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I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Risikomanagement als Wettbewerbsfaktor ......................................................................1 Messung des Risikopotentials ..........................................................................................2
Der Value at Risk als Maßgröße des Risikopotentials..............................................2 Ermittlung des Risikopotentials ................................................................................4 2.2.1 Ermittlung von Zinsrisiken.....................................................................................4 2.2.2 Ermittlung von Kreditrisiken ..................................................................................5 2.2.3 Anforderungen an die Aggregation von Risikokategorien ....................................6
Beurteilung des Risikopotential ........................................................................................8
Integrierte Rendite-/Risikosteuerung ......................................................................13 4.3.1 Risikoadjustiertes Kennzahlensystem ................................................................13 4.3.2 Allokation von Risikokapital durch Risikolimitierung ...........................................14
Zusammenfassung und Ausblick....................................................................................15
A B K Ü R Z U N G S V E R Z E I C H N I S
= beziehungsweise
= Credit Portfolio View = Deutscher Sparkassen- und Giroverband = Return On Risk Adjusted Capital
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S Y M B O L V E R Z E I C H N I S
= Nettoergebnis aus Risikokapital NE Risk
= Risikokapital
RORAC = Return On Risk Adjusted Capital
= Quantil der Verlustverteilung
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1 Risikomanagement als Wettbewerbsfaktor
Effizientes Risikomanagement wird durch den zunehmenden Wettbewerbsdruck bei gleichzeitig sinkenden Margen immer stärker zu einem strategischen Wettbe- werbsfaktor. 1 Durch die immer weitere Annäherung der Kundenkonditionen an das Marktniveau reduzieren sich die Ertragsspielräume, wodurch zugleich der Druck auf das Eigenkapital als eine der knappsten Ressourcen der Sparkassen zunimmt. Oberste Zielsetzung der Sparkasse muss daher sein, die knappe Ressource Eigenkapital in ihrer Geschäftssteuerung in effizienter und risikogerechter Weise den verschiedenen Geschäftsbereichen zuzuweisen. So kann das wohlüberlegte und bewusste Eingehen von Risiken überproportionale Ertragschancen eröffnen. Zudem zeigt die Portfoliotheorie, dass das Risiko eines wohl diversifizierten Portfolios unter gewissen Voraussetzungen wesentlich geringer ist, als die Summe der Einzelrisiken, bei gleichzeitiger Erhöhung des Ertrages.
Im Rahmen dieser Arbeit soll Risiko als Abweichung von einem erwarteten Ergebnis definiert werden. In dieser Definition ist Risiko stets auch mit einer Chance verbunden. Durch die Einbeziehung von Chancen ist dieser Risikobegriff für die Sparkasse von grundlegender Bedeutung, da Risiken und Chancen gegeneinander abgewogen werden können. Bei der Abgrenzung der banktypischen Risikokategorien lassen sich grundsätzlich Liquiditätsrisiken, Marktpreisrisiken, Adressenrisiken, operationelle Risiken und Sonstige Risiken identifizieren, die ihrerseits weiter differenziert werden können. 2
Das Risikomanagement dient dazu, die Risiken bewusst und zielorientiert einzu- gehen und diese Risiken zu kontrollieren, zu steuern und zu limitieren. Der Risiko- managementprozess lässt sich in die vier Teilprozesse Risikoidentifikation, Risi- komessung und -beurteilung, Risikosteuerung und Risikokontrolle unterteilen. 3 Bei der Risikoidentifikation geht es um die Ermittlung und Systematisierung der für die Sparkasse relevanten Risikokategorien. Im Teilprozess der Risikomessung und - beurteilung werden die Messverfahren festgelegt sowie das Risikopotential, das Risikodeckungspotential und die Risiko-Ertragschancen ermittelt. 4 Die Risikosteue- rung dient dann der bewussten Begrenzung oder dem bewussten Eingehen von Risi-
1
Vgl. Biermann 2002, S. 104-105.
2 Vgl. Biermann (2002), S. 106-109; Wegner/Sievi (2005), S. 458.
3 Vgl. Mauch (2001), S. 332; Schierenbeck (2003a), S. 14-16.
4 Vgl. Schierenbeck (2001), S. 14-15.
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ken. Die Risikokontrolle, die ihren Niederschlag im Risiko-Reporting findet, prüft die Wirksamkeit der im vorangegangenen Prozessabschnitt getroffenen Maßnahmen.
Sparkassen sind zumeist öffentlich-rechtliche Kreditinstitute in der Rechtsform der Anstalt des öffentlichen Rechts, die unter dem Leitgedanken der Förderung des Sparens im Rahmen der satzungsmäßigen Bestimmungen alle Arten von Bank- geschäften betreiben. 5 Sparkassen sind dem Gemeinnützigkeitsprinzip und dem Regionalprinzip verpflichtet. Das Regionalprinzip sieht vor, dass Sparkassen ihre Geschäftsaktivitäten auf das regionale Zuständigkeitsgebiet ihres Trägers be- schränken. Dadurch wird der Wettbewerb zwischen den Sparkassen eingeschränkt. Das Gemeinnützigkeitsprinzip besagt, dass das Ziel der Geschäftstätigkeit in erster Linie nicht in der Gewinnerzielung, sondern in der Versorgung der Bevölkerung mit Bankprodukten zu sehen ist. Bis zum 17.7.2005 haftete der Gewährträger im Außenverhältnis unbeschränkt für alle Verbindlichkeiten der Sparkasse (Gewährträgerhaftung); im Innenverhältnis war der Gewährträger verpflichtet, die wirtschaftliche Funktionsfähigkeit der Sparkasse zu erhalten.
Im Hinblick auf die eigenen Mittel unterscheiden sich Sparkassen sehr stark von den übrigen Kreditinstituten. Das Eigenkapital besteht hauptsächlich aus der Sicherheitsrücklage, die aus den Gewinnen der Geschäftstätigkeit gebildet wurde. Die Möglichkeiten zur Ausweitung des Eigenkapitals sind somit meist relativ be- grenzt. Daher stellt sich für Sparkassen die Anforderung an ein effizientes Risiko- management in besonderer Weise.
Die vorliegende Arbeit konzentriert sich hauptsächlich auf die Risikomessung und - beurteilung sowie die Steuerung der Risiken. Im Bereich der Risikokategorien beschränken sich die Ausführungen hauptsächlich auf das Zinsänderungsrisiko sowie auf das Kreditrisiko.
2 Messung des Risikopotentials
2.1 Der Value at Risk als Maßgröße des Risikopotentials
Ein Risikomaß, das im Rahmen der Gesamtbanksteuerung verwendet werden soll, muss sich für eine integrierte Risikomessung unterschiedlicher Risikoarten eignen. 6 Zur Berücksichtigung unterschiedlicher Risikoarten ist es notwendig, dass das Risikomaß zur Risikosteuerung eines Bankportfolios verwendet werden kann und
5
Vgl. Adrian/Heidorn (2000), S. 24-27.
6 Vgl. Daldrup/Gehrke/Schumann (2006), S. 238-240.
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sich zur portfolio-übergreifenden Risikosteuerung eignet. Ein derartiges Risikomaß muss folgenden Eigenschaften (Kohärenz) entsprechen:
Subadditivität: Das Risiko eines aus zwei Positionen bestehenden Portfolios muss kleiner oder gleich der Summe der Einzelrisiken sein.
Positive Homogenität: Das Risiko steigt proportional zu einem positiven Faktor.
Monotonie: Das Risiko eines Portfolios X ist stets höher als bei einem Portfolio Y wenn der Wert von X in jedem möglichen Zustand kleiner ist als der Wert von Y.
Translationsinvarianz: Wird zu einem vorhandenen Portfolio für die betrachtete Haltedauer zusätzlich ein Geldbetrag zu einem risikofreien Zins investiert, ver- ringert sich das Risiko um diesen Betrag.
Unter VaR-Ansätzen werden Konzepte zur Messung von Markt- und Kreditrisiken zusammengefasst, die die Risiken in standardisierter Form unter expliziter Be- rücksichtigung von Diversifikationseffekten bei der Portfolio-Bildung im Zusam- menhang mit einer Wahrscheinlichkeitsaussage quantifizieren. 7 Dabei kann der VaR als die in Geldeinheiten ausgedrückte erwartete negative Änderung des Marktwertes einer Position oder eines Portefeuilles definiert werden, die aufgrund der Schwankung spezifizierter Marktfaktoren innerhalb eines festgelegten Zeitraums auf Basis eines statistischen Modells für ein spezifisches Konfidenzniveau berechnet wird. Das spezifizierte Konfidenzniveau (1--) stellt hierbei die Wahrscheinlichkeit dar, mit der ein bestimmter Verlustbetrag nicht überschritten wird.
Die Berechnung des VaR basiert grundsätzlich auf einer Verteilungsannahme der Barwertveränderungen. 8 Hierfür existieren drei Ansätze, die sich in der Methodik, mit der die Veränderungen der den Barwert bestimmenden Risikofaktoren modelliert werden, unterscheiden:
Historische Simulation: Die Wertänderungen der Risikofaktoren aus einer be- stimmten Datenhistorie werden für die Schätzung der zukünftigen Wertverän- derungen übernommen, wodurch unterstellt wird, dass die Verteilung der Risi- kofaktoren dem Muster der bisherigen Ausprägungen folgt. Änderungen, die am gleichen historischen Datum stattgefunden haben, werden hierbei gemeinsam
7
Vgl. Wilkens/Völker (2001), S. 415.
8 Vgl. Wiedemann (2002), S. 1418; Schierenbeck (2003b), S. 73.
Quote paper:
Thomas Reissner, 2007, Risikomanagement in Sparkassen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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