Das Amt des Choregen und seine Möglichkeiten
des politischen Einflusses durch das Theater
von Stephan Scheeder
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S. 2
2. Kurze Zusammenfassung des Ablaufs der Großen DionysienS. 3
3. Das Amt des Choregen S. 5
4. Der Chorege und sein politischer Einfluß S. 7
4.1. Kritik in Theaterstücken S.10
5. Das Choregenamt als Mittel der politischen Einflußnahme
am Beispiel des Perikles und Themistokles S. 12
6. Fazit S. 15
7. Literaturverzeichnis S. 17
8. Quellenverzeichnis S. 18
1. Einleitung
Die Theaterfestspiele der griechischen Antike waren zweifellos ein Höhepunkt im Leben der Athener. Besonders die sog. Großen Dionysien, ein 6-tägiges Festival, gehalten zu Ehren des Gottes Dionysos, stellte eine Veranstaltung größter öffentlicher Aufmerksamkeit dar. Es wurde hier ein Wettstreit unter den Theaterschreibern sowohl in der Tragödie, als auch in der Komödie ausgetragen. Außerdem fand ein Wettstreit der Dithyrambenchöre statt. Die Produktion der Stücke und Gesänge wurde finanziell von einem sog. Choregen getragen, vergleichbar mit einem heutigen Sponsor oder Gönner.
Da die Festspiele stets in aller Munde waren und von einer sehr großen Zahl von Bürgern gesehen wurde, eignete sich dieses Amt nicht nur dafür, eine soziale Tat zu vollbringen, indem man der Stadt Athen vom eigenen Reichtum etwas zugute kommen ließ, sondern möglicherweise auch zur Verbesserung des eigenen Ansehens und zur Förderung der eigenen politischen Karriere. Aber wie genau sahen eigentlich die Aufgaben eines Choregen aus? War das Theater wirklich nur eine Form der Belustigung mit geringen Auswirkungen für die Politik oder gab es für einen solchen Sponsor die Möglichkeit, neben dem finanzierten Theaterstück auch sich selbst zu inszenieren? Wenn ja, wie sahen diese Möglichkeiten aus? Gibt es eventuell Beispiele von Staatsmännern, die durch das Choregenamt ihre politische Karriere positiv beeinflussen konnten?
Die Quellenlage zum Thema "Antikes Griechisches Theater - allgemein" ist recht aufschlußreich, ebenso wie die dazugehörige Sekundärliteratur. Bei der Zuspitzung auf die Frage nach den Choregen, oder noch spezifischer, nach deren Möglichkeit durch ihr Amt an politischem Einfluss zu gewinnen, findet man oft jedoch nur sehr ungenaue oder kurze Angaben.
In dieser Arbeit soll, zwecks besseren Verständnisses der äußeren Umstände, zunächst ein Blick auf den Ablauf der Großen Dionysien, geworfen werden. Danach wird sich der Text mit den oben genannten Fragen kritisch auseinandersetzen.
Das Ziel der Arbeit ist es, sich anhand der gestellten Fragen ein Bild vom griechischen Theater als politische Plattform zu machen und vor allem herauszufinden, ob und inwiefern das Amt des Choregen die Möglichkeit bot, politischen Einfluß zu nehmen.
2. Kurze Zusammenfassung des Ablaufs der Großen Dionysien
Die Großen- oder Städtischen Dionysien fanden einmal im Jahr, nämlich zum Frühjahresbeginn in Athen statt. Diese Festspiele beinhalteten Wettstreite um die besten Dithyrambenchöre, die beste Komödie und die beste Tragödie.
Die Großen Dionysien zogen sich über 6 Tage hin. Das Fest war genau so gelegen, dass sich zu der Zeit des Spektakels zahlreiche Fremde in Athen aufhielten. Denn die Bündnispartner Athens schickten gerade in dieser Zeit ihre Gesandten in die Stadt, um die finanziellen Abgaben an die Athener zu entrichten. So nutzte Athen die Dionysien so gut es ging auch als Selbstdarstellung seiner Macht. Bei der Eröffnungsfeier am ersten Tag der Festlichkeiten etwa wurden die Reichtümer Athens den Bürgern und den Besuchern der Stadt in großen Körben vorgezeigt. Außerdem zogen die gerade erwachsen gewordenen Kriegswaisen, bekleidet mit einer Rüstung, die von der Stadt Athen gestellt wurde, in die Arena ein und wurden so symbolisch aus der "Obhut des Volkes entlassen" . Weiterhin fand eine Prozession zum Dionysostempel statt, an der alle Beteiligten, d.h. Schauspieler, Dichter, Bürger, Metöken (ansässige Fremde in Athen) und auch Frauen teilnahmen. Anschließend wurden mitgeführte Tiere geschlachtet und dem Gott Dionysos geopfert.
Am Nachmittag des ersten Tages fand der Wettkampf der Dithyrambenchöre statt.
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Stephan Scheeder, 2001, Das Amt des Choregen und seine Möglichkeiten des politischen Einflusses durch das Theater, Munich, GRIN Publishing GmbH
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