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Das japanische Distributionssystem

Title: Das japanische Distributionssystem

Research Paper (undergraduate) , 2003 , 50 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Manuela Schweizer (Author)

Business economics - Offline Marketing and Online Marketing
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In der Presse vieldiskutiert und von westlichen Autoren fast einheitlich als „ineffizient“ beschrieben – das japanische Distributionssystem. Durch viele zwischengeschaltete Großhändler ist das herstellergesteuerte System gänzlich verschieden von den händlergesteuerten, die im Westen überwiegend vorherrschen. Feste Strukturen und für Außenseiter streng abgeriegelte Distributionskanäle; festgesetzte Gewinnmargen und Verkaufspreise für Zwischen- und Einzelhändler; in den Einzelhandel entsandtes Verkaufspersonal des Produzenten; Rücknahme von nicht-verkauften Produkten durch den Hersteller oder ganz schlicht die riesige Anzahl von kleinen „Tante Emma-Läden“ prägten Japans Handel jahrzehntelang und ließen ihn für ausländische Investoren wie ein geschlossenes, undurchdringliches und unüberschaubares System erscheinen. Die Konsumenten scheinen den offensichtlich daraus resultierenden hohen Preis zu zahlen bereit zu sein. Durch strenge nicht-tarifäre Handelbarrieren“ für potenzielle ausländische Investoren wird der einheimische Markt vor ausländischen „Eindringlingen“ beschützt. Alles klingt plausibel – aber ist es wirklich so einfach?

Ein System, das so ineffizient ist, wäre schon längst am Ende. In der Tat trifft dieses System nur auf manche Produktbereiche, wie Industrie- und Konsumgüter, zu. Aber auch hier ändern sich die Zeiten für das Distributionssystem – ein Trend zu Discount Stores und großen Supermärkten ist besonders in den 90ern seit dem Niedergang der „Bubble Economy“ zu verzeichnen.

Japan ist im Wandel, und mit ihm das japanische Distributionssystem.

Im folgenden werde ich genauer auf das ursprünglich typische Distributionssystem, das Japan bis zum „1985er Schock“ entscheidend prägte, sowie seine Entwicklung bis heute eingehen. Anschließend werde ich an Hand verschiedener Einflussfaktoren, aktueller Daten und Beispiele die Veränderungen erläutern. Nach einer Darstellung neuerer Verkaufsformen wie Automaten und zwei erfolgreichen Beispielen ausländischer Unternehmen werde ich mit einer kurzen Handelsempfehlung abschließen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I GRUNDLAGEN

DEFINITION „DISTRIBUTION“

DEFINITION „DISTRIBUTIONSSYSTEM“

VERTIKALES MARKETING

FORMEN DER DISTRIBUTIONSSYSTEME

ORGANE DER DISTRIBUTION

BEGRIFFSEINGRENZUNG

II ENTWICKLUNG UND EINFLUSSFAKTOREN

2.1 DISTRIBUTION IN JAPAN BIS ZUM ZWEITEN WELTKRIEG

2.2 DISTRIBUTION VON DER NACHKRIEGSZEIT BIS ZUM 1985ER SCHOCK

KEIRETSU DISTRIBUTIONS-SYSTEM

KULTURELLE UND STRUKTURELLE RAHMENBEDINGUNGEN

POLITISCH-RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

A) „LARGE-SCALE RETAIL STORE LAW“ VON 1974

B) BEGÜNSTIGTES STEUERSYSTEM FÜR KLEINE GESCHÄFTE

GRÜNDE FÜR DEN 1985ER SCHOCK

2.4 DISTRIBUTION IN JAPAN SEIT 1985

STRUCTURAL IMPEDIMENTS INITIATIVE TALKS (SII) 1989/90

POLITISCH-RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

A) „LARGE-SCALE RETAIL STORE LAW“

B) „SPECIAL LAW ON IMPORT SALES SPACE“

C) „RICHTLINIEN DES ANTI-MONOPOLGESETZES“

D) WEITERE GESETZESÄNDERUNGEN

ZERPLATZEN DER „BUBBLE ECONOMY“ IN DEN 90ERN

Distribution of Employment by Industry

ENTWICKLUNG NEUER BETRIEBSFORMEN

VERSANDHANDEL

AUTOMATENGESCHÄFT

TÜR-ZU-TÜR-VERKÄUFE UND HEIMDIENSTE

III BEISPIELE AUS DEM GE- UND VERBRAUCHSGÜTERBEREICH

TOYS R US

WELLA

WEITERE BEISPIELE

IV KRITISCHE BEWERTUNG

V HANDLUNGSEMPFEHLUNG

VI FAZIT UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe und historisch gewachsene japanische Distributionssystem, welches durch eine hohe Anzahl an Zwischenhändlern und eine starke Herstellerbindung geprägt ist. Ziel ist es, die strukturellen Veränderungen dieses Systems, insbesondere ausgelöst durch den „1985er Schock“, sowie die Auswirkungen der zunehmenden Deregulierung und der ökonomischen Krise in den 1990er Jahren kritisch zu analysieren, um ausländischen Unternehmen praxisnahe Handlungsempfehlungen für den Markteintritt in Japan zu geben.

  • Historische Entwicklung des japanischen Vertriebs und Entstehung des Keiretsu-Systems.
  • Analyse des 1985er Schocks und des Rückgangs kleiner Einzelhandelsgeschäfte.
  • Untersuchung politisch-rechtlicher Rahmenbedingungen und deren Liberalisierung.
  • Einfluss der ökonomischen Krise (Bubble Economy) auf moderne Verkaufsformen.
  • Erfolgsstrategien für ausländische Unternehmen anhand von Fallbeispielen.

Auszug aus dem Buch

Keiretsu Distributions-System

Die Hersteller qualitativ hochwertiger technischer Produkte erkannten bald, dass diese auch einen erstklassigen After Sales-Service beanspruchen, den die Einzelhändler aber auf Grund ihrer beschränkten Kenntnisse und mangelnden finanziellen Mittel zur Weiterbildung nicht bieten konnten.33 Die Hersteller selbst verfügten jedoch durch den Wirtschaftsboom und der damit verbundenen Massenproduktion über die entsprechenden finanziellen Mittel, weshalb sie das sog. Keiretsu Distributionssystem entwickelten.

Ein Keiretsu Distributionssystem ist per Definition ein „Kanal von Groß- und Einzelhändlern, die unter der gemeinsamen Marketing-Strategie eines Herstellers organisiert sind. Es ähnelt deshalb dem amerikanischen vertikalen Marketing-Kanal.“34

Mit diesem Distributionssystem versuchten die Hersteller, die ineffizienten Distributionskanäle zu umgehen, in dem sie Großhändler vertikal integrierten und jedem Händler ein bestimmtes Produkt in einem bestimmten Gebiet zuteilten.35 Die Händler wiederum lieferten an mehrere kleinere Händler, die wiederum an Unterhändler oder direkt an den Endkunden. Durch diesen Schritt wollten die Hersteller den Marken-internen Wettbewerb zwischen ihren Händlern beenden und die Service-Qualität verbessern.

Zusammenfassung der Kapitel

I GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Distribution und Distributionssystem und erläutert die Bedeutung des vertikalen Marketings innerhalb der japanischen Marktstruktur.

II ENTWICKLUNG UND EINFLUSSFAKTOREN: Es erfolgt eine detaillierte historische Betrachtung Japans von der Isolationszeit über die Nachkriegszeit bis zum 1985er Schock sowie die Analyse der strukturellen und gesetzlichen Rahmenbedingungen.

III BEISPIELE AUS DEM GE- UND VERBRAUCHSGÜTERBEREICH: Anhand der Unternehmen Toys R Us und Wella wird dargestellt, wie ausländische Firmen trotz der spezifischen japanischen Marktbarrieren erfolgreich Fuß fassen konnten.

IV KRITISCHE BEWERTUNG: Dieses Kapitel reflektiert die bestehenden Hindernisse für ausländische Marktteilnehmer und bewertet die Erfolgschancen basierend auf empirischen Daten und Umfragen.

V HANDLUNGSEMPFEHLUNG: Die Arbeit gibt konkrete Ratschläge für Unternehmen, die in den japanischen Markt eintreten wollen, wobei der Fokus auf Flexibilität, lokaler Expertise und langfristiger Ausdauer liegt.

VI FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst den grundlegenden Wandel des japanischen Distributionssystems zusammen und prognostiziert eine abnehmende Rolle des Großhandels zugunsten einer stärkeren Händlermacht.

Schlüsselwörter

Japan, Distributionssystem, Keiretsu, Einzelhandel, 1985er Schock, Bubble Economy, Handelsbarrieren, Markteintritt, Großhandel, vertikales Marketing, Supermärkte, Konsumgüter, Industrie, Deregulierung, Handelsstrategie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Studienarbeit analysiert die Struktur und den Wandel des japanischen Distributionssystems, das lange Zeit als ineffizient und für Ausländer undurchdringlich galt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf historischen Entwicklungsphasen, dem Einfluss staatlicher Gesetze, dem Niedergang kleinteiliger Handelsstrukturen und neuen, modernen Betriebsformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ausländischen Unternehmen ein Verständnis für das japanische Vertriebssystem zu vermitteln und Strategien für einen erfolgreichen Markteintritt aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung aktueller Wirtschaftsdaten, dem Studium politischer Rahmenbedingungen sowie der Betrachtung von Fallbeispielen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Analyse des 1985er Schocks, eine Untersuchung der Gesetzesänderungen sowie eine Bewertung verschiedener Markteintrittsstrategien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Keiretsu-System, 1985er Schock, strukturelle Handelsbarrieren, sowie die Begriffe für moderne Einzelhandelsformen wie Convenience Stores.

Welche Rolle spielte der sogenannte „1985er Schock“ für den Einzelhandel?

Er markiert den Wendepunkt, ab dem die Anzahl traditioneller „Tante Emma-Läden“ stark zurückging und eine rasante Entwicklung westlich geprägter Supermärkte und 24-Stunden-Geschäfte einsetzte.

Welchen Einfluss haben ausländische Unternehmen in Japan?

Wie die Beispiele Toys R Us und Wella zeigen, können ausländische Firmen erfolgreich sein, wenn sie sich intensiv mit den lokalen Gegebenheiten auseinandersetzen und Ressourcen für eine oft kostspielige Anfangsphase mitbringen.

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Details

Title
Das japanische Distributionssystem
College
University of Applied Sciences Landshut  (Fachhochschule Landshut, Betriebswirtschaft)
Course
Internationales Marketing
Grade
2,0
Author
Manuela Schweizer (Author)
Publication Year
2003
Pages
50
Catalog Number
V76855
ISBN (eBook)
9783638817615
ISBN (Book)
9783638818414
Language
German
Tags
Distributionssystem Internationales Marketing
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuela Schweizer (Author), 2003, Das japanische Distributionssystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76855
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