Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis iii
Abbildungsverzeichnis iii
1 Einleitung. 1
2 Theoretische Grundlage: Individuelle Informationsverarbeitung und das dynamisch-
transaktionale Modell 2
3 Kategorisierung des Kontrollverhaltens der Rezipienten nach Cantril 3
4 Die Kritikfähigkeit der Rezipienten 4
4.1 Formale Bildung und Intelligenz. 4
4.2 Hintergrundwissen der Rezipienten. 5
4.3 Beeinträchtigung der Kritikfähigkeit durch Panik 5
5 Die persönliche Beeinflussbarkeit. 6
5.1 Nachweis, dass die persönliche Beeinflussbarkeit eine Rolle bei der Reaktion auf
das Hörspiel hatte. 6
5.2 Die Auswirkungen von Ängsten und Unsicherheiten auf die Beeinflussbarkeit einer
Person. 8
5.3 Der Glaube an eine höhere Macht: Ein ausschlaggebender Faktor auf die Stärke der
Beeinflussbarkeit. 9
6 Rezeption in der Gruppe. 9
7 Resümee 11
Literaturverzeichnis 12
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Anteil der Zuhörerschaft an den verschiedenen Kontrollgruppen. 3
Tabelle 2: Der Zusammenhang zwischen Hörsituation und Einordnung des Hörspiels. 10
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Wahrnehmung des Hörspiels durch Personen mit hoher Beeinflussbarkeit. 7
Abb 2: Wahrnehmung des Hörspiels durch Personen mit niedriger Beeinflussbarkeit 7
1
1 Einleitung
Ständig wird der Mensch in den Industriestaaten mit Medienbotschaften konfrontiert, ob durch Printmedien, Fernsehen, Hörfunk oder Internet. Nicht immer gelingt es allen Rezipienten Realität und Fiktion auseinanderzuhalten. Dieses Problem betrifft nicht etwa nur Kinder sondern auch Jugendliche und Erwachsene. Als ein Beispiel der letzten Jahre kann der Film „Blair Witch Project“ angesehen werden (vgl. Pietraß 2005: 101). Auch heute, acht Jahre nach Erscheinen des Films, besteht weiterhin bei einem Teil der Zuschauer Unklarheit darüber, in wie weit und ob der Film auf Realität beruht (vgl. Cineclub o.J.). Ende des letzten Jahres sorgte ebenfalls ein missverstandener Fernsehbericht des Senders „Radio-Télevision belge de la Communauté francaise“ für Aufregung (vgl. ZEIT online 2006). In diesem wurde die Abspaltung Flanderns von der Wallonie und damit ein Ende Belgiens verkündet, was laut einer Umfrage des Senders von 89 Prozent der Zuschauer zuerst geglaubt wurde (vgl. ZEIT online 2006).
„War of the Worlds“ 1 , ein Hörspiel von Orson Welles und dem „Mercury Theatre on the Air“, das eine Attacke Außerirdischer auf die Vereinigten Staaten von Amerika in Form eines Vor-Ort-Berichts beschreibt, wurde am 31. Oktober 1938 gesendet und rief unter den rund sechs Millionen Zuhörern teilweise ähnliche Zweifel hervor (vgl. Cantril 2005: 3-44, 47). Mindestens eine Millionen Zuhörer waren verängstigt (vgl. Cantril 2005: 47). Panikattacken führten zu unüberlegten Reaktionen, die noch Wochen die Zeitungsmeldungen beherrschten (vgl. Cantril 2005: 62). Besonders hoch war der Anteil derjenigen, die das Hörspiel als Nachricht auffassten bei denjenigen, die zu spät einschalteten und die Ankündigung des Hörspiels zu Beginn verpassten (vgl. Cantril 2005: 78 f.) 2 . Doch warum reagierten auch bei solchen die spät einschalteten nur manche Menschen panisch auf das Hörspiel „War of the Worlds“ und andere nicht? Die vorliegende Hausarbeit geht dieser Frage nach.
Theoretische Grundlagen wurden durch Erkenntnisse der kognitiven Psychologie über die Informationsverarbeitung sowie durch das dynamisch-transaktionale Modell gewonnen. Aus diesem Grund sollen die wichtigsten Elemente und Ergebnisse dieser erläutert werden.
Das Skript des Hörspiels lieferte Howard Koch beruhend auf dem gleichnamigen Fantasy Roman von H. 1
G. Wells (vgl Cantril 2005: xxi, 3).
80 Prozent derer, die das Hörspiel von Anfang an verfolgten, erkannten es als solches. 63 Prozent derer, 2
die zu spät einschalteten, interpretierten es als Nachricht (vgl. Cantril 2005: 78).
2
Anschließend folgt eine Kategorisierung des Kontrollverhaltens der Zuhörer, da dieses mitentscheidend für die Reaktion war. Daraufhin wird auf persönliche Eigenschaften der Rezipienten eingegangen, die die Wahrnehmung des Stücks beeinflussten. Zu nennen sind hier Kritikfähigkeit sowie Faktoren der persönlichen Beeinflussbarkeit. Der Hörsituation wird ebenfalls Beachtung geschenkt. Auch diese hatte, wie sich herausstellen wird, Einfluss auf die Verarbeitung der Informationen. Zum Abschluss der Arbeit werden die wichtigsten Aspekte zusammengefasst präsentiert.
Im Rahmen dieser Arbeit muss darauf verzichtet werden, auf Besonderheiten des Hörspiels selbst einzugehen. Schließlich tragen diese zwar zur Klärung der panikartigen Situation bei, allerdings nicht zur Beantwortung der Fragestellung dieser Arbeit, in welcher der Rezipient im Vordergrund steht. Das Hörspiel an sich blieb schließlich bei jedem Hörer gleich und kann daher kein Grund dafür gewesen sein, dass es zu unterschiedlichen Reaktionen kam.
2 Theoretische Grundlage: Individuelle Informationsverarbeitung und das dynamisch-transaktionale Modell
Wie aus der Einleitung hervorgeht, wird diese Arbeit versuchen, die unterschiedlichen Hörerreaktionen durch die Eigenschaften der Rezipienten zu erklären. Demnach wird nicht entsprechend dem Stimulus-Response-Modell davon ausgegangen, dass die Wirkung der Medien auf alle Menschen zu jeder Zeit gleich ist. Diesem Modell widersprechen die sehr unterschiedlichen Wirkungen des Hörspiels „War of the Worlds“, die von Resignation bis Panik reichten (vgl. Brosius/Esser 1998: 352 f.).
Die Theorie, dass die Wirkung des Stimulus von einer Interaktion mit dem Rezipienten und den persönlichen Eigenschaften des Rezipienten bestimmt wird, ist in der Literatur weitverbreitet. Zum einen kann auf Forschungen zur Informationsverarbeitung in der kognitiven Psychologie zurückgegriffen werden, die annimmt, dass Individuen Botschaften unterschiedlich verarbeiten und Stimuli daher unterschiedlich interpretieren (vgl. Bandura 1994: 61; Bommert et al. 2000: 27; Schulz 1982: 58; Vitouch 2000: 139). Zum anderen sind medientheoretische Modelle entstanden, die von einer Interaktion zwischen Stimulus und Rezipient ausgehen (vgl. DeFleur 1966: 122; Donsbach 1991: 67; Früh 1991: 242; Früh/Schönbach 1991: 38; Goffman 1993: 22; Jäckel 2002: 88; Pietraß 2005). Diese verdeutlichen, dass die Medienwirkung nicht alleine vom Kommunikator sondern vor allem von der Interpretation des Rezipienten abhängt (vgl. Jäckel 2002: 84).
Arbeit zitieren:
Kathrin Biegner, 2007, Eine Erklärung der unterschiedlichen Reaktionen auf das Hörspiel „War of the Worlds“ mit Fokus auf den Rezipienten, München, GRIN Verlag GmbH
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