspiegels, der im oberstromigen Bereich abnimmt und im unterstromigen Bereich ansteigt. Entscheidend für das jeweilige Ausmaß dieser Veränderung ist Größe und Lage der Auskiesung. Da die dünne Humusdecke des Donaurieds selbst nur wenig Wasser speichern kann, führt das Absinken des Grundwasserspiegels zu eventuellen Dürreschäden an der Vegetation.
Das Fehlen einer für die Pufferung zuständigen Deckschicht über den Wasserflächen macht das Grundwasser an diesen Aufschlüssen für Schadstoffeinträge aller Art empfänglich. „In der Summe wurden [allerdings] in der Vergangenheit die möglichen qualitativen Auswirkungen überschätzt und zum anderen das Reinigungsvermögen des gesättigten Grundwasserleiters unterschätzt“ (Böttger/Hötzl 2000, S. 14). Direkt unter der Schotterschicht steht der für die Sand- und Kiesindustrie uninteressante Molassesand an, weswegen manche Baggerseen nur eine Tiefe von 4m aufweisen. In diesen flachen Seen, die im Sommer teils komplett durchtemperiert werden, erfolgt eine stark erhöhte Produktion von Biomasse, was eine schnelle Eutrophierung zur Folge haben kann. So wird beim Kiesabbau seit geraumer Zeit darauf geachtet, dass die Seen „regelmäßig tiefer als 4m und größer als 3ha“ sind (Dingethal/Kaule 1985, S. 73).
Die durch den Kiesabbau entstehenden Seen stellen mitunter auch Ausgleichsräume für die zum Teil verlandeten Altwasserarme und Tümpel im Donauried dar, indem sie nach der Ausbaggerung als Landschafts- oder Naturschutzseen rekultiviert werden. Bei entsprechender Gestaltung können diese künstlich geschaffenen Seen als ökologische Nischen dienen und den Arten des Donautals naturnahe Lebensräume bieten.
Für die Zukunft wurde im Gesamtökologischen Gutachten Donauried das Ziel formuliert, den Kiesabbau im Donautal in ressourcen- und landschaftsschonender Weise durchzuführen sowie nachteilige Auswirkungen für den Naturhaushalt und das Landschaftsbild zu vermeiden bzw. zu minimieren (vgl. Bayerisches Landesamt für Um- weltschutz 1999, S. 92).
Arbeit zitieren:
Steffen Kruppa, 2007, Wertschöpfungspotentiale des Tagestourismus an den Badeseen des Dillinger Donaurieds, München, GRIN Verlag GmbH
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