INHALTSVERZEICHNIS
I. EINLEITUNG 1
1. Vorwort 1
2. Definitionen. 2
II. WOLFHART PANNENBERG 3
1. Biographie. 3
2. Theologie 4
2.1 Die Sinnfrage des Menschen 5
2.2 Die Sinnantwort des christlichen Glaubens. 6
2.3 Die Begründung 7
2.3.1 Einheit der Geschichte. 7
2.3.2 Beweis der Einheit der Geschichte durch Totalität 7
2.3.3 Die Antizipation des Endes der Geschichte durch Jesu Auferstehung 8
2.3.4 Die Evidenz des Christusgeschehens 8
2.4 Verortung und Kritik der Theologie Pannenbergs 9
III. ETHIK. 11
1. Deskriptive Ethik 11
1.1 Das Problem: Die Krise des Ethischen. 11
1.2 Die Ursache: Die Krise der christlichen Religion 11
2. Metaethik 13
2.1 Die Priorität des ontologischen Problems 13
2.2 Fundamentaltheologie Dogmatik Ethik 13
3. Normative Ethik 14
3.1 Allgemeine Ethik. 15
3.1.1 Anthropologische Ausrichtung der Ethik. 15
3.1.2 Das Reich Gottes als höchste Gemeinschaft zum Ziel. 15
3.1.3 Das Doppelgebot der Liebe als Folge 16
3.1.4 Allgemeingültigkeit einer solchen Ethik. 16
3.2 Spezielle Ethik - Thema Staat 17
3.2.1 Anthropologie: Ebenbild Gottes, zoón politikón, Gleichheit vor Gott 17
3.2.2 Staatstheorie: Rückbesinnung auf die religiösen Quellen. 18
3.2.3 Staatsform: Keine biblische Forderung zur Einordnung. 20
3.2.4 Recht: Keine Gerechtigkeit ohne Gott 21
IV. ZUSAMMENFASSUNG UND BEWERTUNG 24
1. Zusammenfassung. 24
2. Bewertung 24
LITERATURVERZEICHNIS 32
ENDNOTENVERZEICHNIS 33
Anlagen :
- Anlage 1: Werte, Normen, Moral Ethik
- Anlage 2: Deskriptive Ethik, normative Ethik Metaethik
- Anlage 3: Philosophische, religiöse, christliche evangelische Ethik
- Anlage 4: Herrschaftsformen und Bewertung durch Pannenberg
I. EINLEITUNG
1. Vorwort
Der Fundamentaltheologe Wolfhart Pannenberg ist bekannt geworden für seine „Systematische Theologie“ (3 Bände), insbesondere für sein Konzept der „Geschichte als Offenbarung“. Im Zusammenhang damit hat Pannenberg auch eine Ethik entworfen, welche stärker in einzelnen Schriften verstreut ist und in dieser Arbeit gesammelt dargestellt werden soll.
Ich möchte dabei vom Allgemeinen zum Einzelnen vorgehen:
Wolfhart Pannenbergs Ethik hängt von seiner Theologie ab. Diese wiederum von seiner Biographie (nach einhelliger Meinung besteht ein Zusammenhang zwischen Theologie und Biographie). 1
Deshalb behandle ich in Kapitel II zunächst Pannenbergs Biographie und Theologie, bevor ich mich dann im Kapitel III seiner Ethik zuwende.
1
2. Definitionen
Zur Begriffsklarheit und zur Verortung von Pannenbergs Ethik im Gesamtsystem verweise ich vorab auf folgende Definitionen: • Werte, Normen, Moral & Ethik → Anlage 1 • Ethik → Anlage 2
• Philosophische, religiöse, christliche & evangelische Ethik → Anlage 3
2
II. WOLFHART PANNENBERG
1. Biographie
a) Leben
Wolfhart Pannenberg wurde am 02.10.1928 in Stettin geboren und in einem nicht-christlichen Umfeld erzogen. Nähere (auto-)biographische Angaben über seine Zeit im Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg liegen nicht vor.
Pannenberg wirkte von 1968 bis 1994 in 26 Jahren Tätigkeit als Professor für Systematische Theologie (später: Fundamentaltheologie) in München. Davor hatte er kürzere Professuren in Wuppertal und Mainz inne (neben Gastprofessuren in den USA).
b) Lehrer
Pannenberg studierte Theologie und Philosophie in Berlin, Göttingen, Basel und Heidelberg. Im Theologiestudium haben ihn v.a. G. v. Rad (Rekonstruktion der Theologie des Alten Testamentes aus der Überlieferungsgeschichte) sowie E. Schlink (Ökumene und interdisziplinärer Dialog) geprägt.
Er setzte sich mit den wichtigen Strömungen der evangelischen Theologie seiner Zeit auseinander - und davon ab: K. Barth (Neo-Orthodoxie) und R. Bultmann (existentiale Interpretation).
Im Philosophiestudium war v.a. N. Hartmann (Idealismus, materiale Wertethik) seine Bezugsgröße, der an die idealistische Philosophie von G. W. F. Hegel und die Wertethik von M. Scheler anknüpfte.
c) Werke
Pannenberg veröffentlichte über 600 Titel. Die wichtigsten davon: • „Offenbarung als Geschichte“ (1961) [= KONZEPT] • „Systematische Theologie“ (1988-1993) [= AUSARBEITUNG] • „Anthropologie in theologischer Perspektive“ (1962, 1983) [= ANSATZ] Daneben gründete er das Ökumenische Institut München und war Delegierter der EKD im Ökumenischen Rat der Kirchen von 1975 bis 1990. 2
3
d) Wirkung
Pannenbergs Bedeutung für die Theologie ist umstritten:
• „Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß Pannenbergs theologische Konzeption einer der herausragenden Beiträge zur protestantischen Theologie des 20. Jahrhunderts ist, der auch beträchtliche Debatten in der römisch-katholischen Kirche angeregt hat.“ 3 „Im Blick auf seine Auffassung der Aufgabe der Theologie, ein authentisch christliches und intellektuell plausibles Wirklichkeitsverständnis darzustellen ..., ist zu hoffen, daß viele Theologen die Anregungen von Pannenbergs Versuch aufnehmen.“ 4 • „Pannenberg gelangt mit seinem universalhistorischen Entwurf im Grunde nur bis zur Auferstehung Jesu. Von dort an gibt er nur noch einige sporadische Notizen zur Geschichte. Dadurch bleibt sein Reden von dem ‚Vorwegereignis‘ des Endes der Geschichte merkwürdig abstrakt. Pannenberg erinnert an einen Architekten, der den Grundriß eines Hauses vorlegt, den Schlüssel überreicht und versichert, der Bau sei fertig, während die Bauarbeiter noch nicht einmal mit dem Ausschachten der Fundamente begonnen haben. Auf Pannenbergs Theologie der Geschichte trifft der Satz Gottfried Benns zu: ‚Wer Geschichte sagt, hat der Gegenwart nichts zu sagen.‘“ 5 Ob er weiterhin rezitiert werden wird, wird die Zukunft zeigen.
2. Theologie
Pannenberg war Fundamentaltheologe.
„Während die katholische Fundamentaltheologie den Schwerpunkt auf die vernunftmäßige Begründung der im Glauben anerkannten Offenbarungswahrheit setzt, schwankt die evangelische Theologie zwischen einer Grundlagen- und Methodenlehre (z. B. Joest) und einer religionsphilosophischen Grunddisziplin unter dem Gesichtspunkt einer grundlegenden ‚Sinnerfahrung‘ (Pannenberg).“ 6
Mit diesem Zitat aus der RGG ist gleichzeitig die „ökumenische“ Fundamentaltheologie Pannenbergs umrissen:
Pannenberg schreitet von der Anthropologie (Sinnfrage) über den christlichen Glauben (Sinnantwort) hin zur (eschatologisch-)geschichtlichen Evidenz des Christusgeschehens (Begründung, d.h. Beweis der Wahrheit der Offenbarung durch die Vernunft anhand der Geschichte).
4
2.1 Die Sinnfrage des Menschen
a) Anthropologie als Ausgangspunkt
Pannenberg bestimmt den Menschen nicht nur als Ziel, sondern auch als Ausgangspunkt seiner theologischen Überlegungen.
Als biologische Besonderheit des Menschen sieht Pannenberg die Weltoffenheit. Der Mensch kann über die Welt und sich selbst nachdenken. Daran schließt sich die (philosophische) Frage nach dem Guten und letztlich die Sinnfrage an. 7 Dies ist die erste argumentative Schlüsselstelle.
Zudem sei der Mensch ein von Natur aus auf Gemeinschaft angelegtes Lebewesen - ein „zoón politikón“ (vgl. Aristoteles). 8
b) Fundamentaltheologie als Folge
Für eine auf dieser anthropologischen Sicht basierenden Theologie hat dies Konsequenzen: Sie muß sich mit der Philosophie beschäftigen, wenn „das Reden von Gott theoretischen Wahrheitsgehalt beanspruchen“ will. 9
Folglich „fällt der theologischen Anthropologie heute der Rang einer Fundamentaltheologie zu.“, d.h. die Theologie (und der Glauben) muß sich auf die Philosophie (und die Vernunft) einlassen. 10
5
2.2 Die Sinnantwort des christlichen Glaubens
Pannenberg beschreibt das zukünftige Reich Gottes (Leben mit Gott) als Ziel des Strebens nach Glück, das auf der Erde nicht befriedigt werden kann. 11 Das höchste Gut für den Menschen sei Gott und die Gemeinschaft mit ihm. 12
Die Sinnantwort ist also der christliche Glaube. Zum christlichen Glauben kommt es dort, wo die Heilsbedeutung der Geschichte Jesu sich als Sinnerfüllung für den einzelnen bewährt. 13
Er grenzt sich von anderen Sinnantworten mit folgenden Begründungen ab:
• „In diesem Punkt stimmt das christliche Glaubensbewußtsein in bemerkenswerter Weise mit dem Urteil von Karl Marx überein, dass der Mensch ebendeshalb eine religiöse Verwirklichung seines Wesens konzipiert, weil sein menschliches Wesen keine definitive irdische, politische Verwirklichung hat.“ 14 D.h.: Keine philosophische Antworten.
• „Es ist der verbreitete Grundfehler atheistischer Beschreibungen des menschlichen Verhaltens, daß sie das Personsein, die Subjektivität des Menschen, als etwas Vorhandenes nehmen, als ein vorhandenes Ich, das dennoch sich selbst erst konstituiert im Akt seiner Wahl. Dabei wird in einem Atemzuge das Ich als schon bestehendes und als erst durch den Akt seiner Wahl konstituiert behauptet. ... Darum gewinnt sich der Mensch als Person, als freie Subjektivität, nur aus der Begegnung mit anderen Personen ...“. 15 D.h.: Keine individual-religiöse Antworten.
• „Während in der einfachen Sinnerfahrung die Sinntotalität nur implizit, als Bedingung der Bestimmtheit des jeweiligen besonderen Bedeutungsgehaltes antizipiert wird, handelt es sich bei der religiösen Erfahrung bereits um eine Form explizierten Bewußtseins von der Sinntotalität der Wirklichkeit ... .“ 16 D.h.: Nur eine religiöse Antwort ist eine vollständige Antwort.
Es folgt nun der Beweis, daß die christlich-religiöse Antwort die Sinnantwort schlechthin ist.
6
Arbeit zitieren:
Diplom-Verwaltungswirt (FH) Peter Schmidt, 2006, Die Ethik von Wolfhart Pannenberg - Grundzüge und Thema Staat, München, GRIN Verlag GmbH
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