Inhaltsverzeichnis
Vorwort 3
1 Analyse des didaktischen Bedingungsfeldes 3
2 Fachwissenschaftliche Analyse 3
2.1 Exegetisch-hermeneutische Gesichtspunkte 3
2.2 Systematisch-theologische Reflexion 5
3 Fachdidaktische Analyse 6
3.1 Didaktische Vor uberlegungen 6
3.2 Didaktische
Uberlegungen zum H orspiel 7
4 Zum Text des H orspiels 9
5 Das H orspiel: Gott der Herr redet 9
2
Vorwort
In dieser Seminararbeit soll ein H¨ orspiel vorgestellt werden, das zur Einf¨ uhrung
in den Themenbereich 4 ” Prophetie“ der achten Jahrgangsstufe des Gymna-
siums dienen kann. 1 Dabei soll es sowohl spezifische Merkmale der alttesta- mentlichen Prophetie vorstellen, als auch den Sch¨ ulern die Person des Amos
n¨ aherbringen. Zun¨ achst ist allerdings auf die theologischen und fachdidakti-
schen ¨
Uberlegungen einzugehen, welche die Basis f¨ ur das H¨ orspiel gebildet ha-
ben. Die Gliederung der Arbeit richtet sich nach den ” Elemente[n] religionsun-
terrichtlicher Unterrichtsvorbereitung“ von Lachmann. 2
1 Analyse des didaktischen Bedingungsfeldes
Die achte Jahrgangsstufe stellt sicherlich eine gewisse Herausforderung an den
Unterrichtenden dar. Sie geh¨ ort zu der Altersgruppe, die sich bereits deutlich
vom Elternhaus l¨ ost. Dies hat wiederum eine kritische Distanz zu den vom
Elternhaus vermittelten Werten und Lebensinhalten zur Folge. 3 Der Religions- unterricht ist davon zu einem nicht geringen Teil betroffen. Kritische Distanz bis
hin zur v¨ ollig ablehnenden Haltung finden sich ebenso, wie zumindest religi¨ oses
Interesse oder gar deutliche Motivation durch den Einfluß kirchlich gepr¨ agter
Elternh¨ auser. 4 Innerhalb dieses Spannungsfelds gilt es nun, einen Weg zu fin- den, das Unterrichtsthema so zu vermitteln, daß man einem m¨ oglichst großen
Teil der Sch¨ uler gerecht wird.
Aus den im Lehrplan genannten Inhalten des Themenbereichs ” Prophetie“ sind,
unter Ber¨ ucksichtigung der konkreten Themenstellung dieser Arbeit, besonders
die Merkmale und Probleme der Prophetie, sowie die Vorstellung der Person
des Propheten wichtig. Andere Inhalte w¨ aren in Ankn¨ upfung an das H¨ orspiel
in weiteren Unterrichtsstunden anzugehen.
2 Fachwissenschaftliche Analyse
2.1 Exegetisch-hermeneutische Gesichtspunkte
Das Buch Amos ist das dritte der sogenannten ” Zw¨ olf kleinen Propheten“, zu-
gleich aber auch das ¨ alteste Schriftprophetenbuch des Alten Testamentes ¨
haupt. Es ist in etwa um die Wende vom 8. zum 7. Jahrhundert vor Christus
entstanden und im Laufe der Jahrhunderte weiter erg¨ anzt und bearbeitet wor- 1 KWMBI I So.-Nr. 1/992, S. 16
2 Adam/Lachmann: Religionsp¨ adagogisches Kompendium, S. 150–157 [1]
3 Fraas: Religiosit¨ at des Menschen, S. 232f.
4 Fraas: Religiosit¨ at, S. 258–260[4]
3
den. Das Auftreten des Amos ist um 760 vor Christus anzusetzen, also zur
Regierungszeit Jerobeam II. Alle uns ¨ uber den Propheten zur Verf¨ ugung ste-
henden Informationen finden wir im alttestamentlichen Text selber, weder wird
er in anderen B¨ uchern, noch außerhalb des Alten Testaments genannt. Aus dem
S¨ udreich Juda stammend, predigte er f¨ ur kurze Zeit im Nordreich Israel, der
Zeitraum wird sich vermutlich auf wenige Monate beschr¨ ankt haben. Seine Pre-
digt unterscheidet sich deutlich von der seines Zeitgenossen Hosea. W¨ ahrend
dieser die Liebe Gottes betont, spricht Amos von der Rechtschaffenheit und
Gerechtigkeit Gottes, die das Gericht ¨ uber das zwar ¨ außerlich bl¨ uhende, aber
innerlich marode Israel zur Folge haben wird. 5 Der wirtschaftliche Aufschwung unter der Regierung Jerobeams II. ging einher mit zunehmender sozialer Un-
gerechtigkeit und einer weitverbreiteten Mißachtung der Gebote Gottes (vgl.
3.2.). Dieser Situation stellt Amos nun den Anspruch Gottes und seinen Ruf
zur Umkehr in dessen Auftrag entgegen.
Es ist wenig sinnvoll, innerhalb des Unterrichts detaillierter auf die Ergebnisse
der historisch-kritischen Untersuchung des Amos-Buches einzugehen, sondern
eine Beschr¨ ankung auf die wesentlichsten Informationen scheint der Jahrgangs-
stufe angemessen. Ebenso kann innerhalb des H¨ orspiels nicht das ganze Buch
verarbeitet werden, sondern es muß eine repr¨ asentative Auswahl getroffen wer-
den. Diese soll das zum Einstieg Notwendigste ¨ uber Person, Auftreten, Wirken
und Predigt des Propheten vermitteln. Die entsprechenden Textstellen sollen
im Folgenden kurz vorgestellt werden. 6
Amos 1, 1–2: Die Person des Propheten Der Anfang des Buches ist ty-
pisch f¨ ur die Propheten, es werden kurz die Person des Propheten und die Zeit
seines Auftretens beschrieben. Wir erfahren etwas ¨ uber den eigentlichen Beruf
des Amos, daß er kein ” Berufsprophet“ war, sondern prim¨ ar im landwirtschaft-
lichen Bereich t¨ atig war und ¨ uber seine Herkunft aus Tekoa in Juda. Es wird
die Regierungszeit Jerobeams II. und Usijas zusammen mit einem Erdbeben als
weiteres zeitliches Einordnungselement genannt. Das ” Br¨ ullen“, der Ruf Gottes,
hat Amos in sein prophetisches Amt gef¨ uhrt, das ihn bevollm¨ achtigte, was er
selbst wahrgenommen hatte und was Gott ihn hatte schauen lassen (der Text
schließt beide M¨ oglichkeiten ein), Israel zu predigen. 7
Amos 7, 14–17: Amos’ Ausweisung aus Bethel Neben den Versen eins
und zwei des ersten Kapitels ist Amos 7,10–17 der einzige weitere Abschnitt,
in dem wir etwas ¨ uber die Biographie des Propheten erfahren. Nur hier wird
eine konkrete Szene aufgebaut und von einer Begegnung des Amos mit Per- 5 vgl. Craigie: Twelve Prophets, S. 120[3]
6 F¨ ur eine genauere Diskussion zur Wahl der Textstellen im Bezug auf ihre Verwendung im
H¨ orspiel vgl. 3.2.
7 vgl. Craigie: Twelve Prophets, S. 124f.[3]
4
sonen in Israel berichtet. Amos’ Predigt hat f¨ ur Unruhe gesorgt und nun ist das ” Establishment “ bem¨ uht, den Unruhestifter aus dem Weg zu schaffen. Interessant ist die Antwort des Amos auf die Worte Amazjas, die ihm die Zu- geh¨ origkeit zum Berufsprophetentum unterstellen. Deutlich weist er dies von sich und betont sein Herausgerufensein aus seinem bisherigen Leben durch das Wort Gottes (vgl. Amos 3,8: ” Der L¨ owe br¨ ullt [vgl. Amos 1,2] — wer f¨ urch- tet sich nicht? Gott, der Herr, redet — wer wird da nicht zum Propheten?“). Durch seine Aussage in 7,14: ” [. . . ] ich bin unabh¨ angig; ich besitze Rinder und Maulbeerfeigenb¨ aume.“ macht Amos klar, daß er sein Prophetenamt nicht zum Broterwerb hat. 8
Amos 7, 1–9: Die ersten drei Visionen Ob die Visionen des Amos Aus- l¨ oser seines prophetischen Amtes waren, oder erst w¨ ahrend seines Dienstes sich ereigneten, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Deutlich l¨ aßt sich in den Visionen eine Entwicklung erkennen. Die ersten beiden Male zeigt Gott dem Propheten das bevorstehende Gericht, und dieser leistet F¨ urbitte f¨ ur das bedrohte Volk angesichts dessen Schwachheit. Gott erh¨ ort das Gebet seines Propheten und nimmt das Gericht zur¨ uck. Doch beim dritten Mal, als im Volk noch immer kein Wille zur Umkehr zu erkennen sein scheint, verzichtet Amos auf die F¨ urbitte und Gott k¨ undigt sein nicht abzuwendendes Gericht an. Ist die Zeit f¨ ur einen Weg aus der Katastrophe nun vorbei (vgl. 3.2.)? 9
Amos 8, 4–10: Amos’ Predigt gegen die Reichen Beispielhaft zeigen sich hier Inhalt und Intention der Predigt des Amos. Reiche nutzen ihre Position aus, um auf Kosten der Armen ihr Verm¨ ogen noch zu vergr¨ oßern und setzen sich dabei ¨ uber das alte Jahwerecht hinweg. Ausbeutung und gar Schuldsklaverei der Bed¨ urftigen sind die Folge. Angesichts der Gewinnsucht verliert der Feiertag seine Bedeutung, wird sogar l¨ astig, und ebenso ist das F¨ alschen von Gewichten an der Tagesordnung, um den eigenen Gewinn noch zu steigern. Die soziale Ungerechtigkeit, die enorme Profitgier und der totale Verlust des Respekts vor den Geboten Jahwes kennzeichnen die Situation, die Amos anprangert. Und so kann auch nur das gerechte Gericht Gottes, das nun zum Ende des Buches fast unabwendbar scheint, die Antwort auf dieses Verhalten sein. 10
2.2 Systematisch-theologische Reflexion
Das wesentliche Anliegen des Amos in seiner Predigt macht eine Vermittlung in unsere Zeit hinein relativ einfach. Der Ruf nach ” sozialer Gerechtigkeit“ er-
8 vgl. Craigie: Twelve Prophets, S. 178f.[3]
9 vgl. Craigie: Twelve Prophets, S. 174–176[3]
10 vgl. Craigie: Twelve Prophtes, S. 184–187[3]
5
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Dr. Christoph Lange, 1997, "Gott, der Herr, redet." - Hörspiel für den Religionsunterricht in der 8. Jahrgangsstufe am Gymnasium, Munich, GRIN Publishing GmbH
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