Gliederung
Gliederung ........................................................................................................................ 2
Tabellenverzeichnis .......................................................................................................... 4
Abkürzungsverzeichnis 5
1. Einleitung 6
2. Was ist eine Ländermarktanalyse 6
3. Umweltkriterien des schwedischen Marktes 6
3.1 Geographische Faktoren 6
3.1.1 Geographische Lage und Größe 6
3.1.2 Klimaverhältnisse 8
3.1.3 Hauptstadt 8
3.1.4 Infrastruktur 9
3.1.5 Rohstoffvorkommen 10
3.2 Demographische und Soziokulturelle Faktoren 11
3.2.1 Einwohnerzahl 11
3.2.2 Bevölkerungsentwicklung 11
3.2.3 Gesellschaftsstruktur 11
3.2.4 Bildungswesen 12
3.2.5 Religion 13
3.2.6 Gewerkschaften 13
3.3 Politische und rechtliche Faktoren 14
3.3.1 Regierung 14
3.3.2 Politisches System 15
3.3.3 Verwaltung 15
3.3.4 Parteienstruktur 16
3.3.5 Rechtsordnung 19
3.3.5.1 Rechtsquellen 19
3.3.5.2 Normenhierarchie 20
3.3.5.3 Internationale Verträge 21
3.3.5.4 Gesetzgebungsverfahren 21
3.3.5.5 Inkrafttreten 22
3.3.5.6 Konflikte bei der Rechtsanwendung: 22
3.3.6 Investitionsrecht und Handelshemmnisse 23
3.4 Wirtschaftliche Faktoren 25
3.4.1 Wirtschaftliche Entwicklung 25
3.4.2 Wachstumsrate 29
3.4.3 Wirtschaftssektoren 31
3.4.3.1 Forst- Landwirtschaft und Fischerei 31
3.4.3..2 Industrie 32
3.4.3.3 Dienstleistungen 33
3.4.4 Das Schwedische Modell 34
3.4.5 Das Sozialsystem Schwedens 37
3.4.6 Forschung und Entwicklung 38
3.4.7 Arbeitsmarkt 39
3.4.7.1 Arbeitsmarktpolitik 39
2
3.4.7.2 Erwerbsquote und Arbeitslosigkeit 40
3.4.7.3 Lohnniveau 42
3.4.8 Inflationsrate 43
3.4.9 Steuersystem 44
3.4.9.1 Einkommenssteuer 44
3.4.9.2 Körperschaftssteuer 46
3.4.9.3 Mehrwertsteuer 46
3.4.9.4 Doppelbesteuerungsabkommen 48
3.5 Schweden als Mitglied in der Europäischen Union (EU) 48
3.6 Außenhandel 50
3.6.1 Die wichtigsten Import- und Exportdaten 50
3.6.2 Die wichtigsten Handelspartnerschaften 51
3.6.3 Direktinvestitionen 53
3.7 Zukünftige Potentiale der schwedischen Wirtschaft 55
3.7.1 Geplante Privatisierungsmaßnahmen 55
3.7.2 Ausbau der Bioenergie 56
4. Abschließende Bewertung des Ländermarktes 59
4.1 Chancen des schwedischen Marktes 59
4.2 Risiken des schwedischen Marktes 59
5. Fazit der Ländermarktanalyse 60
Literaturverzeichnis 61
Internetquellen: 62
3
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Gesamtwirtschaflichte Prognosen
Tabelle 2: Prozentuales Wachstum der einzelnen Sektoren im Jahr 2005
Tabelle 3: Industrieproduktionswert und indizes nach Hauptsparten
Tabelle 4: Wareneinfuhr und Warenausfuhr in Millionen Euro
Tabelle 5: Deutscher Anteil am schwedischen Außenhandel
Tabelle 6: Weltweite Verteilung der ausländischen Direktinvestitionen
Prognosezahlen für den Zeitraum 2006 bis 2010
Tabelle 7: Kumulierte ausländische Direktinvestitionen
im Ostseeraum von 1999 bis 2003
Tabelle 8: Verteilung der Direktinvestition in Schweden nach Herkunftsländern
von 2000 bis 2004
4
Abkürzungsverzeichnis
ATP Alterszusatzrente in Schweden
BGBl Bundesgesetzblatt
BIP Bruttoinlandsprodukt
DACO-SR Dachverband für Gewerkschaften für Arbeitnehmer mit Hochschuldiplom
(Sveriges Akademikers Centralorganisation)
EG Europäische Gemeinschaft
EIU Economist Intelligence Unit
ELDR Europäische Liberale, Demokratische und Reformpartei
EU Europäische Union
GAP Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union
HVPI Harmonisierter Verbraucherpreisindex der Europäischen Union
IT Informationstechnik
KAS Arbeitslosenhilfe in Schweden
KfZ. Kraftfahrzeug
KI Konjunkturinstitut in Schweden (Konjunkturinstitutet)
LO Dachverband der schwedischen Arbeitergewerkschaft
(Landsorganisationen i Sverige)
Metall Metallarbeitergewerkschaft in Schweden
OECD Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(Organisation for Economic Cooperation and Development)
PFE Energieeffizienzprogramm in Schweden
SAF Schwedischer Arbeitgeberverband (Svenska Arbetsgivareföreningen)
SKAF Kommunalbediensteten Gewerkschaft in Schweden
TCO Dachverband der schwedischen Angestelltengewerkschaft (Tjänstemännens
Centralorganisation)
u.a. unter anderem
usw. und so weiter
5
1. Einleitung
Diese Hausarbeit soll anhand einer Ländermarktanalyse einen Überblick über die Rahmenbedingungen des schwedischen Marktes sowie über die Potentiale der schwedischen Wirtschaft geben. Dabei wird in den einzelnen Kapiteln sowohl auf geographischen, demographischen, soziokulturellen, politischen und auf die wirtschaftlichen Faktoren eingegangen. Abschließend wird der Markt anhand seiner Chancen und Risiken bewertet.
2. Was ist eine Ländermarktanalyse?
Eine Marktanalyse ist die Feststellung der Struktur eines Auslandsmarktes zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie stellt eine einmalige Zustandsuntersuchung für die Attraktivität von Auslandsmärkten dar. 1
3. Umweltkriterien des schwedischen Marktes
3.1 Geographische Faktoren
Im folgenden Kapitel wird detailliert auf die geographischen Gegebenheiten Schwedens eingegangen und darüber hinaus ein Einblick in die Infrastruktur sowie in das Rohstoffvorkommen gegeben.
3.1.1 Geographische Lage und Größe
Das Land Schweden (offizielle Länderbezeichnung Konungariket Sverige = Königreich Schweden) liegt in Nordeuropa auf der skandinavischen Halbinsel
und ist mit einer Gesamtfläche von 450.000 qkm das viertgrößte Land auf diesem Kontinent. Geographisch ist es 11–24° östlicher Länge und 55-69° nördlicher Breite
1 Vgl. Jahrmann, Außenhandel, 11. Auflage Kiehlverlag, Kompendium der praktischen Betriebswirtschaft Herausgeber Klaus Olfert Seite 233
6
einzuordnen. Die Grenzländer von Schweden sind Finnland auf östlicher und Norwegen auf westlicher Seite. Die gesamte Grenzlänge Schwedens beträgt 2.205 km (Finnland 586 km, Norwegen 1.619 km). Die Ausdehnung des Landes ist eher von Norden nach Süden ausgeprägt. Die Nord-Süd Ausdehnung beträgt dabei 1.574 km, die Ausdehnung von Westen nach Osten maximal 499 km. Schweden wird im Süden durch die Ostsee, im Südwesten durch den Kattegat und nordöstlich durch den Bottnischen Meerbusen vom europäischen Kontinent getrennt. Das Land erreicht dadurch eine gesamte Küstenlänge von 3.218 km. Schweden ist durch viele Gebirge, Seen und einer großen Anzahl an Wäldern gekennzeichnet. Die durch Wälder bedeckte Fläche beträgt ca. 238.500 qkm, dieses entspricht 53% der gesamten Landesfläche. Hinzu kommen 11% der durch Gebirge sowie 9% durch Seen und Flüsse bedeckten Gesamtfläche 2 . Der höchste Berg Schwedens ist der Kebnekaise mit einer Gesamthöhe von 2.111 m gefolgt von dem Partekajse mit 2.102 m. Schweden verfügt über eine große Anzahl von Seen, der größte ist der Vänern mit einer Fläche von 5.585 qkm. Der längste Fluss ist der Klarälven/ Göta älv, er erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 720 km. Das Land besteht aus 24 Provinzen und 284 Kommunen. 3
Abbildung 1: Landkarte Schweden
Quelle: http://www.e-ferienhaus.ch/images%5Claender%5Ckatalog-sw.png
2
Vgl. http://www.sweden.se/templates/cs/CommonPage____3819.aspx
3
Vgl. Meyers großes Länderlexikon : alle Länder der Erde kennen, erleben, verstehen Emrich, Ulrike. Mannheim [u.a.]. Meyers Lexikonverl., 2005. Seite L 586.
7
3.1.2 Klimaverhältnisse
Die Klimaverhältnisse in Schweden sind sehr unterschiedlich. Dieses lässt sich vor allem durch die starke Ausdehnung von Norden nach Süden begründen. Durch die Nähe zum Atlantikstrom findet man im Süden und an der Westküste Schwedens ein abgeschwächtes Seeklima vor. Dieses ist gekennzeichnet durch milde Winter sowie durch ein wechselhaftes Wetter in den Sommermonaten. Ein komplett anderes Klima ist in Mittelschweden zu beobachten. Dort sinken die Temperaturen im Winter auf bis zu – 20°. Im Sommer hingegen herrscht dort ein eher trockenes Klima mit Temperaturen von bis zu 30°. Schweden ist ein Land, welches sich über mehrere Klimazonen erstreckt. Diese unterschiedlichen Klimazonen reichen von der fruchtbaren schonischen Ackerbauregion bis zur arktischen Tundra in den Fjällgebieten Lapplands. 4
3.1.3 Hauptstadt
Die schwedische Hauptstadt ist Stockholm und liegt im Mündungsgebiet des Mälaren an der Ostsee. Der Name Stockholm bedeutet soviel wie „Insel im Sund“. Diesen Namen verdankt die Stadt der außergewöhnlichen Lage, denn sie erstreckt sich über mehrere Inseln sowie über einen Teil des gegenüber liegenden Festlandes. Die Atmosphäre der Stadt ist durch die vielen Seen, Kanäle, Brücken und durch das Meer geprägt. Mit einer Einwohnerzahl von ca. 771.000 5 ist sie die größte Stadt Schwedens. Die zweitgrößte Stadt ist Göteborg mit ca. 471.000 Einwohnern 6 gefolgt von Malmö mit ca. 250.000 Einwohnern. Betrachtet man dazu noch die Großräume der drei Städte ergeben sich folgende Einwohnerzahlen: Stockholm 1,5 Mio. Einwohner, Göteborg 0,8 Mio. Einwohner sowie Malmö mit 0,5 Mio. Einwohnern. 7 4 Vgl. Petra Juling, Schweden, DuMont Buchverlag, 1998, S. 13.
5 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Schweden.html 6 Vgl. http://www.swedengate.de/regionen/goteborg/allg.html 7 Vgl. http://www.swedengate.de/allgemeines/daten_fakten.html
8
3.1.4 Infrastruktur
Straßennetz: Das schwedische Straßennetz erstreckt sich über eine Länge von 208.858 km. Dabei spielen die Autobahnen mit gerade einmal ca. 800 km eine eher unterge- ordnete Rolle. Die Hauptstraßen kommen auf eine Gesamtstrecke von ca. 80.000 km. Statistisch gesehen, kommen auf 1.000 Einwohner 416 PKW. 8
Eisenbahn: Die schwedische Eisenbahn ist zu 95% in staatlicher und zu 5% in privater Hand. Das gesamte Eisenbahnnetz umfasst eine Strecke von 9.930 km. Von dieser sind
7.352 km elektrifiziert. Es existieren zwei Hauptstrecken. Eine verläuft von Riksgränsen
an der schwedisch-norwegischen Grenze bis nach Trelleborg im Süden Schwedens. Die andere erstreckt sich von Göteborg nach Stockholm. Derzeit sind Hochge- schwindigkeitsstrecken im Dreieck Stockholm, Göteborg und Malmö geplant. 9
Luftverkehr: Schweden verfügt über drei internationale Flughäfen: Stockholm (Arlanda), Göteborg (Landvetter) sowie Malmö (Sturup). Schweden ist zu 3/7 an der Fluggesellschaft Skandinavian Airlines System (SAS) beteiligt. 10
Schifffahrt: Über Göteborg, Helsingborg, Malmö und Stockholm wird der größte Teil des Handels- und Personenverkehrs abgewickelt. Hinzu kommt im Nordosten des Landes ein sehr wichtiger Exporthafen namens Luleå. Über die Außenhäfen Stockholm, Kappelskär und dem Erdölhafen Nynäshamm werden Frachtfahrten nach Russland und in die Baltischen Staaten ausgeführt. Auch die Flüsse innerhalb Schwedens sind für das Transportsystem von Bedeutung. Für die Binnenschifffahrt werden 640 km und für den Transport mit dem Holzfloß sogar 4.000 km genutzt. 11 8 Vgl. Harenberg Länderlexikon : alle 192 Staaten der Welt auf einen Blick Havemann, Nils. 2. Auflage. Dortmund. Harenberg-Lexikon-Verlag, 1999. Seite 905.
9 Harenberg Länderlexikon : alle 192 Staaten der Welt auf einen Blick Havemann, Nils.
2. Auflage. Dortmund. Harenberg-Lexikon-Verlag, 1999. Seite 905.
10 Harenberg Länderlexikon : alle 192 Staaten der Welt auf einen Blick Havemann, Nils.
2. Auflage. Dortmund. Harenberg-Lexikon-Verlag, 1999 Seite 905.
11 Harenberg Länderlexikon : alle 192 Staaten der Welt auf einen Blick Havemann, Nils.
2. Auflage. Dortmund. Harenberg-Lexikon-Verlag, 1999. Seite 906.
9
Tunnel-Brücken-Verbindung: Zwischen Kopenhagen und Malmö besteht eine Tunnel- Brücken-Verbindung. Über einen 1.092 m langen Tunnel gelangt man von Kopenhagen auf eine künstliche Insel, welche durch eine 15 km lange Brücke mit Malmö verbunden ist. 12
3.1.5 Rohstoffvorkommen
Schweden verfügt über eine sehr breite Palette an Bodenschätzen. Eine besonders große Bedeutung hat das im Norden Schwedens bei Kiruna und in Mittelschweden abgebaute hochwertige Eisenerz. Das bei Kiruna abgebaute Eisenerz wird über den norwegischen Hafen Narvik ins Ausland exportiert. Die beiden Orte sind durch die Lapplandbahn, welche extra für diese Zwecke errichtet wurde, verbunden. Hinzu kommt ein zweiter Exporthafen bei Luleå, welcher auch ein Schwerpunkt der Verhüttungsindustrie darstellt. Dieser ist ebenfalls mit der Lapplandbahn verbunden. Ein Nachteil dieses Exporthafens ist, dass er fünf Monate im Jahr vereist ist. 13 Durch den ausländischen Konkurrenzdruck ist die Fördermenge in den letzten Jahren von 33 Millionen Tonnen (1969) auf 11 Millionen Tonnen gesunken. 14
Des Weiteren verfügt Schweden über ein großes Vorkommen an Blei- und Kupfererzen. Hinzu kommt ein zu den größten Europas zählendes Uranerzvorkommen, welche die noch elf in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke mit Brennstoffen versorgt. Bis zum Jahr 2030 ist es vorgesehen, diese Kernenergie durch alternative Energiequellen wie z.B. Wasserkraft zu ersetzen. 15 Neben diesen Erzvorkommen wird in Schweden auch Silber abgebaut. Das Land verfügt darüber hinaus über ein für die Industrie wichtiges Holzvorkommen. Weltweit beträgt Schwedens Anteil am Nutzholzeinschlag mehr als 6%. Das Holz wird hauptsächlich zu Papier verarbeitet oder in der Möbelindustrie verwendet.
12 Harenberg Länderlexikon : alle 192 Staaten der Welt auf einen Blick Havemann, Nils.
2. Auflage. Dortmund. Harenberg-Lexikon-Verlag, 1999. Seite 906.
13 Vgl. Meyers großes Länderlexikon : alle Länder der Erde kennen, erleben, verstehen Emrich, Ulrike. Mannheim [u.a.]. Meyers Lexikonverl., 2005. Seite L 589.
14 Vgl. Harenberg Länderlexikon : alle 192 Staaten der Welt auf einen Blick Havemann, Nils. 2. Auflage. Dortmund. Harenberg-Lexikon-Verlag, 1999. Seite 900-901.
15 Vgl. Meyers großes Länderlexikon : alle Länder der Erde kennen, erleben, verstehen Emrich, Ulrike. Mannheim [u.a.]. Meyers Lexikonverl., 2005. L 589.
10
3.2 Demographische und Soziokulturelle Faktoren
3.2.1 Einwohnerzahl
Die Einwohnerzahl Schwedens beträgt ca. 9 Millionen. Dieses entspricht einer Bevölkerungsdichte von 22 Einwohnern je qkm. Laut Statistik leben ca. 85% der Bevölkerung in den Städten. 16 Hierbei ist zu beachten, dass in Schweden auch viele Orte mit einigen Hundert Einwohnern zu den Städten gezählt werden. Insgesamt haben gerade einmal elf Städte mehr als 100.000 Einwohner. Die Ballungszentren sind Stockholm, Göteborg und Malmö. 17 Die meisten Einwohner leben in Süd- oder Mittelschweden. Dieses wird sehr deutlich, wenn man die Einwohner je qkm im Verwaltungsbezirk Stockholm (283 je qkm) und die im Norbotten (weniger als drei je qkm) im Norden Schwedens vergleicht. 18
3.2.2 Bevölkerungsentwicklung
Das Bevölkerungswachstum in Schweden lag im Jahr 2005 bei 1,1% (im Jahr 2004: - 0,3%). Im Jahr 2005 erhielten 39.573 (Jahr 2004: 43.474) eingewanderte Neubürger die schwedische Staatsbürgerschaft. Der Bevölkerungsanteil der unter 15-Jährigen betrug im Jahr 2005 17,3% (Jahr 2004: 18,4%), der der 15- bis 65-Jährigen 65,4% (Jahr 2004: 64,4%) sowie der der über 65-Jährigen 17,3% (Jahr 2004: 17,2%). Die Lebenserwartung der Männer betrug im gleichen Jahr 78,4 Jahre (Vorjahr: 77,4 Jahre) und die der Frauen 82,8 Jahre (Vorjahr: 82,0 Jahre). 19
3.2.3 Gesellschaftsstruktur
In Schweden findet man eine einheitliche ethnische Bevölkerungsstruktur, welche für skandinavische Länder typisch ist. Mehr als 90% der Bevölkerung sind Schweden, hinzu kommen fast 3% die einer Minderheit, den sogenannten „einheimischen Finnen“, 16 Vgl. Meyers großes Länderlexikon : alle Länder der Erde kennen, erleben, verstehen Emrich, Ulrike. Mannheim [u.a.]. Meyers Lexikonverl., 2005. L 587.
17 Vgl. Harenberg Länderlexikon : alle 192 Staaten der Welt auf einen Blick Havemann, Nils. 2. Auflage. Dortmund. Harenberg-Lexikon-Verlag, 1999. Seite 902.
18 Vgl. Meyers großes Länderlexikon : alle Länder der Erde kennen, erleben, verstehen Emrich, Ulrike. Mannheim [u.a.]. Meyers Lexikonverl., 2005. L 587.
19 Vgl. http://www.destatis.de/download/d/veroe/laenderprofile/lp_schweden.pdf
11
angehören. Dieses sind Finnen, die sich hauptsächlich in Schweden aufhalten, größtenteils auch die schwedische Staatsbürgerschaft haben, aber immer noch ihre Sprache pflegen. Eine weitere Bevölkerungsgruppe sind die Samen, auch Lappen genannt. Etwa 15.000 bis 20.000 von ihnen leben in Schweden, die restlichen verteilen sich auf die Länder Norwegen, Finnland und Russland. Die Samen lebten früher wie Nomaden, in der heutigen Zeit sind sie aber sesshaft geworden. Sie sind in Schweden mit vielen Sonderrechten ausgestattet. Sie dürfen auch in Naturschutzgebieten für den Eigenbedarf jagen und fischen. Sie dürfen als einzige die Seen des Polarkreises befischen. Dazu wird in den Schulen des hohen Nordens ihre Sprache gelehrt. 20
3.2.4 Bildungswesen
Schweden besitzt ein sehr hochentwickeltes Bildungssystem. Vom 7. bis zum 16. Lebensjahr besteht eine Schulpflicht. Seit 1991 wurde ein flexibler Schulbeginn eingeführt. Dieser ermöglicht es den Eltern Kinder im Alter von 6 Jahren mit Zustimmung der zuständigen Gemeinde einschulen zu lassen. Das schwedische Ausbildungssystem ist ganz nach dem „Volksheim“ – Gedanken aufgebaut und stellt eine umfassende pädagogische Betreuung bereits im Vorschulalter sicher. 21 Das Schulsystem ist zweistufig aufgebaut. 90% der Schüler besuchen nach der neunjährigen Grundschule die anschließende dreijährige Gymnasialstufe. Diese Stufe besitzt in Schweden auch berufsausbildende Funktionen. Ein erfolgreicher Abschluss dieser Gymnasialstufe berechtigt zum Studium an einer der 36 Hochschulen. Das Hochschulsystem ist für alle Studenten kostenfrei und besitzt eine sehr moderne Ausstattung. Derzeit wird in Schweden über die Einführung von Studiengebühren für nicht EU-Bürger diskutiert. Schweden belegt mit einem Anteil von ca. 6,5% des Bruttosozialprodukts für Ausgaben in den Bereichen Bildung und Forschung zusammen mit Finnland den Spitzenplatz der OECD-Länder. 22 Im Jahr 2005 besuchten ca. 389.000 20 Vgl. Meyers großes Länderlexikon : alle Länder der Erde kennen, erleben, verstehen Emrich, Ulrike. Mannheim [u.a.]. Meyers Lexikonverl., 2005. L 587 – L 588.
21 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/ Schweden/Kultur-UndBildungspolitik.html 22 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Schweden/Kultur- UndBildungspolitik.html
12
(Vorjahr: ca. 330.000) Studenten die Hochschulen in Schweden. Der Anteil der Studentinnen lag dabei bei 60,4% (Vorjahr: 60,2%). 23
3.2.5 Religion
In Schweden herrscht Religionsfreiheit. Seit dem Jahr 1527 ist die evangelisch- lutherische „Kirche von Schweden“ Staatskirche. Dieser Kirche gehören über 85% der schwedischen Bevölkerung an. Die größte religiöse Minderheit sind die 165.000 in Schweden lebenden Katholiken. 24 Der König ist verpflichtet Mitglied in der Staatskirche zu sein. Seit 1945 ist die Zahl der Muslime auf 2,5% gestiegen. 25
3.2.6 Gewerkschaften
In Schweden gibt es Industriegewerkschaften und Berufsgewerkschaften. Diese sind fast alle in den drei Großen Hauptgewerkschaften (Dachverbänden) organisiert.
Der Dachverband der Arbeitergewerkschaften ist die im Jahr 1889 gegründete „Landesorganisationen i Svergie (LO)“. Er umfasst 16 Gewerkschaften. Unter diesen befinden sich auch die beiden Gewerkschaften mit den höchsten Mitgliederzahlen des Landes: Die Metallarbeitergewerkschaft (Metall) und die Kommunalbediensteten (SKAF). Mit einer Mitgliederzahl von mehr als 2 Millionen ist die LO der größte zentralisierte Verband in Schweden. Die Organisation ähnelt einer Industriegewerkschaft und ist dadurch gekennzeichnet, dass alle Unternehmen einer Branche durch nur eine Gewerkschaft vertreten werden. Der LO vertritt seine Mitglieder auf zwei Ebenen. Zum einen auf der privater Ebene durch Verhandlungen mit dem Arbeitgeberspitzenverband und auf politischer Ebene gegenüber der Regierung in Fragen der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Die Mitgliedsorganisationen können jedoch entscheiden, ob sie über den LO an den zentralen Verhandlungen teilnehmen möchten.
23 Vgl. http://www.destatis.de/download/d/veroe/laenderprofile/lp_schweden.pdf 24 Vgl. Meyers großes Länderlexikon : alle Länder der Erde kennen, erleben, verstehen Emrich, Ulrike. Mannheim [u.a.]. Meyers Lexikonverl., 2005. Seite L 587. 25 Vgl. Harenberg Länderlexikon : alle 192 Staaten der Welt auf einen Blick Havemann, Nils. 2. Auflage. Dortmund. Harenberg-Lexikon-Verlag, 1999 Seite 902.
13
Arbeit zitieren:
Timo Voß, 2007, Ländermarktanalyse Schweden, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Steuerung und Kontrolle internationaler Vertriebssysteme
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Studienarbeit, 41 Seiten
Der Verbandseinfluss auf die Gesetzgebung in Österreich und Deutschlan...
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche
Hauptseminararbeit, 27 Seiten
Politik - Internationale Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie
Seminararbeit, 15 Seiten
Zur Medienökonomie in Kanada - eine Analyse des kanadischen Medienmark...
Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management
Seminararbeit, 29 Seiten
Steuersysteme im Wandel - Steuersysteme der Zukunft
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Studienarbeit, 38 Seiten
Besonderheiten der internationalen Marktforschung
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit, 31 Seiten
Grundlagen und Herausforderungen von Entrepreneurship
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 19 Seiten
Innovation and Change in Baden-Württemberg’s Regional Innovation Syste...
Successful now – but what come...
Masterarbeit, 53 Seiten
Mergers and Acquisitions (M&As) in the Banking Sector
BWL - Investition und Finanzierung
Hausarbeit, 16 Seiten
Darstellung und kritische Würdigung von Lean Banking-Konzepten
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Seminararbeit, 34 Seiten
Kognitive Dimensionen interkultureller Kompetenz am Länderbeispiel Kan...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 39 Seiten
Electronic-Banking: soziale Wirklichkeit
Soziologie - Wirtschaft und Industrie
Hauptseminararbeit, 23 Seiten
Kanada als Investitionsstandort für deutsche Unternehmen - Ein Investi...
Diplomarbeit, 145 Seiten
Stand und Entwicklungstendenzen des Electronic-Banking
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Seminararbeit, 21 Seiten
Die Übernahme der Ruhrgas AG durch den E.ON Konzern
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 33 Seiten
Betriebswirtschaftlicher Prozess des Entrepreneurship
BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne
Hauptseminararbeit, 26 Seiten
Timo Voß hat den Text Ländermarktanalyse Schweden veröffentlicht
Timo Voß hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare