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Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Die Erben des weströmischen Reiches 5
1. Die Merowinger. 5
2. Der Fall Brunichildes 6
III. Die Arnulfinger-Pippiniden. 9
1. Pippin der Ältere. 9
2. Bischof Arnulf von Metz. 13
3. Karolingische Stammlandschaften 14
IV. Ergebnisse 17
Quellen - und Literaturverzeichnis 19
I. Gedruckte Quellen. 19
II. Literatur 19
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I. Einleitung
Der Aufstieg der karolingischen Familie vom austrasischen Adelsgeschlecht zum dominierenden Element fränkischer Königsherrschaft und die damit verbundene Schwächung und endgültige Ablösung der merowingischen Dynastie, zählen zu den bedeutendsten und bemerkenswertesten Vorgängen des gesamten Mittelalters. Die karolingischen Könige prägten und formten die frühmittelalterliche europäische Landkarte wie kein anderes Herrschergeschlecht dieser Zeit und hinterließen als ihr Erbe ein fränkisches Großreich, welches nachhaltig die politische, kulturelle und religiöse Identität des europäischen Kontinents verändert hatte. Die Wiederbelebung des Kaiserkultes und die Kaiserkrönung Karls des Großen (800) standen dabei ohne Zweifel an der Spitze des karolingischen Aufstiegs und Hegemonialanspruchs. Weitere staatstragende Ereignisse dieser Epoche, vorrangig die Entstehung des Kirchenstaats (756), der karolingische „Staatsstreich“ (751) sowie die Eindämmung arabischmuslimischer Ausdehnung (732) sind namentlich in den Karolingerkönigen Pippin dem Jüngeren bzw. Karl Martell fassbar und ebenfalls von großer Bedeutung für die spätere politische Entwicklung. Auch schon Jahrzehnte zuvor, in Zeiten nomineller Merowingerherrschaft, schien die karolingische Tradition mit Pippin dem Mittleren 1 ihren vermeintlich ersten großen „princeps Francorum“ 2 vorweisen zu können, da er die Begründung der karolingischen Vorherrschaft im gesamten Frankenreich überhaupt erst möglich machte (687) 3 . Der augenscheinlich bemerkenswerte Aufstieg der Karolinger verlief jedoch nicht so geradlinig und etappenweise wie sich die bedeutendsten Ereignisse in Eckdaten ausdrücken lassen. Dem Erfolg standen zweifelsohne Rückschläge entgegen, die den Prozess des Erstarkens wieder verlangsamten und die Aussicht auf eine langfristige Machterhaltung schmälerten 4 . Jahrzehnte vor dem erfolgreichen Auftreten Pippins d. Mittleren, im frühen 7. Jahrhundert, tauchten
1 Pippin „der Mittlere“ ist identisch mit Pippin II., vgl. Pippin „der Ältere“ ist gleichzusetzen mit Pippin I.
2 Schieffer, Rudolf: Die Karolinger. 3., überarb. Auflage. Stuttgart, Berlin, Köln 2000, S. 28.
3 In der Schlacht bei Tertry wurde 687 der innerfränkische Kampf zw. den Regionen Austrasien und Neustrien zugunsten des austrasischen karolingischen Adelsgeschlechts entschieden.
4 Erwähnt sei hier der gescheiterte „Staatsstreich“ des Grimoald, Sohn Pippins des Älteren.
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erstmals die ältesten Stammväter der Karolinger auf: Bischof Arnulf von Metz und Pippin „der Ältere“. Durch die Heirat ihrer Kinder wurden zwei der einflussreichsten und bedeutendsten Familien Austrasiens, die Arnulfinger und die Pippiniden, dauerhaft miteinander verbunden und das karolingische Geschlecht überhaupt erst erschaffen 5 . Pippins und Arnulfs Schicksal kann jedoch nicht durch detailliert beschriebene Einzeldaten nachgezeichnet werden wie das bei ihren Nachkommen der Fall ist, da ihre unmittelbare Vergangenheit weitestgehend im Dunkel der Geschichte verborgen liegt. Die dürftige Quellenlage erlaubt urkundliches und erzählendes Wissen zusammenzutragen, doch der genauere Verlauf von einzelnen Ereignissen bleibt lückenhaft. Neben einer personengeschichtlichen Forschung wurde im Falle der beiden karolingischen Urahnen deshalb stets auch eine stark genealogisch-besitzgeschichtliche Interpretation hinzugezogen, um neue Erkenntnisse über die Besitzverhältnisse in bestimmten Teilen Austrasiens zu gewinnen. Die Frage nach den karolingischen Stammlandschaften stand dabei vereinzelt im Vordergrund wissenschaftlicher Interessen, da man den Einflussbereich und den Ursprung der Arnulfinger-Pippiniden zurückverfolgen wollte. Es lässt sich dabei deutlich erkennen, dass eine wichtige Machtgrundlage der beiden Spitzenahnen streubesitzähnliche Güter und Ländereien im austrasischen Teilreich waren. Weiterhin deuten Untersuchungen darauf hin, dass Arnulf und Pippin trotz üblicher Adelsfehden, wohl generell auf eine breite Unterstützung in ebenfalls begüterten Adelskreisen bauen konnten und dies der zweite Grund ihrer fabelhaften Ausgangsposition gewesen sei.
Auf den folgenden Seiten soll nach einer kurzen Hinführung, die den Auf- und Abstieg des merowingischen Geschlechts thematisiert, die politische Geschichte und das Schicksal Pippins d. Älteren zusammengefasst werden. Sinnvollerweise findet die Geschichte Arnulfs von Metz in groben Zügen ebenfalls Erwähnung, da beide Austrasier zusammen den ersten Grundstein für die Entstehung und den Aufstieg der karolingischen Dynastie legten und beide als Spitzenahnen gelten dürfen. Weiterhin sollen landschaftliche Beziehungen der Arnulfinger-Pippiniden zu ihren vermeintlichen Stammlandschaften mit in die Erläuterungen einfließen, um Stellung, Besitz und Herkunft Pippins genauer zu klären.
5 Die Arnulfinger-Pippiniden wurden später in Karolinger umgetauft.
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II. Die Erben des weströmischen Reiches
1. Die Merowinger
Die fränkische Geschichte ist für das Werden europäischer Reiche und Nationen wie beispielsweise Burgund, Frankreich oder Italien von essentieller Bedeutung. Die Franken gelten als Erben der „weströmischen Herrschaft in Gallien“ 6 und standen vermittelnd zwischen Spätantike und Mittelalter. Sie transformierten und konservierten römische Einflüsse und waren ihr Reich war wohl das bedeutendste frühmittelalterliche Großreich. Die erste fränkische Dynastie, die der Merowinger, entstand aus einem Zusammenschluss von ehemals „unterworfenen, von Rom abhängigen Klientelstaaten“ 7 , die unter einer königlichen Instanz zusammengefasst waren. Der Ausgangspunkt des frühfränkischen Merowingerreichs liegt im heutigen Nordfrankreich wo die Salier die Herrschaft über die Stämme der Franken übernahmen. Chlodwig I., salfränkischer König und römischer Kommandant in der Provinz Belgica II, hatte 486/7 den Romanen Syagrius und damit die letzte römische Herrschaft in seinem Gebiet beseitigt. Er herrschte zwischen Somme und Loire, vereinte die fränkischen Stämme und war nach einem Teilerfolg über die Goten zum Christentum konvertiert. Chlodwig begründete, ausgehend von der salischen Stammesdominanz, durch eine beachtliche Expansivpolitik allmählich ein einheitliches fränkisches Großreich unter seiner alleinigen Herrschaft 8 . Das geschaffene Großreich spielte eine ebenbürtige Rolle gegenüber Westgoten und Ostgoten. Durch die Christianisierung und die Offenheit gegenüber der römischen Kultur war eine Verschmelzung von Gallorömern und Franken möglich, außerdem sicherte die Taufe die Unterstützung der gallischen Bischöfe. Gallorömische Traditionen, Rechts-, Militär- und Verwaltungsstrukturen wurden größtenteils übernommen und auch die Adelsschicht hatte in etwa die gleiche Struktur wie diejenige des untergegangenen Imperiums. Das fränkische Gebiet wurde somit romanisiert. Ähnlich wie bei den senatorischen Geschlechtern kristallisierte sich ein durch Reichtum, politische Macht und ererbten Status charakterisierter fränkischer Adel heraus, den es entweder schon vor der merowingischen Dynastie Chlodwigs gab oder der sich etwa zur selben Zeit entwickelt hatte.
6 Schneider, Reinhard: Das Frankenreich (OGG Bd. 2). 2., überarb. u. erw. Auflage. München 1990, S.1.
7 Geary, Patrick J.: Die Merowinger. Europa vor Karl dem Großen. 2. Auflage. München 2003, S. 85.
8 Vgl. Schneider, S. 12f.
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Nach dem Tod Chlodwigs 511 wurde sein Erbe unter seinen Söhnen aufgeteilt. Diese Teilungsprozedur war von nun an jahrhundertelang geltendes Recht und wie sich herausstellen sollte ein folgenschwerer Präzedenzfall, da Erbstreitigkeiten und Neid die Herrschaft der folgenden Thronanwärter charakterisierten. Die Söhne Chlodwigs I. konnten zwar das Reich durch eine stabile Außenpolitik stark vergrößern, im Innern häuften sich allerdings familiäre Streitigkeiten um territorialen Machtzuwachs. Die Prätendenten waren sogar gewillt Brudermord zu begehen, um das eigene Teilreich zu vergrößern. Obwohl in mehrere Königreiche aufgeteilt, galt das Reich trotzdem als ein einziges gesamtes Herrschaftsgebiet, als „regnum Francorum“ 9 . Drei Königreiche bildeten sich Mitte des 6. Jahrhunderts aus dem gesamtfränkischen Reich als lokale Machtzentren heraus: Austrasien, Neustrien und Burgund. Im, für diese Erörterung wichtigen, nordöstlichen Austrasien, einem Herrschaftsgebiet, dass sich zwischen Rhein und Maas bis in Teile der Champagne sowie Mittel- und Südgalliens erstreckte, kulminierte im 6. Jahrhundert die römische Kultur und der römische Einfluss war deutlich zu spüren. Trotzdem wurde Austrasien auch stark „germanisiert“ und die zentrale Macht lag vielmehr bei den adligen Landbesitzen als in den Städten. Die Stadt Metz bildete jedoch ein wichtiges geistiges und kulturelles Zentrum. Kennzeichnend für das 6. Jahrhundert, allerdings nicht nur für Austrasien, war das Erstarken des Adels, egal ob römischer oder germanischer Abstammung. Die Merowingerkönige Austrasiens waren durch diese Umstände in starkem Maße von Adelstendenzen konfrontiert, eine Kluft zwischen Adel und Königtum schien sich aufzutun 10 .
2. Der Fall Brunichildes
Wirkten sich Differenzen zwischen Adel und Königtum oft unvorteilhaft für staatspolitische Entwicklungen oder etwa steuerpolitische Entscheidungen aus, wogen blutige Fehden und privater Streit innerhalb des Adels mindestens genauso schwer. Bei den Erzählungen des Gregor von Tours findet man jedenfalls keine Unterscheidung „(...)zwischen persönlichen und politischen Motiven(...)“ 11 bei Fehden zwischen rivalisierenden Adelsparteien. Diese Kämpfe um Familienehre und Machtpolitik zeigen
9 Geary, S. 122.
10 Vgl. Geary, S. 124 ff.
11 Geary, S. 126.
Arbeit zitieren:
Tobias Deppler, 2005, Pippin der Ältere - Urahn der Karolinger, München, GRIN Verlag GmbH
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