2
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 4
2. Gewinn- und Verlustrechnung nach US-GAAP. 5
2.1 Konzept, Struktur und Verfahren 5
2.2 Bestandteile der GuV nach US-GAAP aus der Operating Section 8
2.2.1 Net sales and gross revenues - Umsatzerlöse 8
2.2.2 Cost of goods sold - Umsatzbezogene Herstellungskosten 8
2.2.3 Gross Profit on sale - Bruttoergebnis vom Umsatz 9
2.2.4 Operating Expenses 9
2.2.5 Operating Income - Ergebnis der Betriebstätigkeit 10
2.3 Bestandteile des income statements nach US-GAAP aus der Non-Operating
Section 10
2.3.1 Non-operating income - Sonstige (nicht) betriebliche Erträge. 10
2.3.2 Non-operating expenses - Sonstige (nicht)betriebliche Aufwendungen 11
2.3.3 Income from continuing operations before income taxes and appropriate items
below - Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Steuern und
abzugrenzenden Positionen 11
2.3.4 Income tax expense - Ertragsteuern. 12
2.3.5 Minority interest - Minderheitsgesellschafter. 12
2.3.6 Equity in earnings of unconsolidated subsidiaries and 50 or less owned persons
- Anteil nicht konsolidierter Tochterunternehmen am Ergebnis 12
2.3.7 Income from continuing operations - Ergebnis der gewöhnlichen
Gesch äftstätigkeit 12
2.3.8 Discontinued operations - Erträge und Aufwendungen aus dem Verkauf oder der
Aufgabe von Geschäftsbereichen 12
2.3.9 Ergebnis vor außerordentlichen Erfolgen und Auswirkungen durch den Wechsel
von Bewertungsmethoden 14
2.3.10 Extraordinary items less applicable tax - Außerordentliche Erträge und
Aufwendungen , abzüglich anfallender Ertragssteuern. 14
2.3.11 Cumulative effects of changes in accounting principles - Kumulierte
Auswirkungen der Änderung von Bilanzierungs und Bewertungmethoden 15
2.4 Net Income or loss - Ergebnis der Periode 16
2.5 Earnings per share - Ergebnis pro Aktie. 16
3. Schlußbetrachtung 18
Literaturverzeichnis : 20
Anhang A: Schema der Gewinn-und Verlustrechnung nach US-GAAP. 21
Anhang B: Beipielrechnung für earnings per share - Ergebnis pro Aktie 22
Anhang C: Beipiel für eine Konzerngewinn-und Verlustrechnung nach US-GAAP
- Goodyear 23
Anhang :D Übersicht von an der deutschen Börse nach US-GAAP publizierenden
Unternehmen 24
3
Abkürzungsverzeichnis:
ABO Accumulated Benefit Obligation AcSEC Accounting Standards Executive Committee AICPA American Institute of Certified Public Accountants AIN AICPA Interpretation(s) APB Accounting Principles Board; APB Opinion(s) APBO Accumulated Postretirement Benefit Obligation ARB Accounting Research Bulletin(s) CON Statement(s) of Financial Accounting Concepts CPA Certified Public Accountant DVFA Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management EITF Emerging Issues Task Force EPS Earnings per Share FASAC Financial Accounting Standards Advisory Council FASB Financial Accounting Standards Board FIFO First in, first out FIN FASB Interpretation(s) FTB FASB Technical Bulletin(s) GAAP Generally Accepted Accounting Principles IAS International Accounting Standard(s) IASC International Accounting Standards Committee KapAEG Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz LIFO Last in, first out NASDAQ National Association of Securities Dealers Automated Quotation System NYSE New York Stock Exchange SFAC Statement(s) of Financial Accounting Concepts SFAS Statement(s) of Financial Accounting Standards SEC Securities and Exchange Commission US-GAAP United States Generally Accepted Accounting Princi- ples
4
1. Einleitung
Mit dem wachsenden internationalen Handel und den Auswirkungen der fortschreitenden Globalisierung, wird es gerade für multinationale Konzerne und international operierende Unternehmen immer wichtiger, sich internationalen Rechnungslegungsstandards anzugleichen. Bereits heute veröffentlichen viele namhafte deutsche Unternehmen ihre Jahresabschlüsse (vgl. Beispiele in Anhang D) , insbesondere wenn sie an der Börse gehandelt werden, nicht nur nach deutschen, sondern auch nach US-amerikanischen oder internationalen Rechnungs-legungsvorschriften. Den USA als dem größten nationalen Binnenmarkt der Welt 1 kommt bei dieser Entwicklung eine nicht unwesentliche Bedeutung zu. US-amerikanische Rechnungsle-gungsvorschriften hatten und haben maßgeblichen Einfluß bei Entwicklung internationaler Standards wie beispielsweise den International Accounting Standards. 2 Dem sogenannten „income statement“ kommt dabei im Rahmen der US-GAAP (Generally Accepted Accounting Principles) eine zentrale Rolle zu. Es ist nach der Meinung einiger Autoren, das wichtigste Instrument in der US-amerikanischen Rechnungslegung. 3
Ziel dieser Arbeit ist es daher, Aufbau und Inhalt der Gewinn und Verlustrechnung nach den Regeln der US-GAAP darzustellen und gegebenenfalls wesentliche Unterschiede zur deutschen Erfolgsrechnung nach § 275 Abs.2 HGB zu erläutern. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, daß sich die Arbeit auf die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren konzentriert, da nur dieses den Grundsätzen USamerikanischer Rechnungslegung entspricht. 4
Im 2. Abschnitt sollen zunächst nach einigen allgemeinen Bemerkungen zu Konzept und Struktur der Gewinn- und Verlustrechnung, die einzelnen Posten erläutert werden, so, wie sie sich nach den Mindestgliederungsvorschriften der Regulation S-X (vgl. Rule 5-03) ergeben. Im 3. Abschnitt schließlich wird in einer Schlußbetrachtung ein Fazit gezogen und ein kurzer Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen gegeben.
1 vgl. Bericht IWD Köln (1999).
2 vgl. Dowdy (1998), S. 333; Baetge (1997), S. 426.
3 vgl. Coenenberg (2000), S. 419; KPMG (1999), S. 134 Z.1; Reil &Seidel (1999), S. 3, 2.Sp.Z.20.
4 vgl. Coenenberg (2000), S. 427; SEC Regulation S-X, Rule 5-03
5
2. Gewinn- und Verlustrechnung nach US-GAAP
2.1 Konzept, Struktur und Verfahren
Hinsichtlich Gliederung und Struktur kann zunächst allgemein gesagt werden, daß die Gliede-rungsanforderungen an eine Gewinn- und Verlustrechnung nach US-GAAP im Vergleich zu entsprechenden Vorschriften im HGB nur wenig formalisiert sind und es nur wenige schriftliche offizielle Quellen gibt, die explizit Aussagen über Inhalt und Form der GuV treffen.Wie allgemein der US-amerkanischen Rechnungslegung ist auch die Form der GuV durch betriebliche Übung beeinflußt worden. 5 Das SFAC 5 und das SFAC 6 legen einige allgemeine Rech-nungslegungsgrundsätze hinsichtlich der Einkommensermittlung und dem Inhalt einiger Positionen der GuV fest. In SFAC 5 ist außerdem die GuV als fester Bestandteil des Jahresabschluß festgelegt. 6 In der APB 20 werden die Auswirkungen von Änderungen von Bilanzierungsmethoden behandelt, sowie in APB 30 Vorschriften zur Behandlung von nicht fortgeführten Unternehmensteilen gegeben.
Für börsennotierte Unternehmen gibt die SEC in ihrer Regulation S-X, Rule 5-03 ein nach Funktionsbereichen gegliedertes Schema vor (vgl. Anhang A) und legt verbindlich das Umsatzkostenverfahren in Staffelform als einzig zulässiges Verfahren fest. Dieses kann ein- oder mehrstufig 7 durchgeführt werden. Für nicht an der Börse notierte Unternehmen gilt aufgrund des sog. matching priniciple, daß eine periodengerechte Gegenüberstellung von Aufwendungen und Erträgen fordert, dieselbe Einschränkung. Das Gesamtkostenverfahren ist nicht zulässig. 8
Ähnlich wie die GuV nach HGB beinhalten auch die US-GAAP Regelungen die Idee den Gesamterfolg bezogen auf seine Ursachen aufzuspalten und in Zwischenergebnissen anzugeben. Wie sich im weiteren Verlauf noch zeigt, sind auch nach US-GAAP die Zwischenergebnisse „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ sowie das „außerordentliche Ergebnis“ explizit auszuweisen, wenn auch inhaltlich teilweise anders abgegrenzt (für weitere Details vgl.Abschn.2.3.5u.2.3.8). Die Trennung in Betriebs- und Finanzergebnis wie nach HGB ist dagegen nach US-GAAP nur in eingeschränktem Maße möglich. Das Betriebsergebnis nach US-GAAP entspricht nicht genau dem des HGB (für weitere Details vgl.2.2.5). Die Bestand-
5 vgl. Coenenberg (2000), S. 432; Born (1999), S. 344; KPMG S. 134; Reil und Seidel (1999), S. 9 Sp.1; Pel-
lens (1999), S. 117f.
6 vgl. Pellens (1999), S. 148.
7 vgl. Ballwieser/Kuhlewind (2000) S. 294.
8 vgl. Coenenberg (2000), S. 426/427; SFAC 6.145 f.
6
teile des Finanzergebnis müssen aus dem betriebsfremden Ergebnis herausgerechnet werden, es nicht Bestandteil der Regulation S-X. 9
Wenn man die Konzeption der Erfolgsbegriffe der Gewinn- und Verlustrechnung nach US-GAAP betrachtet, dann ist zunächst festzuhalten, daß die Erfolgsbegriffe in der amerikanischen Rechnungslegung weiter abgegrenzt werden als dt. Handelsrecht. Bei der Abgrenzung der Begrifflichkeiten hatten zwei unterschiedliche Sichtweisen maßgeblichen Einfluß: 1. Das sog. all-inclusive concept - danach sind alle Vorgänge, die ihren Ursprung in der unternehmerischen Tätigkeit haben, zu erfassen, unabhängig davon, ob sie direkt oder indirekt aus der Unternehmensaktivität resultieren.
2. Das sog. current operating performance concept - dieses stellt darauf ab, nur regelmäßig wiederkehrende, operative Aufwendungen und Erträge in die Gewinn- und Verlustrechnung mit einzubeziehen. 10
In der Praxis wird die GuV nach dem all-inclusive concept erstellt. 11
Ferner unterscheidet man in der US-amerikanischen Rechnungslegung die Einkommensbegriffe der earnings, des net income und des comprehensive income. Unter earnings sind dabei die Aufwendungen und Erträge (revenues und expenses) der operativen Geschäftstätigkeit, sowie außerdem die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge (gains und losses) zu verstehen (! all-inclusive concept). Außergewöhnliche Erfolge sind darüber hinaus separat in der GuV auszuweisen, sodaß auch das current operating concept Berücksichtigung findet.
Das net income setzt sich aus den earnings, sowie den kumulierten Folgewirkungen der Änderung von Bilanzierungsmethoden in früheren Geschäftsjahren zusammen, die definitionsgemäß nicht unter die earnings selbst zu fassen sind. 12
Das comprehensive income schließlich besteht aus dem net income und darüber hinaus aus den noch unrealisierten Erfolgen (holding gains and losses) und kumulierten Beträgen aus Fehlerkorrekturen zurückliegender Geschäftsjahre(zusammen bilden sie das sog. other comprehensive income). Für die Ermittlung des comprehensive income ist das all-inclusive concept maßgeblich. 13 Der Vollständigkeit halber gilt es zu erwähnen, daß zur Ermittlung des comprehensive income in der amerikanischen Rechnungslegung zusätzlich zur GuV eine Ei- 9 Vgl. Coenenberg (2000), S. 437/438.
10 Vgl. Ballwieser/Kuhlewind (2000), S. 291; KPMG (1999), S. 134; Coenenberg (2000), S. 421.
11 Vgl. KPMG (1999), S. 134.
12 Vgl. Coenenberg (2000), S. 421; SFAC 5.34.
13 Vgl. Ballwieser/Kuhlewind (2000), S. 290/291.
Arbeit zitieren:
Arno Zurbrüggen, 2000, Gewinn und Verlustrechnung nach Maßgabe der US-GAAP, München, GRIN Verlag GmbH
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