Einleitung
Das Thema meiner Ausarbeitung „Reden - Formen des Gesprächs“ werde ich im folgenden unter dem Spezialfall des Unterrichtsgesprächs mit dem Hintergrund einer praktischen Didaktik für den Politikunterricht näher bearbeiten. Hauptquelle wird dabei ein Aufsatz des Leiters des Referats für politische Bildungsarbeit am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien-Universität Berlin, Dr. Peter Massing sein, welcher 1999 in der zweiten Ausgabe von Kursiv-Journal für politische Bildung erschienen ist.
Am formalen Aufbau dieses Aufsatzes werde ich weitgehend festhalten und zuerst eine begriffliche Klärung des Unterrichtsgesprächs an sich präsentieren, gefolgt von einer Verdeutlichung der enormen Bedeutung des Gesprächs und der Sprache für die politische Bildung. Diesem Hauptteil wird sich eine praxisorientierte Passage anschließen, in welcher geklärt werden soll, in welchen Unterrichtssituationen eine bestimmte Form des Gesprächs zu bevorzugen ist. Abschließend werde ich kurz die wesentlichen Ergebnisse und Punkte der Ausarbeitung noch einmal lesergerecht zusammenfassen.
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Im Gegensatz zu dem Reden als Gesamtgruppe gesehen, das sich auf außerschulischen politischen Veranstaltungen wie zum Beispiel im Bundestag oft als Aneinanderreihungen endlos scheinender Monologe darbietet, beinhalten Lehr-und Lernveranstaltungen Verständigungsprozess, sie bestehen also im Grunde aus verbaler Interaktion (vgl. RITZ-FRÖHLICH 1982, 20).
Da aber genau diese sprachliche Interaktion einen großen Teil sprachlicher, und dadurch auch politischer Kompetenz ausmacht, ist es für eine professionalisierte politische Bildung unerlässlich, eine systematische, theoretische und praktische Beschäftigung mit der Bedeutung und der Funktion des Gesprächs voranzutreiben, was zuvor lange Zeit vernachlässigt wurde. Für das Unterrichtsgespräch als Handlungsform in Unterrichtsprozessen bedeutet dies, zuerst einmal eine begriffliche Klärung oder auch Definition darzubieten, was durch die weit auseinanderdriftenden Ansichten und Vorstellungen der verschiedenen Autoren, die sich zu diesem Thema ausgelassen haben nicht einfacher wird. Dazu kommt noch, dass sich im Laufe der letzten Jahrzehnte jeweils verschiedene vorherrschende Meinungen und Einstellungen zum Unterrichtsgespräch etablierten. Heutzutage würde wahrscheinlich am ehesten die Definition von Sibylle Reinhardt einen Minimalkonsens, also einen Mittelweg zwischen den Extrempositionen bieten, die den Dialog im Klassenzimmer pauschalisierend ausgedrückt entweder als Fluch (MEYER) oder als Segen (THIELE) betrachten: „Unterrichtsgespräch ist eine impulsgesteuerte und breitrahmig strukturierte Kommunikationsform, in der die Lernenden selbsttätig, kooperativ und ertragreich einen Gegenstand (Thema, Material, Problem, Eigenerfahrungen u.a.m.) im Medium des sprachlichen Austauschs bearbeiten.
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Arbeit zitieren:
Wolfgang Holste, 2003, Reden – Formen des Gesprächs, München, GRIN Verlag GmbH
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