Gliederung
I Einleitung 2
II Ausblick über Meinungsunterschiede bezüglich umweltpolitischer Maßnahmen
mit verdächtigen Hintergründen. 4
2.1 Thailand - USA: Einfuhrverbot der Zigaretten 5
2.2 USA - Mexiko: Streit über das Einfuhrverbot von Thunfisch 5
2.3 Venezuela, Brasilien - USA: Benzinstreit 6
2.4 USA : Einfuhrrestriktion von Garnelen 6
III Theoretische Analyse 9
3.1 Unilateral- strategische Umweltpolitik 9
3.2 Bilateral- strategische Umweltpolitik
3.3 Strategische Umweltpolitik unter Annahme einer oligopolistischen
Innenindustrie 13
3.4 Strategische Umweltpolitik unter Preis-Wettbewerb. 14
IV Zusammenfassung und kritische Würdigung. 17
V Anhang 20
VI Literatur 21
1
I Einleitung
Die Umweltpolitik in ihrer engen Beziehung zur Handelspolitik nimmt zu Recht einen immer bedeutenderen Platz in den Wirtschaftsdebatten und in den internationalen Verhandlungen ein. Der Kern des Arguments der strategischen Umweltpolitik ist die Behauptung, dass die Regierungen durch umweltpolitische Eingriffe nicht primär ökologische, sondern außenhandelspolitische Zwecke anstreben. Mit der weitgehenden Handelsliberalisierung könnten Länder nämlich einen Anreiz haben, umweltpolitische Maßnahmen als Substituten für eine oft nicht mehr mögliche Handelspolitik zu verwenden. „In diesem Kontext stellt sich die Frage, ob und inwieweit die Globalisierung Umweltprobleme verschärft oder gar erst verursacht. Befürchtungen in dieser Hinsicht wurden in erster Linie von Umweltschutzgruppen geäußert. Die jüngsten Aktionen der Globalisierungsgegner in Seattle, Washington und Prag haben dies unterstrichen. Es wird dabei argumentiert, dass sich aus Gründen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit...Länder in einem umweltpolitischen Deregulierungswettbewerb gegenseitig unterbieten, so dass schließlich Umweltregulierungen resultieren, die
niemand so gewollt hat“. 1
Diese Sorgen haben einige Wirtschaftler dazu geführt, durch theoretische Modelle die Wechselwirkung zwischen dem Handel, der Umwelt und dem Wohlfahrtsgewinn zu erklären. Die meisten Analysen über die strategische Umweltpolitik sind recht aktuell und beziehen sich hauptsächlich auf die Arbeiten von Spencer und Brander (1983) sowie Brander und Spencer (1985). Die beiden haben die optimale strategische Handels- und Industriepolitik
unter der Annahme eines unvollkommenen Wettbewerbsmarkts analysiert. 2
In diesem Seminar geht es darum, das strategische Verhalten der Regierungen in Abwesenheit einer strategischen Industriepolitik zu untersuchen. Es wird angenommen, dass Unternehmen in einer Art von Beziehung stehen, die man üblicherweise mittels der Spieltheorie zu erklären versucht. Im Folgenden soll die Diskussion in sieben Schritten aufgearbeitet werden. Nach dieser Einleitung werden in Abschnitt zwei die Konfliktfelder zwischen (inter-) nationaler Umweltpolitik und Handelspolitik diskutiert. Im Spannungsverhältnis von Handel und Umwelt geraten Nämlich Politikmaßnahmen in Dilemma mit dem WTO-
1 Rauscher,M. (200), S :1.
2 Siehe Welzel, P. (1998).
2
Verständnis. Die Interaktion zwischen der strategischen Umweltpolitik und Handelspolitik scheint aus diesem Grund wichtig zu analysieren. In Abschnitt drei wird auf die grundlegende Idee einer unilateral-strategischen Umweltpolitik eingegangen. Abschnitt vier bearbeitet den Fall bilateral- strategischer Umweltpolitik. In Abschnitt fünf wird der Fall einer strategischen Umweltpolitik unter Annahme einer oligopolistischen Innenindustrie untersucht. Abschnitt sechs geht auf eine Übertragung des Modells auf Bertrand-Wettbewerb ein. Abschnitt sieben stellt eine Zusammenfassung und eine kritische Würdigung des Modells dar.
3
II Ausblick über Meinungsunterschiede bezüglich umweltpolitischer Maßnahmen mit verdächtigen Hintergründen
Bei zunehmender Globalisierung sind umweltpolitische Verfahren einzelner Länder ohne Berücksichtigung internationaler Marktderegulierung kaum vorstellbar. Die Interaktion zwischen Handels- und Umweltpolitik ist nämlich aus der Diskussion um die umweltpolitischen Interventionen nicht mehr wegzudenken. Das Bewusstsein, dass diese Wechselwirkung Konsequenzen im Rahmen des internationalen Wettbewerbes hat, ist ziemlich gegenwärtig und hat erst in den letzten Jahren einen festen Platz in der Alltagssprache gefunden. Mit der weitgehenden Abschaffung von Zöllen und anderen direkten Handelshemmnissen fangen viele Länder an, ihre nationale Wettbewerbfähigkeit durch ineffiziente Umweltpolitik zu verbessern. Diese Tatsache erhob wichtige Fragen über die reale Motivation der Umweltpolitik. Zur Bekämpfung solcher Tendenzen wurde vorgeschlagen, Umweltpolitik an supranationale Institute zu delegieren und die Umweltpolitiken aller Länder zu harmonisieren. Die Konflikte über umweltpolitische Maßnahmen sind allerdings sehr komplex und überschreiten oft die Kompetenzen solcher Institute. Die Auseinandersetzung zwischen der europäischen Union und den USA über die korrekte Behandlung der genetisch geänderten Nahrung bildet dabei ein konkretes Beispiel. Supranationale bzw. multilaterale Institute wie der europäische Gerichtshof und die WTO (World Trade Organization) wurden häufig gezwungen auf solchen Geschäftsdebatten zu
reagieren. 3
3 Siehe Sturm, M. (2003), P: 2.
4
Im Rahmen des GATT (General Agreement on Tariffs and Trade) sind sechs spezielle Verfahren über Prüfung von Umweltmaßnahmen beendet worden. Von den sechs Berichten sind drei durch die Vertragsparteien des GATT nicht angenommen worden. Drei Verfahren dieser Art sind gemäß dem Abkommens-Memorandum über die Beilegung der Streitigkeiten der WTO erfolgreich durchgeführt worden. In den folgenden Beispielen für strategische Umweltpolitik zur Verstärkung der heimischen Wettbewerbsfähigkeit werden die Fälle des Benzinstreites und des Einfuhrverbotes der Zigaretten untersucht. Als
Diskriminierungsbeispiele werden die Auseinandersetzungen über Einfuhrrestriktionen von Thunfisch und Garnelen geprüft.
2.1 Thailand - USA: Einfuhrverbot der Zigaretten
Im Jahr 1966 verbot Thailand die Einfuhr ausländischer Zigaretten, gleichzeitig erlaubte es den Verkauf nationaler Zigaretten, die ebenfalls der Zahlung einer Verbrauchssteuer und einer Gemeindesteuer unterworfen wurden. Thailand argumentierte, dass die Einschränkungen
bezüglich der Einfuhr gemäß Artikel XX b 4 gerechtfertigt waren. Die Regierung behauptete, Maßnahmen angenommen zu haben, die nur wirksam sein konnten, wenn der Zigarettenimport verboten wird. Chemikalien und andere in US-Zigaretten enthaltene Zusätze wurden schädlicher für die Gesundheit eingeschätzt als die thailändischen Zigaretten. Nachdem sich die USA über das thailändische Einfuhrverbot beklagte, beschloss die Kommission, dass die Einfuhrrestriktion nicht kompatibel war, weil Thailand eine Diskriminierung gegenüber den ausländischen Zigaretten ausübte.
2.2 USA - Mexiko: Streit über das Einfuhrverbot von Thunfisch
Ein anderer Fall, der dem GATT durch Mexiko gebracht wurde, betraf ein amerikanisches Gesetz über Einfuhrrestriktion des Thunfisches, zu dessen Fischfang Netze benutzt wurden, die ebenfalls eine große Anzahl von Delphinen töteten. In dieser Angelegenheit war Mexiko unter anderem das betroffene exportierende Land. Seine Ausfuhren von Thunfisch in die Vereinigten Staaten wurden verboten. Im Jahre 1991 hat Mexiko eine Klage beim GATT
4 Artikel XX (b) und (g) erlauben WTO Mitgliedern, Gatt-inkompatible Politikmaßnahmen zu rechtfertigen,
wenn sie notwendig sind, um Menschen, Tiere und Gesundheit zu schützen oder wenn diese Maßnahmen sich
auf die Erhaltung der erschöpfbaren Naturressourcen beziehen. Solche Gatt-inkompatible Politikmaßnahmen
dürfen allerdings nicht willkürlich sein und keine verschleierte Beschränkung des internationalen Handels
verursachen.
5
Arbeit zitieren:
Slassi Lynda, 2006, Internationale Umweltökonomie - Strategische Umweltpolitik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Slassi Lynda hat den Text Internationale Umweltökonomie - Strategische Umweltpolitik veröffentlicht
Slassi Lynda hat einen neuen Text hochgeladen
Jahrbuch Strategisches Kompetenz-Management 03. Der kompetenzbasierte ...
Heike Proff, Christoph Burmann, Jörg Freiling
Die Bildung von strategischen Geschäften in mittleren, international t...
Esther Muna Thahabi
Arbeits- und Übungsbuch
Alfred Endres, Regina Bertram, Michael Finus, Bianca Rundshagen
Umweltökonomie und Ressourcenmanagement
Hans-Dieter Haas, Dieter Matthew Schlesinger, Katrin Kurten
0 Kommentare