II
Inhaltsverzeichnis
1 Definition und Erklärung relevanter Begriffe Seite 1
1.1 Morphologie Seite 1
1.2 Morph und Morphem Seite 1
1.2.1 Lexikalische und grammatikalische Morpheme Seite 2
1.2.2 Freie und gebundene Morpheme Seite 2
1.3 Allomorph Seite 3
2 Die Stammallomorphe spanischer Verben Seite 3
3 Beispiel einer morphologischen Analyse Seite 4
4 Bibliographie Seite 6
1
1 Definition und Erklärung relevanter Begriffe
Um eine morphologische Analyse durchzuführen, bedarf es zunächst der Definition der dafür relevanten Termini, welche im Folgenden ausgeführt und näher erläutert werden sollen.
1.1 Morphologie
Die Morphologie (span. morfología) ist dasjenige Teilgebiet der Linguistik, welches die Gesetze untersucht, nach denen eine Sprache ihre Wörter baut und ihnen ihre entsprechende Funktion im Satzgefüge verleiht. Ziele morphologischer Analysen sind vor allem die Gewinnung von Kriterien zur Bestimmung von Wortarten, die Untersuchung von grammatikalischen Strukturen und Kategorien, wie z.B. Tempus und Modus und die Beschreibung der Gesetzmäßigkeiten der Flexion, welche Deklination, Konjugation und Komparation umfasst. Desweiteren beschäftigt sich die Morphologie mit der Frage nach Basiselementen und Kombinationsprinzipien bei der Wortbildung. Außerdem erforscht die Morphologie auf dieser Grundlage auch Zusammenhänge sowohl zwischen verwandten als auch zwischen nicht verwandten Sprachen.
Morphologische Analysen beschäftigen sich daher mit der Form, dem Vorkommen und der Funktion der Morpheme 1 als kleinste bedeutungstragende Elemente der Sprache (vgl. Bussmann 1990: 334f).
1.2 Morph und Morphem
Während es sich bei den Morphen um kleinste, noch nicht klassifizierte Segmente eines Wortes handelt, sind Morpheme (span. morfemas) die kleinsten bedeutungstragenden Einheiten, d.h. phonologisch-semantische Basiselemente, in die sich die Wörter einer Sprache zerlegen lassen. Beispielsweise besteht das spanische Wort inaceptable aus dem Morphem /in-/, einem Präfix mit verneinender Wirkung, dem Morphem /-acept-/, welches als Wortstamm die eigentliche lexikalische Bedeutung des Wortes kennzeichnet und dem Morphem /-able/, das eine Eigenschaft angibt. Dieses
1 Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass hier ausschließlich die Terminologie i.S.d.
amerikanischen Strukturalismus nach L. Bloomfield verwendet wird, um
Verwechslungen mit der Terminologie A. Martinets zu vermeiden.
2
Vorgehen nennt man Segmentierung, welche zunächst die Morphe liefert und anschließende Klassifizierung, was bedeutet, dass man die Wörter in ihre kleinsten bedeutungstragenden Elemente unterteilt und diesen anschließend ihre Bedeutung bzw. Funktion zuordnet, wodurch man die Morpheme ermittelt. Es sind vier verschiedene Typen von Morphemen zu unterscheiden, welche in den folgenden Abschnitten charakterisiert werden sollen (vgl. Bussmann 1990: 333f; Lyons 1972: 184).
1.2.1 Lexikalische und grammatikalische Morpheme
Lexikalische Morpheme bezeichnen reale oder auch abstrakte Sachverhalte, Gegenstände oder Personen und haben daher eine semantische Funktion. In diese Klasse von Morphemen sind Substantive, Verben, Adjektive und Adverben einzuordnen. Das Morphem /-acept-/ aus dem o.g. Beispiel fällt in diese Klasse, weil es ein Adjektivstamm ist, der einen abstrakten Sachverhalt bezeichnet. Lexikalische Morpheme bilden eine offene Klasse, d.h. sie sind variabel. Damit ist gemeint, dass durch den Sprachwandel bedingte Veränderungen in dieser Klasse recht häufig auftreten können. Es können neue Wörter dazukommen (Neologismen), die beispielsweise aus einer anderen Sprache übernommen werden, und andere Wörter, die veraltet sind, können wegfallen (Archaismen).
Bei den grammatikalischen Morphemen handelt es sich um allgemeine, wiederkehrende Einheiten in festen Mustern mit syntaktischer Funktion. Sie kennzeichnen also die grammatischen Beziehungen im Satzgefüge. Zu dieser Klasse zählen nicht nur Präpositionen, Pronomina, Konjunktionen und Artikel, sondern auch Tempus, Modus, Numerus und Genus. Die grammatikalischen Morpheme bilden eine geschlossene Klasse und sind historisch betrachtet eher konstant als die lexikalischen Morpheme (vgl. Pelz 1998: 116ff).
1.2.2 Freie und gebundene Morpheme
Freie Morpheme sind solche, die auch selbständig als Wort auftreten können, ohne an ein anderes Morphem gebunden zu sein, während gebundene Morpheme stets als Teil eines Wortes an mindestens ein anderes Morphem gebunden sind.
Arbeit zitieren:
Eva Fernández Ammann, 2002, Erklärung grundlegender Begriffe der synchronen Morphologie, München, GRIN Verlag GmbH
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