Inhaltsübersicht
1. Einführung 3
2. Neubeginn der Produktion in der SBZ/DDR. 4
2.1 Struktur der Automobilindustrie in der DDR 5
2.2 Leitbilder des Automobilbaus 7
2.3 Innovationsblockade durch staatliche Regelung am Beispiel Trabant 601. 8
2.4 Zusammenbruch der Automobilindustrie der DDR 10
3. Entwicklung der Automobilindustrie seit der Wiedervereinigung. 11
3.1 Neuordnung der Unternehmensstrukturen. 11
3.2 Erholung der Automobilbranche 11
4. Auswahl aktueller Produktionsstätten 14
4.1 Gläserne Manufaktur - Dresden. 15
4.2 BMW-Werk Leipzig. 17
5. Fazit 19
Quellenverzeichnis 24
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1. Einführung
Die Automobilindustrie in den neuen Bundesländern hat eine lange Tradition. Hier siedelten sich in der Gründungsphase der deutschen Automobilindustrie nicht nur Firmen an, auch die Vorgängerorganisation des Verbands der Automobilindustrie (VDA) wurde hier 1901 in Eisenach gegründet (vgl. IWH 2005: 6). Erste Produktionsstätten wurden schon 1896 in Eisenach gegründet. Im Raum Zwickau entstand im Jahr 1904 die Firma Horch Cie., Motorenwerke AG. Der Gründer August Horch verließ jedoch nach nur kurzer Zeit in Folge eines Streits mit Aktionären die eigene Firma und gründete 1909 die Firma Audi (lat. Horch). Zusammen mit den Zschopauer Motorenwerke und der Autoabteilung der Wanderer-Werke fusionierten die Firmen Horch und Audi 1932 zum Autounion-Konzern und bildete somit den ersten Konzern der deutschen Kraftfahrindustrie sowie das größte Industrieunternehmen Sachsens (vgl. MICKLER et al. 1996: 31). Ein Jahr vor Kriegsbeginn betrug der Marktanteil der im Osten Deutschlands ansässigen PKW-Herstellern 26,7%, der Marktanteil der LKW-Hersteller sogar 38,5% (Tab.1).
Tabelle 1: Umsatz und Zulassungsanteile der wichtigsten deutschen Kraftfahrzeugunternehmen auf dem Gebiet der späteren SBZ/DDR im Jahr 1938 (Quelle: KIRCHBERG 2000: 21)
Mit Kriegsbeginn wurden sämtliche Hersteller in die Rüstungsproduktion einbezogen und die Herstellung von Zivilfahrzeugen eingestellt. Nach Kriegsende folgte auf Basis des alliierten Rechts die Demontage der Produktionsstätten.
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Ohne Diese wäre, aufgrund der in den meisten Produktionsstätten nur recht geringen Kriegsschäden, eine schnelle Wiederaufnahme der Produktion möglich gewesen (vgl. KIRCHBERG 2000: 24ff).
Abb.1: Lage der wichtigsten Produktionsstätten vor dem Zweiten Weltkrieg (eigene Grafik)
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2. Neubeginn der Produktion in der SBZ/DDR
Die Demontage der Produktionsstätten durch die sowjetische Besatzungsmacht umfasste allein in Sachsen 28.000 Werkzeugmaschinen. Damit wurde eine schnelle Wiederaufnahme der Produktion weitgehend unmöglich. Lediglich im Werk Eisenach wurde auf eine Demontage verzichtet, woraufhin die Fahrzeugproduktion, unter sowjetischer Führung, im Herbst 1945 wieder aufgenommen werden konnte. Hier konnten bis zur Rückgabe in deutsche Hände 1952 eine Stückzahl von 28000 PKW produziert werden(KIRCHBERG 2000: 38). Nach der Demontage der Betriebe folgte Anfang 1946 in der SBZ die Sequestration durch die sowjetische Militärverwaltung. Dies führte zu einer Enteignung vieler Betriebe und deren Verstaatlichung. 1948 folgte die Überführung sämtlicher in Privatbesitz befindlichen Betriebe in Volkseigentum. Zur Verwaltung der Volkseigenen Betriebe (VEB) wurden die Industrieverwaltungen (IV) 17 - 19 gegründet, die jeweils eine regionale Kompetenz besaßen. Diese Industrieverwaltungen wurden 1948 der bisher nur auf Sachsen beschränkten IFA Vereinigung Volkseigener Betriebe unterstellt, deren Wirkungsbereich auf die komplette SBZ ausgedehnt wurde (vgl. KIRCHBERG 200: 48ff).
2.1 Struktur der Automobilindustrie in der DDR
Die politische und wirtschaftliche Zentralisation der DDR hatte zur Folge, dass kleine Betriebe mit großen VEB verschmolzen wurden, wenn sie ähnliche Produkte herstellten. Dadurch konnte vermieden werden, dass durch Parallelentwicklungen Ressourcen unnötig Ressourcen verbraucht wurden. Diese VEB wurden jeweils zu einer Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) zusammengefasst und bildeten damit eine Vorstufen zu den, ab Ende der sechziger Jahre gebildeten, Kombinate. In der Automobilindustrie wurde 1958 die VVB Automobilbau in Karl-Marx-Stadt (Barkas-Werke) gegründet. Die Struktur der VVB war streng hierarchisch, womit eine Kontrolle der Durchführung politischer Ziele ermöglicht wurde. Diese zeigte sich in der Verteilung für die Produktion notwendiger Ressourcen, als auch in der direkten Einflussnahme auf FuE. Als „Maßnahme zur Vervollkommnung der Leitung und Planung im Bereich des Ministeriums für Allgemeinen Maschinen- Landmaschinen-
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und Fahrzeugbau“ (MICKLER et al. 1996: 32) wurde die Auflösung der VVB Automobilbau und die Gründung von vier Kombinaten beschlossen. Diese waren nach Produkten gegliedert: IFA-Kombinat Personenkraftwagen, IFA-Kombinat
Nutzkraftwagen, IFA-Kombinat Spezialkraftwagen und Anhänger, IFA-Kombinat Zweiradfahrzeuge. Die Aufspaltung des VVB hatte zur Folge, dass viele logistische Ketten unterbrochen wurden. Viele Zulieferbetriebe hatten ihre Kunden nicht nur in der PKW-Fertigung, sondern auch in den nunmehr abgetrennten anderen Kombinaten. Weiterhin wurde der Verwaltungsaufwand deutlich vergrößert, da vormals alle Betriebe unter einem Dach versammelt waren, nun jedoch von vier getrennt operierenden Kombinatsleitungen geleitet wurden.
Abb. 2: Politisch-administrative Leitungsstruktur eines Kombinats (Quelle:MICKLER et al. 1996: 36)
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Arbeit zitieren:
Michael Feuerstein, 2007, Die Automobilindustrie in den neuen Bundesländern seit den 50ern, München, GRIN Verlag GmbH
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