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1. Einleitung 2
2. Die individualistische Perspektive 3
2.1 Grundlagendisziplinen 4
3. HOMANS
3.1 Eine Biographie 6
3.2 Soziales Verhalten als Austausch 7
3.3 Die Trittbrettfahrer 11
4. Kollektives Verhalten nach COLEMAN 12
5. Die Kosten-Nutzen-Kalkulation aus Athletensicht 14
6. Quellenverzeichnis 20
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Körper, Sport und Kommerz in einer globalisierten Welt - ein umfangreicher, interessanter und vor allem diskutabler Themenkomplex mit dem sich Soziologen wie auch Studenten immer wieder gekonnt auseinandersetzen. Die Frage, die, in bezug auf oben benanntes Thema, in dieser Arbeit diskutiert werden soll lautet nun wie folgt: Welche Relevanz haben moderne soziologische Theorien für die Sportwissenschaft und die Sportpraxis? Theorien sind und waren schon immer fester Bestandteil der Soziologie. Sie sind, im Gegensatz zur Praxis oder zur Empirie, eine durch Denken gewonnene Erkenntnis. Theorien dienen als Instrument zur Problemlösung und erklären Zusammenhänge und Tatsachen aus ihnen zugrunde gelegten Gesetzen. Beim Aufstellen einer solchen Theorie wird zumeist von bestimmten Voraussetzungen und Hypothesen ausgegangen, die verifiziert und systematisiert werden.
Soziologische Theorien, die sich auf die Gesellschaft beziehen, sollen diese beispielsweise charakterisieren oder widerspiegeln. Jeder sich damit beschäftigende Soziologe sieht die Menschheit und deren Lebensweise mit ganz anderen Augen. So entstehen nach jedem neuen Erkenntnisgewinn auch wieder neue Theorien. Diese sind jedoch immer kritisch zu betrachten. Man kann ihnen zustimmen oder sie ganz und gar ablehnen. Es besteht somit aber auf jeden Fall die Möglichkeit die Gesellschaft aus völlig anderen Blickwinkeln zu sehen. Mit einer dieser modernen soziologischen Theorien soll sich auch diese Arbeit befassen. HOMANS ist der Vertreten der Kosten-Nutzen-Theorie - ein äußerst interessanter und gesellschaftskritischer Blick auf die Gesellschaft und deren Individuen. Dieser mikrotheoretische Ansatz, der lediglich Aussagen über Individuen trifft, steht im Gegensatz zu den makrotheoretischen Ansätzen, die Aussagen über die gesamte Gesellschaft treffen. HOMANS Theorie ist eine der ersten, die man als mikrotheoretisch bezeichnen kann. Die individualistische Perspektive, die Biographie HOMANS und die Theorie selbst werden Bestandteil dieser Arbeit und Diskussion werden.
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Individualismus hat im weiten Sinne gesehen unterschiedliche Bedeutungen. Im Alltagsgebrauch versteht man darunter ein Abgrenzen. Die Menschen orientieren sich nicht mehr an von der Gesellschaft festgelegten Gruppenormen und -werten, sondern an der eigenen Persönlichkeitsentwicklung, an den eigenen Konsumwünschen.
In der Soziologie jedoch ist mit dem Begriff Individualismus etwas anderes gemeint. Hier ist es ein bestimmtes Prinzip gmeint, auf das sich bestimmte theoretische Konzepte und empirische Verfahren gründen. Zur Abgrenzung vom Alltagsbegriff gebraucht man deshalb den Ausdruck methodologischer Individualismus. Die Soziologen verwenden ihn als eine Sammelbezeichnung für Verhaltens- und Lerntheorien. Hinter diesem Begriff verbirgt sich auch schon ein bestimmtes Menschenbild. Dieses sagt aber weniger darüber aus wie die Menschen und die Gesellschaft sein sollen, sondern vielmehr darüber wie die Menschen in der Regel sind.
Solche Individualistischen Ansätze dienen als erstes Beispiel für Mikrotheorien. Das heißt sie kehren sich von den makrotheoretischen Ansätzen ab und treffen somit Aussagen über soziale Sachverhalte, die rückführbar sind auf Aussagen über Individuen. An Stelle von gesamtgesellschaftlichen Strukturen wird hier das Verhalten von einzelnen oder mehreren Individuen untersucht. Das hat zur Folge, dass man große gesellschaftliche Ereignisse, sei es nun bezogen auf die Politik oder die Wirtschaft, nicht mit einer solchen Theorie erklären kann. Für die methodologischen Individualisten steht fest, dass Verhalten, sowohl von Tieren als auch von Menschen, beobachtbar und rekonstruierbar ist. Individualisten stellen sich daher stets die Frage: Welche Motive und Erwartungen haben die handelnden Individuen und wie wirken sich diese auf das Verhalten aus?
Betrachtet man beispielsweise eine Vorlesung in einer Universität so würden Makrotheoretiker die Funktion und den Stellenwert der Vorlesung für die Gesellschaft analysieren. Niklas Luhmann würde die Vorlesung als ein durch Anwesenheit definiertes soziales System auffassen. Jürgen Habermas und Claus
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Offe würden betonen, dass der Wissenschaftsbetrieb insgesamt und die autoritär einseitig strukturierte Form der Vorlesung ganz besonders zur Legitimation der Gesamtgesellschaft beitragen und die Studenten und Bürger unmündig halten. Die methodologischen Individualisten hingegen haben eine völlig andere Perspektive. Sie stellen sich die bereits bekannte Frage: Warum sind die Beteiligten anwesend? Welches sind ihre Erwartungen? Individualisten gehen davon aus, dass man mit allen Handlungen eine bestimmte Erwartung verbindet. Diese Handlungen (das Halten der Vorlesung, das Besuchen der Vorlesung) entsprechen immer einem bestimmten Kosten-Nutzen-Kalkül. Haben wir also eine bestimmte Handlungsalternativ, überlegen wir vorher, ob sich der Einsatz überhaupt lohnt. Läuft die Situation dann wie erwartet ab, haben wir unseren Nutzen vergrößert. Herr Meier ist zum Beispiel mit seiner Sonnenbräune, die er am Strand errungen hat, während die Vorlesung lief völlig zufrieden. Er hatte eine Handlungsalternative, hat Kosten und Nutzen der Handlungen abgewogen und hat mit seiner Entscheidung, lieber an den Strand zu gehen als die Vorlesung zu besuchen, seinen Nutzen maximiert. Zufriedenheit und Glück sind in diesem Modell nichts anderes als erfolgreiche Nutzenmaximierung, die demjenigen winkt, der die Fähigkeit besitzt rational zu Handeln. Im methodologischen Individualismus sind Menschen ausschließlich als rationale Akteurinnen und Akteure interessant. (TREIBEL 1993, S.87)
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Arbeit zitieren:
Mareike Diedrich, 2002, Kosten-Nutzen-Kalkulation nach Homans, München, GRIN Verlag GmbH
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