'LH3KDVHQGHUJHLVWLJHQ(QWZLFNOXQJQDFK-HDQ3LDJHW
*OLHGHUXQJ
1) Einführung
2) Grundbegriffe der Entwicklungstheorie Piagets 3) Stufen der geistigen Entwicklung 3.1 sensumotorische 3.2 präoperationale 3.2.1 symbolisches/ präkonzeptuelles Denken 3.2.2 anschauliches/ intuitives Denken 3.3.3 Weitere Kennzeichen der präoperationalen Phase 3.3 konkretoperationale 3.4 formaloperationale 5) Kritik
(LQIKUXQJ
Der 1896 in der Schweiz geborene Biologe, Entwicklungspsychologe und Konstruktivist Jean Piaget hat eine der bedeutendsten Theorie zur kognitiven Entwicklung der kindlichen Intelligenz begründet. Mithilfe seiner wissenschaftlichen Untersuchungsmethode Méthode clinique (V-Raue 1997) fand er heraus, dass das Kind in Interaktion mit seiner Umwelt aktiv strukturen konstruiert. Die zu einem bestimmten Zeitpunkt vorhandenen Denkstrukturen definieren, wie das Kind die Welt erlebt und darstellt. In insgesamt vier Entwicklungsstadien werden die Strukturen durch Auseinandersetzung mit der Umwelt immer differenzierter und äquilibrierter und ein höheres Niveau erreichen. Im Alter von 15 Jahren hat der junge Mensch sich alle Operationen angeeignet. (Piaget 1991)
Zu Beginn der Klausur werde ich die Grundbegriffe der Entwicklungstheorie Piagtes Assimilation, Akkomodation, Adaption und Äquilibration erklären. Danach komme ich auf seine Stadientheorie zu sprechen und werde die präoperationale Phase besonders hervoheben. Abschließend stelle ich kritisch die positiven sowie negativen Aspekte seiner Theorie dar. *UXQGEHJULIIHGHU(QWZLFNOXQJVWKHRULH3LDJHWV
Der 1896 in der Schweiz geborene Piaget geht von einer interaktionistischen Grundannahme aus: die Erkenntnis entspringt der Interaktion von Subjekt und Objekt und nicht einem einzigen Bereich (Piaget 1991). Der Erwerb von Wissen ist somit ein allmählicher Entwicklungsprozess in Auseinandersetzung des Subjekts mit seiner Umwelt.
Das Kind leistet einen ständigen Prozess interaktiver Auseinandersetzung mittels seiner selbstregulierenden Funktionen $VVLPLODWLRQ und $NNRPRGDWLRQ. Dass eine rein assimilierte
oder rein akkomodierte Aktivität auftritt, ist nach Piaget unmöglich. Nur ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen beiden Faktoren ist produktiv für die Entwicklung. Beide treten in jeder Entwicklungsstufe auf (Scharlau 1996).
Bei der $VVLPLODWLRQ wird die Information, die das Individuum aufnimmt, so verändert, dass
sie sich an in vorhandene Schemata (= strukturiertes Verhaltensmuster) einfügt (Kesselring 1999). Sie zielt also auf die Unterordnung der Umwelt an den Organismus. Man unterscheidet zwischen
1) 5HSURGX]LHUWHU$VVLPLODWLRQ(wiederholte Anwendung eines Handlungsschemas) 2) *HQHUDOLVLHUWHU(Erweitern des Anwendungsbereichs) 3) :LHGHUHUNHQQHQGH$VVLPLODWLRQ(Schemata werden ausdifferenziert)
4) 5H]LSURNH $VVLPLODWLRQ (Zwei Schemata assimilieren sich ggs., oder bilden ein
übergeordnetes Schema) (Piaget 1991)
Bei der $NNRPRGDWLRQ werden die Schemata selbst verändert, um der Situation angemessen zu
sein oder um nicht im Widerspruch zu anderen Schemata oder der Gesamtstruktur zu stehen. Akkomodation 1 zielt auf Veränderung des Organismus´ gemäß seiner Umwelt. Wenn das Kind Erfahrungen macht, die nicht in das vorhandene Schema passt, versucht es, diese durch Akkomodation einzubauen. Liegen die beiden Erfahrungen jedoch zu weit auseinander, wird kein Versuch der Lösung der Diskrepanz vorgenommen. Daher ist es wichtig, dass im Unterricht entwicklungsgemäße Inhalte und Medien vermittelt werden, die den jeweiligen kognitiven Strukturen entsprechen.
Wenn beide Faktoren im Gleichgewicht sind, so spricht man von $GDSWLRQ(Anpassung).
Nach Piaget strebt jeder Organismus nach einem Gleichgewicht mit der Umwelt und sich selbst. Er versteht die Entwicklung als eine fortlaufende Folge von Gleichgewichts- und Ungleichgewichtszuständen, wobei das Ungleichgewicht vom Gleichgewicht selbstregulativ auf höherem Niveau abgelöst wird. Das Gleichgewicht auf höherer Ebene nennt er ÄTXLOLEUDWLRQ. (Kesselring 1999). 2 Ein Gleichgewicht gibt es auf jeder Entwicklungsstufe, wobei das reversible Gleichgewicht mit jeder höheren Phase stabiler ist.
6WDGLHQJHLVWLJHU(QWZLFNOXQJ
Piaget hat im Laufe seiner Forschungen das Denken und Handeln des Kindes in insgesamt 4
(QWZLFNOXQJVVWDGLHQ
(-phasen) eingeteilt. Zentrale Frage hierbei ist die Erklärung der Herausbildung operatorischer Strukturen der integrierten Gesamtheit (Piaget 1991). Die Phasen erfüllen das Kriterieum der NRQVWDQWHQ5HLKHQIROJH, obwohl sie bei jedem Individuum
durch Intelligenz und Milieu zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt auftreten kann, sie sind durch ihre*HVDPWVWUXNWXUgekennzeichnet die die vorangegangene und nachfolgende *HVDPWVWUXNWXULQWHJULHUW (Inhelder, Piaget 2000). Die Stadien sind anhand spezifischer
1 Unter einer allgemeinen Akkomodation versteht man die grundsätzliche Angepasstheit der Aktivitäten des Organismus an die Wirklichkeit.
2 (PDMRULHUHQGH
Äquilibration = stabile, ausgedehntere Gleichgewichtsform. Zugrundeliegende Ansicht, Entwicklung des Erkennens müsse generell in Richtung eines zunehmend besseren Gleichgewichts verlaufen.) 3 Eine Entwicklungsstufe ist ein Zeitabschnitt, in dem das Denken und das Verhalten eines Kindes eine spezifische geistige Grundstruktur widerspiegelt. Jedes Lernen ist ein Teil der Gesamtentwicklung, aber den generellen Einschränkungen der jeweiligen Phase unterworfen (Piaget 1991). Die Entwicklung von Fähigkeiten verläuft zwar kontinuierlich aber auf unterschiedlicher Ebene. Schemata aus der vorangegangenen Stufe werden integriert, neu organisiert und ausgeweitet.
Fortschritte der kindlichen Logik und des kindlichen Gegenstandsverständnisses differenzierbar:
1) VHQVXPRWRULVFKH3KDVH (0 - 2 J.): Sensorik und Motorik
2) SUlRSHUDWLRQDOH3KDVH (2 -7/8 J.): symbolisches Denken
3) NRQNUHWRSHUDWLRQDOH3KDVH (7/8 - 12J.): logisches Denken an konkreten Objekten
4) IRUPDORSHUDWLRQDOH3KDVH (12J. - 15J.): logisches Denken in abstrakter Art
Die Altersangaben sind nicht ausschließlich, sondern als Richtwert zu sehen. Beschleunigungen oder Verzögerungen im chronologischen Ablauf der Entwicklungsstadien sind von Umweltbedingungen und der Intelligenz abhängig. Nach Piaget gibt es vier Faktoren, die die kognitive Entwicklung beeinflussen: 1) 5HLIXQJ (Reifung des komplexen Nervensystems und allmählich einsetzende
Funktionstüchtigkeit der Nervenbahnen als Grundlage der Entwicklung) 2) DNWLYH(UIDKUXQJ funktionelles Einüben
3) VR]LDOH,QWHUDNWLRQ (andere Menschen tragen zur Konstruktion von Wissen bei)
4) 6WUHEHQQDFKbTXLOLEUDWLRQ (gesammelte Erfahrungen werden geordnet und in
bestehende Strukturen eingeordnet). (Inhelder, Inhelder, Piaget 2000) Lefrancois (1994)
Diese Faktoren sind gewissermaßen der Motor der Entwicklung.
Im Folgenden werde ich die einzelnen Phasen kurz beschreiben und die präoperationale eingehender darstellen. 6HQVXPRWRULVFKH3KDVH-
Sensorik(latein. Sensus = Sinn) und Motorik (motus = bewegt) dominieren die erste Phase. Nur direkt sinnlich wahrnehmbare, möglichst sogar sich bewegende Objekte werden von Kindern wahrgenommen und sie reagieren gleichfalls mit Bewegungen darauf.
Die erste Phase der kindlichen Entwicklung verläuft in folgenden Stufen: DhEXQJDQJHERUHQHU5HIOH[H*HEXUW±(QGH0RQDWReflexmodifikation
Das Kind passt die angeborenen Reflexe unterschiedlichen Umweltgegebenheiten an (Saugreflex wird bei verschiedenen zu saugenden Gegenständen etwas anders ausgeführt).
Arbeit zitieren:
Jessica Freis, 2002, Die Phasen der geistigen Entwicklung nach Jean Piaget, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
Jean Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung
Psychologie - Entwicklungspsychologie
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Jean Piaget, Margaret Cook
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Jean Piaget, Barbel Inhelder, P. A. Chilton
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