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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Die moderne Gesellschaft: Leben im Pluralismus. 3
2.1 Problemanzeige Pluralismus? 3
2.2 Der Differenzismus als religionspädagogische Grundregel. 4
2.3 Didaktische Konsequenzen. 6
3 Prinzipielle religionsdidaktische Grundregel 1:
Subjektorientierung 8
3.1 Bedeutung der Regel 8
3.2 Begründung der Regel 8
3.3 Konsequenzen für die Unterrichtspraxis 11
4 Religionsunterricht mit geistigbehinderten Schülern 13
4.1 Zum Begriff „Geistige Behinderung“ 13
4.2 Subjektorientierung im Religionsunterricht mit
geistigbehinderten Schülern. 14
4.2.1 Theologische Aspekte. 14
4.2.2 Gesellschaftliche Aspekte. 15
4.2.3 Planungsmöglichkeiten 16
5 Fazit 17
Literaturverzeichnis 18
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1 Einleitung
In ihrem Buch „Religionsdidaktik in Grundregeln“ stellen Engelbert Groß und Klaus König Grundregeln für den Religionsunterricht auf, die sie in verschiedene Bereiche der Religionsdidaktik unterteilen. Dabei sind zunächst vier prinzipielle religionsdidaktische Grundregeln zu nennen: Subjekt-orientierung, Dimension des Ästhetischen, Differenzismus und Kommunikation. Die weiteren Bereiche stellen weltreligionendidaktische, bibeldidaktische, liturgiedidaktische, dogmatikdidaktische, ethikdidaktische, kirchengeschichtsdidaktische und missionsdidaktische Grundregeln dar. Diese Arbeit stellt zunächst den Differenzismus als Beschreibung der modernen Gesellschaft vor und konzentriert sich dann auf die Darstellung der prinzipiellen religionsdidaktischen Grundregel der Subjektorientierung. Daran anschließend soll aufgeführt werden, inwiefern die Subjektorientierung im Religionsunterricht mit geistigbehinderten Schülern eine Rolle spielen kann.
2 Die moderne Gesellschaft: Leben im Pluralismus
2.1 Problemanzeige Pluralismus?
Der Pluralismus in unserer Gesellschaft führt zu verschiedenen didaktischen Problemen, denn Kinder und Jugendliche erfahren schon früh eine Konfrontation mit unterschiedlichen Lebensentwürfen und Orientierungen. Religiöse Lernprozesse finden heutzutage in einem pluralistischen Umfeld statt, in dem zahlreiche religiöse Orientierungen aufzufinden sind. Daher wird für Unterrichtende eine Leitorientierung zum Umgang mit dem Pluralismus nötig. Die Formen der Vielfalt stellen eine pädagogische Herausforderung dar, sodass eine Reflexion der eigenen Handlungsmuster für Lehrende zwingend ist. Hierfür müssen sich Lehrer über die eigene Haltung gegenüber dem Pluralismus bewusst werden, die mitunter auch eine Abwehrhaltung bedeuten kann. Ferner müssen sie sich über die Ambivalenz von Mehrheiten und Minderheiten als Kriterium für die Güte einer Position, sowie das Bedrohungspotential einer fundamentalistischen Reaktion auf Pluralismus und nicht zuletzt der Unwahrscheinlichkeit, den Pluralismus zu einer Einheit zu reduzieren, bewusst werden. Weiterhin müssen Lehrer die Notwendigkeit, den Toleranzbegriff in
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Beziehung zwischen dem Eigenwohl und dem Allgemeinwohl kritischdifferenziert zu fassen, sowie die Schwierigkeit, Vielfalt an sich als Ziel zu sehen, erkennen. Außerdem ist eine Reflexion über die eigene Bereitschaft, den Pluralismus als Differenzismus zu behandeln, nötig. 1
2.2 Der Differenzismus als religionspädagogische Grundregel
Als religionspädagogische Grundregel lässt sich der Differenzismus wie folgt formulieren: „Im Unterricht sind der allgemein-kulturelle sowie der religiöse Pluralismus als Differenzismus zu behandeln“. 2
Als Fundament der Grundregel lässt sich nennen, dass der Pluralismus für die Lernbedingungen heute unumgänglich ist, besonders in Fächern, in denen unterschiedliche Weltanschauungen aufeinander treffen, wie beispielsweise im Religionsunterricht. Wenn voneinander abweichende Vorstellungen aufeinander treffen, sind diese so lange legitim, wie sie nicht gegen die demokratische Rechtsordnung verstoßen. Dennoch ist der Pluralismus nicht als letztes Ziel anzusehen, sondern es geht darum, innerhalb des Pluralismus Wege des Zusammenlebens zu entwickeln. Lernen bedeutet hier Einsicht in die Begründung differenter Positionen zu finden. 3
Es lassen sich fünf verschiedene Elemente der Grundregel des Differenzismus nennen. Das erste Element ist eine Einsicht in die kulturelle Unhintergehbarkeit des Pluralismus zu entwickeln. Dies beinhaltet zu erkennen, dass durch die Weltöffnung Vielfalt von außen auf uns einströmt, die sich in anderen Menschen, Werten, Religionen und vielem mehr niederschlägt. Doch Vielfalt existiert nicht nur von außen, sondern auch innerhalb der eigenen Kultur, denn auch hier gibt es gravierende Unterschiede bezüglich der Lebensausrichtung, Werte, Normen, Gebräuche und vielem mehr. Daraus folgen eine individuelle Freiheit sich im privaten und politischen Leben nach eigenen Wertmaßstäben zu verhalten und auch die Basis für eine freie Religionsausübung. 4
1 Vgl. Ziebertz, 1996, S. 30-32.
2 Vgl. Ziebertz, 1996, S. 30.
3 Vgl. Ziebertz, 1996, S. 32f.
4 Vgl. Ziebertz, 1996, S. 33f.
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Weiterhin muss man die Einsicht in die Unhintergehbarkeit des religiösen Pluralismus gewinnen. Das bedeutet, den Plural der Religionen als ein Faktum anzusehen, die Akzeptanz fällt jedoch nicht immer leicht. Der religiöse Pluralismus ist heutzutage so selbstverständlich, dass viele Jugendliche die Notwendigkeit der Diskussion über ökumenische Schwierigkeiten nicht sehen, da bestimmte Formen der Übereinstimmung und Abweichung zwischen verschiedenen Religionen als selbstverständlich angesehen werden. 5 Drittes Element ist die Einsicht in das sozialpsychologische Pendant zum Pluralismus zu fördern. Im Gegensatz zur früheren Annahme, dass die Identität eines Subjekts ein konstanter Kern sei, der sich von innen entwickelt, geht man heute davon aus, dass die Identität eines Subjekts nicht statisch, sondern dynamisch ist und sich in Beziehung zu anderen Menschen entwickelt. Im Pluralismus moderner Gesellschaften muss die Identität selbst hergestellt werden, da die Übernahme sozial anerkannter Modelle nicht mehr möglich ist. Somit vollzieht sich Identität im Dialog mit Vielfalt. 6 Ein weiteres Element der Regel ist es, Einsicht in problematische Reaktionsweisen auf den Pluralismus realisieren. Das eine Extrem dieser Reaktionsweisen bildet der Fundamentalismus, der den Versuch unternimmt, zwanghaft für alle Menschen geltende Einheitsvorgaben durchzusetzen. Dies kann nur in totalitären Zwangsverhältnissen münden und bedeutet den Verlust von Freiheit. 7
Das andere Extrem wäre die Maxime „Anything goes“ nach Paul Feyerabend, die Vielfalt selbst als Ziel sieht. Sie wirft dabei die Frage auf, ob wirklich alles gleich beziehungsweise gleichgültig ist. Die Antwort darauf muss „nein“ lauten, da eine Gleichgültigkeit aller Vorstellungen weder praktisch durchführbar, noch ethisch aufrechtzuerhalten ist, da es beispielsweise nicht gleichgültig sein darf, wie viel ein Menschenleben wert ist. 8
Das „unendliche Gespräch“ der Postmoderne, das jeden zu Wort kommen lässt und in dem kein Konsens erreicht werden muss, bedeutet nämlich auch eine
5 Vgl. Ziebertz, 1996, S. 34.
6 Vgl. Ziebertz, 1996, S. 34f.
7 Vgl. Ziebertz, 1996, S. 36.
8 Vgl. Ziebertz, 1996, S. 36.
Arbeit zitieren:
Stephanie Schmitz, 2005, Subjektorientierung im Religionsunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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