Inhaltsverzeichnis ........................................................................................................................ I
Abbildungsverzeichnis II
1. Einleitung 1
2. Betriebliches Rechnungswesen. 1
3. Kostenrechnung 2
3.1 Merkmale der Kostenrechnung 2
3.2 Entscheidungs- und Verhaltenssteuerungsfunktion. 5
4. Systeme der Teilkostenrechnung 6
5. Relative Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung. 7
5.1 Das Konzept der relativen Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung. 7
5.2 Grundrechnung 10
5.3 Steuerungs- und Entscheidungsmöglichkeiten. 11
5.3.1 Entscheidungsfunktion. 12
5.3.1.1 Kurzfristige Entscheidungen auf Grundlage der relativen Einzelkosten- und
Deckungsbeitragsrechnung. 12
5.3.1.2 Preiskalkulation auf Grundlage von Einzelkosten 14
5.3.1.3 Absatzanalyse auf Grundlage der Deckungsbeitragsrechnung 15
5.3.2 Verhaltenssteuerungsfunktion. 16
5.3.2.1 Behavioral Accounting 16
5.3.2.2 Principal-Agent-Theorie. 17
6. Zusammenfassung 19
Literaturverzeichnis III
I
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 produktbezogene Hierarchie der Bezugsgrößen.
Abb. 2 auftragsbezogene Hierarchie der Bezugsgrößen
Abb. 3 Kostenkategorien
Abb. 4 Vergleich der kumulierten Deckungsbeiträge und der zugeteilten Deckungslast
II
1. Einleitung
Diese Arbeit setzt sich mit den Möglichkeiten der Entscheidungsunterstützung und Verhaltenssteuerung mit Hilfe der Kostenrechnung, speziell der relativen Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung, auseinander.
Aufgrund der Globalisierung und der daraus folgenden Verschärfung der Marktverhältnisse gewinnt unter anderem auch die Kostenrechnung eine immer größer werdende Bedeutung. So beschränkt sich deren Aufgabengebiet nicht mehr „nur“ auf den Aufbau einer Informationsgrundlage für die Auswertung vergangener Perioden, sondern auch zunehmend auf die Bereitstellung von Daten für entscheidungsorientierte Planungs- und Kontrollmaßnahmen. Das bedeutet zum einen, dass anhand historischer Daten zukünftige Ereignisse und deren Erfolg zu kalkulieren sind. Die darauf aufbauenden Probleme der Systeme auf Vollkostenbasis und die sich daraus ergebenden Chancen für die relative Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung werden in den folgenden Kapiteln ausführlich erläutert. Andererseits dient die Kostenrechnung nicht nur der Informationsauswertung, sondern auch der Unterstützung von Entscheidungsprozessen sowie der gezielten Steuerung des Verhaltens der Aufgabenträger. Dabei wird versucht, mit Hilfe der Kostenrechnung, neben der Unterstützung bei der Kontrolle des Betriebsgeschehens, auch bei der Ausarbeitung möglicher Anreizsysteme mitzuwirken. Für diese Aufgaben ist es umso wichtiger, ein richtiges und gut ausgearbeitetes Kostenrechnungssystem zur Grundlage zu haben. Bevor in Abschnitt 5.3.1 auf die Entscheidungsfunktion und in 5.3.2 auf die Steuerungsfunktion näher eingegangen wird, erfolgen zuerst eine begriffliche Abgrenzung und ein Einstieg in das Konzept der relativen Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung.
2. Betriebliches Rechnungswesen
In der Literatur existieren viele unterschiedliche Auffassungen zur Gliederung des betrieblichen Rechnungswesens. Eine wichtige und allseits verbreitete Trennung ist aber eine Unterteilung in externes und internes Rechnungswesen. 1
Diese unterscheiden sich dabei grundlegend bezüglich des Zweckes, der Einflussfaktoren und der Rechengrößen.
Mit dem externen Rechnungswesen wird das Ziel verfolgt, Informationen für Außenstehende, besonders für Gläubiger, zur Kontrolle des wirtschaftlichen Erfolges des Unternehmens in Form einer Bilanz oder Gewinn- und Verlustrechnung zur Verfügung zu stellen. Dabei unterliegt es äußeren Einflüssen und Bestimmungen, wie z.B. gesetzlichen Vorgaben.
1 Vgl. Hummel, S. / Männel, W.: Kostenrechnung (1.Grundlagen, Aufbau und Anwendung) S. 3; Kilger, W.:
Einführung in die Kostenrechnung S.6f.
1
Beim internen Rechnungswesen wird, losgelöst von äußeren Bestimmungen, die Informationsgewinnung und -bereitstellung für die Entscheidungsprozesse im Unternehmen und somit eine Unterstützung der Führungskräfte und Mitarbeiter angestrebt. Zu den Bestandteilen des internen Rechnungswesens sind die Kostenrechnung, die Investitionsrechnung und die Finanzrechnung zu zählen. 2
3. Kostenrechnung
3.1 Merkmale der Kostenrechnung
Die Kostenrechnung ist, wie bereits erwähnt, ein Element des internen Rechnungswesens. Das bedeutet, dass sie im Gegensatz zur Bilanz und GuV keine „erzwungene“ Rechnung ist, sondern freiwillig aufgestellt wird, um zusätzliche Informationen zu sammeln und aus ihnen Handlungsalternativen bzw. Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Es handelt sich daher um eine Erfolgsrechnung, in welcher der Erfolg des gesamten Unternehmens, aber auch der einzelnen Geschäftsbereiche, Produktgruppen und/oder Leistungseinheiten dargestellt wird. Aus einer einmaligen Erhebung lassen sich nur schwer aussagekräftige Daten gewinnen. So ist es wichtig, die Kostenrechnung regelmäßig durchzuführen, um verwendbare Werte für eine Analyse des Betriebsgeschehens zu erhalten. Außerdem ist noch zu bemerken, dass sie grundsätzlich entwickelt wurde, um daraus Informationen für kurzfristige Entscheidungen abzuleiten. 3 Wie im Weiteren zu sehen sein wird, existieren aber inzwischen verschiedenste Ansätze, um die Kostenrechnung auch für mittel- und langfristige Aufgaben zu nutzen.
Kostenbegriff: 4
Eine wichtige Unterscheidung für die folgenden Betrachtungen liegt im verwendeten Kostenbegriff der Systeme. Hierbei ist zwischen dem pagatorischen und dem wertmäßigen zu unterscheiden.
Nach dem pagatorischen Kostenbegriff, den Riebel in seinem System der relativen Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung bevorzugt, wird der Güterverbrauch immer anhand der Anschaffungsauszahlungen bewertet. 5
Im Gegensatz dazu werden nach dem wertmäßigen Kostenbegriff zur Berechnung der Kosten die subjektiven Nutzenvorstellungen zugrunde gelegt. Somit muss auch keine Auszahlung
2 Vgl. Götze, U.: Kostenrechnung und Kostenmanagement S.3f.
3 Vgl. Hummel, S / Männel, W.: Kostenrechnung (1.Grundlagen, Aufbau und Anwendung) S.7ff.
4 Vgl. Götze, U.: Kostenrechnung und Kostenmanagement S.10.
5 Vgl. Schweitzer, M. / Küpper, H.-U.: Systeme der Kosten- und Erlösrechnung S. 15; Koch, H.: Zur Diskussion
über den Kostenbegriff S.355-399.
2
vorausgegangen sein. Auf dieser Basis lassen sich daher unterschiedliche Wertansätze wie Anschaffungs-, Tages-, Wiederbeschaffungs- oder Durchschnittspreise festlegen. 6 Da sich diese Arbeit mit dem von Riebel entwickelten Konzept auseinandersetzt, wird hierbei im Weiteren der pagatorische Kostenbegriff verwendet.
Aufgaben: 7
Wie oben angedeutet, ist eine wichtige Funktion der Kostenrechnung die Dokumentation und Abbildung des betrieblichen Geschehens, d.h. Informationen über den Wert der Güterentstehung bzw. des Güterverbrauchs aufzustellen. Hierzu werden die realisierten Erlöse und Kosten bzgl. eines bestimmten Kriteriums (z.B. einer Periode oder einer Produktart) ermittelt und auf die Bezugsobjekte verteilt. Mit diesen Informationen können die weiteren Aufgaben der Kostenrechnung unterstützt werden.
Die Planung und Realisierung des Betriebsprozesses bildet eine davon. Dazu werden die realisierten Erlöse und Kosten genutzt und daraus zukünftige abgeleitet. Somit lassen sich unterschiedlichste betriebliche Entscheidungen vorbereiten, wie z.B.: 8
- Absatz-, Produktions- und Beschaffungsprogramme,
- Preiskalkulationen und
- Finanzierungsprogramme.
Außerdem werden Plan- und Vergleichsgrößen für die Kontrolle des Betriebsprozesses bereitgestellt. Diese werden beispielsweise in Ergebnis- (Soll-Ist-Vergleich), Planfortschritts(Soll-Wird-Vergleich) und/oder Prämissenkontrollen (Wird-Ist-Vergleich) sowie Zeit- und Betriebsvergleichen ausgewertet. Bei erheblichen Abweichungen ist zusätzlich eine Abweichungsanalyse durchzuführen.
Mittels der Planvorgaben und der Kontrollen sowie zusätzlich durch die Nutzung von Anreizsystemen kann das Verhalten der Entscheidungsträger und Mitarbeiter im Interesse des Unternehmens gesteuert werden. Da dies eine sehr bedeutende Funktion der Kostenrechnung ist, wird in Abschnitt 3.2 noch einmal gesondert darauf eingegangen, bevor die unterschiedlichen Entscheidungs- und Verhaltenssteuerungsmöglichkeiten aufbauend auf der relativen Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung analysiert werden. Ferner soll die Kostenrechnung dazu dienen, Informationen für die im Jahresbericht erforderliche Bewertung der fertigen und halbfertigen Erzeugnisse sowie eigenerstellte Güter des Anlagevermögens bereitzustellen.
6 Vgl. Schweitzer, M. / Küpper, H.-U.: Systeme der Kosten- und Erlösrechnung S.15.
7 Vgl. Schweitzer, M. / Küpper, H.-U.: Systeme der Kosten- und Erlösrechnung S.26ff.; Götze, U.: Kostenrechnung
und Kostenmanagement S.11-13.
8 Vgl. Götze, U.: Kostenrechnung und Kostenmanagement S.12.
3
Arbeit zitieren:
Enrico Ebert, 2005, Steuerungs- und Entscheidungsmöglichkeiten auf Basis der relativen Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung, München, GRIN Verlag GmbH
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