Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 1
2. Maria Montessoris Leben 2
3. Montessoris Grundkonzept der Erziehung 5
4. Kritik an Montessoris Konzept der Erziehung 9
5. Resümee 11
6. Literaturverzeichnis 12
1. Einführung
In dieser Arbeit wird es um Maria Montessori und ihr Konzept der Erziehung gehen. Sie ist eine der wenigen Frauen in der Theorie der Pädagogik, trotzdem der Beruf des Erziehers bzw. der Erzieherin auch heute noch fast ausschließlich von Frauen ausgeübt wird.
Einleitend wird mit einem kurzen, für die damalige Zeit für eine Frau außergewöhnlichen, Lebenslauf über Montessori begonnen, der ansatzweise aufzeigen soll, wie Montessori dazu kam, ein neues Konzept für die Erziehung von Kindern aufzustellen. Der darauffolgende Abschnitt wird sich direkt mit ihrem Konzept befassen. Hier soll darauf eingegangen werden, was Montessori von der damals aktuell verbreiteten Erziehung hielt, was es mit dem Begriff der kosmischen Theorie und der Normalisierung auf sich hat und auf welche Grundpfeiler die Erziehung von Kinder nach Montessori aufbauen sollte. Im Anschluss daran werden zwei wichtige Punkte aus Montessoris Konzept kritisch beäugt, um abschließend zusammenzufassen, ob ihre Idee von Erziehung heute noch angewandt werden kann.
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2. Maria Montessoris Leben
Um auf die Theorien Montessoris hinzuführen, soll hier zunächst ein Einblick in ihr Leben gegeben werden.
Am 31. August 1870 wurde Maria Montessori in Chiaravalle bei Ancona, als Tochter des Finanzbeamten Alessandro Montessori, geboren. Alessandro Montessori - als ein Vertreter der damals herrschenden Befreiungskämpfe - war, trotz der Befürwortung der politischen Neuerungen einer Einigung Italiens, ein eher konservativ denkender Mann. Renilde Stoppani, eine Gutsbesitzertochter, die Alessandro Montessori 1866 heiratete, war dagegen eine an allem Neuem interessierte und aufgeschlossene Frau. Sie war es, die ihre Tochter Maria Montessori in allen ihren Zielen unterstützte und stärkte. Montessoris Mutter erzog sie schon früh zu sozialer Verantwortung, selbständigen Handeln und Denken. Aufgrund dieser Erziehung musste es für Montessori im damaligen Schulalltag (für den kennzeichnend war, dass sowohl allmächtige Lehrer, als auch deren Schüler bewegungslos in ihren Bänken saßen und gelernte Lektionen, zu einem vorgegebenen Zeitpunkt, auswendig wiederzugeben hatten), relativ schwierig gewesen sein, sich zur Zufriedenheit der Lehrer zu verhalten. Doch scheinbar bewältigte sei diese Schwierigkeiten mit Bravour, da sie - was der damaligen Zeit für eine Frau sehr ungewöhnlich war - sogar die Möglichkeit hatte, sich (statt für ein normales Gymnasium) für einen modernen Schultyp, der den Schwerpunkt auf naturwissenschaftliche und technische Lerninhalte legte, zu entscheiden. Zum Ende ihrer Schulzeit, reifte in Montessori der Wunsch heran Medizin zu studieren. Nachdem sie allerdings aufgrund eines Verbots des Studiums der Medizin für Frauen dafür abgelehnt wurde, schloss sie 1892 zunächst die Fächer Mathematik und Naturwissenschaften ab, um anschließend umso energischer ihr ursprüngliches Ziel zu verfolgen. Ihre Anstrengungen zeigten Erfolg, da sie, als erste Frau in Italien überhaupt, ihr Studium der Medizin unter strengen Auflagen beginnen durfte. Gegen Ende des Studiums galt ihr Interesse vorrangig der Kinderheilkunde und Psychiatrie und so schloss sie dieses 1896 mit einem glänzendem Examen ab. Sie begann als Ärztin in einem Krankenhaus von Rom und unterhielt nebenbei eine eigene Praxis. 1897 arbeitete sie zusätzlich noch als freiwillige Assistentin an einer
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psychiatrischen Klinik. Und hier begann ihr Weg von einer Ärztin hin zu einer weltbekannten Pädagogin. An der psychiatrischen Klinik hatte sie die Möglichkeit mit geistig behinderten Kindern zu arbeiten. Sie versuchte hierbei nicht nur ihre medizinischen Kenntnisse anzuwenden, sondern auch die Erziehung der Kinder mit einzubeziehen, wodurch sich bei ihre ein Interesse an Pädagogik entwickelte. Sie begann eine eigene Erziehungsmethode für die behinderten Kinder, mit denen sie sich beschäftiget, zu entwickeln.
Zum Ende des 19. Jahrhunderts übernimmt sie für zwei Jahre die Leitung eines neu gegründeten heilpädagogischen Instituts in Rom, um anschließend ein Studium der Anthropologie, Psychologie und Erziehungsphilosophie zu beginnen. Zur selben Zeit wird sie unehelich schwanger. „Die Geburt eines unehelichen Kindes hätte zur damaligen Zeit das Ende jeder weiteren Tätigkeit in der Öffentlichkeit bedeutet. Keines ihrer selbstgesteckten Ziele, geistig behinderten Kindern zu helfen, hätte sie weiter verfolgen können. So entschloß sie sich, ihr Kind heimlich zur Welt zu bringen und einfachen Leuten auf dem Lande zur Pflege zu überlassen.“ 1 1906 bekommt sie die Chance die Leitung einer Kindertagesstätte, in einem Modell für soziales und modernes Wohnen, zu übernehmen. Sie nutzt dies um gesunde mit behinderten Kindern zu vergleichen, um dann ihre Erziehungsmethode so zu erweitern, dass diese auch auf gesunde Kinder anwendbar ist. 1907 eröffnete sie ihr erstes Kinderhaus (Casa dei Bambini) in dem sie ihre bis dahin gesammelten Erkenntnisse bei der Erziehung der Kinder anwendet. „In diesem Kinderhaus hat Maria Montessori ihr ‚pädagogisches Urerlebnis’, welches als ‚Polarisation der Aufmerksamkeit’ einen zentralen Kern ihrer Pädagogik bilden wird. Sie beobachtet ein kleines Mädchen, das intensiv mit einem Sinnesmaterial beschäftigt ist. Es lässt sich in seiner Übung durch nichts stören, und nachdem es die Aufgabe nach längerer Zeit bewältigt hat, zeigt es tiefe Zufriedenheit.“ 2 Wenige Jahre später verfasst sie ihr 1. Buch, in dem sie die Ergebnisse ihrer Beobachtungen festhält. Sie beginnt sich im Alter von knapp 40 Jahren voll und ganz auf ihre Arbeit als Pädagogin zu konzentrieren. Sie gibt ihre Dozentur sowie ihre Praxis auf und lässt sich auch aus der Ärzteliste streichen. Ab diesem Zeitpunkt widmet sie sich mit großer Energie der Ausbildung von Erzieherinnen, sie schreibt Bücher, kurze Artikel, gibt Interviews
1 Esser, Barbara; Wilde, Christiane: Montessori-Schulen. Zu Grundlagen und pädagogischer Praxis,
Reinbek bei Hamburg 1989, S.19.
2 Hedderich, Ingeborg: Einführung in die Montessori-Pädagogik. Theoretische Grundlagen und
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Arbeit zitieren:
Josefine Loos, 2007, Maria Montessori und ihr Konzept der Erziehung, München, GRIN Verlag GmbH
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