Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis....................................................................................................................... 2
1 Einleitung 4
2 Psychologie auf dem Tennisplatz 4
3 Die Entdeckung von Selbst 1 und Selbst 2 7
3.1 Einklang herstellen 8
3.2. Selbst 2 programmieren 10
4 Das Potential 12
5 Inner Coaching Fähigkeiten 13
5.1 Konzentration 13
5.1.1 Erlebnis-Konzentration 13
5.1.2 Kopf-Konzentration 14
5.1.3 Sinnes-Entwicklung 14
5.2 Entspannung 14
5.2.1 Hindernisse 14
5.2.2 Vertrauen und Loslassen 15
5.2.3 Atmen 15
5.2.4 Entspannung lernen 15
5.3 Die innere Stimme 15
5.3.1 Die Stimme als Störung 16
5.3.2 Die Stimme nutzen 16
5.4 Einstellung/Programmierung 16
5.4.1 Offenheit 16
5.4.2 Einstellungsebenen 16
5.4.3 Bild-Programmierung 17
5.4.4 Wort-Programmierung 17
5.5 Kreativität und Spontaneität 17
5.5.1 Regeln loslassen 17
5.5.2 Keine Angst vor Fehlern 18
5.5.3 Sport als Weg 18
5.6 Selbstbewusstsein 18
5.6.1 Ehrlichkeit 19
6 Inner Coaching Prinzipien 19
6.1 Das Sein ist veränderbar 19
6.2 Die Ganzheit 19
6.3 Das neue Zeit-Bewusstsein 20
6.3.1 Der Rückspiegel und die Zukunfts-Fixierung 20
6.3.2 Zeitstruktur und Zeitharmonie 20
6.3.3 Der Ziel-Prozess 20
6.3.4 Barrieren 21
6.3.5 Ungünstige Mechanismen 21
7 Zusammenfassung 22
Literaturverzeichnis 23
1 Einleitung
Jedes Spiel besteht aus zwei Teilen: Einem äußeren und einem inneren Spiel. Das äußere Spiel wird gegen einen äußeren Gegner gespielt, um äußere Hindernisse zu überwinden und ein äußeres Ziel zu erreichen.
Der Spieler des inneren Spiels gelangt dahin, die Kunst der entspannten Konzentration über alle Fähigkeiten zu stellen. Er entdeckt eine verlässliche Basis für sein Selbstvertrauen und er lernt, dass das Geheimnis, irgendein Spiel zu gewinnen, darin liegt, sich nicht zu große Mühe zu geben. Sein Ziel ist eine spontane Leistung, die sich nur dann einstellt, wenn das Denken ruhig ist und sich im Einklang mit dem Körper befindet.
Als Spieler muss man sich zwangsläufig auch mit den oft vernachlässigten Fähigkeiten des inneren Spiels und dessen Hindernissen (Konzentrationsschwäche, Nervosität, Selbstzweifel und Selbstkritik) beschäftigen.
Unsere Arbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten und Problemen, sowie der Optimierung des Inneren Spiels durch Inner Training.
2 Psychologie auf dem Tennisplatz
Die Probleme, die Tennisspieler und andere Sportler während eines Wettkampfes haben, drehen sich nicht darum, wie man sich richtig bewegt oder wie man den Schläger richtig führt. Die meisten Spieler bemängeln auch nicht ihre physische Leistungsfähigkeit. Die häufigsten Klagen, die man nach einem Tennismatch beziehungsweise während des Trainings zu hören bekommt sind Aussagen darüber, dass der Sportler zwar weiß was er tun oder verbessern soll, sich diesen Tatsachen auch bewusst ist, aber allerdings nicht in der Lage ist, sein Wissen in die Tat umzusetzen.
Der Tennisspieler ist somit nicht in der Lage, seine geistigen Fähigkeiten in konkrete Bewegungssituationen umzusetzen.
Wenn ich mir wirklich große Mühe gebe, den Schlag so auszuführen, wie es im Buch steht, verschlage ich den Ball jedes Mal. Wenn ich mich auf etwas ganz Bestimmtes konzentriere, dann vergesse ich etwas anderes. (Gallwey, 1974, S. 11)
Die nachfolgenden Ausführungen basieren auf der Einleitung von Gallwey (1974) Diese oder ähnliche Schwierigkeiten zeigen, dass der Tennisspieler an einer inneren Blockade scheitert. Der innere Gegner ist also stärker als der äußere Gegner.
Der Spieler hat es nicht geschafft, alle Denkgewohnheiten zu überwinden, die den sonst hervorragenden Leistungen im Wege stehen. Gemeint ist hier das Spiel, das im Denken des Spielers stattfindet, welches gegen Hindernisse wie Konzentrationsschwäche, Nervosität, Selbstzweifel und Selbstkritik gespielt wird. Auch muss der Spieler lernen, dass das Geheimnis ein Spiel zu gewinnen auch darin liegt, sich nicht bewusst zu große Mühe zu geben. Sein Ziel soll eine spontane Leistung sein, die nur dann umgesetzt werden kann, wenn das Denken ruhig ist und sich im Einklang mit dem Körper befindet. Die inneren Vorbehalte („Denkgewohnheiten“) müssen beim Wettkampf überwindet werden, um dem Ziel des Sieges näher zu kommen.
Ein Spieler muss sich zwangsläufig damit beschäftigen, wie er ein Selbstvertrauen und eine entsprechende geistige Haltung entwickeln kann um eine zufriedenstellende Leistung zu vollbringen.
Hierzu beschreibt Gallwey in seinem Buch „The Inner Game of Tennis“ (1974) eine Situation, in der er mit einem Anfänger, der noch nie einen Schläger in der Hand gehalten hat, eine Übungsstunde durchführt. Aus bereits gemachten Erfahrungen, die Gallwey zeigten, dass sich zu viele verbale Bewegungsverbesserungen und Bewegungsbeschreibungen negativ auf den Tennisschüler auswirken, beschloss er dem Schüler das Spielen durch so wenige Belehrungen wie möglich beizubringen.
So ließ Gallwey seine üblichen Bewegungsbeschreibungen (richtiger Griff, Schlägerführung, Fußstellung, etc.) zur Vorhand weg, und schlug stattdessen einfach hintereinander zehn Vorhandbälle. Die Aufgabe des Schülers war, die Bewegungen genau zu beobachten, aber nicht darüber nachzudenken, sondern sich einfach ein Bild vom Vorhandschlag einzuprägen. Dem Tennisschüler fiel bei Gallweys´ Ausführung besonders die Fußbewegung auf. Als der Schüler anschließend selbst zum ersten mal die Vorhand schlug, war Gallwey sehr erstaunt:
Er ließ den Ball fallen, machte einen perfekten Rückschwung, schwang mit senkrechtem Schläger vorwärts, und der Schlag endete mit natürlichem und flüssigem Schwung in Schulterhöhe - vollkommen für den ersten Versuch! Aber halt, seine Füße! Sie hatten sich keinen Zentimeter von der tadellosen Ausgangsstellung fortbewegt, die er eingenommen hatte, bevor er ausholte. Sie waren auf den Platz festgenagelt. Ich deutete auf sie, und Paul sagte: „Oh ja, ich hab´ nicht mehr an sie gedacht!“ (Gallwey, 1974, S. 13)
Dieses Beispiel zeigt, dass sich Bilder für das Lernen besser eignen, als verbale Bewegungsanleitungen. Weiterhin wird durch die Reaktion des Schülers auf die Fußbewegung deutlich, dass bewusste Mühe oft negative Resultate hervorruft. Beim Beobachten fiel ihm hauptsächlich die Fußstellung auf, die dann bei der eigenen Ausführung komplett fehlerhaft war. Das rein visuell Aufgenommene wurde vom Schüler jedoch unbewusst, aber nahezu perfekt wiedergegeben. Ein Spieler, der behauptet er sei in „Hochform“ muss zwangsläufig eine ideale geistige Verfassung haben. Ein solcher Spieler wird meist durch die folgenden Aussagen beschrieben: „Er spielt wie im Traum!“, „Er wächst über sich selbst hinaus!“, „Er spielt unbewusst!“, „Er weiß nicht, was er tut!“ (Gallwey, 1974, S. 14)
Diese Aussagen beschreiben alle einen Zustand jenseits des Verstandes. Sie beschreiben weiterhin ein intuitives Gefühl, dass der kontrollierende Verstand überwunden oder zumindest teilweise eliminiert ist.
Die Spitzenathleten der meisten Sportarten (v.a. Individualsportarten) sind sich im Klaren darüber, dass sie nie dann Spitzenleistungen erbringen können, wenn sie zu sehr über ihre Leistung nachdenken. Auf keinen Fall bedeutet ein unbewusstes Spielen gleichzeitig, ohne Bewusstsein zu spielen, da sich dies als ziemlich schwierig erweisen würde. Der Spieler ist zwar bewusst (in Bezug auf Ball, Gegner etc.), gibt sich aber nicht bewusst viel Mühe, verbessert sich nicht ständig, überlegt nicht ständig, wie er den Ball richtig schlagen kann oder wie er etwas wiederholen kann.
Ein Spieler in diesem Zustand weiß, wohin er seinen Ball platzieren will, aber er muss sich nicht große Mühe geben, um ihn dorthin zu schicken. Es scheint ganz von selbst zu geschehen
- und oft mit mehr Genauigkeit, als er hatte hoffen können. Der Spieler scheint in eine „Aktionsflut“ eingetaucht zu sein, die unter Inanspruchnahme seiner Energie größere Kraft und größere Genauigkeit bewirkt. Die „gute Form“ hält meistens an, bis er anfängt, darüber nachzudenken, und versucht, sie aufrechtzuerhalten; sobald er versucht, Kontrolle auszuüben, verliert er sie. (Gallwey, 1974, S. 14)
Eine der schwierigsten Aufgaben stellt das Erreichen des Zustandes dar, in dem der Sportler sein Denken bewusst ausschaltet um zu verhindern, dass er darüber nachdenkt, wie gut sein Körper etwas macht oder wie er es verbessern könnte. Hat ein Spieler diesen Zustand durch Konzentration und Sammlung seines Verstandes erreicht, befindet er sich wirklich „im Spiel“ (Gallwey, 1974, S. 15).
Arbeit zitieren:
Manuel Kuss, 2004, Inneres Training im Sport, München, GRIN Verlag GmbH
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