Gliederung
Gliederung 2
1. Einleitung 3
2. Ausgangspunkte der beginnenden Blockbildung zwischen Ost und West 5
2.1 Die Truman-Doktrin 5
2.2 Der Marshall-Plan 7
3. Die sowjetische Reaktion auf den Marshall-Plan. 9
4. Fazit 15
5. Quellen- und Literaturverzeichnis 17
Quellen 17
2
1. Einleitung
Anfang Mai 1945 endete das Dritte Reich unter Hitler. Die vier Besatzungsmächte, die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion, sahen sich einem verwüsteten und zerrissenem Land gegenüber: Die Siegermächte standen nun vor der Frage, wie mit diesem Deutschland in der Zukunft zu verfahren sei. Aus den Fehlern der Alliiertenpolitik nach dem 1.Weltkrieg, und der Mutmaßung diese habe den Weg für den Diktator Hitler geebnet, hatte man gelernt. Doch trotzdem herrschte auf der Potsdamer Gipfelkonferenz (17.Juli-02.August 1945) nur in den wenigsten Fragen Einigkeit unter den Besatzungsmächten. 1 Nachdem die Sowjetunion immer aggressiver versuchte, ihre Interessen durchzusetzen und ihren Einflussbereich in Osteuropa auszubauen sowie zu festigen, sagte der britische Premierminister Churchill in einer Rede bereits 1946 voraus, dass der „Eiserne Vorhang“ von Stettin bis Triest quer durch Europa fallen werde. Das sowjetische Interesse basierte primär darauf, seinen Einflussbereich möglichst auf ganz Deutschland auszuweiten, es möglichst stark auszehren zu können und den Anschluss an den kapitalistischen Westen zu verhindern. Spätestens mit der Verkündung der Truman-Doktrin, auf die zu einem späteren Zeitpunkt noch genauer eingegangen werden soll, war ein grundlegender Bestandteil des Beginns des so genannten „Kalten Krieges“ gelegt worden. In den Jahren 1947/48 geriet Deutschland zusehends in diesen beginnenden Ost-West-Konflikt und bildete alsbald das neue Zentrum des Machtkampfes. Um Deutschland nicht an die Sowjetunion mit seinen kommunistischen Weltvorstellungen zu verlieren, galt es nun zu handeln: Die USA entwickelte 1947 den Marshall-Plan, welcher als wichtigstes wirtschaftliches - aber insbesondere auch psychologisches - Wiederaufbauprogramm der USA nach dem 2.Weltkrieg gegenüber Deutschland galt. 2 Doch wie nahm „die andere ideologische Seite“, die kommunistische Seite, der Besatzungsmächte diesen auf?
1 Wolfram WEIMER: Deutsche Wirtschaftsgeschichte. Von der Währungsreform bis zum Euro, Hamburg
1998, S.19.
2 Ebd., S.30.
3
Schließlich war der Marshall-Plan doch als Hilfsangebot an alle Länder Europaseinschließlich der UdSSR - gedacht. Dieser Frage möchte ich nachgehen und versuchen, eine Antwort innerhalb dieser Hausarbeit zu finden.
Dabei möchte ich zunächst einen kleinen Überblick über die Anfänge des Kalten Krieges schaffen, wobei ich etwas kurz auf die Potsdamer Konferenz sowie die (daraus resultierende) Truman-Doktrin eingehen möchte. Welche Umstände prägt das Verhältnis der Besatzungsmächte untereinander? Mit diesem - für diese Thematik wichtigen - Hintergrundwissen soll eine Überleitung zum Marshall-Plan geschaffen werden, dessen Grundzüge ich kurz umreißen werde, um auf den Hauptteil der vorliegenden Hausarbeit und Fragestellung hinzuarbeiten: Die Reaktion und der Umgang der Sowjetunion mit dem Angebot der Wirtschaftshilfe - in Form des Marshall-Plans - der USA. Am Ende soll mittels einer Zusammenfassung ein Resümee gezogen werden.
Die Literaturlage in Bezug auf die amerikanische Seite des Marshall-Plans war recht umfassend, ein Eindruck, den auch Hardach bestätigt 3 - was hingegen auffiel, war das recht dürftige Literaturangebot in Bezug auf den Marshall-Plan verbunden mit der Sowjetunion. Dies hat auch gleichzeitig mein Interesse geweckt und ist der Grund dafür, warum ich mich mit diesem Thema etwas genauer auseinandersetzen wollte. Denn Literatur und Informationen über die außenpolitischen Überlegungen der USA (verbunden mit dem Marshall-Plan) sind sehr viel präsenter und zugänglicher in vielen Medien und Diskussionen (unserem Seminar aus dem Sommersemester inbegriffen) als die Reaktion „der anderen Seite“ der Besatzungsmächte. Besonders hilfreich bei meiner Recherche waren die Bücher „Die Teilung der Welt“ von Wilfried Loth 4 sowie „Deutsche Geschichte“ (Band1) von Rolf Steininger 5 .
3 Gerd HARDACH: Der Marshall-Plan. Auslandshilfe und Wiederaufbau in Westdeutschland 1948-1952,
München 1994, S.13.
4 Wilfried LOTH: Die Teilung der Welt. Geschichte des Kalten Krieges 1944-1955, München 2000.
5 Rolf STEININGER: Deutsche Geschichte 1945-1947, Band 1, Frankfurt/Main 2002.
4
2. Ausgangspunkte der beginnenden Blockbildung zwischen
Ost und West
1947: Ein Jahr, welches Steininger als „Jahr der Entscheidung“; als „Geburtsstunde des Westblocks“ bezeichnet. 6 Vorahnungen, die sich bereits 1946 treffen ließen, traten ein Jahr später unverkennbar zu Tage: Durch die rigorose Enteignungspolitik, welche die Sowjetunion in Osteuropa betrieb 7 und angesichts der Unmöglichkeit, sich in Deutschland auf ein einheitliches Vorgehen zu einigen, konzentrierten sich die Westmächte als auch die UdSSR mehr und mehr darauf, ihren jeweils eigenen Herrschaftsbereich zu stabilisieren. Das Jahr 1947 stand im Zeichen eines wachsenden Ost-West-Konflikts und Deutschland geriet zusehends in dessen Mittelpunkt. 8 Obwohl sich bis 1947, gemäß Kleßmann, bereits mehrere Stufen der Blockbildung zwischen Ost und West beobachten ließen, bildete erst dieses Jahr mit der Potsdamer Konferenz, (der daraus resultierenden) Truman-Doktrin und dem Marshall-Plan den Ausgangspunkt für eine Aufteilung in diese beiden „Welten“, welche erst im Jahre 1955 formell abgeschlossen werden sollte. 9
2.1 Die Truman-Doktrin
Am 12.März 1945 hielt Präsident Harry S.Truman vor dem amerikanischen Kongress eine Rede, welche als „Truman-Doktrin“ in die Geschichte einging und gleichzeitig die Vorwegnahme der sich über Jahrzehnte hinziehenden Kalten-Kriegs-Ideologie darstellt. Anlass waren die innenpolitischen Krisen in Griechenland und der Türkei, welche beide unter Druck der UdSSR standen 10 , auf denen an dieser Stelle aber nicht genauer eingegangen werden soll.
6 ebd., S.273.
7 Michael von PROLLIUS: Deutsche Wirtschaftsgeschichte nach 1945, Göttingen 2006, S.36.
8 Rolf STEININGER: Deutsche Geschichte 1945-1947, S.273.
9 Christoph KLEßMANN: Die doppelte Staatsgründung. Deutsche Geschichte 4 1945-1955. Göttingen
1989, S. 178.
10 Ebd., S.179f.
5
Arbeit zitieren:
Claudia Michalek, 2007, Die Antwort der Sowjetunion auf den Marshall-Plan, München, GRIN Verlag GmbH
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