1 EINLEITUNG
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2 ERIKSONS THEORIE
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2.1 DAS EPIGENETISCHE PRINZIP
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3 DIE MENSCHLICHEN TUGENDEN
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3.1 HOFFNUNG
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3.2 WILLENSKRAFT
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3.3 ZIELSTREBIGKEIT
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3.4 TÜCHTIGKEIT
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3.5 TREUE
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3.6 LIEBE
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3.7 FÜRSORGE
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3.8 WEISHEIT
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4 ETHIK IN DER WECHSELWIRKUNG DER GENERATIONEN
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5 LITERATURVERZEICHNIS
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1 Einleitung
Erik H. Erikson ist einer der herausragendsten Psychoanalytiker des Jahrhunderts. Er wurde von Sigmund Freuds Tochter Anna ausgebildet und entwickelte die Theorien Siegmund Freuds weiter. Besonders herausragend ist seine Theorie der lebenslangen Entwicklung als Abfolge psychosozialer Entwicklungsstufen, da sie eine umfassende Entwicklungstheorie darstellt, welche bei der Geburt beginnend alles bis in das hohe Alter einschließt.
Im Gegensatz zu Freud sah Erikson die Entwicklung des Menschen im Zusammenhang mit dessen kulturellen Rahmen und sozialen Kontext und bezog dies in seine Theorie mit ein.
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2 Eriksons Theorie
Siegmund Freud sah die menschliche Entwicklung als Prozess des Ausbildens psychischer Strukturen im Durchlaufen psychosexueller Phasen. 1 Laut Freud wird diese Entwicklung durch Konflikte zwischen den biologisch, festgelegten Trieben des Individuums auf der einen und den Interessen der Umwelt und Gesellschaft nach sozial angepasstem Verhalten auf der anderen Seite, hervorgerufen. Ziel der Entwicklung ist das Ausgleichen dieses Ungleichgewichtes und letztlich das Erreichen eines „normalen“ Sexuallebens eines Erwachsenen. 2
Erikson erweiterte und modifizierte Freuds Theorie, konzentrierte sich dabei aber mehr auf Prozesse der Sozialisation und damit auf soziale und kulturelle Einflüsse der Gesellschaft auf den Menschen. Im Gegensatz zu Freud geht Erikson davon aus, dass nicht nur die Eltern, sondern auch andere Personen und Personengruppen, wie z.B. Lehrer und Peer-Groups, Einfluss auf die Entwicklung eines Kindes nehmen. Des Weiteren sieht er eine Beziehung des wechselseitigen Einflusses in der Interaktion der Genrerationen. Während Freud deutlich machte, welchen starken Einfluss Eltern auf die Entwicklung ihrer Kinder haben, spricht Erikson von Wechselseitigkeit. Nicht nur die Eltern prägen die Kinder, sondern die Kinder verändern auch das Leben der Eltern und beeinflussen so deren Weiterentwicklung. Darauf werde ich in einem späteren Kapitel noch genauer eingehen.
1 Siehe Anlage: Folie 1 (Die psychosexuelle Entwicklung )
2 vgl. Zimbardo/Gerrig, 7. Aufl. 1996, S. 531/532
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2.1 Das epigenetische Prinzip
Nach Erikson läuft die Entwicklung nach dem epigenetischen Prinzip ab. Dieses Prinzip besagt 3 , dass wir unsere Persönlichkeit in festgelegten, aufeinanderfolgenden Stadien weiterentwickeln. Wobei jedes Stadium seine optimale Zeit hat und das Fortschreiten von einem Stadium zum nächsten von dem Erfolg oder Misserfolg des vorangegangenen Stadiums abhängt. Jedes Stadium umfasst bei Erikson eine bestimmte Entwicklungsaufgabe psychosozialer Natur, welche er als Krise bezeichnet, die gelöst werden muss, um das nächsthöhere Stadium zu erreichen. Es ist weder möglich das Entwicklungstempo zu drosseln, noch es zu beschleunigen, vielmehr hängt es von der Individualität des einzelnen als auch von dem Charakter seiner sozialen Umwelt ab. Wenn eine Entwicklungsaufgabe gelöst und damit ein Stadium gut abgeschlossen wurde, behält das Individuum eine gewisse Tugend oder psychosoziale Stärke, welche es dann durch die weiteren Stadien begleitet.
Unter Tugend versteht Erikson „bestimmte menschliche Qualitäten der Stärke“ 4 und leitete diesen Begriff von dem altenglischen Wort „virtue“ ab, welches „innewohnende Kraft oder aktive Qualität“ 5 bedeutet.
Wird eine Entwicklungsaufgabe jedoch nicht befriedigend gelöst, z.B. indem die Balance zwischen positiven und negativen Aspekten der
Aufgabe nicht erreicht wird, kann es zu Fehlanpassungen und Verhaltensstörungen kommen, welche die gesamte weitere Entwicklung gefährden können. Ähnlich wie bei einer Rosenknospe, wo sich jedes Blatt in einer bestimmten, von der Natur genetisch vorgegeben Reihenfolge öffnet. Wird in das natürliche Ordnungsprinzip der Entwicklung eingegriffen, indem ein Blütenblatt zu früh hervorgezogen wird, kann dies
3 vgl. Erikson, E.H., 1988, S. 30/31
4 Erikson E.H., 1964, S. 101
5 ebd., S. 101
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Arbeit zitieren:
Sandra Ruppe, 2005, Erik H. Erikson - Die menschliche Stärke und der Zyklus der Generationen, München, GRIN Verlag GmbH
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