Gliederung
Einf ührung 4
A. Reden mit Gott - Das Gebet. 5
1. Was ist Gebet? 5
2. Gebet in der Bibel 6
2.1. Altes Testament. 6
2.2. Neues Testament 8
3. Gebet in der Geschichte des Christentums. 9
4. Ort und Zeit des Gebets 10
4.1. Gemeinsames Gebet 10
4.1.1. Im Gottesdienst beten 11
4.1.2. Beten in Gebetsgemeinschaften 11
4.2. Einzelgebet - privat und individuell 12
4.2.1. Persönliche Gebetszeit 12
4.2.2. Das Gebet im alltäglichen Leben 13
4.2.3. Das Stoßgebet 13
5. Formen des Gebets. 14
5.1. Vorformuliertes Gebet. 14
5.2. Freies Gebet. 15
5.3. Meditatives Gebet. 15
5.4. Wortloses Gebet 16
6. Inhalt des Gebets 16
6.1. Bitte und Fürbitte 17
6.2. Dank 17
6.3. Lobpreis und Anbetung. 18
6.4. Klage 18
7. Die persönliche Dimension von Gebet. 18
7.1. Beziehung mit Gott 19
7.2. Beziehung mit anderen Christen. 19
7.3. Persönliches Resümee 19
B. Konzeptionelle Überlegungen zur Umsetzung eines 24-7prayer in der
Jugendarbeit einer Evang -Luth Kirchengemeinde in Bayern 20
1. Was ist das 24-7prayer? 20
2. Durchführung und Koordination 22
3. Grundlagen für die Durchführung 22
3.1. Christliche Wertorientierung in der kirchlichen Jugendarbeit 22
3.2. Gesetzliche Vorgaben für die kirchliche Jugendarbeit. 23
4. Die Situation des Gebets in der evangelischen Jugendarbeit 23
5. Die Zielgruppe 24
6. Die Ziele 25
6.1. Grundsatzziel eins: Motivation zu Gebet 25
6.2. Grundsatzziel zwei: Begeisterung für den Glauben. 26
6.3. „Nebeneffekte“ - Das Wirken des Heiligen Geistes 26
7. Was beinhaltet ein 24-7prayer? 27
8. Wie wird die Aktion umgesetzt? 27
8.1. Räumlichkeiten 27
8.2. Organisatorischer Ablauf 28
8.3. Inhaltlicher Ablauf 28
8.4. Anleitung zum Gebet 29
8.5. Umsetzung in den Alltag 29
9. Wichtige Rahmenbedingungen 30
10. Chancen und Grenzen des 24-7prayer - ein persönliches Resümee. 30
Literaturverzeichnis 33
Anhang: Stundenplan 38
Einführung
„Das Gebet ist der Moment, in dem der Mensch ganz eins ist mit seinem Glauben, in dem er sich ganz bewußt ist, daß er nicht aus sich selbst heraus leben kann: Mit leeren, weit geöffneten Händen steht er vor Gott.“ Dies behauptet Frère John (1993, S.8) auf der zweiten Seite seines Buches zum Vaterunser. Für ihn ist Gebet eine der wichtigsten Quellen des geistlichen Lebens.
In der vorliegenden Jahresarbeit möchte ich die vielen Gesichter betrachten die dieses Gebet haben kann. Im Teil A. geht es um die Theorie von Gebet. Durch die Darstellung der einzelnen Aspekte soll deutlich werden wie vielfältig Gebet sein kann. Das heißt aber nicht, dass diese Aspekte nur getrennt voneinander vorkommen. Im Gegenteil in einem Gebet können und sollen diese bunt gemischt vorkommen. Immer aber geht es um das Gebet von Christen an den dreieinigen Gott. Im Teil B. geht es um eine besondere Art von Gebet - das 24-7prayer. Hierbei handelt sich um eine weltweite Gebetsbewegung von Jugendlichen. Meist wird es im freikirchlichen Bereich umgesetzt, bietet aber auch für die Evangelisch-Lutherische Kirche einen guten Ansatz den Jugendlichen die Vielfalt von Gebet näher zu bringen. In dieser vorliegenden Arbeit sollen allerdings nicht die theoretischen Aspekte des 24-7prayer beleuchtet werden, sondern die praktische Umsetzung. Es werden somit konzeptionelle Überlegungen zur Umsetzung in einer Kirchengemeinde vorgestellt. Die Bibelzitate der vorliegenden Arbeit stammen aus der Lutherbibel, welche im Literaturverzeichnis angegeben ist. Aus Gründen der Lesbarkeit habe ich immer dort, wo eine neutrale Schreibweise nicht möglich war die männliche Schreibweise verwendet. Frauen sind hierbei immer mit einbezogen.
A. Reden mit Gott - Das Gebet
„Wie groß ist doch die Macht des Gebets! . . . Es ist durchaus nicht nötig, ein schönes, für den entsprechenden Fall formuliertes Gebet aus einem Buch zu lesen, um Erlösung zu finden. Ich sage Gott ganz einfach, was ich ihm sagen will, ohne schöne Worte zu machen, und er versteht mich. Für mich ist das Gebet ein einfacher Blick zum Himmel, ein Ruf der Dankbarkeit und der Liebe, aus der Mitte der Mühsal wie aus der Mitte der Freude. Es ist etwas Großes, das mir die Seele weitet und mich mit Jesus vereint.“
Mit diesen Worten beschreibt Therese von Lisieux (zitiert nach Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern [ELKiB], 1995, S.1528) was Gebet für sie bedeutet. Es wird deutlich, dass Gebet etwas großes und vielleicht auch etwas schwer begreifbares ist. Gleichzeitig erfahren wir etwas über seine Vielfältigkeit und wie einfach es doch eigentlich sein kann zu beten. Ausgerichtet ist dieses Gebet auf den Gott, der in Jesus Christus Mensch wurde. Für die folgende Darstellung der vielen Gesichter von Gebet soll diese Sichtweise das Fundament sein.
1. Was ist Gebet?
In fast allen Religionen der Welt ist Gebet zu finden. Ausnahmen bilden hier der Buddhismus und die australischen Ureinwohner. (vgl. Alles, 2000, S.483) Aber was genau ist Gebet und was macht das Spezifische eines christlichen Gebets aus? Eine wesentliche Voraussetzung für Gebet ist der Glaube daran, dass ein Gott existiert, welcher ein personales Wesen besitzt und mit dem der Mensch in Beziehung treten kann. Für jemanden der diesen Glauben nicht besitzt wäre beten sinnlos. (vgl. Brümmer, 2000, S.497) In welcher Form das Gebet stattfindet hängt von der Art des Glaubens ab. (vgl. Schlatter, 1989, S.364) In jedem Fall ist Gebet ein Ausdruck der menschlichen Zuwendung zu einer Gottheit. In diesem spricht der Mensch vor seinem Gott zu seinem Gott. (vgl. Ratschow, 1984, S.31-32) Somit ist Gebet also der Weg, auf dem Gläubige mit ihrem Gott in Beziehung treten. (vgl. Brümmer, 2000, S.496) Durch dieses Verständnis lässt sich Gebet von anderen religiösen Handlungen, wie Beschwörung oder Meditation abgrenzen. (vgl. Alles, 2000, S.483) Das Beten ist ein zutiefst menschliches Phänomen; es wurde schon immer gebetet und vermutlich wird auch in Zukunft weiterhin gebetet werden. (vgl. Müller, 1984, S.84) „Das Gebet ist deswegen auch in derselben Weise offen und
anfällig für alles menschliche Irren und Sich-Verfehlen wie alle anderen Formen menschlichen Agierens und Reagierens.“ (Müller, 1984, S.84) Das christliche Gebet basiert auf dem Glauben an den dreieinigen Gott; es ist „Gebet an den Vater, durch den Sohn, im Heiligen Geist.“ (Müller, 1984, S.86) Im Gebet begeben wir uns in die Gegenwart des Gottes, der uns durch Leben, Sterben und Auferstehung von Jesus Christus geoffenbart wurde. (vgl. John, 1993, S.7-9) Durch Jesus Christus werden wir zu Kindern Gottes und Gott kann von uns als Vater angerufen werden. (vgl. Müller, 1984, S.85-86) Dem Menschen ist es dadurch möglich geworden, im Gebet eine persönliche Verbindung mit Gott herzustellen. (vgl. Schlatter, 1989, S.364) Der Heilige Geist gibt uns Beistand im Gebet (vgl. Ulrich, 1986, S.18) und „vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen.“ (Röm. 8,26,) Das bedeutet, wenn wir zu Gott beten, betet Gott selbst durch uns. (vgl. Kießig, Stempin, Echternach & Jetter, 2000, S.754)
Im Gebet wird sich der Mensch „bewußt, daß er nicht aus sich selbst heraus leben kann: Mit leeren, weit geöffneten Händen steht er vor Gott.“ (John, 1993, S.8) Das Gebet selbst ereignet sich nach Luther als Reden mit oder zu Gott. (vgl. Müller, 1984, S.88) Bonhoeffer betont dass es im Gebet nicht nur darum geht sein Herz auszuschütten sondern „den Weg zu Gott (zu) finden und mit ihm (zu) reden.“ (Ulrich, 1986, S.14)
2. Gebet in der Bibel
Sowohl im AT als auch im NT lassen sich zahlreiche Beispiele für Gebet finden. Die christliche Tradition von Gebet steht auf dem Boden der Bibel und im Abendland wurde das Gebet sozusagen von den hebräischen Orientalen gelernt. (vgl. Kießig et al., 2000, S.754; Lexikonverlag, n.d., S.766) Die folgenden Punkte sollen einen kurzen Überblick darüber geben, wie Gebet in der Bibel gesehen und beschrieben wird.
2.1. Altes Testament
Im AT lässt sich kein einheitlicher Oberbegriff für Gebet feststellen. (vgl. Albertz, 1984, S.34) Stattdessen gibt es mehr als 40 unterschiedliche Wörter, die mit Gebet übersetzt werden können. (vgl. Bargheer, 1973, S.142) „Beter und Beterin sprechen im AT nicht in die Leere des Weltraums hinein, sondern richten ihr G. an einen lebendigen Gott, der sich Israel in Schöpfung und Gesch. offenbart hat.“ (Reventlow, 2000, S.487) Die Gebete sind eine unmittelbare
Lebensäußerung und zeichnen sich durch eine große Direktheit im Umgang mit Gott aus. (vgl. Albertz, 1984, S.35-36) Auch wenn das Gebet im AT häufig mit gottesdienstlichen Handlungen verbunden ist, ist es nicht untrennbar an bestimmte Zeiten oder Orte gebunden. Es kann überall und zu jeder Zeit an Gott gerichtet werden. (vgl. Albertz, 1984, S.35)
Laut Albertz (1984, S.34) sind Klage und Lob die grundlegenden Pole von Gebet im AT. Nach Reventlow (1986, S.5) können vielfältige Formen des Betens unterschieden werden:
Kurzgebete in der älteren Prosa, z.B. die Omenbitte und das Gelübde das Loben (Hymnus)
das Bitten in Form der Klage des Einzelnen, des Volkes und des Königs das Danken die Fürbitte
Kunstformen des Gebets in der Spätzeit, z.B. Gebetsformen bei Hiob redaktioneller Einbau von Psalmen in jüngere Textzusammenhänge Im Unterschied hierzu werden im Evangelischen Erwachsenen Katechismus (Kießig et al., 2000, S.754-755) Gebet und Gebetsformen einzelner biblischer Personen unterschieden:
Abraham antwortet auf Gottes Anrede. Mit Hilfe des Mediums Wort geschieht direkte Kommunikation. Abraham kann somit als Anfänger des Gebets bezeichnet werden.
Mose macht die Erfahrung der göttlichen Allgegenwart. Er erfährt als Erster den Namen Gottes. David beugt sich im Gebet vor Gott.
Persönliche Gebete vieler Männer und Frauen aus biblischer Zeit, z.B. die jubelnde Mirjam, die weinende Hanna und der um den Segen ringende Jakob. Eine Sonderstellung nehmen die Psalmen ein. Sie hatten ihren Platz im rituellen Gottesdienst. Der Psalter ist somit das Gebet- und Gesangbuch Israels. Auch wenn Psalmen vorformulierte und zur Wiederverwendung gedachte Gebete sind, ist die persönliche Aneignung erlaubt und überraschenderweise oft sogar möglich. (vgl. Kießig et al., 2000, S.755; Reventlow, 2000, S.487)
2.2. Neues Testament
Der Ausgangspunkt für Gebet im NT ist Jesus selbst. In den Evangelien wird immer wieder berichtet dass Jesus betet. (vgl. Lexikonverlag, n.d., S.766) Es kann nicht daran gezweifelt werden, dass Jesus als Jude eine in das jüdische Leben eingebettet Gebetspraxis hatte. (vgl. Gebauer, 2000, S.488) Er nimmt am Gebet im Tempel teil zieht sich aber auch oft in die Einsamkeit zurück. (vgl. Kießig et al., 2000, S.755) Neben seinem persönlichen Gebet lehrt Jesus seinen Jüngern das Beten. (Lexikonverlag, n.d., S.766) „Matthäus hat in der Bergpredigt die Gebetslehre Jesu katechismusartig zusammengefasst (Mt 6,5-15).“ (Kießig et al., 2000, S.756) Das Herzstück ist hierbei das Vaterunser, durch welches Jesus seine Nachfolger in sein besonderes Gottesverhältnis mit hinein nimmt. (vgl. Gebauer, 2000, S.488-489) Er gibt seinen Jüngern mit dem Vaterunser eine knappe und am Wesentlichen orientierte Hilfe zum Beten. (vgl. Kießig et al., 2000, S.756; Schlatter, 1989, S.368) Die Formulierungen dieses besonderen Gebets haben ihre Wurzeln im AT und sind fast alle bereits in jüdischen Gebeten zu finden. (vgl. John, 1993, S.10) Das Besondere und Neue an diesem Gebet im NT ist die untypische Anrede Gottes, als Abba (Vater), durch Jesus. (vgl. Gebauer, 2000, S.488; Kießig et al., 2000, S.756) Diese Anrede wurde in der aramäischen Alltagssprache von Kindern benutzt um ihren Vater anzureden. Es war nicht üblich Gott mit diesem Namen anzureden, da dies unpassend gewesen wäre. (vgl. John, 1993, S.15-16) Hierdurch wird der Unterschied zum Gebetsverständnis im AT deutlich. „G. ist nach dem Zeugnis des NT der unmittelbare Ausdruck der durch Jesus eröffneten neuen Gottesbeziehung des Menschen“ (Gebauer, 2000, S.488)
Ein weiterer wesentlicher Aspekt von Gebet im NT, im Unterschied zum AT, ist die Zusicherung der Gebetserhörung durch Jesus. Im AT wird diese nur bestimmten Freunden Gottes, z.B. Abraham zuteil. Durch Jesus sind alle Christen in den Status des Freundes aufgerückt. (vgl. Berger, 1984, S.56)
Für den Ort oder die Zeit des Betens lassen sich im NT keinerlei Anweisungen finden. Vielmehr kann festgestellt werden, dass Jesus an jedem Ort und zu jeder Zeit betete. Er hat eine ständige Gebetsverbindung mit dem Vater. (vgl. Schlatter, 1989, S. 367) So wie Jesus ohne Unterlass betet werden die Jünger und Nachfolger Christi im NT mehrmals - durch Jesus, Paulus und in verschiedenen Briefen - zu
Arbeit zitieren:
Tabea Kroll, 2005, Gebet hat viele Gesichter - Konzeptionelle Überlegungen zur Umsetzung des 24-7prayer in einer Evang.-Luth. Kirchengemeinde, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Welches Bild von 'Dyl Ulenspiegel' vermittelt der Deutschunter...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Analyse einer Parteitagsrede von Bundesaußenminister Joschka Fischer
Seminararbeit, 20 Seiten
Tabea Seidel hat den Text Gebet hat viele Gesichter - Konzeptionelle Überlegungen zur Umsetzung des 24-7prayer in einer Evang.-Luth. Kirchengemeinde veröffentlicht
Tabea Seidel hat einen neuen Text hochgeladen
Annäherungen an eine gekonnte ...
Alfred Bellebaum, Robert Hettlage
Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht - Fotobuch, Wegweiser und Erfahrung...
Erfahrungsschatz, Wegweiser un...
Caroline Oblasser, Ulrike Ebner, Gudrun Wesp
Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht: 60 Kaiserschnitt-Mütter in Wort un...
Sonderausgabe Fotografischer T...
Caroline Oblasser, Ulrike Ebner, Gudrun Wesp
Studyguide for Accounting: What the Numbers Mean by Marshall & McManus...
And McMa Marshall and McManus and Viele, Cram101 Textbook Reviews
0 Kommentare