Universität Jena, Bereich Neuere Geschichte
Hauptseminar: „Napoleon“
SS 2005, 5. Fachsemester
Goethe und das Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons
von
Ramona Burkhardt
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG... 1
2 DEUTSCHLAND UND DIE FRANZÖSISCHE REVOLUTION... 2
3 GOETHE UND DIE FRANZÖSISCHE REVOLUTION... 3
3.1 GOETHE ALS ZEITZEUGE... 3
3.2 GOETHE ALS KRIEGSTEILNEHMER... 5
4 GOETHE UND DIE UMSETZUNG IN SEINEN WERKEN... 7
4.1 EGMONT, IPHIGENIE AUF TAURIS UND TORQUATO TASSO... 7
4.2 DER BÜRGERGENERAL UND DIE AUFGEREGTEN... 8
4.3 HERMANN UND DOROTHEA... 10
4.4 DIE NATÜRLICHE TOCHTER... 11
5 GOETHE UND NAPOLEON... 12
5.1 GOETHES HALTUNG NACH DER REVOLUTION... 12
5.2 GOETHES BEGEGNUNGEN MIT NAPOLEON... 13
5.3 DÄMONISCHES WESEN – NAPOLEON... 16
6 SCHLUSSBEMERKUNG... 18
Literaturverzeichnis
1 Einleitung
Die Arbeit untersucht das sozialphilosophische Denken Johann Wolfgang Goethes zum Gegenstand der Französischen Revolution und zu Napoleon. An diesem Gebiet der Deutung zeitgeschichtlicher Ereignisse soll die Art und Weise seines Geschichtsdenkens wie seiner Wirklichkeitserfassung überhaupt deutlich werden. Die soziologischen Phänomene, die in den Werken der 90er Jahre des 18. Jahrhunderts in Erscheinung treten, können deshalb nur als Material und Stoff dienen, an denen sich die Interpretation entlang zu tasten hat, um zu dem Denksystem vorzudringen, das hinter ihnen liegt.
Zentral in der allgemeinen Darstellung bleibt die Frage nach Goethes Verhältnis zur Revolution als besonderes politisches Ereignis. Hier treffen die Einzeldarstellungen zu diesem Thema mit den Gesamtdarstellungen des politischen Weltbildes zusammen. Gemeinsam ist ihnen allen die Fragestellung, was Goethe bewogen haben könnte, der Französischen Revolution anders gegenüberzutreten als ihre Wortführer; warum und inwiefern er es als störend und zerstörend empfunden hat; was er eigentlich gegen sie aufgeboten hat; womit er ihr gegenüber getreten ist. Abschließend wird auf Goethes Einstellung zu den Phänomenen der Macht und der historischen Größe eingegangen. Diese offenbart sich für ihn verdichtet in der Gestalt Napoleons.
2 Deutschland und die Französische Revolution
„Der welterschütternde Umsturz von 1789 bis 1799 steht am Anfang der politischen Moderne. Die aus ihr hervorgehende ´Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte` ist [...] ein Pfeiler heutiger demokratischer Kultur. Auch unsere moderne politische Sprache weist vielfach auf die Französische Revolution zurück – Begriffe wie ´Terror`, ´Propaganda` oder die Unterscheidung zwischen ´links` und ´rechts` stammen aus dieser Zeit.“1 Somit hatte die Französische Revolution auch weit reichende Auswirkungen auf Deutschland.
In Deutschland galt alternativ der aufgeklärte Absolutismus Durch die Revolution wurden die absolutistischen Reformen wieder auf die Tagesordnung gesetzt bzw. ihre Durchführung wurde beschleunigt. Solche Reformen wurden zumeist aus Angst vor der Bedrohung von unten umgesetzt. Denn schon seit Jahren hatten die Steuerzahler ihre Forderungen durch Unruhen verständlich gemacht. Solche Aufstände sind von der Forschung bisher wenig beachtet worden. Oft wird behauptet, die Deutschen brauchten eine Revolution nicht. Dennoch kam die Revolution vielen Gebieten zu Gute.2 Somit wurde es im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation zunehmend schwieriger, unparteiisch zu bleiben. Man unterschied Konservative, welche von vorn herein die Revolution für überflüssig erklärten; „Liberale, die an den ´Ideen von 1789`, Freiheit und Gleichheit, festhielten“3 und Demokraten, welche die Revolution in allen ihren Phasen unterstützten.
Viele Deutsche hatte von der Revolution die Errichtung einer konstitutionellen Monarchie erhofft, doch spätestens mit den Septembermorden von 1792 und der Hinrichtung Ludwigs XVI. im Januar 1793 wandten sich die meisten von der Sache der Revolution ab. „Die zunehmende wirtschaftliche Krise in Frankreich, militärische Niederlagen [...] und konterrevolutionäre Aufstände vermittelten das Bild einer gescheiterten und chaotischen Revolution.“4 Viele Augenzeugen unterschieden strikt zwischen französischen und deutschen Zuständen. Denn ihrer Überzeugung nach waren die deutschen Adligen deutlich liberaler als ihre Sympathisanten in Frankreich.5
„Daher hielten sie [deutsche Beobachter] eine Revolution in Frankreich für gerechtfertigt, in
Deutschland jedoch für unnötig. Zugegeben wurde höchstens, dass Reformen auch in
Deutschland notwendig seien, und dass die Französische Revolution ein belehrendes
Warnzeichen für diejenigen deutschen Fürsten darstelle, die ihre Macht ausnutzen, ohne
Neuerungen zuzulassen.“6
3 Goethe und die Französische Revolution
3.1 Goethe als Zeitzeuge
[...]
1 Wilson, W. Daniel: Goethes Weimar und die Französische Revolution. S.1.
2 Vgl. Wilson, W. Daniel: Goethes Weimar und die Französische Revolution. S.1f.
3 Wilson, W. Daniel: Goethes Weimar und die Französische Revolution. S.2.
4 Wilson, W. Daniel: Goethes Weimar und die Französische Revolution. S.3.
5 Vgl. Conrady, Karl Otto: Goethe und die Französische Revolution. S.28f.
6 Wilson, W. Daniel: Goethes Weimar und die Französische Revolution. S.3.
Arbeit zitieren:
Ramona Burkhardt, 2005, Goethe und das Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons, München, GRIN Verlag GmbH
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