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Ist Bildung messbar?

Titel: Ist Bildung messbar?

Hausarbeit , 2005 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Robert Lachner (Autor:in)

Pädagogik - Allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine Auseinandersetzung mit der Fragestellung, ob Bildung messbar ist. Dazu muss zunächst eine Antwort auf die Frage gefunden werden, was überhaupt unter Bildung zu verstehen ist. Weil die bedeutsamsten Wurzeln des Begriffs in den Epochen der Aufklärung und des Neuhumanismus liegen, soll im Abschnitt „Begriff der Bildung“ zunächst das ihnen zugrunde liegende Verständnis von Bildung skizziert werden. Angesichts der
Geschehnisse zur Zeit des Nationalsozialismus eröffnete sich nach 1945 eine Diskussion um Bildung, die den heutigen Diskurs entscheidend geprägt hat. Eine besondere Stellung bekommt hier der Bildungsbegriff der Kritischen Theorie, die die neuere Kritik am klassischen Bildungsbegriff richtungsweisend beeinflusst hat. Auf dieser Grundlage wird dann erörtert, was heutzutage unter Bildung zu verstehen sein sollte. Das herausgestellte Verständnis von Bildung wird im anschließenden dritten Abschnitt der Arbeit mit der Frage „Ist Bildung messbar?“ konfrontiert. Dieses methodische Vorgehen wieder immer durch die Begründung des Umstandes gerechtfertigt wird, dass es keine andere sinnvolle Möglichkeit gibt, als den Bildungsbegriff unter dem beschriebenen Verständnis auszulegen. In diesem Zusammenhang wird Bildung dem in vielen Teilen der Öffentlichkeit,
Politik und auch Wissenschaft gebräuchlichen „neuen Bildungbegriff“ gegenübergestellt, der sich stark an seiner Messbarkeit orientiert. Durch diese Abgrenzung sollen im weiteren Verlauf der Arbeit Chancen und Gefahren für Bildung erörtert werden, die durch Messbarkeit entstehen können. Anhand einer kurzen Diskussion zweier erziehungswissenschaftlicher Lösungsansätze, die Jürgen Oelkers (1992) und Hartmut von Hentig (1996) vorschlagen, soll verdeutlicht werden, dass die Problematik der Fragestellung nicht zufrieden stellend bewältigt werden kann, ohne der Bildung einen kontraproduktiven Sinn zu verleihen. Unter Berücksichtigung dieser Ergebnisse soll sich im vierten Abschnitt der Arbeit, der „Kritik an der Fragestellung“, zeigen, warum die Frage nach der Messbarkeit von Bildung diskutiert werden muss und so eigentlich nicht gestellt werden kann. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Begriff der Bildung

III. Ist Bildung messbar?

IV. Kritik der Fragestellung

V. Reformulierung der Fragestellung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, ob Bildung in einem pädagogischen Sinne messbar ist. Dabei wird untersucht, wie sich der traditionelle, historisch gewachsene Bildungsbegriff gegen die zunehmende Ökonomisierung und Operationalisierung in der empirischen Bildungsforschung abgrenzen lässt und ob eine produktive Schnittstelle zwischen diesen beiden Ansätzen überhaupt möglich ist.

  • Historische Herleitung des Bildungsbegriffs (Aufklärung, Neuhumanismus, Kritische Theorie)
  • Gegenüberstellung von Bildung und messbaren Kompetenzen/Qualifikationen
  • Analyse der Problematik von Messbarkeit in der Pädagogik
  • Diskussion erziehungswissenschaftlicher Lösungsansätze
  • Reformulierung der Forschungsfrage unter Berücksichtigung moralischer Kriterien

Auszug aus dem Buch

II. Begriff der Bildung

Obwohl Bildung ein, wenn nicht sogar der wichtigste Grundbegriff der Pädagogik ist, entzieht er sich dennoch immer wieder dem Versuch einer Definition. Der in dieser Form nur in Deutschland gebräuchliche Begriff ist stets im kulturellen und historischen Kontext zu betrachten, denn Bildung impliziert das jeweilige Selbst- und Werteverständnis des Menschen (vgl. Böhm 2000, S. 7f.). Die Dynamik des Bildungsbegriffs muss demnach in seiner komplexen Vielschichtigkeit erschlossen werden. Eine Beschreibung des Begriffs der Bildung ist aber unverzichtbar, sowohl für die theoretische, als auch für die praktische Auseinandersetzung mit Fragen der Bildung, weil ein klares Begriffsverständnis von Bildung Argumentationsgrundlage eines jeden Bildungsdiskurses sein muss.

Ein für die Pädagogik grundlegender und nachhaltiger Begriff von Bildung entsteht im 18. Jahrhundert im Zuge der Aufklärung um seine bedeutenden Vertreter Kant und Rousseau. Im sog. pädagogischen Jahrhundert gilt derjenige Mensch als gebildet, welcher aufgeklärt Distanz übt gegenüber den Strukturen von Metaphysik, Theologie und Gesellschaftsklasse. Dadurch kann sich der Mensch mittels Bildung von überkommenen Verhältnissen befreien. Bildung soll nun dem Selbstzweck dienen. Der Mensch kann sich als Vernunftwesen selbst bestimmen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Messbarkeit von Bildung ein und skizziert den Aufbau der Arbeit, von der historischen Herleitung bis zur kritischen Reflexion aktueller Messansätze.

II. Begriff der Bildung: Dieses Kapitel erläutert den komplexen, historisch gewachsenen Bildungsbegriff unter Einbeziehung von Aufklärung, Neuhumanismus und der Kritischen Theorie.

III. Ist Bildung messbar?: Das Kapitel kontrastiert den traditionellen Bildungsbegriff mit modernen, ökonomisch geprägten Kompetenz- und Qualifikationsmodellen und hinterfragt deren pädagogische Validität.

IV. Kritik der Fragestellung: Es wird dargelegt, warum eine einfache Messung von Bildung pädagogisch inakzeptabel ist und wie eine solche Messung den Bildungsbegriff selbst entleeren und kontraproduktiv wirken könnte.

V. Reformulierung der Fragestellung: Das abschließende Kapitel schlägt eine qualitative Neuausrichtung vor, bei der Moral und kritische Reflexion als Kernpunkte dienen, um produktive Schnittstellen zwischen Theorie und Forschung zu finden.

Schlüsselwörter

Bildung, Bildungsbegriff, Messbarkeit, Pädagogik, Erziehungswissenschaft, Kompetenz, Qualifikation, Aufklärung, Neuhumanismus, Kritische Theorie, Humanität, Mündigkeit, Moral, Ökonomisierung, Bildungsforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die grundlegende Frage, ob das pädagogische Konzept der Bildung quantitativ messbar ist, ohne dabei seinen wesentlichen, humanistischen Kern zu verlieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die historische Herleitung des Bildungsbegriffs, die Abgrenzung von Wissen, Kompetenzen und Qualifikationen sowie die Spannungsfelder zwischen Bildungstheorie und empirischer Bildungsforschung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob sich Bildung operationalisieren lässt und wie die Erziehungswissenschaft mit dem Anspruch umgehen kann, Bildung messbar zu machen, ohne ihre theoretische Fundierung aufzugeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine geisteswissenschaftlich-hermeneutische Methode, indem sie Begriffe historisch-systematisch rekonstruiert und durch den Rückgriff auf klassische und moderne bildungstheoretische Positionen kritisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine historische Fundierung des Bildungsbegriffs, eine Konfrontation mit der modernen empirischen Forschung und eine kritische Auseinandersetzung mit der Messbarkeitsthematik, ergänzt durch die Analyse von Lösungsansätzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Bildung, Messbarkeit, Erziehungswissenschaft, Kompetenz, Humanität, kritische Reflexion und Bildungsforschung.

Warum ist laut Autor Bildung nicht mit messbaren Kompetenzen gleichzusetzen?

Der Autor argumentiert, dass Kompetenzen und Qualifikationen zwar messbar sind, jedoch nur Teilaspekte erfassen, während Bildung ein ganzheitlicher, individuell-subjektiver Prozess der Persönlichkeitsentwicklung ist, der sich der Quantifizierung entzieht.

Welche Rolle spielt die Kategorie "Moral" in der Reformulierung der Fragestellung?

Moral dient dem Autor als Hauptkriterium für eine qualitative Bewertung. Bildung wird dabei eng mit der Fähigkeit zur kritischen Reflexion und dem Ziel verbunden, menschliches Handeln am Prinzip der Humanität auszurichten, um Barbarei zu verhindern.

Was versteht der Autor unter "Halbbildung" in Abgrenzung zur Bildung?

Halbbildung entsteht, wenn Wissen und Kompetenzen lediglich instrumentalisiert werden, ohne dass eine kritische Selbstreflexion stattfindet, die das Handeln an Werten der Menschlichkeit orientiert.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ist Bildung messbar?
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,0
Autor
Robert Lachner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
21
Katalognummer
V76873
ISBN (eBook)
9783638817707
ISBN (Buch)
9783638818445
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Robert Lachner (Autor:in), 2005, Ist Bildung messbar?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76873
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Leseprobe aus  21  Seiten
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