Inhalt
1. Kant und der Skeptiker 3
2. Rekonstruktion des Kantischen Arguments 4
3. Kritik 5
Literatur 6
2
1. Kant und der Skeptiker
Ich beginne mit der Frage: Welche Möglichkeiten bietet Kants Modell des Geistes gegen den Skeptiker? Mark Sacks gibt dazu folgende Richtung vor: Dass die Dinge, wie sie uns erscheinen, nach Regeln zusammengesetzt werden, die apriorisch in unserem Geist enthalten sind, bedeutet, dass es eine bestimmte Regelhaftigkeit der Welt gibt. Zumindest gilt das für die Welt, die wir erleben.
Das war schon so bei Hume und Locke, nur konnte bei ihnen nicht mit Gewissheit gesagt werden, ob die Begriffe, die wir aus Eindrücken gewinnen, auch für die empirische Wirklichkeit gelten. Außerdem war noch nicht einmal sicher, ob es eine regelhafte Welt gibt, die von den Eindrücken unabhängig ist.
Kant greift beide Ansatzpunkte des Zweifels auf und setzt sie in einen Bedingungszusammenhang. Bei Kant gibt es diese empirische Wirklichkeit deshalb, weil Erkenntnis die Anwendung apriorischer Begriffe erfordert und so die Welt erst konstituiert. Die Anwendung von Begriffen erst ermöglicht die objektive empirische Wirklichkeit. Das ist Kants Strategie gegen den Skeptiker. Diese Welt, die empirische Wirklichkeit, ist für uns erkennbar, die Welt, wie sie an sich ist, dagegen nicht. Hume und Descartes hatten Modelle vorgelegt, die die Möglichkeit offen hielten, dass die Welt unserer Erfahrung entspricht. Kant weist das als unhaltbar zurück, rettet dafür aber den Bereich der empirischen Wirklichkeit.
Das war bis jetzt eine „Story“, die begründet werden muss. Kant versucht die objektive empirische Wirklichkeit mit der Einheit des Bewusstseins zu beweisen. Ziel ist es, zu zeigen, dass die objektive empirische Wirklichkeit nicht geleugnet werden kann, ohne dass auch die Einheit des Bewusstseins geleugnet wird. Und diese Einheit kann der Skeptiker im Akt des Zweifelns selbst nicht leugnen.
Das Modell von Hume setzt die Einheit des Bewusstseins voraus und stellt es gleichzeitig in Frage. Für ihn ist das, was wir Ich nennen, ein Schauplatz von ständig wechselnden Empfindungen. Beobachtet werden können nur einzelne Empfindungen, aber kein von ihnen unabhängiges Ich. Aber ohne Einheit des Bewusstseins wäre es nicht möglich, zu erklären, wie einzelne atomistische Empfindungen kombiniert werden können, und auch ein Gedankenfluss könnte nicht wahrgenommen werden.
Kant gibt Hume in seiner Kritik Recht, insofern das empirische Ich gemeint ist. Das bedeutet, durch Selbstbeobachtung lässt sich keine Einheit des Bewusstseins feststellen. Dennoch meint
3
Arbeit zitieren:
2002, Kant über Skeptizismus und Objektivität in "Kritik der reinen Vernunft", München, GRIN Verlag GmbH
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