Gliederung
Gliederung 2
1. Vorwort 4
2. Seniorenstudium Motive 5
2.1 Motiv der Aufklärung 5
2.2 Das völkische Motiv 5
2.3 Das soziale Motiv 6
2.4 Das lebensweltliche Motiv 6
2.5 Das Motiv der allgemeinen Bildung 7
2.6 Das politische Motiv 7
3. Etappen der Hochschulöffnung für Ältere 9
3.1 Die Universitäts-Ausdehnungs Bewegung (1871 1918) 9
3.2 Die Volkshochschulbewegung in der Weimarer Republik (1918 1933) 10
3.3 Erste Öffnungsinitiativen nach dem Zweiten Weltkrieg (1945 1960) 11
3.4 Die realistische Wende der univers Erwachsenenbildung (1960 1976) 12
3.5 Die Ausbreitung der akademischen Seniorenbildung (1973 1992) 14
4. Wozu im Alter studieren 17
5. Inhalte eines Studiums 21
6. Lern und Lehrformen 23
6.1 Dialektisches Lernen 23
6.2 Bedeutungslernen 23
6.3 Gruppenlernen 23
6.4 Austauschlernen 24
7. Lokaler Exkurs: die Mittwochsakademie 25
7.1 Allgemeines Information 25
7.2 Ziele 26
7.3 Arbeitsweise 27
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7.4 Finanzierung 27
7.5 Programm Wintersemester 2000 01 27
8. Zukunftsmusik Senioren und Internet 29
8.1 SeniorenNet 29
8.2 Virtuelles Studium 31
9. Literatur und Internetverzeichnis 33
Literatur 33
Internet 33
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1. Vorwort
Diese Hausarbeit ist im Rahmen des oben (siehe Titelblatt) erwähnten Seminars entstanden. Ich wollte mir selbst einen Überblick über das Gebiet des Seniorenstudiums an und für sich verschaffen und fand in der hiesigen Bibliothek und nicht zuletzt Dank der Literaturliste der Dozentin einige interessante Titel, auf deren Inhalt ich mich im Folgenden stütze. Eine ausführliche Literaturangabe findet sich im Abschluß dieser Hausarbeit.
Während der Arbeit an dieser Hausarbeit habe ich mir, durch meinen geweckten „Wissensdurst“ getrieben, ebenfalls durch das Internet Informationen zugänglich gemacht, auf die ich ebenfalls im Rahmen dieser Arbeit eingehe.
Durch meine derzeitige Tätigkeit im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung bei dem Caritasverband Siegen-Wittgenstein innerhalb einer Tagespflegeeinrichtung, sehe ich mich ohnehin oftmals mit Fragen des Alter(n)s konfrontiert. Das Studium der hier verarbeiteten Literatur unterstützte diese sensiblen Reflexionsphasen noch umso mehr, so daß ich zumindest für meine Person die Behauptung wagen kann, daß ich mich früh genug mit dem Altern an und für sich auseinander setzen möchte, um nicht in 3-4 Jahrzehnten meinen persönlichen „Pensionierungsbankrott“ durchleben zu müssen.
Die vorliegende Arbeit soll keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben ; mittlerweile existieren hunderte, vielleicht sogar tausende Bücher, die sich mit dem Thema des Seniorenstudiums auseinandersetzen – darüber hinaus bestehen oftmals fließende Übergänge zu anderen Bildungsinstitutionen und Formen der Altenbildung, die hier nicht aufgegriffen wurden.
Dem Leser wünsche ich nun viel Spaß beim Durchstöbern dieses Textes und hoffe, daß ich zumindest grundlegend einige Informationen übermitteln kann, die als Anregung zu einem selbständigen, gründlicheren Studium des Themengebietes aufgefaßt werden können und sollen.
Ich habe versucht, beiden Geschlechtern in dieser Ausarbeitung gerecht zu werden und spreche somit sowohl die weiblichen, als auch die männlichen älteren Erwachsenen an, wenn ich von „Senioren“ und „älteren Menschen“ allgemein spreche.
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2. Seniorenstudium – Motive
Dem heutigen Seniorenstudium ging in der Tradition die Öffnungsbewegung der Hochschulen voraus, die damals schon und heute noch immer verschiedenen Motiven unterlag, die ich nun nacheinander kurz umschreiben möchte. Hierbei orientiere ich mich sinngemäß an Lothar Zahn 1 und seinen Ausführungen zu diesem Thema.
2.1 Motiv der Aufklärung
Î Leitgedanke: Jeder Mensch hat das Recht und die Pflicht, am Fortschritt des Wissens teilzuhaben.
Î Historisches Haupthindernis: traditionelle Abschottung der Universitäten vom „gemeinen Leben“.
Î Prinzipielle Zugangsberechtigung aller zu Universitäten erfüllte die aufklärerische Forderung nach freier Teilhabe keineswegs Î Nach dem 2. Weltkrieg gewann die Forderung nach Teilhabe am geistigen Leben vor allem auch politische Bedeutung. („In einem demokratischen Gemeinwesen dürfe unter kompliziert gewordenen, allerorten verwissenschaftlichten Verhältnissen hänge die aktive Mitbestimmung als Bürger von der Qualität der Unterrichtung ab“) Î In die gesetzlich verpflichtend gemachte „wissenschaftliche Weiterbildung“, bezog man auch die allgemeinbildenden Studienangebote für Senioren ein, da auch von politischer Seite her eingesehen wurde, daß die Menschen immer früher in Rente gingen und die älteren Menschen einen stetigen Zuwachs an der Gesamtbevölkerung zu verzeichnen hatten.
2.2 Das „völkische“ Motiv
Î Völkisch: Ursprung im Nationalsozialismus ; Abgrenzung auf das ursprüngliche, deutsche Wesen gegenüber den französischen Besetzern ; völkisch bedeutet aber auch (umfassendere Sicht) Erkenntnis der Zersplitterung der modernen Welt in partikuläre Interessen, zusammenhangloses Fachwissen etc. abgeleitete moralische Zielperspektive, einen sozialen Konsens jenseits eines zerstörerischen Egoismus´ als der „vollendeten Sündenhaftigkeit“ der Moderne zu finden und insbesondere auch zur Hebung des sittlichen Niveaus „Wissenschaft und Volk einander näherzubringen“
1 aus: „Die akademische Seniorenbildung – Eine historische Bilanz in methodisch-didaktischer Absicht
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Î Leitgedanke: Eine Gemeinschaft, die zuvor durch „Blut und Eisen“ nur äußerlich zusammengebracht worden ist, durch innere Bande zu verknüpfen.
Der politische Großverband verstärkte die Forderung, „daß nun auch die Schaffung einer geistigen und sittlichen Gemeinschaft... erforderlich sei“.
Î Auch heute lebt das „anrüchige“ Motiv versteckt fort, etwa in Begriffen wie „Grundkonsens der Demokraten“, „soziale Identität“, „Neue Allgemeinbildung“, und verweist auf eine noch immer schwere Aufgabe: jenseits von Traditionen, Konventionen oder der staatlichen und kirchlichen Autorität sich auf ein den Partikularismus des Privaten übergreifendes verbindliches Allgemeines verständigen zu müssen. Dieses muß, um Raum für Identifikationen zu bieten, nicht nur abstrakt-formale, sondern menschlich antreffbare Züge haben.
2.3 Das „soziale“ Motiv
Î Bildung wurde im 19. Jahrhundert zu einer Angelegenheit sozialer Selbstbehauptung. Î Sozialer Aufstieg und Ansehen waren die Motive für eine Hochschulöffnung, den Rahmen hierfür bildete ein hierarchisch gestuftes Bildungssystem.
Î Arbeitervereine und Gewerkschaften forderten seit Ende des vorigen Jahrhunderts, Erwachsene an das Niveau von Hochschulen heranzuführen um Bildungschancen zu kompensieren ; sozialer Aufstand gegen die Privilegien des Bürgertums. Î Universitätsausdehnungsbewegung brachte zwiespältige Reaktionen in den Kreisen der Hochschullehrer und der Arbeiter.
Arbeiter: drängten in angebotene Kurse, negativ wurde die „falsche Vornehmheit“ der
Universitäten empfunden. Die Öffnung wurde beschuldigt, „verdünnte Wissenschaft“ zu vermitteln, in einer Art besänftigender Abfindung, um die Bürger durch Teilhabe an den Gütern der bürgerlichen Kultur zu einer Bejahung derselben zu führen. Lehrer: lehnten die Öffnung als „Popularisierung“ ab und verwiesen auf rechtliche
Bestimmungen
2.4 Das „lebensweltliche“ Motiv
Î Forderung nach neuem Lebensbezug der Bildung
Î Erstmals kamen die Mängel der „Verwissenschaftlichung“ zu Bewußtsein: die immer abstrakteren, formalisierteren, methodisch sich auf eigene Ergebnisse stützenden Fachwissenschaften, vermochten immer weniger Antworten auf wesentliche Fragen der wertbestimmten Orientierung zu geben.
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Î „Die Wissenschaft und ihre Hüterin, die Universität, wird hier auf eine entscheidende Probe gestellt. Sie wird mit dem fordernden Leben konfrontiert. Und es dürfte nicht zu viel behauptet sein, daß von dem Ergebnis dieser Auseinandersetzung letzten Endes die Zukunft von Universität wie Wissenschaft abhängt.“ (Werner Picht, Rede über „Universität und Volkshochschule“, 1920) Î Konsequenzen aus der damaligen Diskussion wirken zum Teil bis heute auf die erziehungswissenschaftliche Debatte ein. Die „lebensweltliche“ Orientierung in Verbindung mit der Kritik an bloßer „Verwissenschaftlichung“ bezeichnet künftige Aufgaben, auch bezogen auf weitere Veränderungen/Verbesserungen das Seniorenstudium betreffend.
2.5 Das Motiv der „allgemeinen Bildung“
Î mit Reichsgründung und Einführung des allgemeinen Wahlrechts wurde die Teilnahme aller an der höchsten Bildungsmöglichkeit lauter Î Drei Phasen
• Die Menschen über das Jugendalter hinaus „in höherem Grade zu befähigen, ihre Aufgabe im Staate, in Gemeinde und Gesellschaft zu verstehen und zu erfüllen“.
• Abwendung vom Staat, Belehrung wurde direkt bei den Professoren gesucht, nicht mehr über angebotene Kurse
• nicht mehr bloße Verbreitung von Kenntnissen über Kulturgüter, die zum Teil als äußerst fragwürdig empfunden wurden ; Ziel: gemeinschaftliches geistiges Leben entwickeln, dem Volk wieder eine Seele geben, es innerlich wie äußerlich dem Dasein gewachsen machen.
2.6 Das „politische“ Motiv
Î Weimarer Reichsverfassung (1919), §148: das Volksbildungswesen einschließlich der Volkshochschulen sollte der öffentlichen Förderung von Reich, Ländern und Gemeinden unterstellt werden.
Î Durchsetzung einer „freien Volksbildung“, die die essentiellen Probleme der Nation nicht länger ignorieren wollte.
Î Diskussion des Verständnisses von „politischer Bildung“: Trennungslinie zwischen reiner Bildungsarbeit und Gesinnungsschulung andererseits.
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Î Nach 1945 stellte sich das Problem der Vermittlung einer für alle bestimmten Bildung, die jede einseitige Lenkung ausschloß, die Menschen vielmehr an die demokratisch zu entscheidenden Zeitfragen heranführen sollte.
Î In den letzten 30 Jahren wurden die bedrohlichen Seiten des zivilisatorischen Prozesses für Mensch und Natur immer deutlicher, außerhalb der großen Parteien bildeten sich politische Bürgerbewegungen (z.B. Studenten-, Friedens- oder Ökologiebewegung), die einen Prozeß der Neubestimmung des „Politischen“ in Gang setzten: nicht mehr bloße Zuständigkeit der Parteien oder der Regierung, sondern Ausrichtung auf zentrale Probleme der Gegenwart hinsichtlich der Bildung.
Î Dieses zuletzt genannte politische Motiv wurde auch speziell für die Seniorenbildung mehrfach geltend gemacht, bisher wurde in den Studienkonzepten und –angeboten jedoch nicht entsprechend reagiert.
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3. Etappen der Hochschulöffnung für Ältere
Im Folgenden möchte ich in Anlehnung an Lothar Zahn einen tabellarischen Überblick über den Verlauf der Öffnung der Hochschulen für Ältere, aufgeteilt in 5 wesentliche Phasen, geben. Ich möchte es bei einer stichpunktartigen, tabellarischen Auflistung der wesentlichen Schritte belassen und den interessierten Leser an dieser Stelle auf das selbständige Studium der im Anhang aufgeführten Literatur verweisen, um detailliertere Informationen zu erhalten, da ansonsten der Rahmen dieser Hausarbeit definitiv gesprengt würde.
3.1 Die „Universitäts-Ausdehnungs-Bewegung“ (1871-1918)
Arbeit zitieren:
Dipl.-Sozialpädagoge Bernd Hoffmann, 2000, Das Seniorenstudium, München, GRIN Verlag GmbH
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