Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. Definition der Investition 4
3. Die Bedeutung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage für Volkseinkommen und
Besch äftigung 5
3.1 Gleichgewicht auf dem Gütermarkt 5
3.2 Die Keynesianische Beschäftigungspolitik 6
3.3 Geplante und realisierte Ersparnisse und Investitionen. 7
3.4 Multiplikator. 8
3.4.1 Investitionsmultiplikator (hierzu: Schaubild 3 im Anhang) 8
3.4.2 Staatsausgabenmultiplikator. 9
3.5 Investitionsfunktion 10
3.6 Akzelerator 11
3.7 Kritik am Multiplikator und Akzelerator. 11
3.8 Postkeynesianische Wachstumstheorie 13
4. Angebotsorientierte Wirtschafts- und Konjunkturpolitik für Volkseinkommen und
Besch äftigung 15
4.1 Kritik an der angebotsorientierten Wachstumstheorie 16
5. Schlussbetrachtung 17
6. Literaturverzeichnis 18
2
1. Einleitung
Angesichts nicht deutlich genug steigender wirtschaftlicher Wachstumsraten und steigender Arbeitslosenzahlen- so meldet das statistische Bundesamt für Februar 2005 eine Arbeitslosenquote von 12,6%1- werden die zu ergreifenden wirtschaftpolitischen Maßnahmen kontrovers diskutiert. Im Rahmen des Themas meiner Hausarbeit werden die beiden Hauptrichtungen zur Erreichung wirtschaftlichen Wachstums und damit zu einer Erhöhung von Einkommen und Beschäftigung über Investitionen dargestellt. Die Schwankungen der Investitionsausgaben haben einen großen Anteil an der Veränderung des Bruttoinlandsprodukts und bilden deshalb eine konjunkturpolitische Schlüsselgröße. Diese werden durch den Multiplikator- und Akzeleratorprozess, den die Verfasserin in einem späteren Kapitel dieser Arbeit erläutern wird, um ein Vielfaches verstärkt. Investitionen beeinflussen zudem maßgeblich die zukünftigen Produktionsmöglichkeiten (=Kapazitätseffekt).
Aus diesem Grund sind Investitionen von immanent großer Bedeutung für das gesamtwirtschaftliche Einkommen und die Beschäftigung.
Zunächst wird eine Definition der Investition vorgenommen. In einem zweiten Schritt wird auf die Bedeutung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage für Volkseinkommen und Beschäftigung eingegangen. Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit der angebotsorientierten Wachstumstheorie. Es folgen einige abschließende Betrachtungen zum Wachstum.
1 Statistisches Bundesamt, http://www.destatis.de/indicators/d/arb210ad.htm
3
2. Definition der Investition
Eine Investition liegt dann vor, wenn eine Erhöhung des Kapitalstocks durch die von Unternehmen ausgegebenen Beträge entstanden ist. „Unter Investitionen versteht man den Ausgabenstrom, der den physischen Kapitalstock erhöht.“ 2 Das Kapital wiederum bezeichnet die produzierten Produktionsmittel. Dies sind demnach Güter, die nicht zum Konsum, sondern zur Güterproduktion hergestellt und verwendet werden. Es handelt sich also um Realkapital, wie Maschinen, Anlagen und Fabrikgebäude und entsteht durch die Kombination der Produktionsfaktoren Arbeit und Boden. Für die Kapitalbildung muss zunächst ein Konsumverzicht (=Sparen) der Haushalte in einer Periode erfolgen. Sparen wird durch die Differenz von Einkommen und Konsum definiert (S=Y-C): Die Höhe des Sparens hängt von der Höhe des Einkommens ab (S=f(Y)).
„Die zweite Bedingung für eine gelungene Kapitalbildung ist, dass die ersparten Mittel auch für die Kapitalbildung eingesetzt werden (=Investieren).“ 3 Durch den Einsatz von Kapital ist die Produktion dann in der nächsten Periode effizienter. Werden die Ersparnisse von den Unternehmen nicht investiert, hat das Arbeitslosigkeit und eine rückläufige Gesamtnachfrage der Volkswirtschaft zur Folge. „Investitionen sind eine notwendige, wenngleich nicht hinreichende Bedingung wirtschaftlichen Wachstums.“ 4
In den nächsten Kapiteln wird auf steuerungspolitische Ansätze eingegangen, die den Zusammenhang und die Bedeutung der Investitionen für das gesamtwirtschaftliche Einkommen und die Beschäftigung erläutern.
2 Dornbusch, R. und Fischer, S., Grundzüge der Volkswirtschaft, S. 401
3 Siebert, H., Einführung in die Volkswirtschaftslehre, S. 51
4 Woll, A., Allgemeine Volkswirtschaftslehre, S. 408
4
3. Die Bedeutung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage für
Volkseinkommen und Beschäftigung
Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nach Gütern stellt einen entscheidenden Faktor für die Höhe des Volkseinkommens und letztlich auch der Beschäftigung dar. Die Höhe des Volkseinkommens wird aus Konsumgüternachfrage und der geplanten Investitionsgüternachfrage bestimmt. 5
3.1 Gleichgewicht auf dem Gütermarkt
Die Komponenten der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage sind explizit die Konsumgüternachfrage der Haushalte, die Investitionsgüternachfrage der Unternehmen, welche aus dem Sparen der Haushalte resultiert, die Nachfrage des Staates, sowie der Außenbeitrag. Dieser entsteht durch außenwirtschaftliche Beziehungen und errechnet sich durch die Exporte des Inlandes minus der Importe aus dem Ausland. Es ergibt sich folgende Bestimmungsgleichung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage: Y n = C+I+G+(EX-IM).
Wenn das Angebot mit der Nachfrage übereinstimmt besteht ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht auf dem Gütermarkt (Y a = Y n ). Einhergehend mit der Gleichgewichtssituation kommt es zum Gleichgewichtseinkommen Y. Ein Ungleichgewicht entsteht, wenn das Güterangebot von der Nachfrage nicht voll ausgeschöpft wird (Y a >Y n ). Wenn das Güterangebot größer als die Nachfrage ist, sparen die Haushalte, das heißt sie verringern ihre Konsumnachfrage. Aus Sicht der Investitionen bedeutet dies, dass die Unternehmen ungeplante Investitionen vornehmen. Sie bilden Lagerbestände in Höhe der Ersparnisse der Haushalte. Es kommt zu einer Einschränkung in der Produktion und dadurch wird das Angebot eingeschränkt bis hin zum Gleichgewichtsangebot Y 0 .
Bei Y
a
5 vgl. Bartling, H. und Luzius, F., Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, S. 152
5
Lagerbestände. Die Produktion wird ausgedehnt, so dass die angebotene Gütermenge bis hin zur Gleichgewichtssituation von Angebot und Nachfrage (Y 0 ) steigt. Obwohl es auf dem Gütermarkt immer Tendenzen zu einer Gleichgewichtssituation gibt, kann es auch bei Y 0 zur Unterbeschäftigung kommen. 6 Der Grund dafür liegt in einem zu geringen Volkseinkommen. Nach der Keynesianischen Beschäftigungspolitik muss der Staat Impulse geben. Er muss über Investitionen Nachfrage erzeugen, damit Vollbeschäftigungseinkommen und Gleichgewichts-Einkommen übereinstimmen.
3.2 Die Keynesianische Beschäftigungspolitik
In den dreißiger Jahren stellte John Maynard Keynes eine Theorie für die Bestimmung des Volkseinkommens und der Beschäftigung auf. Nach Keynes ist die „Determinante von Beschäftigung, Produktion und Volkseinkommen (...) die Gesamtnachfrage nach Gütern.“ 7
Er nahm an, dass die Höhe des Volkseinkommens von der Beschäftigungslage abhinge. Bei Vollbeschäftigung kommt es zu einer Vollausschöpfung des Produktionspotentials. Demgegenüber sinkt das Volkseinkommen bei Unterbeschäftigung. Die Höhe von Volkseinkommen und Beschäftigung hängt von der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage ab. Bei geringer Nachfrage wird das Produktionspotential nicht vollständig ausgeschöpft, das heißt es könnten mehr Güter hergestellt werden. Dies führt zu einer niedrigeren Beschäftigungslage und einem geringeren Volkseinkommen. Eine Überbeschäftigung entsteht, wenn die Gesamtnachfrage größer als das Produktionspotential ist. 8
Eine der zentralen Thesen Keynes besagt, dass der Staat als Investor auftreten soll, um die Nachfrage zu beleben. In der Keynesianischen Makroökonomik hat die Theorie des Multiplikators, welche beschreibt, wie das Volkseinkommen auf Änderungen von Investitionen und Staatsausgaben reagiert, entscheidende Bedeutung.
6 vgl. Siebert, H., Einführung in die Volkswirtschaftslehre, S. 265 f
7 Woll, A., Allgemeine Volkswirtschaftslehre, S. 339
8 vgl. Siebert, H., Einführung in die Volkswirtschaftslehre, S. 255
6
Arbeit zitieren:
Anna Maria Keisers, 2005, Die Investitionen haben eine hohe Bedeutung für das gesamtwirtschaftliche Einkommen und die Beschäftigung , München, GRIN Verlag GmbH
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