Inhalt
Inhalt................................................................................................................................. 2
1. Einleitung 3
2. Von der Aufklärung bis 1945 5
3. Von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart. 10
4. Fazit 16
5. Literaturverzeichnis. 18
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1. Einleitung
Die Geschichte der politischen Erwachsenenbildung nachzuzeichnen, ist vor allem aus zwei Gründen ein schwieriges Unterfangen. Zum einen schlicht, weil es bis heute keine umfassende Historiographie zum Thema gibt (vgl. Hufer 1999, S. 87), wozu vielfach ein Mangel an relevanten empirischen Daten kommt (vgl. Ciupke 1999, S.62). Zum anderen, weil schon der Gegenstand eines solchen Versuchs schwer zu fassen ist. Was politische Erwachsenenbildung genau umfaßt - in Bezug auf Institutionen, Themen, Inhalte, Teilnehmer, Arbeitsformen - ist bis heute umstritten. Weiter erschwert wird die exakte Abgrenzung eines eigenen Bereichs dadurch, daß Allgemeine Bildung, Erwachsenen- bzw. Volksbildung und politische Bildung ideengeschichtlich lange Zeit eng aufeinander bezogen waren (vgl. Ciupke 1999, S. 61). Vor diesem Hintergrund ist es nicht leicht, sich für eine bestimmte Herangehensweise an einen solchen historischen Abriß zu entscheiden - will man eine Ideengeschichte, eine Institutionen-, Personen-, Politik-, Sozial- oder Kulturgeschichte schreiben? Versucht man eine Mischung? Wenn ja, mit welcher Gewichtung der einzelnen Aspekte?
Da sich diese Arbeit auf das Seminar „Institutionen der Erwachsenenbildung“ bezieht, scheint der Schluß nahe zu liegen, eine „Institutionengeschichte“ zu schreiben. Eine solche Einschränkung wäre der Sache aber selbst und gerade dort unangemessen, wo sich die jeweilige institutionelle Realität z.B. mit der ideengeschichtlichen oder der politischen Situation nicht in Einklang oder gar in Opposition befand. Man kann also zwar Schwerpunkte setzen, darf aber aufgrund der immer bestehenden Verflechtungen und Interdependenzen - positiver oder negativer Art - nie die anderen Aspekte des Problems vernachlässigen, wenn man der Wahrheit möglichst nahe kommen will. Setzt man sich zum Ziel, speziell auf das hinzuführen, was wir heute im allgemeinen unter politischer Erwachsenenbildung verstehen, fällt zumindest die Entscheidung für einen zeitlichen Anfangspunkt der Betrachtung schon leichter. Dann ist es nämlich
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durchaus sinnvoll, mit der Aufklärung zu beginnen. Denn die Gedanken der Aufklärung in Hinblick auf die Bedeutung von Freiheit, personalen und sozialen Rechten, Vernunftbegabung des Einzelnen usw. bilden immer noch den normativen Kern dessen, was wir heute mit politischer Erwachsenenbildung assoziieren (vgl. dazu auch Behrens 1999, S. 206).
Befaßt man sich aber mit der Aufklärung, gleich in welchem Zusammenhang, ist es immer wieder hilfreich, sich noch einmal Anliegen und Credo der Aufklärung in den berühmten Worten Immanuel Kants zu vergegenwärtigen, dessen Schüler Friedrich August Hahnrieder sicher nicht zufälligerweise im Rückgriff auf die Philosophie seines Lehrers die Idee beruflicher Qualifizierung Erwachsener entwickelte (vgl. Olbrich 2001, S. 31 f. und 434):
„A u f k l ä r u n g i s t d e r A u s g a n g d e s M e n s c h e n a u s s e i - n e r s e l b s t v e r s c h u l d e t e n U n m ü n d i g k e i t. U n m ü n d i g -k e i t ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. S e l b s t v e r s c h u l d e t ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth dich deines e i g e n e n Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung. [...] Zu dieser Aufklärung aber wird nichts erfordert als F r e i h e i t; und zwar die unschädlichste unter allem, was nur Freiheit heißen mag, nämlich die: von seiner Vernunft in allen Stücken ö f f e n t l i c h e n G e b r a u c h zu machen.“(Kant 1995, S.162f.)
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2. Von der Aufklärung bis 1945
Aus dem Paradigma der Aufklärung, die Welt sei durch den Gebrauch der Vernunft erkennbar, beherrschbar und veränderbar, entwickelte sich der moderne demokratische Gedanke einer Selbstregierung der Mitglieder der Gesellschaft durch bewußte Kooperation und ent-sprechende Möglichkeiten der Meinungsfindung und Interessenartikulation. Dieser Gedanke impliziert wiederum die Notwendigkeit von Öffentlichkeit und Bildung, um die als autonom und vernünftig gedachten Einzelwillen zum politischen Diskurs zu befähigen. Menschen- und Bürgerrechte werden insofern also auch bzw. vor allem als politische Kommunikationsrechte verstanden (hier und im folgenden vgl. v.a. Ciupke 1999, S. 65 ff.).
Wie hat sich das zunächst ausgewirkt? Konsequenterweise erst einmal in Plänen zur Umsetzung einer Volksbildung. Trotz der Formulierung von National- und Staatserziehungsplänen durch Philosophen und Pädagogen, wie z.B. Condorcet (1792), Fichte oder dem Schulreformer Heinrich Stephani, war die allgemein verbreitete Form der Bildung Erwachsener um die Jahrhundertwende immer noch die Selbstbildung durch Lesen, in freiwillig-geselliger Form (Diskussionen in Salons und Lesegesellschaften) oder durch Reisen - alles Formen der Bildung und des Austauschs, die sich vom Milieu her vor allem noch auf das Bürgertum und weltoffenen Adel beschränkten. Politische Bildung ist vom Begriff der Allgemeinbildung zu dieser Zeit noch ungeschieden.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. kommt es durch ein starkes Anwachsen des publizistischen Marktes zu einer Belebung und Ausweitung von Öffentlichkeit, wobei aber besonders die politische Meinungsbildung durch Verbote und Zensur erschwert wurde. Andererseits wurden in dieser Zeit die ersten Schritte in Richtung einer Institutionalisierung der Erwachsenenbildung unternommen. Vor allem gab es Gründungen von Volksbibliotheken und beruflich orientierten Sonntags- und Abendschulen, die aber auch Allgemeinbildung - politische Bildung eingeschlossenvermittelten.
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Arbeit zitieren:
M.A. Frank Schulze, 2002, Zur Geschichte der politischen Erwachsenenbildung in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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