Seminar „Juden in der Weimarer Republik“
WS 2001/2002
THEMA :
Der Weg zum gleichberechtigten
Staatsbürger -
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Robert Nemitz
Abgabe: 28.03.2002
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3-4
2. Hauptteil:
2.1. Die neuen Ideen der Aufklärung - Beginn der Emanzipation 5
2.2. Die Emanzipation in den Staaten des Deutschen Bundes 6 - 9
2.3. Die Emanzipation im Norddeutschen Bund und im
Deutschen Reich 10 - 12
2.4. Der Erste Weltkrieg 12 - 14
2.5. Die Weimarer Republik 15 - 16
3. Zusammenfassung 17 - 18
4. Literaturverzeichnis 19
2
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Mein Vortrag im Seminar „Juden in der Weimarer Republik“ behandelte das Thema: „Rechtliche Stellung der Juden am Ende des Kaiserreiches“. Der Vortrag stellte den Einstieg in das Thema des Seminars dar und gab einen Überblick zur rechtlichen Stellung.
Da mich dieses Thema sehr interessierte war ich entschlossen, darüber auch eine Hausarbeit zu schreiben. Das Thema meiner Hausarbeit lautet: „Der Weg zum gleichberechtigten Staatsbürger - Rechtliche Stellung der Juden bis zur Weimarer Republik“.
Es soll der Emanzipationsprozess der Juden bis hin zum Erreichen der vollen Gleichberechtigung dargestellt werde. Der Weg war oft sehr steinig und oft waren die Steine so groß, dass man an ihnen nicht vorbei kam und es lange dauerte bis diese beseitigt waren. Erst mit den Ideen und Idealen der Aufklärung schien sich die Lage der Juden Schritt für Schritt zu verbessern, aber es gab auch immer wieder enttäuschende Ereignisse, die den Emanzipationsprozess schadeten und verzögerten. Beginnen möchte ich mit der Jahreszahl 1781, die für Deutschland den Beginn der Emanzipation darstellt. Erst danach befasste man sich in Deutschland tatsächlich mit der Judenfrage.
Ich möchte veranschaulichen, wie kompliziert es war eine Gleichberechtigung durchzusetzen. Jedes Land hatte eine eigene Gesetzgebung. Deutschland glich einem „Flickenteppich“ was die Gesetzgebung anbelangte. Schwerpunkte in meiner Arbeit sind das Judenedikt von Preußen (1812), das Judengesetz von 1847 in Preußen, die Gesetzgebung in Norddeutsche Bund und im späteren Deutschen Reich von 1871, der Burgfrieden im Ersten Weltkrieg und die Weimarer Verfassung von 1919. Enden wird die Hausarbeit mit der zugesprochenen Gleichberechtigung der Juden in den Anfangsjahren der Weimarer Republik. Ich werde nicht auf das Ende der Republik, auf die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 und auf den dann folgenden Holocaust eingehen. Meine Betrachtung soll mit dem Erreichen der vollen gesetzlichen Gleichberechtigung enden.
Der Besuch des Jüdischen Museums Berlin Anfang März gab mir einen guten Überblick zu meinem Thema und bestätigte meine Schwerpunktsetzung. Meine verwendete Literatur bezog ich aus der Universitätsbibliothek am Neuen Palais, aus dem Moses Mendelson Zentrum Potsdam und aus der Humboldtbibliothek Berlin. Die drei Bände
3
„ Deutsch-Jüdische Geschichte in der Neuzeit“ von Meyer, sowie die „ Soziale und Politische Geschichte der Juden in Deutschland 1847-1871“ von Toury halfen mir bei meiner Arbeit sehr.
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Über Jahrhunderte hatte die jüdische Bevölkerung vergeblich auf Gleichberechtigung und gesellschaftliche Anerkennung gehofft. Doch dann, schienen sich mit den Ideen der Aufklärung endlich neue Wege zu öffnen.
Das Zeitalter der Judenemanzipation in Deutschland hatte seinen Beginn 1781 mit dem Werk des preußischen Staatsrats Christian Wilhelm Dohm „ Über die bürgerliche Verbesserung der Juden“ . 1 Er war der erste Christ und gleichzeitig auch der erste hochrangige Staatsbeamte, der in Preußen die Abschaffung der Sondergesetzte für Juden forderte. Sein Buch behandelte die Gleichstellung der Juden mit der Bedingung der Anpassung an die christliche Umwelt. Juden sollten beispielsweise an christlichen Schulen unterrichtet werden. Dohm ging es vor allem um die Erziehung der Juden. Die aus Frankreich kommenden Ideen und Ideale der Aufklärung und der Französischen Revolution mit ihren Schlagwörtern Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit fanden schnell begeisterte Anhänger in Deutschland und unter den Gebildeten wurde die Judenfrage fortan heftig diskutiert. 2 Doch anders als in Frankreich, wo die Juden über Nacht die Gleichberechtigung erhielten, zog sich der Prozess der Emanzipation in Deutschland über drei Generationen hin. 3
Die Idee der staatlichen Erziehung forderte auch Kaiser Joseph II. für die österreichischen Juden in dem erlassenen „ Toleranzpatent“ von 1782, das keine bürgerlichen Rechte gewährte, aber die Militärpflicht, Berufslenkung und staatliche Schulreform für Juden einführte. Das in Österreich erlassenen Gesetz führte zu Diskussionen in Deutschland und wirkte sich verzögernd auf den Prozess der Judenemanzipation aus. 4
In den von Frankreich eroberten deutschen Gebieten Rheinland, Westfalen, in den Hansestädten und Frankfurt wurde den dort lebenden Juden die volle Gleichstellung zuerkannt. Nachdem Napoleon besiegt war, wurden ihnen diese Rechte aber wieder genommen.
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1 Richardz, M., Einleitung, in: Bürger auf Widerruf, Lebenszeugnisse deutscher Juden 1780-1945, München 1989, S.11
2 Jüdisches Museum Berlin, Ausstellung: „ Zwei Jahrtausende Deutsch-Jüdische Geschichte“ , 2002
3 Richardz, M., Einleitung, in: Bürger auf Widerruf, Lebenszeugnisse deutscher Juden 1780-1945, München 1989, S.12
4 Ebd., S.14
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Arbeit zitieren:
Robert Nemitz, 2002, Der Weg zum gleichberechtigten Staatsbürger - Rechtliche Stellung der Juden bis zur Weimarer Republik, München, GRIN Verlag GmbH
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