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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Ausgangssituation 4
2.1 . 1226 bis 1244 4
2.2. Das Konzil von Lyon 1245 5
3. Der Inhalt der Bulle „Ad apostolice dignitatis“ 6
3.1. Legitimierung und Aufgabe des Konzils 6
3.2. Die Vergehen Friedrichs II 7
3.2.1. Meineid 8
3.2.2. Friedensbruch 9
3.2.4. Ketzerei 10
3.3. Urteil und Begründung der Absetzung 11
4. Kann der Papst den Kaiser absetzen? 12
4.1. Die Zwei-Schwerter Lehre und Ihre Interpretationen 12
4.2. Der Ausgang des Machtkampfes 13
5. Resümee 14
Bibliographie 15
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1. Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der päpstlichen Bulle „Ad apostolice dignitatis“, die am 17. Juli 1245 von Papst Innozenz IV und den Teilnehmern des Konzils von Lyon verfasst wurde. Anlass war eine Auseinandersetzung zwischen dem Papst und dem deutschen Kaiser Friedrich II, die sich fast durch die gesamte Regierungszeit dieses Kaisers erstreckte. Papst Innozenz IV bezweckte mit dem von ihm im Dezember 1244 einberufenen Konzil den Kaiser abzusetzen. Hierzu berief er das Konzil zum Richter über Friedrichs Taten. Auf den folgenden Seiten wird zunächst dargestellt, wie sich dieser lange Konflikt zwischen dem Kaiser und den Vorgängern von Innozenz IV entwickelte und wie es dann zur Einberufung des Konzils von Lyon kam. Danach wird der Inhalt der Bulle vorgestellt, der die Legitimation
des Konzils aufzeigt, dessen Aufgabe erklärt, die Anschuldigungen, die gegen Friedrich II erhoben werden, auflistet und die daraus resultierende Entscheidung, Friedrich seines Amtes als Kaiser zu entheben, wiedergibt und begründet.
Weiterhin wird die Bedeutung der Bulle untersucht werden, indem die Folgen ihrer Veröffentlichung und die Konsequenzen für die Folgezeit und das Machtverhältnis zwischen dem weltlichen und dem geistlichen „Schwert“ betrachtet werden und inwiefern die Absetzung Friedrichs überhaupt erfolgreich war.
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2. Die Ausgangssituation
2.1. 1226 bis 1244
Der Konflikt, der sich zwischen Friedrich II und den ihm gegenüberstehenden Päpsten (Honorius III, Gregor IX, Coelestin IV und Innozenz IV) abspielte hatte einen zentralen Inhalt: Wer hatte die Macht in Norditalien? Rom sah sich von allen Seiten von kaiserlichem Gebiet umschlossen - südlich von Rom befand sich das Königreich Sizilien und im Norden versuchte Friedrich II die volle Reichsgewalt über die Lombardei durchzusetzen 1 . 1226 schlossen verschiedene Kommunen und Signorien der Poebene ein anti-kaiserliches Verteidigungsbündnis und sperrten die Alpenpässe für alle Kaiserlichen. Papst Honorius III vermittelte und rang Friedrich II das Versprechen für einen Kreuzzug ab, der im Spätsommer 1227 stattfinden sollte. Alle Vorbereitungen waren getroffen, jedoch musste der Kreuzzug abgebrochen werden: ein starker Zustrom von Pilgern verursachte eine Nahrungsmittelknappheit und es brach eine Seuche aus, an der auch der Kaiser selbst erkrankte. Gregor IX war dies Anlass genug, Friedrich mit dem Kirchenbann zu belegen. Trotzdem brach der Kaiser im darauffolgenden Jahr ins heilige Land auf, wo er 1229 - auf diplomatischen Wege - die Wiedergewinnung Jerusalems erreichte.
1231 bildete sich wieder ein Lombardenbund, und wieder wurden die Alpenpässe gesperrt. 1234 verbündete sich sogar Heinrich, der Sohn des Kaisers, mit den Lombarden! Allerdings standen die weltlichen und geistlichen Fürsten des Reiches geschlossen hinter Friedrich, was Heinrich dazu veranlasste, sich mit wenigen Anhängern auf die Burg Trifels zurückzuziehen, wo er schließlich in Gefangenschaft geriet.
1237 zog Kaiser Friedrich mit frischen Truppen über den Brenner in die Lombardei. Im Raum Verona versammelt er seine Streitkräfte. Dort stießen Mannschaften aus Padua, Verona, Treviso, sowie 10.000 sarazenische Bogenschützen aus dem sizilischen Königreich zum kaiserlichen Heer. Mantua und kleinere lombardische Städte unterwarfen sich oder wurden zur Kapitulation gezwungen. Die Mailänder mit ihren Bundesgenossen aus den
1 vgl. HEINISCH, Klaus J. (Hrsg.). Kaiser Friedrich II. Sein Leben in zeitgenössischen Berichten. München: Winkler, 1969. 16 - 24.
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Gebieten um Vercelli, Alessandria und Novara heran wurden am 24. November 1237 bei Cortenuovo besiegt. Nur wenige Städte, darunter Mailand, Piacenza, Brescia und Bologna, leisteten weiter Widerstand. Friedrich forderte von ihnen die bedingungslose Unterwerfung. Da die aufsässigen Städte nicht dazu bereit waren, ging der Kampf weiter. Im Felde stellte sich kein Gegner mehr, wodurch es zu einem mühevollen Belagerungskrieg kam. Während das kaiserliche Heer vor der Stadt Brescia musste der Kaiser aufgeben. Genua, Venedig und auch Papst Gregor IX ergriffen gegen Friedrich II Partei. Da der Kaiser sich aber nicht aus der Lombardei zurückzog, erließ der Papst die Bulle „Ascendit de mare“, in welcher er den Kaiser mit dem Tier aus der Offenbarung des Evangelisten Johannes verglich. Gregor IX entband die Untertanen des Gebannten ihres Treueides, was allerdings keine Wirkung zeigte. 1241 starb Papst Gregor IX. Sein Nachfolger, Coelestin IV, der nur zwei Wochen im Amt war, regte Verhandlungen an, die Innozenz IV, der nach eineinhalbjähriger Vakanz des Stuhles Petri Papst geworden war, fortführte. Der Kaiser verlangte die Lösung vom Kirchenbann, der Papst die Rückgabe aller Eroberungen und die Amnestierung der aufständischen Lombarden.
2.2. Das Konzil von Lyon 1245
Noch während die Verhandlungen andauerten, kam es zu einer überraschenden Wendung. Am 27. Juni 1244 begab sich der Papst plötzlich inkognito nach Civitavecchia und reiste von dort per Schiff über Genua, seine Vaterstadt, nach Lyon.
Im Dezember des gleichen Jahres hielt Innozenz in Lyon eine Predigt, in deren Verlauf er kirchliche Würdenträger, Könige und Fürsten zu einer großen Versammlung zum 24. Juni 1245 in die Stadt einlud. Thema sollte der Streit zwischen Papst und Kaiser sein. Am 18. April 1245 lud der Papst den Kaiser selbst vor das Konzil, um sich dort zu verantworten. Dieser sandte Thaddaeus von Sueassa als seinen Vertreter, der gegen die Lösung vom Kirchenbann einen Kreuzzug ins Heilige Land anbot - vergeblich. Auf der letzten Sitzung des Konzils, am 17. Juli 1245, erklärte der Papst Friedrich II mit der Bulle „Ad apostolice dignitatis“ für abgesetzt.
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Christian Schlegel, 2002, "Ad Apostolice Dignitas" - Die Absetzung Friedrichs II, Munich, GRIN Publishing GmbH
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