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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Minstrel Shows als erste afroamerikanische Unterhaltungsform. 3
2.1 Entstehung und Entwicklung 3
2.1.1 Entwicklungsgeschichte 3
2.1.2 Struktur. 4
2.1.3 Black Minstrels 4
2.1.4 Ursachen für den Erfolg 5
2.1.5 Exkurs: Soziale Aspekte der Minstrel Shows 6
2.2 Das Erbe der Minstrel Shows 7
2.2.1 Neubewertung der Minstrel Shows. 7
2.2.2 Einfluss auf die mediale Repräsentation und Wahrnehmung von
Afroamerikanern 8
3 Darstellung von Afroamerikanern in der US-amerikanischen
Medienlandschaft 9
3.1 Stereotypen im US-amerikanischen Film 9
3.1.1 Zip Coon und Sambo 9
3.1.2 Die Picaninnies 10
3.1.3 Uncle Tom. 11
3.1.4 Frauenfiguren. 11
3.2 Darstellung von Afroamerikanern im Fernsehen 12
3.2.1 Die Anfänge bis 1960 12
3.2.2 1960 bis 1980. 13
3.2.3 1980 bis 2000. 14
3.3 Die Minstrel Show im 21. Jahrhundert. 15
4 Bamboozled als Minstrel Show des 21. Jahrhunderts. 16
4.1 Satire als massentaugliche Kritik? 16
4.1.1 Inhalt des Films 16
4.1.2 Satirische Charaktere. 17
4.1.3 Bamboozled als Minstrel Show des 21. Jahrhunderts. 19
4.2 Spike Lees Intention. 21
5 Zusammenfassung. 21
6 Literaturverzeichnis 23
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1 Einleitung
„And there they stood, […] a ton of history on their backs, free to strangle it or uphold it or reinterpret it. […] Just trying to get a laugh.” […] “Sometimes the laughter is of a confused sort, owing to misinterpretation, the joke merged with history and the ears of whites placed at awkward angles.” (Haygood 2000, S. 31)
Wil Haygood beschreibt in diesen Worten die Position von afroamerikanischen Schauspielern und Comedians in der US-amerikanischen Medienlandschaft. Er deutet mehrere Schwierigkeiten an, mit denen sie umgehen müssen: Wie erreiche ich mein (weißes) Publikum? Wird mein Humor verstanden? Bis wohin bin ich komisch, und ab wann geschmacklos? Habe ich Erfolg? Auch heute kann man im Melting Pot USA immer noch nicht von einer Gleichberechtigung der verschiedenen ethnischen Bevölkerungsgruppen ausgehen. Diskriminierung ist zwar nicht mehr gesetzlich verankert, aber in den Köpfen der Bevölkerung immer noch präsent. Doch warum ist es so schwer, rassistische Klischees zu überwinden? Einen entscheidenden Einfluss kann man der Repräsentation der Afroamerikaner in den Medien zuschreiben, die sich aufbauend auf die erste Unterhaltungsform, der Minstrel Show, in denen Afroamerikaner thematisiert wurden, noch heute vorgefertigten Bildern über deren Eigenschaften und Lebensweisen bedienen. Im folgenden Aufsatz soll gezeigt werden, warum die Darstellung von Stereotypen immer wieder verlangt wird und welche Bedeutung und Konsequenzen das für die Afroamerikanische Bevölkerung in den USA hat. Dazu soll in einer Neubewertung der Minstrel Shows stattfinden, in der nach sozialen Aspekten der Aufführungen für Darsteller und Publikum gesucht wird. Außerdem wird gezeigt, dass sie der Ausgangspunkt für rassistische Klischees sind, auf welche im Film und Fernsehen seither immer wieder zurückgegriffen wurde. Ein historischer Abriss der Darstellung von Afroamerikanern in den Medien soll diese These beispielhaft belegen. Abschließend wird anhand des Films Bamboozled (2000) vom Regisseur Spike Lee ein Versuch gezeigt, wie mit dieser Problematik kritisch umgegangen wird und belegt, dass die Minstrel Show auch noch im 21. Jahrhundert existiert.
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2 Minstrel Shows als erste afroamerikanische Unterhaltungsform
2.1 Entstehung und Entwicklung 2.1.1 Entwicklungsgeschichte
Minstrel Shows waren im 19. Jahrhundert die beliebteste amerikanische Unterhaltungsform. Minstrels Shows sind varietéartige Bühnenaufführungen mit Musik, Tanz und Sketchen, welche von weißen und schwarzen Darstellern in „Blackface“, mit schwarz bemalten Gesichtern, aufgeführt wurden. Es ging darum, stereotype Bilder von Afroamerikanern zu zeigen und zu verspotten. Auch wenn bereits erste Blackface-Darsteller im 17. Jahrhundert auftraten; Shakespeares Othello wurde traditionell von einem weißen Schauspieler mit schwarzer Maske gespielt (vgl. Cockrell 1997, S. 13); wurde die traditionelle Minstrel Show 1828 von Thomas Dartmouth „Daddy“ Rice institutionalisiert. Rice war Schauspieler im Park Theater in New York City und wurde mit seiner Gesangs- und Tanznummer „Jim Crow“ zum Gründervater der Minstrel Show. Er imitierte einen humpelnden Sklaven auf einer Südstaatenplantage, Jim Crow, und schuf damit nicht nur eine extremen Stereotypen über Afroamerikaner, sondern auch eine Metapher, welche bis heute für Rassentrennung unddiskriminierung in den USA steht. Jim Crow wurde neben Zip Coon zum festen Charakter in der Minstrel Show, in der Schwarze als singende, tanzende und ewig grinsende Dummköpfe dargestellt wurden. Thomas „Daddy“ Rice führte seine erfolgreiche Show auf Bühnen von Louisville, Cincinatti, Pittburg, Philadelphia und New York auf, bis er schließlich auch nach London und Dublin reiste. In den USA wurde er von vielen Minstrel Gruppen imitiert. Die bekanntesten unter ihnen waren die 1843 gegründeten „Virginia Minstrels“, vier weiße Männer aus Virginia. Sie ahmten in ihren Aufführungen im ganzen Land den Gesang und die Lieder von Sklaven nach und benutzten Instrumente wie die Violine, das Banjo und das Tamburin, welche bald zum Standardinventar in allen Minstrel Shows wurden. Den typischen Aufbau der Shows entwickelten 1845 die bekannten „Christy Minstrels“. Sie schufen die Figuren Mr. Tambo und Mr. Bones, welche die so genannten „Endmen“ eines Halbkreises von Darstellern bildeten und sich mit dem „Middleman“, Mr. Interlo-cutor“ einen Schlagabtausch an Sketchen lieferten. Der eingeführte Harmonie- gesang wurde auch „Ethiopian Melodies“ genannt (vgl. Pilgrim 2000).
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Zwischen 1840 und 1870 waren die Minstrel Shows auf ihrem Höhepunkt des Erfolges. Mit dem gesellschaftlichen und politischen Wandel in den Jahrzehnten nach dem Bürgerkrieg ließ das Interesse an den Shows nach. Bis 1900 verschwanden sie fast komplett von den amerikanischen Showbühnen und wurden in anderen Unterhaltungsformen, zum Beispiel Literatur, Film und Radioshows fortgesetzt (vgl. Lhamon 1996, S. 275-283).
2.1.2 Struktur
Für den typischen Aufbau einer Minstrel Show, der seit den „Christy Minstrels“ von anderen Gruppen übernommen wurden und sich auch in den späteren Formen der Shows erkennen lässt, hat Charles Towsend eine Art Anleitung verfasst. Die Show bestand aus zwei Teilen. Im ersten Teil marschierte die Truppe in einem Halbkreis ein. Die „Endmen“ und Mr. Interlocutor tauschten zunächst einige Sketche aus. Darauf folgte eine Reihe von komischen und melancholischen Liedern. Den Abschluss des ersten Teils bildete das „finalé“, in dem jeder Akteur kurz in der Mitte des Halbkreises einen persönlichen musikalischen, tänzerischen oder komödiantischen Auftritt hatte. Der zweite Teil war eher offen und bestand aus einer Reihe von Tanzeinlagen, Liedern, Sketchen und Akrobatik.
Die Bühnenausstattung wurde eher minimalistisch gehalten. „Property Men“ waren dafür verantwortlich, die Akteure mit benötigten Accessoires wie Regenschirmen, Stühlen, Hüten etc. auszustatten. Die Darsteller selber waren in übertrieben bunten Kostümen, wilden Perücken und riesigen Schuhen verkleidet. Die schwarze Farbe war ein Gemisch aus verbranntem Kork und Wasser. Unabdingbar war rote Farbe für aufgemalte, riesige Lippen. Frauenrollen wurden bei weißen Minstrel Gruppen von männlichen Darstellern gespielt (vgl. Townsend 1996, S. 122-125).
2.1.3 Black Minstrels
Frauen gab es lediglich in Minstrel Gruppen, deren Darsteller selbst Afroamerikaner waren. Robert C. Toll beschreibt William Henry Lane und Thomas Dilward als erste afroamerikanische Darsteller. Sie warben mit ihrer Originalität und Authentizität. Beim überwiegend weißen Publikum waren sie besonders beliebt, da dieses „echte Schwarze“ spontan und natürlich agieren sehen wollte.
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Viele behielten die Tradition des „Blackface“ bei, um die Originalität der Minstrel Shows zu wahren (vlg. Toll 1974, S. 197-205).
Allerdings hatten die „Black Minstrels“ trotzdem mit Rassismus zu kämpfen. Um ihre wahren Gesichter nicht zu zeigen, blieben viele auch nach den Shows maskiert. Aus Angst vor Gewalt verließen sie meistens schnell den Auf-führungsort und hielten ihre Unterkünfte geheim. Außerdem waren ihre Löhne deutlich geringer als die der weißen Darsteller (vgl. Toll 1974, S. 220-223). Inhaltlich gab es wenig Unterschiede zu den Shows von weißen Minstrels. Als Besonderheit beschreibt Toll die Integration religiöser Themen in die Aufführungen, wovor Weiße eher zurückschreckten. In solchen Szenen wurde an die Gleichheit der Menschen vor Gott appelliert und damit Kritik an der weißen Überlegenheit geübt (vgl. Toll 1974, S. 236-245). Schwarze Minstrel Gruppen hatten demnach viele Afroamerikaner im Publikum, die in den entwürdigenden Vorstellungen eher eine Chance sahen, in der Öffentlichkeit Anerkennung und Aufwertung ihrer Kultur zu erreichen. Sie fühlten sich mit den Darstellern verbunden, verstanden deren unterschwellige Kritik und begriffen dies als einzige Möglichkeit, ihre unterdrückten afrikanischen Wurzeln offen ausleben zu können. Neben finanziellen und Erfolgsgründen waren dies auch die Motivationen der Darsteller selber (vgl. Toll 1974, S. 258f.).
2.1.4 Ursachen für den Erfolg
Die Beliebtheit der Minstrel Shows bei den Darstellern und dem Publikum hatte viele weitere Gründe. Lhamon sieht eine Hauptursache in der Möglichkeit, den strengen gesellschaftlichen Konventionen zu entfliehen. Die Darsteller konnten in die Rollen von „wilden Schwarzen“ fliehen und so den unkonventionell, locker und frei agieren. Außerdem sahen nicht nur schwarze Minstrels die Möglichkeit des Erfolges und der eigenen Anerkennung in der Gesellschaft. Viele weiße Darsteller waren europäische Einwanderer, die im Alltag Schwierigkeiten mit der Integration hatten. Auf der Bühne, verkleidet als Mr. Bones oder Mr. Tambo, wurde einerseits von diesen Problemen abgelenkt und die Verspottung der Sklaven zur gemeinsamen Grundlage mit den Amerikanern. Andererseits konnten sich die Immigranten auch übertragend in die Rolle der Afroamerikaner als Außenseiter der Unterschicht hinein versetzen. Minstrel
Arbeit zitieren:
Nicole Lau, 2007, Die Darstellung von Afroamerikanern in der US-amerikanischen Medienlandschaft , München, GRIN Verlag GmbH
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