Inhaltsverzeichnis
Einleitung 4
1 Der 11. September 2001 5
1.1 Die Katastrophe am Morgen 5
1.2 Orte des Geschehens: New York/Washington D.C./Shanksville 5
1.3 Neue Formen internationalen Terrors 7
2 Die außenpolitischen Konsequenzen des 11. Septembers 2001 11
2.1 Krieg ja oder nein? Wenn ja gegen wen? 11
2.2 Die erste Etappe im Krieg gegen den Terrorismus: Afghanistan 13
2.3 Wof ur k ampfen die Amerikaner? 15
2.4 Amerikanische Außenpolitik nach dem 11. September 2001: Neue Wege? 17
2.5 Krieg gegen den Irak oder gegen Saddam Hussein? 20
3 Schlussbetrachtung 23
4 Literatur 28
4.1 Gedruckte Quellen bzw. Literatur 28
4.1.1 B ucher 28
4.1.2 Zeitungen 28
4.1.3 Zeitschriften 29
4.2 Digitale Quellen 29
3
Einleitung
Man k¨ onnte meinen, wir leben in einer Zeit, in der die Menschen nicht mehr wissen, was Gut und B¨ ose bedeuten. Es scheint, dass das Verst¨ andnis der Kulturen unterein-ander schlechter ist denn je zuvor. Ist der ,,Zusammenprall der Kulturen“ 1 an diesem
11. September 2001 geschehen? Ich denke schon. Die barbarischen Anschl¨ age auf die Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr waren ein Zeichen daf¨ ur. Das f¨ ur Menschen Unbegreifliche ist geschehen, die Vereinigten Staaten - und mit ihnen ein großer Teil der westlichen Welt - sind an ihren empfindlichsten Stellen getroffen worden. Die Wahrzeichen f¨ ur wirtschaftliche und milit¨ arische Macht wurden in wenigen Stunden vernichtet: das World Trade Center und das Pentagon lagen in Schutt und Asche. Die Welt stand fassungslos vor dem Ausmaß eines solchen terroristischen Gewaltaktes. Die westlichen M¨ achte r¨ uckten enger zusammen und forderten ein massives Vorgehen gegen den institutionalisierten Terrorismus. Somit entstand ein B¨ undnis gegen den Terror 2 , welches von den Vereinigten Staaten ausging und den Hauptschuldigen, samt seiner Anh¨ anger und Organisationen, Usama bin Ladin 3 , in Afghanistan zu fassen suchte. Schließlich r¨ uckten die Amerikaner in Afghanistan ein und bek¨ ampften das von ihnen f¨ ur den Terror ver-antwortlich gemachte Taliban-Regime. Diese Arbeit wird zun¨ achst einen detaillierten ¨ Uberblick zu den Geschehnissen des
11. Septembers 2001 geben. Anschließend werde ich die außenpolitischen Konsequenzen (welche Ver¨ anderungen gab es?) auf Grund der terroristischen Akte gegen die Vereinigten Staaten untersuchen. In einer abschließenden Schlussbetrachtung werden eine kritische Einsch¨ atzung der Ereignisse und deren Konsequenzen, sowie ein Ausblick auf m¨ ogliche Weiterentwicklungen folgen.
1 vgl. Huntington 1998; Nach Huntington werden die internationalen Beziehungen des 21. Jahrhunderts von Grenzen zwischen den verschiedenen Zivilisationen im Allgemeinen und einer Konfrontation zwischen der Welt des Islams und dem Westen im Speziellen gepr¨ agt sein.
2 Der Pr¨ asident der Vereinigten Staaten George W. Bush sprach in diesem Zusammenhang gar von einer “axis of evil“, welche die Staaten Afghanistan, Irak, Iran und Nord-Korea umfasste. Er unterteilte daraufhin die Welt in zwei Lager: ”You are either with us or against us.“ Diese bipolare Einteilung l¨ asst sich auf Staaten wie z.B. Saudi-Arabien nicht anwenden. ”The inevitable result was confusion that did not fit into either category, such as Saudi Arabia.“, beide Zitate in: vgl. The Economist vom
7. September 2002: ,,Night fell on a different world“, S. 27
3 Die Namensschreibweisen unterscheiden sich. Ich folge hier der Version, welche die Neue Z¨ urcher Zeitung (NZZ) benutzt.
4
1 Der 11. September 2001
1.1 Die Katastrophe am Morgen
Am Dienstag, dem 11. September 2001, um 8 Uhr 45 Lokalzeit New York, (14 Uhr 45 MEZ) nahm die Katastrophe ihren Lauf. Das erste der insgesamt vier entf¨ uhrten Passagierflugzeuge raste zu dieser Zeit in den n¨ ordlichen Turm des World Trade Centers und setzte es durch eine gewaltige Explosion in Brand. 4 Wenig sp¨ ater, etwa 18 Minuten waren vergangen, flog ein weiteres Flugzeug auf den s¨ udlichen Turm zu und raste in diesen. Auch hier kam es zu einer Explosion. Beide Flugzeuge kamen aus Boston, wo sie von mutmaßlichen Terroristen der Al-Quaida Gruppe entf¨ uhrt wurden. Doch dies war den Terroristen noch nicht genug. Wenig sp¨ ater wurde durch verschiedene Quellen berichtet, dass das Pentagon ebenfalls brenne. Ein drittes Flugzeug war in den Westfl ¨ ugel
des amerikanischen Verteidigungsministeriums gest¨ urzt. Das vierte und letzte Flugzeug st¨ urzte gut zwei Stunden nach den Attentaten auf das World Trade Center in der N¨ ahe von Pittsburgh ab, genauer bei Shanksville. Die vier Flugzeuge stammten von den Fluggesellschaften American Airlines und United Airlines, welche jeweils zwei Maschinen verloren. 5
Pr¨ asident Bush reagierte daraufhin mit verschiedenen Auftritten, um die Nation zu beruhigen. Einige Tage sp¨ ater war die Nation durch Trauer vereint und die Worte des Pr¨ asidenten erhielten neues Gewicht. Der politische Alltag war nun nicht mehr von der Debatte ¨ uber das Raketenabwehrsystem gepr¨ agt und auch die restliche westliche Welt vergaß diese Angelegenheit schnell und stellte sich hinter die Vereinigten Staaten. Bush forderte die Bestrafung der T¨ ater und weiterhin aller, die jenen Unterschlupf gew¨ ahrt haben. Diese Forderung wurde von der Mehrheit der Politiker aller Parteien unterst ¨ utzt.
George W. Bush bewertete die Ereignisse des 11. Septembers 2002 als Kriegshandlungen, was zur Konsequenz hatte, dass f¨ ur die Nato der B¨ undnisfall gegeben war. 6
1.2 Orte des Geschehens: New York/Washington D.C./Shanksville
New York befand sich nach diesen Anschl¨ agen in einer Art Schockzustand. Die Bev¨ olkerung wurde durch den damaligen B¨ urgermeister Giuliani aufgefordert, ,,die Ruhe zu bewahren“ 7 und das s¨ udliche Manhattan zu verlassen. Hilfskr¨ afte versuchten, Menschen aus
4 vgl. NZZ vom 12. September 2001: ,,Barbarische Terrorangriffe gegen Nervenzentren der USA“
5 ebd.
6 vgl. NZZ vom 13. September 2001: ,,Washington bezeichnet die Anschl¨ age als Kriegsakte“
7 vgl. NZZ vom 12. September 2001: ,,New York im Schockzustand“
5
den Tr¨ ummern der beiden T¨ urme zu holen. Die Situation war außerordentlich gef¨ ahrlich: Geb¨ aude in unmittelbarer Umgebung des World Trade Centers waren vom Einsturz bedroht, herabfallende Tr¨ ummer verletzten viele Menschen und die Sicht war durch Staub, Ruß und Asche behindert. Die Straßen waren ebenfalls mit Tr¨ ummern und Asche bedeckt.
Der gesamte Stadtteil Manhattan war außer Gefecht gesetzt. Tunnel und Br¨ ucken, die Manhattan mit dem Festland verbinden, wurden gesperrt und auch der restliche Verkehr kam zum Erliegen. Der Verkehr der Untergrundbahnen wurde eingestellt. Der Betrieb der Grand Central Station wurde ebenfalls eingestellt. Gegen Mittag wurden dann wieder einige Strecken freigegeben. Der F¨ ahrbetrieb wurde ebenfalls wieder aufgenommen, um mehreren Tausend Pendlern den Weg nach Hause zu erm¨ oglichen. 8 Nach Berichten verschiedener Zeitungen waren ¨ uber 40.000 Polizisten und 14.000 Feu-
erwehrm¨ anner im Einsatz, verst¨ arkt durch Hilfskr¨ afte aus der Umgebung und der National Guard. B¨ urgermeister Giuliani antwortete auf die Frage wie hoch die Zahl der Opfer sei, sie sei ,,astronomisch“ 9 . Die New Yorker Krankenh¨ auser waren voll und ¨ uberlastet,
s¨ amtliche Einsatzkr¨ afte waren aktiv; New York war aber dennoch auf die Hilfe der Rettungskr¨ afte aus dem Umland angewiesen. Im Hafen der Weltstadt wurden sogar Boote zum Transport der Opfer beschlagnahmt. 10
In Washington D.C. wurde, wie bereits erw¨ ahnt, der Westfl¨ ugel des Pentagon getroffen. Daraufhin evakuierte man das Weiße Haus, das Capitol, das Innenministerium und die Notenbank. Außerdem wurden zahlreiche ¨ offentliche Einrichtungen wie Universit¨ aten und die Museen an der Washingtoner Mall ger¨ aumt. Sp¨ ater kamen noch alle anderen Ministerien dazu. Das Pentagon wurde weit weniger stark getroffen als das World Trade Center. Das Flugzeug raste in einen Fl¨ ugel, der gerade restauriert werden sollte. Da das Flugzeug f¨ ur einen f¨ unfst¨ undigen Flug aufgetankt war, aber zu diesem Zeitpunkt lediglich 20 Kilometer zur¨ uckgelegt hatte, flossen Tausende Liter von Kerosin aus und gingen in Flammen auf. Es dauerte mehrere Tage, den Brand zu l¨ oschen. Man geht davon uberlebt habe. 11 aus, dass in dem betroffenen Teil keiner ¨ ¨ Uber die Ziele der vierten Maschine, welche bei Shanksville, Pennsylvania abst ¨ urzte,
besteht keine Klarheit. Vermutet wurde ein Angriff auf das Weiße Haus. Kurz vor dem Absturz bestand noch Telefonkontakt mit einem Passagier des Flugzeuges. Vermutet
8 vgl. NZZ vom 12. September 2001: ,,New York im Schockzustand“
9 ebd.
10 ebd.
11 vgl. NZZ vom 13. September 2001: ,,Washington bezeichnet die Anschl¨ age als Kriegsakte“
6
wird, dass die Insassen die Entf¨ uhrer ¨ uberw¨ altigen konnten und so einen Anschlag auf das Weiße Haus verhindert werden konnte. 12
1.3 Neue Formen internationalen Terrors
Nach den Anschl¨ agen des 11. Septembers 2001 kam die Frage auf, ob es neue Formen des internationalen Terrorismus g¨ abe, die noch nicht beachtet wurden und gegen die es keine Vorgehensweisen gab. Die NZZ schrieb am 13. September 2001 dazu Folgendes:
,,Seit dem Untergang der Sowjetunion haben sich neue Formen des Terrorismus etabliert, die ohne koh¨ arente politische Ideologie oder eine Massenbasis auskommen. Relativ kleine Gruppen und Personen agieren autonom, sind aber international vernetzt. Die Gefahr asymmetrischer Kriegsf¨ uhrung wurde im Westen oft untersch¨ atzt.“ 13
Die Welt war nicht vorbereitet auf solch eine Form des Terrorismus’, noch so intelligente Systeme konnten durch einen aberwitzigen Plan umgangen und gesch¨ adigt werden. Das weltweite Netz der Terrorgruppe um Usama bin Ladin reichte von Afghanistan, wo er Schutz durch die Taliban erhielt, ¨ uber Europa bis in die Vereinigten Staaten.
Die Ausbildung der Flugzeugentf¨ uhrer wurde im Hamburger Stadtteil Harburg an der dortigen Technischen Hochschule mittels eines islamistischen Arbeitskreises, welcher an jener Hochschule beheimatet war, unbeaufsichtigt und ungest¨ ort im Selbststudium der Entf¨ uhrer durchgef¨ uhrt. Finanzen und Gelder dieser Organisationen sind auf s¨ amtlichen Kontinenten verteilt. Der internationale Terrorismus versteht es also bestens, die Vorteile der Globalisierung und der freien Bewegung von Menschen und Kapital, f¨ ur seine Zwecke auszunutzen.
Bereits drei Wochen vor den Attentaten verlautbarten Anh¨ anger Usama bin Ladins, dass es zu einem ,,riesigen und beispiellosen Anschlag“ auf die Vereinigten Staaten kommen werde. Die ¨ Außerungen wurden nicht ernst genommen, da es schon ¨ ofter zu solchen Ank¨ undigungen kam, diese aber nicht umgesetzt wurden. Nach den Anschl¨ agen machte man die Geheimdienste daf¨ ur verantwortlich, Meldungen dieser Art nicht gen¨ ugend beachtet zu haben. Aus Deutschland wurde erwidert, dass es immer wieder solche Ank¨ undigungen gegeben habe und es daher schwierig gewesen sei, Ger¨ uchte von wahren Anschlagsvorhaben zu unterscheiden. Weiterhin meint die NZZ dazu:
,,Der Vorwurf, die westlichen Geheimdienste h¨ atten den internationalen Terrorismus in der Vergangenheit untersch¨ atzt, trifft in dieser Verallgemeinerung nicht zu.
12 vgl. NZZ vom 14. September 2001, ,,Elemente des islamistischen Terrornetzwerkes“
13 NZZ vom 13. September 2001
7
So warnt beispielsweise der Bundesnachrichtendienst (BND) seit l¨ angerem vor einer zunehmenden Destabilisierung Zentralasiens und der von dort ausgehenden terroristischen Gefahr.“ 14
So verlagern die deutschen wie auch die amerikanischen Geheimdienste die Aufmerksamkeit und die Arbeitsschwerpunkte - zwecks Untersuchung des Ursprungs des Terrorismus - nach Zentralasien, genauer nach Afghanistan, wo der Aufenthaltsort Usama bin Ladins angenommen wird. Diese Region - gepr¨ agt durch religi¨ osen Fanatismus und lang anhaltende B¨ urgerkriege, finanziert durch einen scheinbar unendlichen Nachschub an Waffen und Geld, welcher durch den Drogenhandel erm¨ oglicht wird - stellt einen idealen N¨ ahrboden f¨ ur den Terrorismus dar. Methoden der Geheimdienste zur Aufkl¨ arung und Zerschlagung dieser Organisationen sind zum einen die Infiltration der Gruppen und zum anderen die ¨ Uberwachung des Daten- und Telefonverkehrs sowie der Satelliten. 15 Die Geheimdienste beobachteten in den vergangenen Jahren einen Wandel des internationalen Terrorismus. So verloren traditionelle Unterst¨ utzer 16 des Terrorismus eher an Bedeutung. An deren Stelle traten diffuse Netzwerke, Gruppen oder Einzelpersonen, welche in der Regel im Kaukasus, dem Nahen Osten und Zentralasien zu finden sind.
Le terrorisme ne correspond pas ` a des nations d´ etermin´ ees, il n’a pas de visage, pas d’arm´ ee identifiable et il est parfois l’œuvre d’un auteur solitaire. 17
Diese Gruppen agieren gleichermaßen international wie unabh¨ angig. Dabei spielen Dinge wie Verankerung in der Bev¨ olkerung keine entscheidende Rolle. An dieser Stelle paarte sich religi¨ oser Fundamentalismus mit einem unglaublichen Hass auf die Vereinigten Staaten. Der religi¨ ose Wahn hat dazu gef¨ uhrt, dass die Terroristen h¨ aufiger zur Selbstaufopferung bereit sind. Sie streben im Gegensatz zum ,,traditionellen“ Terrorismus nicht begrenzte, politisch legitimierbare Taten an, sondern setzten sich Anschl¨ age mit m¨ oglichst vielen Opfern zum Ziel. M¨ oglich ist dies durch die Tatsache, dass sie, nicht wie die terroristischen Staaten, auf gewisse Umst¨ ande R¨ ucksicht 18 nehmen m¨ ussen. Durch den Zusammenbruch der Sowjetunion und die Tschetschenienkriege vermischten sich Guerillak¨ ampfer und Terroristen, wof¨ ur es in diesem Bereich Asiens verschiedene Ausbildungslager gibt.
14 NZZ vom 13. September 2001
15 vgl. NZZ vom 13. September 2001
16 z.B. Libyen, Syrien oder der Iran
17 Fuentes, Carlos 2002: Les Etats-Unis contre eux-mˆ emes, in: Le nouvel Observateur, 7. September 2002, S. 70, ¨ ubersetzt von Isabelle Gugnon
18 wie z.B. Verb¨ undete jeglicher Art oder Handel, sei es Waffen, Geld oder sonstiges
8
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M.A. Timo Freudenberger, 2002, Ein Jahr danach - Zu den Geschehnissen des elften Septembers 2001, München, GRIN Verlag GmbH
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