1 Einleitung.1 Einleitung 3
Radiogeschichte 3
Einführung des Radios in Südamerika 3
Die Anfänge in Peru 4
Radio als Sprachrohr für die indigene Bevölkerung Perus 10
Die programas folclóricos 10
Radio in der Entwicklungshilfe 12
Tierra Fecunda 13
4 Schluss.4 Schluss 17
5 Literaturverzeichnis.5 Literaturverzeichnis 18
1 Einleitung
Welche Bedeutung haben Medien und speziell das Radio in einem unterentwickelten Land wie Peru? Welche Auswirkungen haben sie auf die Gesellschaft? Wie werden sie von der Bevölkerung allgemein und im Besonderen von den Campesinos (Bauern) rezipiert? Um diese Fragen beantworten zu können, muss man einiges Wissen über die politischen und ökonomischen Umstände in diesem Land in seine Überlegungen miteinbeziehen. Außerdem hat sich in den letzten 80 Jahren, in denen es Radio in Südamerika gibt, in technologischer sowie in entwicklungspolitischer Hinsicht viel verändert. Ich werde deshalb versuchen, die Entwicklung des Radios und seine Rolle als Unterhaltungs- und Informationsmedium im Wandel der Zeit angemessen zu beschreiben.
Zuerst möchte ich jedoch einen kurzen Abriss über die Einführung des Radios in Südamerika und über die Einflüsse nordamerikanischer bzw. europäischer Konzepte geben. Danach möchte ich auf Perus damalige Regierung unter Präsident Augusto B. Leguía und deren Intention beim Gebrauch des Radios eingehen.
Der Hauptteil meiner Arbeit soll aber den Blick auf die sozialen Komponenten im Umgang mit Radio lenken. Wie wird Radio eingesetzt? Was für Ideen werden umgesetzt? Welche Ziele werden beabsichtigt? Kann das Radio Bildungsarbeit leisten? Wie beeinflusst es das Bewusstsein der Bevölkerung? Trägt es positiv zur Entwicklung des Landes bei? Für die Beantwortung dieser Fragen werde ich den Blick sowohl auf die im Land verborgenen Kräfte, als auch auf die Arbeit der internationalen Entwicklungshilfe im Umgang mit Medien lenken und anhand von einem konkreten Projektbeispiel die Erfolge und Schwierigkeiten dieser Arbeit aufzeigen.
2 Radiogeschichte
2.1 Einführung des Radios in Südamerika
Argentinien behauptet von sich, der Vorreiter in der Ausstrahlung von Radiosendungen in Südamerika zu sein. Erste Versuche soll es schon um 1918 gegeben haben, aber am 26. 8. 1920 kam es in Buenos Aires zum Durchbruch: es wurde die Wagneroper „Parsifal“ gesendet. Die Begeisterung unter den Zuhörern war groß, es wurden innerhalb von 10 Jahren mehrere Radiosender (Radio Argentina, Radio Sudamérica, R. Belgrano, R. Splendid, R. Mitre, R. Municipal, Excelsior, Porteña, etc.) und das Unternehmen „Pekam Company“
gegründet, welches in der Produktion von Radioapparaten in Konkurrenz mit nordamerikanischen und europäischen Unternehmen trat. 1 Andere Beispiele liefern Kuba und Mexiko, deren Anfänge mit dem Medium Radio sehr stark von nordamerikanischen Interessen gelenkt wurden. In den Vereinigten Staaten hatte sich schon eine richtige Radioindustrie entwickelt. Darin miteinbegriffen war die Produktion von Radioapparaten, Grammophonen und Schallplatten, denn die Livesendungen waren damals noch zu teuer. Somit gab es auch eine große Nachfrage an Musikern und Orchestern, die ihre Stücke auf Platte aufnahmen. 2 Die Radiostationen in Mexiko wurden hauptsächlich von Industrieunternehmen zu kommerziellen Zwecken gegründet. So entstand z. B. im Juni 1922 der Sender Liga Nacional de Radio, über den ein Erfahrungsaustausch über die Industrie stattfand. Im selben Jahr wurde JH von der Zigarettenfirma „El Buen Tono“ und 1923 vier Sender (IJ, El Mundo, El Universidad Ilustrado, la CYJ) von dem Elektrounternehmen „General Electric“ gegründet. In den Jahren darauf kamen auch staatliche und parteiliche Sender (z.B. CFE u. XEFO ) dazu. 3 Auf Kuba wurde im Oktober 1922 die Cuban Telephone Company gegründet. Schon 1921 verkaufte die Radio Corporation of Cuba Radiogeräte, um die Hörerzahl und das Sendegebiet der US-amerikanischen Radiostationen zu vergrößern. Bis 1930 entstanden ca. 40 kommerzielle Sender auf Kuba. 4 Eine wichtige Rolle spielte hierbei auch das nordamerikanische Unternehmen Western Electric, welches auch in Brasilien, Puerto Rico und Venezuela Sender bereitstellte. 5
2.2 Die Anfänge in Peru
Über die genauen Umstände, wie es zur Einführung von Radio in Peru kam, bestehen nur wenige Fakten. Der Autor Juan Gargurevich hat seine Informationen hauptsächlich aus Zeitungsartikeln und anhand von Geschichtsdokumenten und Biografien über den damaligen Präsident Augusto B. Leguía seine Rückschlüsse gezogen. In der Microsoft Encarta 2002 steht folgende kurze Zusammenfassung:
„1908 startete der Präsident Augusto Leguía y Salcedo ein Programm wirtschaftlicher Reformen. Nach seiner ersten Amtsperiode (1908-1912) reiste Leguía nach Großbritannien und in die Vereinigten Staaten, um Methoden des Bankwesens und der Finanzwirtschaft, die er später in Peru
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Gargurevich 1995:30
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umsetzte, kennen zu lernen. Durch einen militärischen Staatsstreich kam er 1919 erneut an die Macht und regierte daraufhin diktatorisch.“ 6 Aus diesen paar Zeilen kann man schon Einiges über die Person Leguía ablesen: er war ein geschäftsfreudiger Mensch und pflegte enge Kontakte zu ausländischen Unternehmen. Auch schon sein Vorgänger Cáceres, während dessen Amtperiode das erste Telefonunternehmen in Lima (Peruvian Telephone Company) entstand 7 , hatte mit England ein Handelsabkommen über den Export von Rohstoffen und den Import von englischen Fertigwaren abgeschlossen. Außerdem war es den Engländern gestattet, die peruanischen Handelswege und Telegrafenverbindungen zu nutzen. 8 Peru begab sich also schon sehr früh in die Abhängigkeit der führenden Industriestaaten, was in verteidigungspolitischer Hinsicht von Vorteil, in ökonomischer Hinsicht aber nicht die beste Lösung war. In Konflikten mit Chile, Kolumbien und Ecuador bekam Peru Unterstützung von den USA, dafür machte Leguía in seiner zweiten Amtsperiode Schulden über 138 Millionen US-Dollar. 9 Die Anfänge von Radio in Peru liefen unter der Mitarbeit der Marconi Wireless Co. 10 . Leguía entschied sich ganz bewusst für diese Zusammenarbeit. Die Gründe für diese Entscheidung lagen wohl in seiner autoritären Haltung und der Angst, dass ein freies Rundfunkkonzept, wie es in Nordamerika ausgeübt wurde, seiner Kontrolle entgleiten und sich gegen ihn wenden könnte. Leguías Begeisterung für das neue Medium kam nämlich auch daher, dass er sich einen erheblichen Einfluss auf die Hörerschaft und damit einen gewissen Machtaspekt ausmalte. 11 Seine Diktatur fing damit an, dass er am 14. Januar 1921 die Monopolisierung von Telegraphie und Funk veranlasste, womit er heimliche Kommunikation verhindern wollte, die eine Gefahr für die Souveränität des Staates darstellte. Weiterhin verordnete er am 21. Januar desselben Jahres die Übergabe des Rundfunkdienstes an das Ministerio de
Gobierno y Policía (Ministerium für Regierung und Polizei), dessen Chef sein Cousin Germán Leguía y Martínez war. Die Regierung stärkte sich, indem viele Ämter von Familienmitgliedern und Freunden bekleidet wurden. 12 Doch auch das britische Konzept entsprach nicht seinen Wünschen, da das Radio dort als kulturelles Instrument einer Körperschaft aus Staat, Öffentlichkeit und Unternehmen zugleich unterlag. Leguía entschied
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Guglielmo Marconi Jameson (1874-1937), Erfinder des Funk, Lizenz in England, 1897:
Wireless Telegraph and Signal Company Limited
(London), 1899:
Marconi Wireless Telegraph Company of America;
nach 1.WK: Verkauf v. Transmittern, Rezeptoren und Verwaltungsdiensten im Ausland. (Gargurevich 1995:44
ff)
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Gargurevich 1995:57
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Quote paper:
Carolyn Zeck, 2004, Radio in Peru, Munich, GRIN Publishing GmbH
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