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Gahmuret als idealisierter Ritter? - Analyse der Herkunft, der Tugenden und des Turnierwesens

Titel: Gahmuret als idealisierter Ritter? - Analyse der Herkunft, der Tugenden und des Turnierwesens

Hausarbeit , 2007 , 16 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Daniel Hitzing (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Gahmuret-Handlung aus Wolfram von Eschenbachs Parzival. Anlass dazu gab mir die Problematik mit dem Umgang mittelalterlicher Literatur. Zum einen kann sie als fiktionale Erzählung angesehen werden, zum anderen als Geschichtsquelle gelesen werden. Somit stellte sich mir die Frage, wie der Ritter in der höfischen Epik dargestellt wird. Durch die Überlegung, dass literarische Texte oftmals idealisierte Figuren hervorbringen, ergab sich mir die Arbeitshypothese: „Gahmuret als idealisierter Rittter?“.
Die Figur des Gahmuret bietet sich in vielerlei Hinsicht für die Betrachtung an. Erstens: Die Gahmuret-Handlung ist mit circa 3300 Versen relativ kurz und ist deshalb für den Umfang dieser Arbeit geeignet. Zweitens: Bei Gahmuret hat die christliche/göttliche Komponente nicht annähernd einen so hohen Stellenwert, wie sie ihn beispielsweise bei Parzival hat. Beispielsweise taucht das Motiv der Demut vor Gott bei Gahmuret gar nicht auf, während es für Parzival zentral ist. Die Untersuchung dieses Themenfeldes hätte ebenfalls den Umfang dieser Arbeit gesprengt. Somit fällt unter 2.2 die Betrachtung der saelde weg, die ansonsten einen großen Stellenwert im ritterlichen Tugendsystem einnimmt. Drittens: Gahmuret ist keine Figur in Chrétien de Troyes nicht vollständigem Werk „Le roman de Perceval ou le conte du Graal”, das Wolfram von Eschenbach als Vorlage diente. Somit muss nicht beachtet werden, welche Eigenschaften als Anlage bereits bei Chrétien vorhanden waren.
Zur Bearbeitung des Problementwurfs analysiere ich zunächst die Figur Gahmuret in den Themenfeldern Herkunft, Tugend und Turnier. Danach folgt die Betrachtung des Ritters um 1200 unter den selben Punkten und der Vergleich mit Gahmuret.
Das anschließende Fazit beschäftigt sich mit der Beantwortung der Fragestellung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gahmuret

2.1 Vorraussetzung für die Aventiure

2.2 Tugenden

2.3 Das Turnier am Beispiel des Vorabendturniers von Kanvoleis

3. Vergleich mit dem Ritterbild um 1200

3.1 Herkunft des Ritters

3.2 Das ritterliche Tugendsystem

3.3 Das Turnierwesen

4. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Figur des Gahmuret aus Wolfram von Eschenbachs „Parzival“ vor dem Hintergrund der Fragestellung, inwiefern es sich bei ihm um einen idealisierten Ritter handelt, und vergleicht dazu sein Verhalten und seine Eigenschaften mit dem historischen Ritterbild um 1200.

  • Analyse der Gahmuret-Handlung hinsichtlich Herkunft, Tugenden und Turnierwesen
  • Untersuchung ritterlicher Grundtugenden (triuwe, mâze, milte)
  • Vergleich zwischen literarischer Darstellung und historischem Ritterideal
  • Darstellung des Turnierwesens als Ort ritterlicher Bewährung
  • Charakterisierung Gahmurets als idealisierter Protagonist

Auszug aus dem Buch

2.3 Das Turnier am Beispiel des Vorabendturniers von Kanvoleis

Im zweiten Buch des Parzival zieht Gahrmuret nach Kanvoleis, um an dem dort stattfindenden Turnier teilzunehmen, bei dem die Hand Herzeloydes, Königin von Waleis, errungen werden konnte. Das Turnier fand jedoch nicht statt. Lediglich das Vorabendturnier, das jedoch im Nachhinein als vollwertiges Turnier angesehen werden konnte, wurde ausgetragen.

Auch Gahmurets Vetter Kaylet, sowie 25 andere Adelige und einige Landsmannschaften, nahmen an diesem Turnier teil, wobei die Intentionen der einzelnen Kämpfer unterschiedlich waren. Viele, vornehmlich die Ärmeren unter den Teilnehmern, waren darauf aus, ihr Vermögen zu mehren, indem sie Pferde erbeuteten oder Gefangene machten, um diese später gegen Lösegeld oder gefangengenommene Freunde einzutauschen:

„Ez wart dâ harte guot getân von manegem küenem armman, die doch der hoehe gerten niht, des der küngîn zil vergiht ir lîbes unde ir lande: si gerten anderre pfande.“ („Auf dem Kampffeld vollbrachten indes auch viele tapfere, doch arme Ritter beachtliche Taten. Sie vermaßen sich freilich nicht, den von der Königin ausgesetzten Preis – Hand und Reiche – erringen zu wollen. Dafür trachteten sie nach anderem Gewinn.“).

Das Interesse der hochadeligen Ritter galt eher der Eroberung der unverheirateten Herzeloyde und dem damit verbundenen Erwerb ihrer Reiche:

„ûz verrem lande hie sint ritter die diu minne jagt, vil küener helde unverzagt.“ („Viele kühne, furchtlose Ritter aus fernen Landen sind gekommen, Ritter, die die Liebe hierhertrieb.“).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Arbeitshypothese auf, ob Gahmuret als idealisierter Ritter betrachtet werden kann, und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie den Fokus auf die Themenfelder Herkunft, Tugend und Turnier.

2. Gahmuret: Dieses Kapitel analysiert Gahmurets familiären Hintergrund, seine ritterliche Erziehung sowie seine Tugenden und untersucht sein Verhalten während des Vorabendturniers in Kanvoleis als Ausdruck seiner ritterlichen Ideale.

3. Vergleich mit dem Ritterbild um 1200: Hier erfolgt eine Einordnung Gahmurets in den historischen Kontext, indem seine Herkunft, sein Tugendsystem und das Turnierwesen mit den realen Gegebenheiten und Definitionen des Rittertums um 1200 kontrastiert werden.

4. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit bestätigt, dass Gahmuret aufgrund seines Verhaltens und der zugeschriebenen Idealisierung als Ritter zu charakterisieren ist, wobei er als Inbegriff höfischer Tugenden innerhalb des Epos fungiert.

Schlüsselwörter

Gahmuret, Parzival, Wolfram von Eschenbach, Rittertum, Mittelalter, Tugendsystem, Turnierwesen, triuwe, mâze, milte, höfische Epik, Idealisierung, Herzeloyde, Kanvoleis, ritterliche Erziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Figur des Gahmuret aus Wolfram von Eschenbachs „Parzival“ im Hinblick auf deren Charakterisierung als idealisierter Ritter.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Herkunft des Ritters, das ritterliche Tugendsystem sowie das Turnierwesen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, ob und inwiefern Gahmuret im Text als idealisierter Ritter dargestellt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse der Gahmuret-Handlung, die mit historischen Kontextualisierungen zum Ritterbild des 12. und 13. Jahrhunderts verknüpft wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird zunächst Gahmuret anhand der genannten Themenfelder analysiert und anschließend ein Vergleich mit den historischen Realitäten des Rittertums um 1200 gezogen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gahmuret, Rittertum, Tugenden wie triuwe und mâze, sowie das Turnierwesen.

Warum spielt die christliche Komponente bei Gahmuret eine untergeordnete Rolle im Vergleich zu Parzival?

Der Autor stellt fest, dass Motive wie die Demut vor Gott bei Gahmuret kaum präsent sind, was eine bewusste Fokussierung auf andere ritterliche Aspekte innerhalb des 3300 Verse umfassenden Abschnitts ermöglicht.

Welche Bedeutung kommt dem Vorabendturnier von Kanvoleis für die Analyse zu?

Es dient als Paradebeispiel für die ritterliche Lebensweise, die Turnierteilnahme und die verschiedenen Motive der Kämpfer – vom materiellen Gewinn bis hin zum Streben nach Ehre.

Inwiefern ist Gahmurets Herkunft für seine Darstellung relevant?

Die edle, teils mythische Abstammung von den Elfen bildet das Fundament für seine ritterliche Erziehung (zuht) und ermöglichte ihm die materielle Freigebigkeit (milte).

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Details

Titel
Gahmuret als idealisierter Ritter? - Analyse der Herkunft, der Tugenden und des Turnierwesens
Hochschule
Universität Bielefeld  (Fakultät für Geschichtswissenschaften, Philosophie und Theologie)
Veranstaltung
Krieg - Militär - Männlichkeit
Note
2,7
Autor
Daniel Hitzing (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
16
Katalognummer
V76717
ISBN (eBook)
9783638812269
ISBN (Buch)
9783638814324
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gahmuret Ritter Analyse Herkunft Tugenden Turnierwesens Krieg Militär Männlichkeit Parzival milte zucht zuht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Hitzing (Autor:in), 2007, Gahmuret als idealisierter Ritter? - Analyse der Herkunft, der Tugenden und des Turnierwesens , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76717
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Leseprobe aus  16  Seiten
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