Inhaltsverzeichnis
Einleitung. 3
1. Gesellschaftlicher Hintergrund. 4
2. Verbreitung 5
3. Gruppenstil 6
4. Aktionen des Widerstandes 7
5. Reaktionen des Regimes 8
6. Die Zeit nach 1945 9
Schlussbemerkungen. 10
Literaturverzeichnis 11
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Einleitung
Wer erinnert sich denn heute noch an die Edelweißpiraten, die sich auch Navajos (Köln), Fahrtenjungs (Düsseldorf), Ruhrpiraten oder Meuten (Leipzig) nannten? (vgl. www.dhm.de, 24.10.06). Es waren Gruppen junger Leute, die einfach ungezwungen zusammen sein, fröhliche Lieder singen und Wanderungen unternehmen wollten. Sie trugen Tiroler-Hüte, bunt karierte Hemden, grellfarbene Halstücher, kurze (Leder-) Hosen und halblange weiße Kniestrümpfe. Laut Jean Jülich waren sie „lebende Litfasssäulen des Protests.“ (www.wdr.de: WebTV: Auf den Spuren der Edelweißpiraten, 24.10.06).
Diese unangepassten Jugendlichen wollten sich der Hitlerjugend (HJ) entziehen, mit der es daraufhin immer öfter Schlägereien gab. Anfangs noch politisch unmotiviert, wurde die Gruppe Edelweiß, die von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) „Edelweißpiraten“ getauft wurde, um sie zu kriminalisieren, aufgrund der radikalisierten Verfolgung der NS-Instanzen politisch aktiver. Sie begannen Flugblätter zu verteilen, Parolen an die Wände zu schreiben und sogar ein NSDAP-Kreishaus in einem offenen Akt des Widerstandes zu umstellen (vgl. www.wdr.de: Edelweißpiraten - WDR Studio Köln, 24.10.06). Solche Aktionen wurden hart bestraft. Gertrud Koch, genannt Mucki, erinnert sich, dass sie und weitere Edelweißpiraten sechs Wochen in eine kleine Zelle gesperrt und mit dem Gummiknüppel misshandelt wurden und drei Tage kein Essen und Trinken bekamen (vgl. www.wdr.de: Verhöre und Misshandlungen, 24.10.06). Doch das aller schlimmste war die öffentliche Hinrichtung von sechs Edelweißpiraten am 10. November 1944ohne gerichtliches Urteil. Unter ihnen waren Franz Rheinberger und Bartholomäus Schink (beide Jahrgang 1927), sowie Günter Schwarz, der zum Zeitpunkt seines Todes gerade einmal 16 Jahre alt war (vgl. www.wdr.de, 24.10.06).
Doch nach 1947 gerieten die Edelweißpiraten in Vergessenheit, bis sich Historiker, Journalisten und Bürgerinitiativen in den 1980er Jahren wieder mit dieser Jugendgruppe beschäftigten (vgl. www.wdr.de, 24.10.06). Auch mir liegt viel daran, dass die Edelweißpiraten nicht vergessen werden, denn sie waren eine der wenigen Gruppen, die nicht auf der Seite der Nazis standen und aktiv gegen das nationalsozialistische Regime und für ihre Freiheit kämpften. Ich bewundere diese jungen Leute, die heute, sofern sie noch leben, weit über 70 Jahre alt sind, für ihren Mut. Ich befürworte es auch, wenn die Gruppe Edelweiß und andere Widerstandskämpfer den Weg in die Schul-Geschichtsbücher finden würden. Denn eine Geschichte „von unten“ könnte heutigen Jugendlichen Mut machen nicht immer mit, sondern auch gegen den Strom zu rudern und aktiv zu werden.
Ich möchte mit meiner Hausarbeit ein wenig Aufklärungsarbeit leisten, da viele Menschen die Edelweißpiraten vergessen haben bzw. gar nicht wissen wer oder was das eigentlich ist. Und ich möchte vor allem junge Leute dazu ermutigen für ihre Ideale und Rechte zu kämpfen.
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1. Gesellschaftlicher Hintergrund
Die Gruppe Edelweiß war eine unter vielen, jedoch die bekannteste der informellen Gruppen unangepasster, teilweise oppositioneller Jugendlicher im Alter von 14-21 Jahren. Die Zeit nach dem ersten Weltkrieg war wirtschaftlich wie gesellschaftlich hoffnungslos und brachte für die deutsche Jugend massive Probleme. Während die Oberschicht in den „Goldenen Zwanzigern“ immer reicher wurde, bestand für die wirtschaftlich schwächeren sozialen Schichten kaum Aussicht auf Bildung und Arbeit. Ein Ausweg bestand für viele darin, „sich formellen Gruppen anzuschließen, die einerseits ein Programm zur Freizeitstrukturierung anboten und andererseits durch das Erleben von Gruppenzugehörigkeit die Entwicklung von Selbstdefinitionen zuließen. Jugendbünde aus der Tradition der Wandervögel der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg setzten den Schwerpunkt ihrer Aktionen in Wanderungen und Fahrten in das Randgebiet der großen Städte, wo in der Natur am Lagerfeuer mit Wandergitarre und Feldkocher jugendlicher Unabhängigkeitsdrang zelebriert wurde.“ (http://fomp.punkrockag.de, 02.01.07). Die politische Einflussnahme auf alle Jugendgruppen wurde gegen Ende der Weimarer Republik zunehmend stärker. Das Heranbilden einer parteitreuen Jugend wurde als essentiell angesehen. „So vielfältig die Parteienlandschaft der Republik war, so facettenreich war das Kaleidoskop der Jugendgruppen. Neben den Gruppen, die direkt den Parteien unterstanden, den katholischen Gruppen und der den Naturfreunden unterstehenden Naturfreundejugend, gab es den breiten Bogen der Bündischen Jugend. Diese etwa 100.000 Jugendlichen, zusammengefasst in 1.200 Gruppen, spiegelten die ganze Bandbreite revolutionärer bis bürgerlicher Ideale der zu Ende gehenden Republik wieder. Gemeinsam hatten sie Wanderfahrten, formelle Hierarchie und elitäres Bewusstsein.“ (http://fomp.punkrockag.de, 02.01.07). Die „bündischen“ Merkmale standen in direkter Konkurrenz zur aufstrebenden Hitlerjugend unter der Führung des ehrgeizigen Baldur von Schirach. Für eine erfolgreiche Ausdehnung der HJ war man auf die Erfahrungen und die persönliche Beteiligung von Jugendführern der Bündischen Jugend angewiesen. So wuchs die Hitlerjugend von 108 000 Mitglieder im Jahre 1932 auf 2,3 Millionen im darauf folgenden Jahr an. Ab 1936 waren alle Gruppen der „Bündischen“ verboten und die Verfolgung ehemaliger Anhänger setzte ein. „Regelmäßige Streifen der HJ waren mit Verstärkung von SA und Gestapo zum Einschreiten legitimiert, wenn es einen Verdacht auf so genannte "bündische Umtriebe" gab. Bis 1938 wurden oft Integrationsangebote von den "Bündischen" wahrgenommen, da das Image des „jugendlichen Rebellentums“ der HJ noch anhaftete. Auch waren Freizeitangebot und Aufstiegsmöglichkeiten in der HJ durchaus attraktiv. Nach dieser Werbungsphase waren die für Jungvolk, BDM und Hitlerjugend nicht begeisterungsfähigen Jugendlichen die Hauptfeindbilder der HJ-Streifen. Jugendliche, die sich nach 1936 der Zwangsmitgliedschaft zur HJ entziehen wollten, wurden kriminalisiert. Darunter fanden sich
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Arbeit zitieren:
Sarah Henkel, 2006, Die Edelweißpiraten - aufmüpfige Halbstarke oder doch Widerstandskämpfer?, München, GRIN Verlag GmbH
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