II
Inhalt
1 Einleitung Seite 1
2 Die Polyfunktionalität der gelben Tönung Seite 2
2.1 Die Progression der gelben Tönung Seite 3
2.2 Die zentralen Kapitel für die Bedeutung des Titels Seite 7
2.2.1 Kapitel 9 Seite 7
2.2.2 Kapitel 15 Seite 9
3 Zusammenfassung Seite 9
Bibliographie Seite 11
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1 Einleitung
Wie auch in seinen anderen Romanen bedient sich Julio Llamazares in La Lluvia amarilla einer sehr poetischen Sprache, die sich durch die Verwendung zahlreicher Stilmittel wie vor allem Bildern, Metaphern und Antropomorphisierungen auszeichnet. Der Roman thematisiert ähnlich den übrigen Werken Llamazares‘ die Verbundenheit zur Heimaterde, die Lebensumstände der ländlichen Bevölkerung und die damit verbundene Problematik der Landflucht sowie Aspekte von Erinnerung und Vergessen. La Lluvia amarilla ist die Geschichte des letzten Einwohners Ainielles, eines verlassenen Bergdorfes in den Pyrenäen. Nach dem Weggang seines letzten Nachbarn und dem Suizid seiner Frau Sabina, bleibt Andrés in völliger Abgeschiedenheit und Einsamkeit in seiner Heimat zurück. Im Mittelpunkt seiner Gedanken und Gefühle stehen seine Erinnerungen und die damit verbundene Ambivalenz von Trost und Schmerz.
Die Farbe Gelb taucht schon im Titel auf und zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Roman. Auch wenn dem Leser die vielschichtige Bedeutung dieser Gelbtönung erst beim Lesen des Romans offenbart wird, so wird er doch durch den Titel für diese Tönung sensibilisiert und wird nun den Roman beim Lesen nach der Farbe Gelb „scannen“. Das Gelbliche erlangt im Handlungsverlauf eine immer stärkere Präsens und wird zur Beschreibung zahlreicher Gegenstände, aber auch Gefühle, in sehr unterschiedlichen Kontexten neu aufgegriffen und facettenreich ausgeführt. Indem diese gelbe Tönung immer wieder kehrt und sich auf zahlreiche Aspekte der Außen- und Innenwelt Andrés‘ ausweitet, erfährt sie im Laufe des Romans eine starke Bedeutungsaufladung und bildet so das Leitmotiv. Dem gelben Regen wird die immer deutlicher werdende Rolle einer vereinnahmenden, zerstörerischen Kraft zugeschrieben. Llamazares bedient sich ganz bewusst dieser metaphorischen Gelbtönung, weil sie sich gut eignet, dem Leser die Erlebnisse und Gefühle des Protagonisten durch die vielschichtig eingesetzte Farbsymbolik sinnlich nahe zu bringen. So stellt La Lluvia amarilla keine bloße Dokumentation der Situation Andrés‘ dar, sondern vielmehr eine Erfahrung, die der Leser auch sinnlich nachvollzieht. Die gelbe Tönung berührt jedoch nicht nur immer wieder neue Facetten der äußeren und inneren Umgebung Andrés‘, sie erfährt durch ihre sukzessive Verdichtung auch eine deutliche Steigerung.
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2 Die Polyfunktionalität der gelben Tönung
Dem Leser begegnet das Motiv des Gelben in zahlreichen unterschiedlichen Kontexten. Es kommt dabei zunächst zur Schaffung einer von Zerfall und Verlassenheit geprägten Atmosphäre zum Einsatz und legt sich nach und nach auch auf physische und äußere Gegebenheiten sowie auf die geistige und seelische Verfassung des Protagonisten. Dieser facettenreichen Darstellung der wechselseitigen Beeinflussung von Außen und Innen sind zusätzlich zahlreiche Metakommentare zum Thema der Erinnerung und des Vergessens zwischen geschaltet. All diese Elemente erfahren im Handlungsverlauf nicht nur eine Steigerung, sondern werden auch auf verschiedene Weise miteinander verwoben. Die Progression der Polyfunktionalität und der Bedeutung der gelben Tönung sowie deren Zusammenhang mit dem Titel selbst sollen im Folgenden anhand von Zitaten aus dem Primärtext dargestellt und erläutert werden. Hierbei sollen die Kapitel 9 und 15 herausgestellt werden, da sie für die Bedeutung des Titels eine zentrale Rolle spielen.
2.1 Die Progression der gelben Tönung
Bereits in Kapitel 1 taucht die Gelbtönung erstmals auf. Auch wenn dem Leser die besondere Bedeutung dieser Farbe für den Roman zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar ist, so setzt Llamazares sie hier ein, um die Atmosphäre in Ainielle zu beschreiben:
Y, entonces, al contraluz amarillento y fantasmal de las linternas [...] descubrirán entre los chopos la silueta del molino [...] y, luego, al fondo, recortándose en el cielo, el perfil melancólicio de Ainielle. (Kap.1/S.11) In diesem Zusammenhang wird das gelbliche Licht der Taschenlampe beschrieben, in dessen Schein die Suchenden das Bergdorf Ainielle entdecken. Durch die Wahl dieser Beschreibung erzeugt Llamazares schon in der Einführung in das Geschehen eine von Verlassenheit, Zerfall und Einsamkeit geprägte Stimmung, welche sich ja beim Lesen des Romans noch deutlich verstärken wird. Indem Llamazares an dieser Stelle sogar das Wort fantasmal, d.h. gespenstisch gebraucht, antizipiert er, wenngleich nur implizit die unheimlichen Ereignisse, die Andrés zu einem späteren Zeitpunkt im Roman schildert, wie beispielsweise die Erscheinungen der Geister seiner Mutter, seiner Frau und vieler anderer früherer Bewohner Ainielles. Die von Zerfall und Einsamkeit geprägte Atmopsphäre in diesem Bergdorf wird vor dem
Arbeit zitieren:
Eva Fernández Ammann, 2003, Die thematische Relevanz des Titels in Julio LLamazares' "La Lluvia amarilla", München, GRIN Verlag GmbH
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