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Gliederung
1. Vom toten zum lebendigen Lernen 3
1.1. Einführung und Problemstellung 3
2. Wandel der Lernkulturen 5
2.1 Historische Aspekte zur Entwicklung und Einordnung der Pädagogik 5
2.2 Lebendiges Lernen 7
2.2.1. Begriffsklärung: „lebendiges Lernen“ 7
2.2.2 Voraussetzungen des lebendigen Lernens 7
2.2.3 Methoden und Ziele des lebendigen Lernens 8
2.3 Totes Lernen 9
2.3.1 Begriffsklärung: „totes Lernen“ 9
2.3.2 Methoden des toten Lernens 9
2.4 Gegenüberstellung: totes Lernen - lebendiges Lernen 10
3. Unterrichtseinheit zum Thema Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege 11
3.1 Ablauf der Unterrichtseinheit 11
3.2 Reflexionen des Unterrichts 13
3.2.1 Einschätzung durch die Schüler 13
3.2.2 Einschätzung durch die Lehrer 14
3.2.3 Selbstreflexion 14
4. Lebendiges Lernen in Bezug auf die Unterrichtseinheit 15
5. Fazit 18
6. Literaturverzeichnis 20
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1. Vom toten zum lebendigen Lernen
1.1. Einführung und Problemstellung
Das Thema dieser Hausarbeit lautet: „totes Lernen“ versus „lebendiges Lernen“. Diesem Thema liegt die Frage zu Grunde, wie es möglich ist Lernende zu motivieren, sich intensiv und erfolgreich mit einer Thematik auseinanderzusetzen. Zur Klärung dieser Frage ist es notwendig den Begriff Motivation mit einzubeziehen, da für eine gute Unterrichtsqualität nicht nur das Interesse, die Lernbereitschaft und Intelligenz der Schüler eine große Rolle spielt, sondern auch die Schüler- und Lehrermotivation. Folglich ist es eine der wichtigsten Intentionen des pädagogischen Handelns, den Lernenden beim Aufbau einer grundsätzlichen Lern- und Leistungsmotivation zu unterstützen (vgl. Arlt et al., 2004, S.52f). Um dieses Ziel zu erreichen bedarf es der Anwendung von Unterrichtsmethoden. Doch was wird eigentlich unter dem Begriff Methode verstanden? Sie werden als „Verfahren“ oder „Strategien“ bezeichnet, die notwendig sind, um auf eine bestimmte Art und Weise etwas tun zu können. Wer etwas tut, damit andere etwas lernen, der tut dies auf eine bestimmte Art und Weise, dass heißt also nicht ohne eine Methode. Es lässt sich also schlussfolgern, dass Methoden des Lehrens und Lernens schon immer Elemente des Unterrichtens, sogar das Kernthema des pädagogischen und didaktischen Nachdenkens darstellen (vgl. Hackländer et al., 2003, S.53f). Um einen motivationsgestützten Unterricht zu erreichen, muss jedoch die Voraussetzung gegeben sein, dass Lehrende und Lernende auf der gleichen Ebene stehen. Diese Aussage stützt sich auf die These von Martin Buber: „Der Mensch wird am Du zum Ich“ (vgl. Schneider et al., 2003, S.V). Auch Ruth C. Cohn und Christina Terfurth (1993, S. 248) setzen sich mit dem pädagogischen Problem auseinander, dass Lehrende als Experten und Allwissende betrachtet werden. Im Gegensatz dazu werden Lernende als Unwissende bezeichnet, die lediglich etwas dazulernen, jedoch anderen nichts vermitteln können. Bei dieser Betrachtungsweise würden Lehrende und Lernende nicht auf einer Ebene stehen. Cohn’s Gedicht:
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„LehrerIn - Du…?
Es gab einmal ein Sie -Kinder waren`s nieman dachte, dass Respekt durchs große „Sie“ gedeckt. Ich denk heut ist es Zeit für Gegenseitigkeit. Doch liebst du Hierarchie Sind sie „Du“; - Du bleibst „Sie“.
spricht sie das zuvor beschriebene Problem ganz gezielt an.
Genau wie Martin Buber sagt sie, dass die Menschen lernen sollen „Ich“ zu sagen. Erst dann können sie ihre Erfüllung finden, da in jedem „Ich“ das Du und die Welt enthalten sind. Des Weiteren macht sie darauf aufmerksam, dass es ein „totes Lernen“ und ein „lebendiges Lernen“ gibt. Beim „toten Lernen“ doziert nur der Lehrer, der Schüler ist isoliert. Das „lebendige Leben“ ist hingegen an die Gemeinsamkeit statt Einsamkeit ausgerichtet. Es herrscht ein offenes Unterrichtsklima, indem miteinander geredet wird und Vertrauen herrscht. Durch das „lebendige Lernen“ fällt es den Lernenden leichter, Themen zu verstehen und zu verarbeiten. Das Hilfsmittel für eine lebendige Stoffvermittlung ist die TZI (= Themenzentrierte Interaktion). Es beinhaltet die Einsetzung von vielen Medien, aber auch Modellen, Experimenten und Einrichtungen. Des Weiteren ist diese Form des Unterrichtens mehr schüler-, gruppen- und stoffzentriert (vgl. Cohn et al., 1993, S.274). In unserer Hausarbeit möchten wir auf das zuvor erwähnte „tote“ und „lebendige Lernen“ näher eingehen. Wir sehen in dem Konzept des „lebendigen Lernens“ die Möglichkeit, den Unterricht so zu gestalten, dass sich die Schüler erfolgreicher und intensiver mit den behandelten Themen auseinandersetzen können. Um zu überprüfen, ob diese Methode wirklich viel versprechend ist, wendeten wir diese bei unserer Unterrichtseinheit zur Qualitätssicherung in der ambulanten Pflege an. Der Ablauf sowie die Reflexion des Unterrichts kann anhand des 3. und 4. Gliederungspunktes der Hausarbeit nachvollzogen werden. Wir werden im Weiteren erläutern, in wieweit das Konzept des „lebendigen Lernens“ in unserer Unterrichtseinheit zur Anwendung gekommen ist. Zum Schluss werden im Fazit eine Zusammenfassung und ein Ausblick zu dieser Thematik gegeben.
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2. Wandel der Lernkulturen
2.1 Historische Aspekte zur Entwicklung und Einordnung der
Pädagogik
„Lernen, Lernen, nochmals Lernen“ (Lenin)
Diese Aussage trifft genau den Kern unserer Hausarbeit. Ob Schüler, Lehrer, Lehrende oder Lernende, wir alle lernen nie aus. Das Lernen und Lehren beginnt mit der Entstehung des Lebens und endet mit dem Tod. Und genau dieses Lernen und Lehren lässt dieses Leben, unser Leben, entstehen und gedeihen. Jeder übernimmt auf eine gewisse Art und Weise die Rolle des Lehrenden sowie des Lernenden. Bewusst und unbewusst werden dabei verschiedene Methoden der Vermittlung sowie der Aufnahme des Wissens angewandt. Wir werden die Entwicklung der Pädagogik näher betrachten und gehen dabei auf die Teildisziplin Didaktik ein. Pädagogik setzt sich aus mehreren griechischen Begrifflichkeiten zusammen. Zum einen aus dem Wort Paideia, welches übersetzt „Erziehung und Bildung“ heißt. Zum anderen fließen die Wörter pais (= Kind, Knabe), sowie agogain (= führen) mit ein. Die Pädagogik befasst sich mit verschiedenen Disziplinen, wie der Bildung, Erziehung und Sozialisation. Unter dem Oberbegriff der Pädagogik verbergen sich eine Vielzahl von Teilbereichen, wie z. B. Pflegepädagogik, Geragogik (Alterpädagogik), Sozialpädagogik, Erwachsenenbildung oder Schulpädagogik. Ziel der Pädagogik ist eine positive Sozialisation, worunter die Anpassung der Menschen an die gesellschaftlich vorherrschende Ordnung gemeint ist. In Anlehnung an Emanuel Kant wird auch von der „Erziehung zur Mündigkeit und Selbstbestimmung“ gesprochen. Geschichtlich gesehen wurde die Pädagogik lange Zeit der Psychologie, Soziologie oder Theologie zugeordnet. Sie war keine eigenständige Lehrdisziplin. Erst Anfang der 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde über die wissenschaftliche Zuordnung der Pädagogik debattiert. Im Vordergrund der Diskussion standen vor allem die vorherrschende geisteswissenschaftliche Pädagogik und die mit ihr verbundenen Forschungsmethoden Hermeneutik (Lehre vom interpretativen Verstehen), Phänomenologie und Dialektik (Gesprächsführung). Es wurde der Begriff der Erziehungswissenschaften geprägt, um hier eine Abgrenzung als empirische Forschungsmethode kenntlich zu machen. Noch heute ist umstritten, ob die Pädagogik als Erziehungswissenschaft dem wissenschaftstheoretischen Standort entspricht. Streitpunkt ist nach wie vor die Sichtweise über die Pädagogik, ob sie nun mit geisteswissenschaftlichen
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Methoden oder doch eher mit naturwissenschaftlichen, empirischen Methoden in Anwendung kommt, oder ob vordergründlich die Reflexion und Anleitung der pädagogischen Handlungsweise im Vordergrund steht. Eine kritische Auseinandersetzung erfolgt auch mit den Werten und Wertvorstellungen, die der Pädagogik zugrunde liegen. Der Grund hierfür ist, dass die Zielvorstellungen intuitive Wertentscheidungen sind und somit sind sie abhängig von der jeweils vorherrschenden Gesellschaft und Religion. Ein Maß von allgemeingültigen Wertvorstellungen ist momentan nur in der Psychologie der Emotionalen Intelligenz vorhanden (vgl. Schmidt, 2005, S.53). Um hier einen Konsens zu finden, einigten sich die Kritiker, die Pädagogik als Erziehungswissenschaft zu betrachten. Des Weiteren ist sie in die Bereiche der Soziologie und Psychologie eingewoben und ergänzt diese oder wird durch diese ergänzt (vgl. Böhm, 2004, S.32). Eine Teildisziplin der Pädagogik ist die Didaktik. Die Didaktik beschäftigt sich mit der Gestaltung von Lernangeboten und der Lerntechnik ohne dabei Einfluss auf die spezifischen Lerninhalte zu nehmen. Nach Jank und Meyer (1991, S.16) befasst sich die Didaktik mit der Frage, „wer, was, wann, mit wem, wo, wie, womit, warum und wozu lernen soll.“ Zunehmend versteht sich die Didaktik auch als Gestaltungsinstrument von Lernangeboten. Somit ist sie eine Grundvoraussetzung für die Vermittlung von Wissen und Werten. Ein wesentlicher Aspekt bei der Gestaltung von Lernangeboten ist die Lernkultur. Dieser Begriff wurde von Rolf Arnold und Ingeborg Schüßler (1998, S.3) näher betrachtet. Erst seit Mitte der 90er Jahre ist diese Begrifflichkeit in den Focus des Bildungssystems gerückt. Aufgrund der Vielzahl von Medien, die uns in der heutigen Zeit zur Verfügung stehen, wurde der Begriff der Lernkultur geprägt. Rolf Arnold und Ingeborg Schüßler definieren diesen Begriff im Sinne des lebenslangen Lernens unter Beachtung der Persönlichkeit eines jeden Lernenden und Lehrenden. Des Weiteren heben sie hervor, dass die Lernkultur, auch als lebendiges Lernen bezeichnet, von allen Beteiligten mit „erzeugt“ wird. Horst Siebert, Professor im Fachbereich der Erwachsenenbildung an der Universität Hannover, setzt sich kritisch mit der Begrifflichkeit der Lernkultur auseinander und findet sowohl traditionelle Elemente der Didaktik, als auch anerkannte Lehr- und Lernmethoden. Aber auch Medien mit neuen Lernprogrammen und deren intelligente Nutzung werden von ihm entdeckt. Siebert geht sehr kritisch mit dem Begriff der Lernkultur um. Er vertritt die Meinung, dass nur dann von einer neuen Lernkultur gesprochen werden kann, wenn
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Julia Gattig, Annett Schröder, 2007, „Totes Lernen“ versus „lebendiges Lernen“, Munich, GRIN Publishing GmbH
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