Inhaltsverzeichnis:
1 Einleitung 4
2 Geschichtliche Entwicklung 5
3 Schule und Bildung 12
3.1 Dipo 12
3.2 Burgschulen 13
3.3 Entwicklung des Bildungssektor 14
3.4 Hochschulen 15
3.5 heutiges Schulsystem 16
4 Schlusswort 19
5 Literaturverzeichnis 20
3
1 Einleitung
Ghana se’w Akwaaba!
1
Willkommen in Ghana!
Um das Schulsystem oder aber auch den Schulalltag in Ghana zu verstehen, ist es von großem Vorteil einen Blick auf die geschichtliche Entwicklung des Landes zu werfen. Jedes Land hat schließlich ein ganz spezielles System, welches sich im Laufe der Jahre entwickelt hat. In Ghana kommen mehrere sehr stark prägende Faktoren zusammen, welche innerhalb von einer äußerst kurzen Zeitspanne den Rahmen des heutigen Schulsystems bilden. Der Stolz, der Ehrgeiz und die Lust am Leben, um nur einige Merkmale der Ghanaer zu nennen, sind Tatbestand einer langen westafrikanischen Geschichte.
Jahrhunderte lange Unterdrückung durch die Europäer konnte die Bevölkerung nicht entmutigen und so war es dann auch kein Wunder, dass Ghana als erstes afrikanisches Land die Unabhängigkeit (1957) erlangte. Die Besetzung durch die Europäer hatte aber nicht nur Nachteile. So wurden nämlich in dieser Zeit die ersten Schulen nach europäischem Vorbild von Missionaren gegründet. Selbstverständlich kümmerten sich schon immer die kinderfreundlichen Ghanaer/innen aufopfernd darum, dass jedes ihrer Kinder später einmal ein selbständiges Leben führen konnte. Die Art und Weise war nur eine andere, wie die, die die Europäer ihnen aufzwangen. So lässt sich der Zwiespalt, in dem sich das Land heute befindet schon sehr früh ausmachen. Auf der einen Seite will das Land seine Traditionen bewahren und auf der anderen Seite will es auch für die Welt offen sein.
Die prägenden Faktoren, die heutigen Probleme und deren Lösungsvorschläge möchte ich versuchen in dieser Hausarbeit darzustellen.
1 Vgl. Cobbinah, J. (Hrsg.). 2002, Seite 11
4
2 Geschichtliche Entwicklung
Südlich der Sahara leben primitive, menschenfressende Urvölker! So klang die Behauptung beziehungsweise auch die Drohung. Abenteuerlustige Portugiesen machten sich trotzdem ab ca. 1400 n.Chr. auf, um für ihre Krone die Ostpassage nach Indien, sowie Gold, Elfenbein und Gewürze zu suchen. Schritt für Schritt segelten sie entlang der Westküste Afrikas gen Süden. Was sie dort jedoch vorfanden, waren Völker, welche alles andere waren, als primitive Kannibalen.
Trotzdem muss man ehrlich gestehen, dass das heutige Vorurteil (vielleicht etwas übertrieben gesagt), welches in der westlichen Welt über den schwarzen Kontinent besteht, nicht allzu sehr von dem damaligen abweicht. Reiseveranstalter locken die reichen Weißen nach Kenia, wo sie mit den Massei auf Safariurlaub gehen können. Oder Berichte über brutalste Kriege erscheinen in unseren Medien. Das ursprüngliche Vorurteil bleibt also in sofern bestehen, dass wir von Afrika nur zu hören bekommen, wenn es zum einen um menschenverachtende Schlächtereien geht, oder zum anderen um „primitiv“ lebende Völker, welche noch immer auf Löwenjagd gehen. Die Gegenwart von zum Beispiel Kindersoldaten zu leugnen, wäre auch nicht lobenswert. Allerdings muss man der Presse ankreiden, dass sie mit negativen Berichterstattungen das nun bereits ca.600 Jahre alte (falsche) Vorurteil nur untermauert.
Was Afrika wirklich zu bieten hatte und noch immer hat ist eine beispielhafte und glorreiche Geschichte 2 .
Wissenschaftler auf der ganzen Welt sind sich heute (mit einigen wenigen Ausnahmen) sicher, dass die Wiege der Menschheit in Afrika steht. So gibt es beispielsweise in Tansania 2 bis 3,5 Millionen Jahre alte Funde der Gattung „Homo“. In Ghana gibt es in der Nähe der Industriestadt Tema Funde, welche auf menschliche Siedlungen vor 30.000 bis 40.000 Jahren zurückzuführen sind. In der Zeit, in der das Reich der Karthager blühte, bestanden bereits Handelsverbindungen nach Westafrika, welche es ermöglichten, dass in Europa Güter aus der besagten Region zu erstehen waren. Auch
2 vgl. Cobbinah, J. (Hrsg.). 2002, Seite 55-92
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zur Zeit, in der die Römer die Vorherrschaft über den Mittelmeerraum hatten, blieben diese Handelsverbindungen wichtig. Waren und Güter mit denen bereits damals gehandelt wurde, waren unter anderem Gold, Elfenbein, Leder und Baumwolle (Produkte südlich der Sahara). So bald die Güter nördlich der Sahara verkauft waren, wurden die Pferde und später die Kamele (sie waren resistenter gegen die Trockenheit) mit Messing, Kupfer, Seide und Salz beladen und die Karawane machte sich wieder auf in Richtung Süden. Entlang dieser Handelsrouten fing die Wirtschaft an zu florieren.
So kam es, dass drei nennenswerte Kaiserreiche die Kultur in Westafrika über 1000 Jahre bestimmen sollten: Gana, Mali und Songhay. Das genaue Datum der Entstehung des Gana-Reiches lässt sich nicht darlegen. Die Anfänge gehen aber mit ziemlicher Sicherheit auf 600 n.Chr. zurück. 790 n. Chr. wird von Tunka Maghan Ciss berichtet, welcher der Herrscher über das soninke Volk war. Das Kaiserreich erstreckte sich auf dem Boden des heutigen Mauretanien, Senegal und Mali. Der durch Handel erlangte Reichtum beschreibt ein Zeitzeuge im Jahre 1067 wie folgt: „Der König besitzt einen Palast und zahlreiche überkuppelte Räume, die von einer Art Stadtmauer umgeben sind (...) Der König trägt eine hohe, mit Gold verzierte Mütze. (...) Hinter dem König stehen 10 Pagen mit goldbestickten Schilden und Schwertern und zu seiner Rechten die Söhne der Vasallen-Könige seines Landes mit prächtigen Gewändern und golddurchwirktem Haar.“ 3 Erst im Jahr 1076 verlor das Reich eine Schlacht gegen die aus Marokko stammenden Almoraviden. Das Land wurde zwar nicht okkupiert, aber von nun an trauten sich Randvölker zu rebellieren, sowie Streitereien innerhalb der Machthabenden zu einem Zerfall der Zentralmacht führten. In Folge dessen verschoben sich die Handelsrouten gen Osten, wo neue Machtzentren entstanden. Eines der eben erwähnten Randvölker war das der Malinken. Unter deren König Sundiata (der Löwe) erhielt das Kaiserreich Gana in der Schlacht von Kirina (1235) seinen Todesstoß.
Der Goldhandel erfuhr nun einen enormen Aufschwung, wodurch das neuaufstrebende Kaiserreich Mali noch reicher, mächtiger und pompöser wurde als es Gana zuvor war. In den Städten Timbuktu und Djenne entstanden Universitäten, welche Gelehrte mit intellektuellen Zentren in Spanien und Ägypten austauschten. Das große Streben dieser
3 vgl. Cobbinah, J. (Hrsg.). 2002, Seite 57
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Bevölkerung nach Gerechtigkeit und die Abneigung gegen Gewalt machten dieses Kaiserreich zu einem Ort ohne Kriminalität. Verstarb ein fremder Händler, so ging sein Besitz nicht in das Eigentum des Reiches über, sondern es wurde alles unternommen um der Familie den Besitz zurückzugeben. Folglich kamen die Händler sehr gerne in das Mali-Reich um Geschäfte zu tätigen. Die größte Ausdehnung erstreckte sich von der Küste des Atlantiks bis zum heutigen Nigeria, sowie die Nord-Südausrichtung ca. 600km bis 1200km betrug.
Ab dem 15. Jahrhundert häuften sich die Angriffe der Nachbarvölker, wobei es Sonni Ali Ber (Amtszeit 1464-1492) gelang die Macht Malis entgültig zu brechen. Er verteidigte außerdem sein eigenes Land erfolgreich gegen andere Angriffe, und er verstand es des Weiteren sein Reichsgebiet erheblich zu vergrößern. Er war nunmehr der Gründer des Songhay Kaiserreiches. Im Anschluss regierte Sonhays größter Sohn Askia Touré bis in das Jahr 1528. Noch bis zum Ende des 16. Jahrhunderts florierte das Reich, bis es schlussendlich den Angriffen der marokkanischen Armee nicht mehr standhalten konnte.
Was nun speziell das heutige Ghana betrifft und deren Bevölkerungsmehrheit, die Akan, so lässt sich auch hier sagen, dass sie ein Kaiserreich hatten, das Accani Kaiserreich. Dieses Reich war zwar nicht so mächtig wie das der oben erwähnten, aber ihre hoch entwickelte Kultur wurde von den ersten Europäern sehr bewundert.
In Westafrika gab es also bis zum Eintreffen der Europäer und noch darüber hinaus Kulturen, welche in ihrer Stabilität und ihrem Reichtum in Europa kaum einen ebenbürtigen Mitstreiter fanden. Wenn man aus heutiger Sicht den Kaiserreichen etwas vorwerfen kann, dann ist es die Tatsache, dass nicht ausreichend dokumentiert wurde. Es gibt heute kaum Schriften, welche Fakten der damaligen Zeit belegen und somit ist es nicht verwunderlich, dass wir heute über andere (tatsächlich primitive, z.B. Germanen) Völker mehr wissen.
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Arbeit zitieren:
Manuel Maag, 2004, Schule in Ghana, München, GRIN Verlag GmbH
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