Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Ringen und Raufen - eine Begriffsdefinition 2
3. Bedingungsanalyse 3
3.1 Analyse der Lerngruppe 3
3.2 Analyse des Lerngegenstands 3
4. Methodisch-didaktische Strukturierung der Stunde 4
4.1 Inhaltswahl 4
4.2 Zielentscheidung 5
4.3 Methodenentscheidung 6
4.3.1 Stundeneinstieg 6
4.3.2 Aufwärmphase 6
4.3.3 Hauptphase 8
4.3.3.1 Grundübungen 9
4.3.3.2 Grundspiele 10
4.3.3.3 Zielspiel 12
4.3.4 Endphase 13
5. Stundenverlauf / Raster 14
6. Literaturverzeichnis 16
II
1. Einleitung
Körperliches Gerangel, die Handgreiflichkeit, gehört zum kindlichen Leben. Kämpfen wird grundsätzlich überall zum Thema, wo Kinder sind: in Familien, in Schulen, im freien Raum ihres Kinderlebens. Ringen und Raufen kann sich somit als eine Form des in der Familie und der Gesellschaft akzeptierten lustvollen Körperkontaktes definieren.
Wer leise war, muss auch einmal laut sein. Kinder wehren sich gegen die Stilllegung ihrer Sinnlichkeit, die ihnen zu Lernzwecken verordnet wird, indem sie „ihren Ausflipp“ nehmen. Ringen und Raufen wird hier zum Ventil für alles systemimmanente Reglementieren.
Ringen und Raufen bedeutet im besten Sinne körperliche Auseinandersetzung ohne Bedrohlichkeit. Kinder sind Unterdrückung und Bedrohung im nach bestimmten Regeln festgelegten „Kampf“ nicht hilflos ausgeliefert. Der „Kampf“ wird durch Regeln sozialisiert. Ringen und Raufen ist damit eine kultivierte, handgreiflich, kämpferische Auseinandersetzung über Bewegungen, in der vom Schlagen und Stoßen abgesehen werden muss. Im Ringen und Raufen erfahren Kinder Bewegung in der Form von z.B. Angreifen, Einklemmen oder sich entziehen. Verständigt wird sich über Flüchten und Standhalten, Fesseln und Freikommen.
Erzieherisch bedeutsam ist das Thema, weil man an ihm auf symbolische Weise Grundprobleme des menschlichen Lebens erkennen und seine eigenen Handlungsstrategien dazu erfahren und entwickeln kann. Dies sind Beweggründe für uns, das Ringen und Raufen im Sportunterricht zum Thema zu machen.
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2. Ringen und Raufen - Eine Begriffsdefinition
Eine allgemeingültige Definition dessen, was in der Literatur mit „Miteinander kämpfen“, „Ringen und Kämpfen“, „Ringen und Raufen“, „Ringen, Rangeln und Raufen“ bezeichnet wird, gibt es nicht. Es handelt sich bei dem Genannten nicht um Sportarten mit definiertem Ziel und verbindlichem Regelwerk. Deshalb ist es nötig, zu klären, was darunter verstanden wird und was in Bezug auf den Unterricht wichtig ist.
Die verschiedenen Begriffsdefinitionen, die in der Literatur vorgenommen werden, reichen von bewegungstechnischer Hinführung zu Kampfsportarten (vgl. Jung 1988) über ein friedfertig gemeintes und gleichzeitig kämpferisches Mit-einander, in welchem die Partner regelbetont und verantwortungsvoll mitein-ander agieren (vgl. Beudels, Anders 2001) bis zu spielerischen, regelgeleiteten Kampfformen, die dazu beitragen können, Schüler zu einem lustvollen Bewegen zu animieren, ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern und ihre sozialen Kompetenzen zu fördern (vgl. Busch 2002).
Der Bewegungsbereich des „Miteinander kämpfens“ beinhaltet sanfte Kampf-formen, zu denen definierte Kampfsportarten wie Judo und Ringen ebenso zählen wie volkstümliche Kampfspiele und spielerische Kämpfe, in denen gebalgt, gerangelt gezogen, geschoben, gedrückt und gegriffen wird. „Miteinander kämpfen“ definiert also keinen festgelegten Bewegungsbereich, sondern dient als Orientierungshilfe, um Spiele und Übungen für den Unterricht in Abhängigkeit vom Erfahrungshintergrund der Lehrkraft und den intendierten Unterrichtszielen auswählen zu können.
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3. Bedingungsanalyse
3.1 Analyse der Lerngruppe
Bei der Lerngruppe handelt es sich um 22 Studierende des Lernbereichs Ästhetik mit dem Vertiefungsfach Sport an der Universität Bremen. Die Studierenden sind zwischen Anfang 20 und Ende 30 und teilen sich in 18 weibliche Kommilitoninnen und vier männliche auf. Aus den bisherigen Lehrversuchen und anderen gemeinsamen Aktivitäten wissen wir, dass die Gruppe über sportliche Erfahrungen aus Schule, Vereinen und persönlicher Unternehmung verfügt. Zudem konnten wir die sportliche Leistungsbereitschaft aus den vorangegangenen Praxiseinheiten gut beobachten und einschätzen. Dort erlebten wir die SportstudentInnen, was die Fairness, Hilfsbereitschaft, Team- und Kommunikationsfähigkeit angeht, als eine homogene Einheit. Auf Grund dieser Aspekte rechnen wir mit einer engagierten Teilnahme der Lerngruppe.
3.2 Analyse des Lerngegenstands
Vom Säuglingsalter an erweben die Kinder durch ständiges Üben die Bewe-gungsformen und Grundeigenschaften wie Sitzen, Gehen, Stehen, Laufen, Springen, Federn, Schwingen, Schaukeln, Klettern, Stützen, Balancieren, Rollen, Drehen, Werfen, Fangen, Ziehen, Schieben, Tragen und Heben, sowie vieles mehr. Dabei sind sie in ständiger Bewegung, um sich zu vervollkommnen. Ihr Fähigkeitsbereich wird über die Bewegung erweitert und das vielfältige Lernen steht im Mittelpunkt ihres Lebens. Diese Bewegungsmuster beinhalten schon die grundlegenden Bewegungen, die die Kinder beim Raufen und Ringen anwenden können. Beim Raufen und Ringen in der Schule geht es nicht um den sportlichen Leistungsgedanken, sondern um den Spaß und die Freude am Miteinander und an den verschiedenen Bewegungsformen, die dabei entstehen können. Im Vordergrund soll dabei die Schulung der Wahrnehmung und des eigenen Körpererlebens stehen. Dabei geht es sowohl um individuelle Bewegungserlebnisse als auch um Erfahrungen innerhalb der Gruppe. Das spielerische Raufen und Ringen ist sowohl präventiv einsetzbar,
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Arbeit zitieren:
Daniela Bielefeld, 2005, Raufen und Ringen, München, GRIN Verlag GmbH
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