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Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung 2
1. Die Zapoteken - eine Kurzübersicht 3
1.1 Quellen - Wodurch haben wir Kenntnis von den Zapoteken? 4
1.2 (Namens ) Ursprung der Zapoteken 4
1.3 Sprache 4
1.4 Zapoteken heute 6
2. Monte Albán - das Zeremonialzentrum der Zapoteken 7
3. Künstlerische und architektonische Besonderheiten 9
3.1 Räuchergefäße und Schwarzkeramik 9
3.2 Architektonische Besonderheit 10
4. Landwirtschaft 10
4.1 Landaufteilung 11
5. Abgaben und Tribute 12
6. Sozialstruktur 13
6.1 Administrative Einteilung 13
6.1.1 Dorfgemeinden 13
6.1.2 Städte 13
6.2 Die einfachen Zapoteken 14
6.2.1 Gemeinfreie und Abhängige 14
6.3 Familienstruktur 15
6.3.1 Die einfache zapotekische Hauswirtschaft 15
6.3.2 Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen 15
6.3.3 Heirat bei den einfachen Zapoteken:
Die Vorbereitung, das Fest, Scheidungsgründe 16
6.4 Der Adel 17
6.4.1 Adelshierarchie 17
6.4.2 Verhalten gegenüber dem Adel 17
6.4.3 Heiratspolitik des Adels 18
7. Religion und Priesterschaft 19
7.1 Glaubensvorstellungen 19
7.2 Die wichtigsten zapotekischen Gottheiten 20
7.3 Der Hohepriester -Uija-tao 21
7.4 Opferungen 22
7.5 Toten- und Ahnenkult 23
7.6 Kultische Handlungen und Feste 24
7.6.1 Kultspiele 25
Bibliographie
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Vorbemerkung
Im Hinblick auf die rege Forschertätigkeit in Mesoamerika in den vergangenen Jahren, habe ich versucht, möglichst rezentes Quellenmaterial zu konsultieren. Natürlich bin ich nicht umhingekommen, auch ältere Schriften heranzuziehen, was bestimmte
Forschungsergebnisse bestätigt, aber teilweise auch Widersprüche aufgeworfen hat. Sollte sich dies auf meine schriftliche Ausarbeitung niedergeschlagen haben, so kann ich dies im Nachhinein nicht mehr nachvollziehen, da ich persönlich zu sehr in das Skript involviert bin und mir somit eine objektive Sichtweise, bedingt durch den relativ langen Zeitraum der Bearbeitung, entrückt ist. Aber dies werden wir sicherlich in einer Nachbesprechung der Hausarbeit klären können.
Um auf das Quellenmaterial zurückzukommen, so habe ich den Großteil der Informationen über die Sozialstruktur aus dem sehr ausführlichen Werk Die Zapoteken von Ursula Thiemer-Sachse übernommen, das im Jahre 1995 veröffentlicht wurde. Ansonsten habe ich mich bemüht, ein möglichst breites Spektrum an Literatur in die Ausarbeitung meiner Hausarbeit einzubeziehen .
Was die Kurzübersicht über die Zapoteken im ersten Kapitel betrifft, so ist sie mit Sicherheit unvollständig und mag aus ethnologischer Sicht oberflächlich sein. Jedoch hatte ich bei ihrer Verfassung eine Person vor Augen, die über wenige Kenntisse über die Zapoteken verfügt und wollte somit einen ersten Überblick über das Volk geben, eine Kurzübersicht eben. In den nachfolgenden Kapiteln werden viele der in dieser Kurzübersicht angesprochenen Aspekte konkretisiert werden.
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1. Die Zapoteken - eine Kurzübersicht
Zu den theokratischen Hochkulturen Mexikos gehört auch jene Kultur, die sich im Süden Mexikos auf dem Isthmus von Tehuantepec im Staate Oaxaca entwickelte, die Kultur der Zapoteken. Das riesige archäologische Feld, das dieser Volksstamm hinterlassen hat, erstreckt sich über alle Gebiete des heutigen Staates Oaxaca, hauptsächlich aber über die weite Hochebene mit einer durchschnittlichen Höhe von 1500 Metern, auf der auch die Stadt Oaxaca liegt. Von den rund 200 Ruinenplätzen, die den Archäologen bekannt sind, konnten bisher nur einige erforscht werden. Zu ihnen gehören Etla, Xoxo, Yagúl, Teozapotlán (heute Zaachila) und vor allem der Monte Albán und Mitla 1 .
Das Zentrum des ganzen archäologischen Gebietes und die bedeutendste Kultstätte der Zapoteken ist der Monte Albán. Die bisherigen Ausgrabungen auf dem Monte Albán haben bewiesen, daß Beziehungen zwischen den Zapoteken sowohl zu den Olmeken als auch zu den Maya der frühen Epochen bestanden haben. Aber alles, was uns bisher auch an Funden aus der frühesten Zeit überkommen ist, die Geschichte der Zapoteken bleibt weitgehend im Dunkel.
Da die Stilelemente bei den Funden je nach Alter stark variieren, hat man diese Kultur, ähnlich wie die Teotihuacán-Kultur in Perioden eingeteilt. Einwandfrei erwiesen ist jedoch, daß den Zapoteken nur die dritte und vierte Periode zufällt, die in der Zeit vom 2. und 8. Jahrhundert n. Chr. liegt. (Auf die einzelnen Perioden werde ich ausführlicher in Kapitel 2 über das Zeremonialzentrum Monte Albán eingehen.)
Die soziale und politische Organisation der Zapoteken war, wie eingangs angesprochen, theokratisch. Sie wurden beherrscht von einem allmächtigen Anführer oder Kaziken, einem obersten Priester, und einer Anzahl Richter. Die Händler bildeten wegen der wertvollen Dienste, die sie der Stadt leisteten, eine besondere Klasse. In den verschiedenen Städten fanden Märkte und Jahrmärkte statt; man benützte bestimmte Kupferstifte als Geld im Tauschhandel (Äquivalente).
Die Zapoteken gewannen ihren Lebensunterhalt aus dem Ackerbau, aus Jagd, Fischfang und Sammlertätigkeit. Sie entwickelten bei der Bodenbebauung ein Terrassensystem und später ein System künstlicher Bewässerung durch Kanäle.
Sie waren großartige Baumeister, aber auch im künstlerischen Bereich stellen die Räuchergefäße ein unverkennbares Kennzeichen der zapotekischen Kultur.
1 Zur Lage des Zapotekengebietes siehe Abbildungen 1 und 2 auf der folgenden Seite
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Die Zapoteken verformten ihre Schädel, verstümmelten ihre Zähne und bemalten sich Körper und Gesicht zur Verschönerung und Unterscheidung. Sie trugen Beinkleider, kurze Röcke, Leibbinden, eine Art dreieckiger Umhängetücher und Sandalen. Die Kleidungsstücke waren aus Baumwolle, Tierhäuten, dazu Federschmuck und Kaninchenpelze; bei den einfachen Zapoteken aus Agavefasern (Maguey). Man schmückte sich mit Lippen-, Ohren-, und Nasenpflöcken und mit Halsbändern und Brustschildern aus Jade, Bergkristall, Bernstein, Obsidian und anderem Material. Diese Beschreibung der Zapoteken liest man in Pedro Ramírez Vázquez Mexiko und seine Kunstschätze 2 ; in den Kapiteln über die Sozialstruktur werde ich die hier aufgezählten Kleider- und Schmuckgebräuche mit den Adelsprivilegien in Zusammenhang bringen.
Die Zapoteken waren kein kriegerisches Volk in dem Sinne. Jedoch sahen sie sich gegen Ende des zapotekischen Klassikums durch das Vordringen der Mixteken und Azteken in ihr Gebiet bedrängt und mußten ihrerseits Eroberungskriege in Richtung des Isthmusgebietes führen.
1.1 Quellen - Wodurch haben wir Kenntnis von den Zapoteken?
Vom Volk der Zapoteken haben wir Kenntnis durch Funde auf dem Monte Albán und vielen anderen Stätten (z.B. Etla, Tlacolula und Zimatlán) im Tal von Oaxaca. Wir sind außerdem durch eine ausführliche Beschreibung unterrichtet, die Pater Francisco de Burgoa im 17. Jahrhundert verfaßte. Im Gegensatz zu den Mixteken, von denen uns eine Reihe Codices erhalten geblieben sind, gibt es von den Zapoteken fast keine Schriftdokumente mehr. Den einzigen Schriftnachweis bringen uns mit Wandmalereien verzierte monumentale Bauten oder Stelen (z.B. einige der Danzantes 3 ). Die Entzifferung bleibt aber bis heute ungelöst, da größere schriftliche Aufzeichnungen, wie es bei den Codices der Fall ist, fehlen. Häufig wird, vor allem bei den Zahlzeichnen, versucht, den Mayaschriftcode zur Entzifferung anzuwenden, was bisher sehr umstritten und wenig erfolgreich war.
Die Schrift wurde vorrangig zur Dokumentierung religiöser, mythologisch-historischer und astronomisch-astrologischer Ereignisse genutzt. Die Beherrschung der Schrift war
2 Ramírez Vázquez, Pedro: Mexiko und seine Kunstschätze, 3. Auflage. W. Kohlhammer GmbH Stuttgart. 1977. S.111-112
3 Danzantes: die Erklärung hierzu findet sich in Kapitel 2: Monte Albán
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Geheimwissen der Priester. Deshalb verschwand mit den zapotekischen Priestern auch das Wissen um die Deutung der Schriftzeichen.
1.2 (Namens-) Ursprung der Zapoteken
Die Ursprünge der Zapoteken stehen in Verbindung mit der Kultur der Olmeken an der Golfküste von Mexiko und mit indianischen Gruppen des südlichen Chiapas. Die Zapoteken besitzen ähnlich den Mixteken keine Wandermythen. Sie glaubten vielmehr, daß ihre Vorfahren von dem jetzt bewohnten Territorium stammten und hier geboren worden seien.
Die Zapoteken bezeichnen sich selbst als Ben’Zaa, was ‚Wolkenmenschen‘ oder ‚wahre Menschen‘ bedeutet. Dies scheint ein Hinweis darauf zu sein, daß die Zapoteken mit den Mixteken verwandt waren, die sich ihrerseits ebenfalls ‚Wolkenmenschen‘, Ñusabi, nannten. Wie so viele uns überlieferte Völker- und Städtenamen geht auch die Bezeichnung Zapoteken auf ein aztekisches Wort, nämlich tsapotecatl zurück und leitet sich vom Zapote-Baum ab, ein im Zapotekengebiet häufig vorkommender Baum, der außer seinen eßbaren Früchten in seinem Harz das Material für den Kaugummi (Chicle) liefert.
1.3 Sprache
Die zapotekische Sprache gehört zur Familie der Otomangue-Sprachen, die sechs weitere linguistische Gruppen Oaxacas einschließt (Mixtekisch, Huave, Chinantekisch, Popolokanisch, Tlapanekisch und Amozco). Das Zapotekische ist eine Gruppe alter mesoamerikanischer Sprachen, die sich etwa um 1500 v.Chr. von den anderen Otomangue-Gruppen getrennt haben muß. Die Forscher sind sich größtenteils einig, daß die Erbauer des Zeremonialzentrums Monte Albán bereits Zapotekisch sprachen. In der Postklassik (ca. 800-1521 n.Chr. herrschten die Zapotekisch-Sprecher im östlichen Teil Oaxacas vor, während im westlichen Teil das Mixtekische die Hauptsprache stellte.
Für alle Otomangue-Sprachen ist charakteristisch, daß die unterschiedlichen Tonhöhen der Vokale bedeutungsunterscheidende Funktion haben. Daher existieren im Zapotekischen
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zahlreiche Wörter, die ein und denselben Phonembestand 4 besitzen, aber in verschiedener Weise betont werden, wodurch ein einziges Wort mehrere Bedeutungen erhalten kann. Im Mixtekischen zum Beispiel existiert für die Zeiten Vergangenheit, Präsens und Futur nur eine Verbform, die durch ihre Betonung dann die jeweilige Zeitform ausdrückt. Nach der spanischen Eroberung unternahm man viele Versuche, das Zapotekische in Grammatiken und Wörterbüchern mittels der Buchstaben des lateinischen Alphabets zu erfassen (das bekannteste Wörterbuch ist das Vocabulario en lengua zapoteca von Fr. Juan de Córdova). Bei dieser Methode allerdings wurde die Betonung der Phoneme nicht berücksichtigt, weshalb die Bedeutung in vielen Fällen nicht mehr nachzuvollziehen ist. Heute hat sich die zapotekische Sprache als Ergebnis der spanischen Eroberung in eine Vielfalt von Dialekten aufgespaltet und ist ab der Mitte des 20. Jahrhunderts zu einer Dorf-und „Haushalts“-Sprache geschmolzen, deren Sprecher zudem meist zweisprachig sind und so das Zapotekische bewußt oder unbewußt durch das Spanische beeinflussen.
1.4 Zapoteken heute
Im südlichen Gebirgsland ist eine Vielzahl indigener Bevölkerungsgruppen beheimatet. Die indigene Tradition hat sich hier stärker erhalten als im Norden, weil der spanische Einfluß weitaus geringer war als im Hochtal von Mexiko und insgesamt erst viel später einsetzte. Unter den Indigenen dieses Berglandes stellen die Zapoteken und die Mixteken die Mehrzahl. Zur Zeit der Blüte der Monte-Albán-Kultur in der zweiten Hälfte des 1. J ahrhundert existierten ungefähr 200 Siedlungen im Hochtalsystem von Oaxaca. Es ist anzunehmen, daß beim Einfall der Spanier über eine halbe Million 5 Zapoteken in Oaxaca lebten. Die Zahl der heute in Oaxaca lebenden Zapoteken schwankt zwischen 120.000 und 230.000 (Whitecotton spricht in seinem Vocabulario Zapoteco-Castellano von 1993 von 300.000, Prof. Köhler von 500.000 Sprechern, wobei diese in mehrere sprachliche Untergruppen zerfallen). Dabei bestehen zwischen den Berg-Zapoteken des Nordens und den Tal-Zapoteken des Südens größere kulturelle Unterschiede. Hinzu kommt, daß heute in den größeren Städten sowie im gesamten Isthmusgebiet bereits eine starke Mestizisierung festzustellen ist.
4 Phonem: Lauteinheit, die bedeutungsunterscheidende Funktion hat.
5 Zahlenangaben aus: Thiemer-Sachse, Ursula: INDIANA. Die Zapoteken. Gebr. Mann Verlag.1995. S.245
Arbeit zitieren:
Magistra (Phil.) Tina Rönz, 2000, Die Zapoteken, München, GRIN Verlag GmbH
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