Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis...................................................................................................... 1
1. Einleitung 2
2. Was ist Sprache 3
3. Die Zusammenhänge von Sprache und Denken Vorstellung
verschiedener Positionen 4
Benjamin Lee Whorf 4
Edward Sapir 6
Die Sapir-Whorf-Hypothese 7
Helmut Gipper 7
Peter Gordon 9
4. Sprachentwicklung beim Kind 10
Denk und Sprachentwicklung 10
Gisela Szagun 12
5. Didaktische Konsequenzen 16
6. Fazit 16
7. Literaturverzeichnis 18
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1. Einleitung
„Ein Wort, das ein Kind nicht kennt, ist ein Gedanke,
den es nicht denken kann. (Kyra Grewe) Sprache ist ein Ausdruck des Gedachten. (Silvia Haag) Denken findet ohne Sprache statt. (Marianne Brüning) Man sollte denken, bevor man spricht. (Yvonne Giese) Erst denken, dann sprechen. (Norma Strigas)“ 1
Ich habe mich dazu entschlossen, mich mit den Zusammenhängen von Sprache und Denken zu beschäftigen, weil mich dieses Thema schon seit längerem interessiert. Häufig wird davon ausgegangen, dass unsere Sprache ein beiläufiger Vorgang ist, der ausschließlich dazu dient, schon formulierte Gedanken weiterzugeben. In mir warf sich die Frage auf, ob vielleicht gerade die Sprache etwas mit der Entstehung von Gedanken zu tun haben könnte. Ich möchte mich damit beschäftigen, ob es das Denken ist, welches den sprachlichen Ausdruck steuert, oder ob das Denken durch die Systematik und Logik unserer Sprache beeinflusst wird. Dieses Thema ist auch im Rahmen meiner pädagogischen Ausbildung zur Grundschullehrerin von Bedeutung, da in diesem Zusammenhang die kindliche Entwicklung von Sprache und Denken eine Rolle spielt.
Zu Beginn meiner Arbeit werde ich den Begriff „Sprache“ im Allgemeinen näher definieren.
Anschließend werden einige Sprachtheoretiker vorgestellt, die mit ihren Forschungen maßgeblich zum Thema beigetragen haben.
Im zweiten Teil beschäftige ich mich mit der Sprachentwicklung des Kindes und stelle im Folgenden Überlegungen zu den didaktischen Konsequenzen an. Im mittleren Teil, sowie am Ende werde ich persönliche Stellung zu dem Thema nehmen. Auf die besondere Stellung der Sprache von taub-stummen Menschen soll hier nicht näher eingegangen werden, da dies den Rahmen dieser Arbeit überschreiten würde.
1 Thesen der genannten Teilnehmenden aus dem Seminar „Muttersprache, Fremdsprache, Zweitsprache“
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2. Was ist Sprache
Um Sprache und Denken aufeinander beziehen zu können, ist es wichtig, genau zu wissen, was mit dem Begriff „Sprache“ gemeint ist. Deshalb wird hier im Folgenden der Begriff umfassend definiert und auf den Ursprung von Sprache eingegangen. "Sprache ist eine ausschließlich dem Menschen eigene, nicht im Instinkt wurzelnde Methode zur Übermittlung von Gedanken, Gefühlen und Wünschen mittels eines Systems von frei geschaffenen Symbolen.“ 2 Nimmt man die Hauptaussagen aus den Thesen der Einleitung, so ist die wichtigste Funktion von Sprache die Kommunikation der Menschen, sowie dem Ordnen der Gedanken. Geht man von der Richtigkeit der oben zitierten These Lyons aus, so impliziert diese, dass Tiere keine Sprache haben, sondern dass sich die Fähigkeit zur Sprache nur bei dem Menschen entwickelt hat. Unumstritten ist, dass es bei Tieren so etwas wie eine Informationsweitergabe gibt, wie zum Beispiel der eingezogene oder wedelnde Schwanz beim Hund, sowie sein Knurren, mit dem er klare Signale setzt und Informationen über sich vermittelt. In der Linguistik gelten diese instinktiven Signale von Tieren jedoch noch keineswegs als Sprache. Die Sprache des Menschen zeichnet sich gerade nicht nur durch die Weitergabe von Informationen aus. Gerade die Fähigkeit zum Denken macht menschliche Sprache komplex. Nur menschliche Sprache unterliegt den Regeln einer Syntax. Wann genau der Ursprung der Sprache verzeichnet werden kann, ist nicht vollkommen klar, denn die Entwicklung der menschlichen Sprache verlief nicht isoliert, sondern Hand in Hand mit der anatomischen Entwicklung des Menschen, also von den nichtmenschlichen Primaten zum Homo sapiens. Aus wenigen Worten bildeten sich Reihungen von Ausdrücken bis hin zu ersten grammatischen Kategorien, insbesondere Wortarten und grammatische Konstruktionen. Wichtige Vorrausetzungen sind für Sprache die Entwicklung der Anatomie, wie zum Beispiel die Sprechorgane, die für die Lautbildung zuständig sind und die Entwicklung des Denkens.
2 de.wikipedia.org/wiki/Sprache, zitiert nach John Lyons, 4. Auflage, 1992, S. 13
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Bei einem Papagei sind die Organe, die das Sprechen ermöglichen zwar vorhanden, nicht aber der Geist, der Sprache ermöglicht. Sprache ist kein festes Gebilde und steht in einem ständigen Wandel. Nicht der Duden macht die Sprache, sondern der Mensch macht den Duden, d.h. der Mensch legt Regeln fest, damit eine einheitliche Sprache in einem größeren regionalen Raum überhaupt möglich wird.
Man unterscheidet
a) die Sprache der Menschen im Allgemeinen, d. h. die Spezies „Mensch“ besitzt die Fähigkeit zu sprechen.
b) die einzelnen Sprachen der unterschiedlichen Nationalitäten, z. B. Französisch, Chinesisch oder Türkisch. Alle diese Sprachen haben andere Ursprünge und werden von unterschiedlicher Anzahl von Menschen verwendet.
c) die Sprachen verschiedener Gesellschaftsgruppen innerhalb einer Nationalität, also innerhalb einer Sprache. Je nach Herkunft, Bildungsniveau oder Art der Abgrenzung einer Gruppe kommt es zum Beispiel zu verschiedenem Wortgebrauch oder zu anderen Abkürzungen und ähnlichem.
3. Die Zusammenhänge von Sprache und Denken – Vorstellung
verschiedener Positionen
Im Folgenden werden die Positionen einiger Sprachforscher erläutert. Um einen groben Überblick über die Forschungen zu gewinnen, sind die Grundkonzepte in ihren Hauptaussagen formuliert.
Benjamin Lee Whorf
Der Sprachtheoretiker wurde 1897 in Winthrop geboren. Whorf kam 1928 erstmals mit seinem Lehrer Edward Sapir in persönlichen Kontakt. Beide arbeiteten an der Universität in Yale. Whorff wurde durch seine Forschungen
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auf dem Gebiet der uto-aztekischen Sprachen und vor allem des Hopi bekannt. Seine Arbeiten liegen allerdings eher auf den Gebieten der Metalinguistik und Sprachphilosophie. 1941 verstarb Benjamin Lee Whorff an einer langwierigen Krankheit. Whorff verfolgte die Meinung, dass alle grundlegenden Begriffe der Menschheit von der Sprache abgeleitet würden. Bereits Ende der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts stellte er die Theorie auf, dass die erlernte Sprache einen starken Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten eines Menschen hat. Bestimmte Denkkonzepte, so seine These, sind demnach überhaupt nicht zugänglich, wenn die Sprache dafür keinen Ausdruck kennt. „Nehmen wir zum Beispiel einmal an, es gebe eine menschliche Art, die aufgrund eines physiologischen Defekts nur die blaue Farbe sehen kann. Die Menschen dieser Art würden wohl kaum in der Lage sein, die Regel zu erkennen und zu formulieren, dass sie nur Blau sehen. Der Terminus
3
Whorf, Benjamin Lee; Sprache-Denken-Wirklichkeit, Beiträge zur Metalinguistik und Sprachphilosophie; Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg; 1984; Seite 9.
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Arbeit zitieren:
Saskia Koj, 2005, Sprache und Denken, München, GRIN Verlag GmbH
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