Die Krankheit kann sich in verschiedenen Formen ausdrücken. Besonders zu Beginn wird sie oft vom Betroffenen nicht bemerkt. Man spricht dann von einer asymptomatischen KHK.
Im typischen Fall jedoch bemerkt der Patient in Ruhe keinerlei Beschwerden. Die Durchblutungsstörung macht sich erst unter körperlicher Belastung bemerkbar. Die Schmerzen lassen sich als Form der sogenannten Brustenge charakterisieren. Man spricht hierbei von Angina pectoris. Die Ursache der Angina pectoris ist eine vorübergehende Minderdurchblutung an einer Engstelle (Koronarstenose) im Gefäß. Der Herzmuskel erhält dadurch weniger Blut. Die Minderdurchblutung reicht unter Ruhebedingung wie Schlafen und Sitzen oft aus. Bei körperlicher Anstrengung ist das Sauerstoffangebot infolge eines erhöhten Bedarfes des Herzens unzureichend. Es tritt eine Angina pectoris auf. Werden die Beschwerden höhergradig, treten also auch im Ruhezustand auf, kommt es zu einem kompletten Verschluss eines Koronaraterienastes. Ein Teil des Herzmuskels stirbt ab, es entsteht eine Myokardnekrose mit dem Krankheitsbild des Herzinfarktes (vgl. ROST, 1995, 157). Das menschliche Herz wird von der linken und rechten Herzkranzaterie versorgt, die als Koronaraterien bezeichnet werden. Die linke Herzkranzaterie versorgt den vorderen Bereich des Herzens, die rechte den hinteren. Die linke Herzkranzaterie verzweigt sich wenige Zentimeter nach ihrem Abgang aus der Aorta (Hauptschlagader) in zwei Äste, den sogenannten Ramus circumflexus, der insbesondere die linke Herzkammer versorgt, sowie den Ramus interventricularis anterior, der insbesondere die Scheidewand und, wenn auch in geringem Maße, die linke Herzkammer versorgt. Für die Beurteilung der KHK werden die rechte und die linke Herzkranzaterie jeweils als einzelnes Gefäß aufgefasst. Dementsprechend können ein, zwei oder alle drei Hauptäste
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befallen sein. Man spricht von einer Ein-, Zwei- und Dreigefäßerkrankung (ebd.).
2.1 Symptome und Diagnostik der KHK
Die Beschwerden von Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit werden unter dem Begriff der Angina pectoris zusammengefasst. Dabei handelt es sich um Schmerzen und Missempfindungen im Brustkorb, die durch Zustände ausgelöst werden, die den Sauerstoffbedarf des Herzmuskels steigern (z. B durch eine Zunahme der Herzfrequenz oder eine Blutdrucksteigerung) oder welche zu Koronarspasmen führen, z. B körperliche Belastung ,Kälte, zu ausgiebige Mahlzeiten, psychische Belastung und Aufregung. Der Angina pectoris Schmerz ist selten scharf lokalisiert. Die Patienten klagen über ein dumpfes Druckgefühl bis hin zum Brennen hinter dem Brustbein, das typischerweise durch eine Belastung ausgelöst wird. Die Schmerzen können in den linken oder rechten Arm, die Schultern, den Hals oder die Wangen und die Zähne, selten auch in die Magengegend ausstrahlen. Es handelt sich um einen eher kurz dauernden Schmerz, meist zwischen 5 und 30 Minuten anhaltend, der gewöhnlich nach Beendigung der körperlichen Belastung schnell aufhört. Nitroglyzerin führt innerhalb von 2 bis 5 Minuten zur Beschwerdefreiheit oder zumindest- linderung. Dies ist besonders wichtig zu Abgrenzung gegenüber einem Herzinfarkt. Gelegentlich berichten Patienten über Angstgefühle. Eine Sonderform stellt die stumme Myokardischämie, d.h. Mangeldurchblutung des Herzmuskels, dar. Ca. 50% aller Patienten mit koronarer Herzkrankheit sind asymptomatisch, haben also keinerlei Beschwerden, zeigen aber in speziellen Untersuchungen, z.B. dem Langzeit-EKG, eine vorübergehende
Mangeldurchblutung des Herzens. Umgekehrt sind Herzbeschwerden unspezifisch. Auch zahlreiche andere Herzerkrankungen(z. B.
Herzmuskelentzündungen) können zu einem Gefühl der Angina pectoris führen, nicht zuletzt auch „nervöse Herzbeschwerden“(vgl. ROST, 1995, 158). Diese Art der Herzbeschwerden lassen sich meist daran erkennen, dass sie in Ruhe und unter psychischem Stress angegeben werden, nicht aber unter körperlicher Belastung.
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Verengte Koronargefäße können zu erheblichen Beschwerden führen, die erste Hinweise für die Diagnoserstellung liefern. Sollte es zu einem Verschluss kommen, so ist in der Regel ein Infarkt die Folge. Daher sollte eine gute Diagnostik nicht erst beim Auftreten derartiger Beschwerden, sondern schon beim ersten, auch leichten Anzeichen erfolgen. Nach folgender Art und Weise kann die Diagnostik stattfinden:
§ Intensive körperliche Untersuchung einschließlich einer Anamnese
§ Ruhe- und Belastungs- EKG
§ Echokardiographie, also eine Ultraschalluntersuchung. Mit Hilfe dieser Untersuchung lassen sich Wandbewegungsstörungen und die Funktion des Herzens bestimmen
§ Eine Thallium- oder Technetiumszintigraphie, die eine gute Aussage über die Feindurchblutung innerhalb des Herzmuskels gestattet
§ Mit Hilfe eines besonders schnellen CT- Gerätes, dem sogenannten EBT lassen sich Verkalkungen in den Herzkranzgefäßen darstellen Der Herzinfarkt stellt neben dem plötzlichen Herztod die dramatischste Konsequenz der KHK dar. Meist haben die Herzbeschwerden in den letzten Wochen vor dem Infarkt zugenommen, nicht selten tritt das Ereignis aber auch unerwartet ein. Der Patient erleidet eine schweren Angina pectoris Anfall, es kommt zu Kreislaufschockzeichen wie Schwitzen, Erbrechen und Kollaps. Die Hälfte aller Infarktfälle enden tödlich, dabei kommen verschiedene Todesursachen in Frage. Es kommt zu einem Pumpversagen, wenn ein sehr großer Teil des Herzmuskels als Folge des Verschlusses eines großen Gefäßes zugrunde geht. Eine weitere mögliche Todesursache besteht in einem Riß des Herzmuskels an der nekrotischen Stelle. Das Herz pumpt durch diesen Riß Blut in den Herzbeutel und erdrückt sich gewissermaßen selbst (ebd.). Wenn der Herzinfarkt überlebt wird, beginnt im Organismus der Aufräumprozess. Man kann sich den Bereich den Herzinfarktes so vorstellen, dass aus den Herzmuskelfasern eine abgestorbene strukturlose Eiweißmasse entstanden ist. Diese wird jetzt von den Randzonen des Infarktbereiches abgeräumt. Hier kommt es zu einer vermehrten Durchblutung.
Zahlreiche, teils zivilisatorisch bedingte Risikofaktoren begünstigen neben individuellen Veranlagungen die Entwicklung von Erkrankungen der Koronargefässe. Eine das jeweilige Risikoprofil berücksichtigende Vorbeugung ist daher für eine möglichst gute u nd erfolgreiche Gesunderhaltung der Herzkranzgefässe von grosser Wichtigkeit. Anerkannte Risikofaktoren sind Rauchen, Fettstoffwechselstörungen, Zuckerkrankheit ( Diabetes mellitus) und Fettsucht ( Adipositas), Bewegungsmangel und Stresseinwirkungen, insbesondere im Falle mangelnder Stressverarbeitung. Die Psychologie beschreibt typische Persönlichkeitseigenschaften, welche zu einer solchen
Stressverarbeitungsproblematik tendieren, mit dem Begriff der „Typ A- Person“. Nach neueren Erkenntnissen scheinen e inige weitere Risikofaktoren zu existieren, welche die Entstehung einer Koronarsklerose fördern können. Zur Diskussion steht hierfür eine mögliche Erhöhung bestimmter Aminosäuren im Blut oder auch eine mögliche bakterielle Keimbesiedlung der Koronargefässwände. Andere Hypothesen diskutieren einen möglichen Mangel an bestimmten Vitaminen mit Vitamin C und E.
Die dargelegten Risikofaktoren können zu einer Entstehung der koronaren Herzerkrankung bereits in jüngeren Lebensjahren beitragen. Andererseits kann eine vorzeitige Koronarsklerose auch bei einem Fehlen der vorerwähnten Risikofaktoren schicksalhaft entstehen, wenn eine entsprechende genetischfamiliäre Veranlagung vorhanden ist ( familiäres Risiko). 3.2 Vorbeugung
Strategien einer Vorbeugung orientieren sich am Vorhandensein von Risikofaktoren. Einstellung des Rauchens, fettarme bzw. kohlenhydratarme
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Katja Koormann, 2002, Koronare Herzkrankheit und Sport, Munich, GRIN Publishing GmbH
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