Inhaltsverzeichnis
1. Voraussetzungen
1.1. Anthropogene Voraussetzungen. 1
1.1.1. Entwicklungsstand der Schüler/innen. 1
1.1.2. Leistungsstand/Leistungsbereitschaft. 2
1.1.3. Tabellarische Übersicht. 5
2. Didaktische Analyse
2.1. Intentionalität
2.1.1. Richtziel. 6
2.1.2. Stundenziel
2.1.3. Feinziele
2.1.4. Lernziele der sozialen Dimension. 7
2.2. Thematik
2.2.1. Curricularer/thematischer Zusammenhang. 7
2.2.2. Begründung der Thematik. 7
2.2.3. Sachanalyse. 8
2.2.4. Medienanalyse und Materialeinsatz. 9
2.3. Methodik
2.3.1. Methodenkonzeption. 11
2.3.2. Artikulation mit Darstellung der Sozial-, Aktionsformen
und Medien. 12
Anhang
3. Verlaufsplanung
4. Geplantes Tafelbild
5. Literaturverzeichnis
6. Arbeitsblätter und Unterrichtmaterialien
1
1. Voraussetzungen
1.1. Anthropogene Voraussetzungen
1.1.1. Entwicklungsstand der Schüler
Ich unterrichte die Klasse 6.3 schon seit mehreren Wochen regelmäßig. Die Klasse besteht aus 14 Mädchen und 13 Jungen, die zwischen 11 und 14 Jahre alt sind. Folgt man Oerter et al (2002), so befinden sich die Schüler 1 in dieser Altersphase in der Transeszenz, dem Übergang von der Kindheit in die frühe Adoleszenz, in welcher der Prozess der Geschlechtsreifung zum Tragen kommt. Kindliche Offenheit, Mitteilungsbereitschaft und Begeisterungsfähigkeit beginnen demnach zurückzugehen.
Ein Mangel an Mitteilungsbereitschaft und Begeisterungsfähigkeit lässt sich an einigen Schülern (XXX) durchaus bestätigen, beruhen aber meiner Meinung nach in Einzelfällen (XXX) ebenso auf einem noch unausgeprägten Selbstbewusstsein. Der Großteil der Schüler jedenfalls ist nach meinen Erfahrungen durchaus leicht zu begeistern. Eher kindliche Verhaltensmuster zeigen noch XXX, die ihre Neugier manchmal kaum zurückhalten können.
Zieht man die „Stufen der kognitiven Entwicklung“ nach Jean Piaget in Betracht (vgl. Oerter et al, 2002), befinden sich die Schüler etwa ab dem zehnten bis zwölften Lebensjahr im Stadium des formal-operationalen Denkens, bei dem die Denkprozesse nicht mehr nur auf eigene konkrete Erfahrungen beschränkt sind, sondern über die erfahrene Realität hinausgehen. Die Schüler sind demnach in der Lage, über vorgefundene Informationen hinauszudenken, indem sie beispielsweise abstrakte Informationen heranziehen, analysieren oder Hypothesen bilden. Eine unmittelbare Erfahrung ist also nicht mehr unbedingt nötig. Problemlösendes Denken nimmt zu.
Der Erdkundeunterricht kann jetzt eine wichtige Doppelfunktion in der Förderung dieser abstrakt-logischen Denkprozesse übernehmen. Zum einen, weil er solche Denkprozesse anregt (z.B. Hypothesen bilden, Vermutungen äußern, ganz neue Zusammenhänge über die „Dinge“ der Welt erkennen), und zum anderen, weil er sie stützt und einschleift (Hypothesen überprüfen, Merksätze bilden, Problemlösungen vorschlagen etc.).
Allerdings zeigen sich diese geistigen Fortschritte nur bei wenigen Schülern schon deutlich ausgeprägt (bei XXX). Die anderen Schüler schwanken mehr oder weniger noch zwischen konkreten und formalen geistigen Operationen, so dass ich die Anschaulichkeit im Unterricht stets durch geeignete Bilder oder originale Gegenstände zu unterstützen versuche. Um den entwicklungspsychologischen Unterschieden der Schüler gerecht zu werden, werde ich in der Lehrprobenstunde zunächst durch originale Anschauungsmittel (Fisch) die Alltag-
1 Ichschreibe aus Gründen des Leseflusses immer „Schüler“, meine aber eigentlich „Schüler und Schülerinnen“.
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erfahrungen der Schüler aktivieren und das gemeinsame Interesse durch das Erzählen eines konkreten Erfahrungsberichtes anregen, um später im Plenum vermehrt formale Ergebnisse zu gewinnen. In der Hausaufgabe schließlich bietet sich den Schülern die Möglichkeit abstrakter zu denken und Hypothesen über die Gefährdung der Ressource Fisch zu bilden. Davon abgesehen ist es gerade in diesem Alter sicherlich interessant zu wissen, wo unsere Nahrung, konkretisiert an den von den Schülern so geliebten Fischstäbchen, herkommt und wie gesund sie ist. Ich gehe daher davon aus, dass die Schüler ein Interesse für die Inhalte der Unterrichtsstunde mitbringen.
1.1.2. Leistungsstand/Leistungsbereitschaft
Sicherlich fehlt mir noch die Erfahrung, den Leistungsstand und die Leistungsbereitschaft der Schüler im Vergleich zu anderen Klassen dieser Alterstufe sinnvoll abzugrenzen. Als Grundlage nehme ich die Halbjahreszeugnisnoten.
Schaut man sich die Noten der Schüler an, kann man durchaus zufrieden sein mit den erreichten Ergebnissen. Der Notendurchschnitt liegt bei XX. Es ist auffallend, dass sich die Noten fast gleich auf Mädchen und Jungen verteilen, sicherlich etwas überraschend für ein naturwissenschaftliches Fach. Meist korrespondieren die Zeugnisnoten recht gut mit Interesse und Engagement der Schüler. Positiv herauszuheben sind XXX, wohingegen mir die Leistungen von XXX Sorgen machen.
Lediglich bei XXX sind die mündlichen Leistungen etwas schlechter als die schriftlichen, bei XXX ist es umgekehrt.
Wissen
Das Vorwissen der Schüler im Fach Erdkunde stützt sich auf den in Klasse 5 und 6 erteilten Unterricht im Fach Erdkunde.
Im Rahmen der Unterrichtseinheit „Leben an der Küste“ habe ich die Schüler schon gut auf die Küstenregionen, deren Topographie, Besonderheiten und Probleme aufmerksam gemacht. Zum Fischfang speziell allerdings dürften die Schüler nur wenig Vorwissen aufweisen, auch wenn durch das Fernsehen oder Familienreisen an die Nord- oder Ostsee durchaus vereinzelt Vorkenntnisse vorliegen können. Die Unterrichtsstunde ist jedenfalls so konzipiert, dass kein Vorwissen notwendig ist.
XXXl besitzt ein für sein Alter ungewöhnlich ausgeprägtes Allgemeinwissen , dass sich vor allem auf sein breites Interesse stützt. Gute naturwissenschaftliche Vorkenntnisse besitzen außerdem XXX
Bei den verschlossenen und ruhigen Schülerinnen (XXX) ist das (Vor-)Wissen schwer einzuschätzen. Es wäre aber sicherlich falsch, aus eventuellen schlechten Noten direkt auf ein mangelndes Wissen zu schließen.
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Fähigkeiten/Fertigkeiten
Es ist etwas überraschend, dass der „mündliche“ Unterricht kaum unter den vielen Schülern leidet, deren Erstsprache nicht Deutsch ist. Ich habe das Gefühl, dass mich alle Schüler verstehen, auch inhaltlich. Allerdings merkt man die Unterschiede in der Sprachkompetenz immer dann, wenn man schriftliche Arbeitsaufträge gibt, Texte inhaltlich analysiert werden müssen oder wenn man den Tafeltext mit dem abgeschriebenen Text im Heft vergleicht. Vor allem XXX haben hier noch Defizite. XXX hingegen können sich gut ausdrücken und Texte inhaltlich schnell erfassen.
Ähnlich ist es auch bei der Fachsprachkompetenz. Geografische Fachbegriffe müssen zum Teil mühsam eingeübt werden und werden leider oftmals zu schnell wieder vergessen.
Außerdem sind die meisten Schüler (Ausnahme: XXX) schon gut in der Lage, sich auf Karten räumlich zu orientieren und diese entsprechend ihrem Wissen zu interpretieren. Die Arbeit mit dem Atlas oder der Wandkarte funktioniert durch das stetige Üben bei Frau XXX meist reibungslos.
Die Schüler sind auch alle Sozialformen und zahlreiche Kleinmethoden gewohnt. Partnerarbeit und auch Einzelarbeit werden meist ohne Widerrede konzentriert durchgeführt. Gruppenarbeit und Formen wie der Lernzirkel haben die Schüler schon ausprobiert. Frau XXX hat mich jedoch darauf hingewiesen, dass die Schüler noch Schwierigkeiten haben, sich im Plenum gut verständlich und sachlich richtig zu artikulieren sowie ganze Sätze zu formulieren; zum Beispiel bei Präsentationen. Dies ist auch der Grund, warum ich mich letztendlich gegen eine Gruppenarbeit entschieden habe.
Das Erarbeiten von Informationen anhand von Texten ist eine den Schülern bekannte Ar-beitsform. Es ist anzunehmen, dass die Schüler während der Partnerarbeit in der Lage sind, die Arbeitsaufträge zu erfassen und selbstständig zu erledigen.
Der Arbeit von Frau XXX ist es zu verdanken, dass die Schüler für eine 6. Klasse schon über eine tolle Empathie für die Probleme anderer Menschen oder Naturprobleme verfügen. Es fiel mir meist leicht, die Schüler an passenden Stellen im Unterricht für Gefahren, Probleme o.ä. angemessen zu sensibilisieren.
Positiv herausheben möchte ich XXX, der mit 12 Jahren schon ein ausgezeichnetes Verständnis für geografische Zusammenhänge und Ursache-Wirkungs-Prozesse besitzt. Zu Beginn vieler Unterrichtstunden kommt er mit einer neuen „wissenschaftlichen“ Frage zu mir, die ich immer gern beantworte.
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Haltung
Die Mehrzahl der Schüler zeigt sich dem Fach Erdkunde gegenüber aufgeschlossen und positiv eingestellt. Der Unterricht wird in aller Regel aufmerksam verfolgt und Arbeitsaufträge werden gerne bearbeitet. Dem habe ich durch Arbeitsblätter versucht zu entsprechen. Die Jungs wirken manchmal interessierter und es fällt ihnen auch leichter Alltagserfahrungen „geografisch“ zu beschreiben und richtig einzuordnen. Trotzdem sind auch die Mädchen recht schnell für das Fach Erdkunde zu begeistern, wenn es anschaulich bleibt. XXX sind eher verschlossen. Diese Schülerinnen sind zu diesem Zeitpunkt für mich schwer einzuschätzen.
Mitarbeit
Der überwiegende Teil der Schüler arbeitet meistens gut mit. Vor allem XXX geben sich meist große Mühe, sich aktiv am Unterricht zu beteiligen. Selbst Schüler wie XXX, die am Anfang oft mit sich selbst beschäftigt waren, zeigen zunehmend mehr Engagement für den Unterricht.
Die Schüler sind immer besonders motiviert in Kontrollphasen, die im Plenum z.B. am Ar-beitsprojektor durchgeführt werden. Diesem Umstand habe ich in meiner Planung zu entsprechen versucht (Kontrollphase, siehe Methodik).
Die Beiträge von den Geschwistern XXX (siehe Disziplin) jedoch passen oft nicht zum aktuellen Thema. Oft muss man die beiden etwas bremsen, um nicht vom eigentlichen Inhalt abzuschweifen. XXX bilden eine Mädchengruppe, die öfters eine Aufforderung braucht, sich mündlich zu beteiligen. Ich interpretiere dies jedoch nicht als Faulheit oder Bequemlichkeit, sondern eher als ein mangelndes Selbstbewusstsein vor der Klasse zu sprechen. Problematisch ist die eingeschränkte Mitarbeit von XXX. Seine Noten sind absolut vorbildlich und man merkt, dass er dem Unterricht aufmerksam folgt. Leider meldet er sich aber so gut wie nie von sich aus.
Disziplin
Ich bezeichne diese Klasse als angenehm und diszipliniert. Unruhe entsteht hin und wieder, ist aber nie gegen den Lehrer gerichtet und lässt sich durch kurze Ermahnungen oder einen bösen Blick schnell wieder eindämmen. Hausaufgaben werden zufriedenstellend bearbeitet und man kann in aller Regel pünktlich mit dem Unterricht beginnen.
XXX neigen dazu, eigene Gedanken unaufgefordert in die Klasse zu rufen. Philipp und Adrian sind ab und an mit Privatgesprächen beschäftigt.
Ein Problemfall ist XXX. Wie schon erwähnt verfügt er über ein ausgezeichnetes Allgemeinwissen. Manchmal jedoch ist er kaum zu bremsen, verhakt sich in unnötigen Belanglosigkeiten und bildet gehetzte Schachtelsätze, denen die Mitschüler kaum folgen können. Sein Be-
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dürfnis nach Aufmerksamkeit macht es oft schwer, eine angenehme Lernatmosphäre für alle aufrecht zu erhalten.
XXX glänzt durch permanente Abwesenheit. Wegen ihm wurden schon einige Klassenkonferenzen abgehalten. Es ist noch unsicher, ob er an der Schule bleiben wird. Wenn er am Unterricht teilnimmt, stört er ihn allerdings nicht, arbeitet aber auch kaum mit.
1.1.3. Tabellarische Übersicht
2. Didaktische Analyse
2.1. Intentionalität
2.1.1. Richtziel
In Klassenstufe 6 steht laut Lehrplan das „Leben und Wirtschaften der Menschen in der gemäßigten Zone” im Mittelpunkt. Es soll klar werden, dass das Leben und Wirtschaften des Menschen in großem Maße abhängig ist von dem Naturraum, in dem er lebt und wo er sich den naturgeografischen Gegebenheiten anpassen muss, sowie dass der Mensch zusätzliche Maßnahmen ergreift, um die Erträge zu steigern (vgl. Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft Saarland, S. 65).
Das Leben und Wirtschaften des Menschen wird noch effektiver, wenn die Waren unterein-ander ausgetauscht werden. Dies soll anhand verkehrsgeografischer Beispiele vermittelt werden. Hierbei werden die verschiedenen Transportmöglichkeiten und -wege angesprochen (ebenda).
2.1.2. Stundenziel
Die Schüler lernen den Weg des Fischs vom Fang über die Verarbeitung auf den Schiffen bis hin zum Vertrieb an Land kennen.
2.1.3. Feinziele Die Schüler
• beschreiben anhand eines Erfahrungsberichtes mit eigenen Worten, warum man die Fangschiffe als „schwimmende Fischfabriken“ bezeichnet (FZ1 - Reorganisation).
• ergänzen die Lücken eines Tafeltextes mit Hilfe vorgegebener Begriffe (FZ2 - Reorganisation).
• ordnen einem Schema mit Hilfe eines Arbeitsblattes in Partnerarbeit vorgegebene Aussagen zu (FZ3 - Reorganisation).
2.1.4. Lernziele der sozialen Dimension
Die Schüler arbeiten in Partnerarbeit kooperativ, zielorientiert und rücksichtsvoll an einem gemeinsamen Ziel.
2.2. Thematik
2.2.1. Curricularer/thematischer Zusammenhang
Im Lehrplan lässt sich diese Unterrichtsstunde in die Unterrichtseinheit „Leben und Wirtschaften in der gemäßigten Zone - 1. Landwirtschaft - 1.7. Fischfang/Küsten- und Hochseefischerei an Nord- und Ostsee“ einordnen und ist die Folgeeinheit nach „1.6. Viehwirtschaft
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Arbeit zitieren:
Patrik Dirolf, 2007, Vom Fisch zum Stäbchen - ein Unterrichtsentwurf zur Unterrichtseinheit 'Leben an der Küste - Hochseefischerei', München, GRIN Verlag GmbH
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