Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
A Einleitung 3
B 4
1. Der Begriff des Dokumentationsdramas bei Ken Loach 4
2. Der Film Land and Freedom und das Problem der Authentizität 5
3. Vergleich der Werke von Loach Orwell Hemingway und Malraux 8
3.1 Innerparteiische Revolution auf Seiten der Linken 9
3.2 Die Stellung der Frau im Krieg 9
3.3 Krieg und Technik 11
C Ausblick 11
Quellenverzeichnis 13
2
A
„Uno tiene que hacer lo que le parece, y si uno tiene una idea debería luchar por ella.“ 1
Diese Aussage ist kennzeichnend für den britischen Regisseur Ken Loach, da sie sowohl seine eigene Lebensauffassung als auch das Hauptanliegen der Charaktere in seinem filmischen Schaffen beschreibt, nämlich sich mit Willenskraft, Durchsetzungsvermögen und Kampfbereitschaft für eine Sache einzusetzen. So setzt er in seinen Werken auf eine möglichst authentische Darstellung der realen Umstände, um das Publikum zur Emotionsregung, Stellungnahme und schließlich zum Handeln zu bewegen, stößt dabei aber nicht immer auf die ihm gebührende Zustimmung seiner Umgebung. „Struggle, tragedy and censorship, all of which might suggest that his potential remains unfulfilled, have surrounded the career of humanist filmmaker Ken Loach.” 2 Mit diesem Impuls zur Aufklärung und Propaganda, gibt der kontroverse Regisseur häufig radikale politische Botschaften weiter. Oft beziehen sich die Inhalte auf die Lebensbedingungen sozialer Randgruppen und deren alltägliches Leben in Unterdrückung, Ausbeutung und Unmenschlichkeit. Hierbei setzt er sein Anliegen in der Form des Dokumentationsdramas um, welches seiner Forderung nach einer natürlichen Abbildung der Wirklichkeit und dem Aufzeigen von kritischen Problemen gerecht wird. “You do the research...the characters grow in your mind, and you connect them with the events, and try to be authentic and significant. And then, if you’ve done the job well, it reverberates with people in their own experience.” 3 Die Authentizität nimmt hier einen hohen Stellenwert ein, er will aber nicht eine Wirklichkeit schaffen, sondern sich nur so nah wie möglich und so weit dies auch möglich ist, am wirklichen Geschehen orientieren. Doch genau dieses Postulat stellt sich als Problem dar, wie auch gut an seinem Film Land and Freedom aus dem Jahre 1995 zu sehen ist, der sich inhaltlich mit den Anfängen des spanischen Bürgerkriegs aus der Sicht eines britischen Kommunisten beschäftigt.
Beginnend mit der für Loach typischen Darstellungsform des Dokumentationsdramas, möchte ich mich anschließend mit der Frage beschäftigen, welche Möglichkeiten und Probleme ein solches Authentizitätspostulat im Film Land and Freedom mit sich bringt. Des weiteren werden Parallelen zu den Werken von Malraux, Orwell und Hemingway aufgezeigt.
1 Ríos,
Alejandra, „Entrevista
www.ft.org.ar/estrategia/ei10/ei10loach.html
2 Nicholls, David, „Ken Loach“: Internet. 05 Mai.2004. www.1worldfilm. com
3 Tulloch, John, Television Drama: Agency, audience and myth, London/ New York: Routledge, 1990.
3
B
1. Der Begriff des Dokumentationsdramas bei Ken Loach „[D]rama documentary works according to the formal articulation of two ‚looks’- the look of the documentary and the look of the dramatic fiction.“ (Television Drama: Agency, audience and myth, S. 120)
In dieser Art der Darstellungsform vermischen sich dramatische Elemente, das heißt, das ein Film und „...dessen Handlung ähnlich derjenigen des Dramas auf den ausgeprägten Gegensätzen, Konflikten und Spannungen der handelnden Personen, d.h. meist zwei Menschen (gruppen), und auf ihrer Steigerung und Überwindung beruht“ 4 mit der Form des Dokumentarfilms, der sachlichen „Vermittlung von Wissensstoff, Erkenntnismaterial. [...] menschlicher Wirklichkeit; nicht der Stoff, sondern die Vermittlung des Erlebnisses vom Wesentlichen im Stoff steht im Mittelpunkt.“ (Kleines Filmlexikon, S. 115) Da eine Wirkungsästhetik erzeugt werden soll, die auf einer regen Anteilnahme des Publikums zielt, werden Elemente der Dokumentation, wie die sachliche Informationsvermittlung, mit einer Konfliktsituation und deren Lösung, die der Spannungssteigerung dient, kombiniert. Ken Loach generiert seinen dokumentarischen Effekt durch Handkameras, eine natürliche Belichtung, keine Nachsynchronisierung der Szenen und das Drehen an Originalschauplätzen. Erfahrene- und Laienschauspieler, mit authentischem Akzent und Dialekt, praktizieren ein improvisiertes Schauspielen; erst kurz vor einer Filmsequenz klärt Loach die Akteure über den Inhalt auf und verlangt von ihnen so ein spontanes Verhalten, welches seiner Meinung nach stärker an die Realität anknüpft, als die Handlung in Drehbüchern. Um dem Geschehen Nachdruck zu verleihen, werden unter anderem statistische Materialien eingebunden, wobei oft eine Schwarz-Weiß Ästhetik beobachtet werden kann, durch die das Werk an historischer Glaubwürdigkeit gewinnt. Diese Ästhetik verleiht dem Film aber auch an emotionaler Tiefe, durch die sich der Zuschauer, genauso wie durch das Aufeinanderprallen von Gegensätzen und deren Überwindung als Handlungsträger, an das Geschehen gefesselt fühlt. Durch eine Kombination dieser Faktoren in unterschiedlichem Maß wird einerseits ein dokumentarischer Effekt generiert, der sich durch Unmittelbarkeit, Spontanität und Authentizität kennzeichnet. Ziel ist es, dass sich der Zuschauer als zufälliger Beobachter des wahren Lebens fühlen soll, der sich in den Werken wiedererkennt, die Zustände missbilligt und sich zum Handeln angesprochen fühlt. Ken Loach sieht die
4 Reinert, Charles, Kleines Filmlexikon, Einsiedeln- Zürich: Verlagsanstalt Benziger & Co. AG., 1946. S 81
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Arbeit zitieren:
Stephanie Wenzl, 2004, Land and Freedom (1995), München, GRIN Verlag GmbH
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