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Inhaltsangabe
1. EINLEITUNG 3
2. KRITIK AN DER AUFSATZZENSUR 3
3. TERMINI 5
4. GÜTEKRITERIEN 6
4.1. VALIDITÄT (GÜLTIGKEIT DES MESSVORGANGES) 6
4.2. OBJEKTIVITÄT
4.3. RELIABILITÄT 7
5. BEURTEILUNGSVERFAHREN 7
5.1. MEHRFACHBEURTEILUNG NACH GLOBALEM ERSTEINDRUCK 7
5.2. KRITERIENKATALOG 8
5.3. SOFTWARE BENOTET AUFSÄTZE 12
6. KORREKTUR 12
7. FEHLERQUELLEN 13
7.1. MORALISCHE ZENSUR 14
8. EIGENKONTROLLE DES BEURTEILERS 15
9. SCHÜLERBEWERTUNG 16
10. SCHLUSSTEIL 16
11. LITERATURLISTE 18
3
1. Einleitung
In dieser Arbeit soll die Benotung von Aufsätzen durchleuchtet werden. Die Diskussion, um Noten im Allgemeinen, wird nur kurz angeschnitten.
Allein die Frage, woran wir die Leistung der Schüler und Schülerinnen messen sollen, ist nicht eindeutig zu beantworten. Auch das Beurteilen und Benoten wird einem Lehrer selten beigebracht, obwohl es ein fester Bestandteil des Schulalltags ist. Es stellt sich also die Frage, welche Verfahren uns helfen Aufsätze zu benoten und welche Kriterien sie erfüllen müssen, um ein gerechtes Urteil fällen zu können. Hier gibt es viele Aspekte, die in die Benotung und Beurteilung mit hineinspielen können, obwohl sie es nicht dürfen. Über diese Sachverhalte muss sich der Lehrer im Klaren sein, damit er solche Fehler vermeiden kann.
Am Ende steht dann die Frage, wie wir die Zensierung den Schülern und Eltern näher bringen können. Denn eine Zensur wird eher akzeptieren, wenn man nachvollziehen kann, wie sie zustande gekommen ist.
2. Kritik an der Aufsatzzensur
Die Note, als Bewertung von Leistung, wurde bereits lange vor der PISA - Studie kritisiert. Jedoch auch sie hat ergeben, dass Länder, die seltener Noten vergeben, besser abgeschnitten haben.
Doch noch fehlen bei uns die Alternativen. Eine Konzept, dass keine Rückmeldung über die erbrachte Leistung mit einschließt, bleibt lerntheoretisch ineffektiv und ist auch pädagogisch fragwürdig. Eine generelle Abschaffung der Aufsatznote, unter Beibehaltung aller anderen Noten im Deutschunterricht, ist ebenso fragwürdig, weil damit eine Komponente entfernt wird, die bei der Lernzielsetzung sehr hoch ins Gewicht fällt. 1
Oft wird auch die Notenskala von 1 bis 6 kritisiert. Sie sei zu grobmaschig und es gäbe keine fixierbare Mitte. Aber eine feiner differenzierte Notenskala nutze nichts, wenn die Messinstrumente grobmaschig blieben. 2
1 Vgl. Beck, Oswald; Payrhuber, Franz-Josef (Hrsg.): Aufsatzbeurteilung heute. Problematik - Diagnose -Therapievorschlag. 2. Auflage. Freiburg: Herder 1976.
2 Vgl. Beck, Oswald: Theorie und Praxis der Aufsatzbeurteilung. Forschungsstand, Wege der Objektivierung und Leistungsförderung. Ein Handbuch für Lehrende und Studierende. Bochum: Kamp 1979. S. 79 - 80.
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Auch waren bei den Untersuchungen die Notenskalen der anderen Länder (z.B. England) nicht genauer, als die der deutschen Schulen. Die Skala kann das Urteil nicht ersetzen. 3 Ein weiteres Problem der Note ist, dass nicht festgelegt ist, welche Leistung gemessen werden soll.
Es gibt drei verschiedene Bezugsnormen:
1. Die intrapersonale, auch subjektive Norm
Ein Aufsatz wird in Beziehung zu früheren Arbeiten gesetzt, die in denselben Leistungsbereich fallen. Die Lernfortschritte, gemessen am früheren Leistungsstand, werden benotet. Zur Benotung wird die intrapersonale Norm selten benutzt. Zur Beurteilung von Leistung werden sie allerdings oft herangezogen.
2. Die interpersonale, auch gruppenbezogene Norm
Die Leistung eines Schülers wird in Bezug zum Leistungsschnitt einer Gruppe gesetzt. Die Norm ist aber von einer gewissen Zufälligkeit der Bezugsgruppe abhängig, trotzdem wird sie am häufigsten angewendet.
3. Die objektive oder kriterienbezogene Norm
Die Leistung wird daran gemessen, inwieweit der Schüler ein zuvor genau definiertes Lernziel erreicht hat. Die Lernziele müssen im Unterricht vorgegeben werden. 4
Die Lehrer sind also noch dazu gezwungen, sich mit der Aufsatznote auseinanderzusetzen. Die Note hat eine diagnostische Funktion, sie misst die Leistung und eine pädagogische Funktion, die Leistung fördern soll. Eine schlechte Note soll ein Rüge sein und eine gute Note ein Lob. Für gute und selbstbewusste Schüler sind Noten meist eine Selbstbestätigung. Eine schlechte Note kann dann gelegentlich zu neuer Leistung anspornen. Bei kaum schulbegabten, wenig selbstbewussten und ängstlichen Schülern ist die Note meist ein Misserfolgserlebnis. Es kann
3 Vgl. Weber, Albrecht: Dialektik der Aufsatzbeurteilung. Donauwörth: Auer 1973. S. 177.
4 Vgl. Beck 1979, S. 60 - 62.
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dann zum Misserfolgs - Effekt kommen. Der Schüler erwartet immer ängstlich die Niederlage und es kommt zur Resignation. Dies ist eine Leistungshemmung. Dieses Phänomen ist oft bei Wiederholern zu beobachten.
Außerdem bildet sich auch oft beim Lehrer ein Vorurteil. Nun erwartet er ebenfalls den Misserfolg. 5
3. Termini
Als erstes muss man die Termini Messen, Beurteilen und Bewerten definieren.
Messen:
Es werden -möglichst objektiv- positive und negative Schulleistungen erfasst und gewichtet. Die Leistungsfortschritte und der jetzige Leistungsstand müssen ermittelt werden. Wichtig ist, dass an jede Leistung dasselbe Maß angelegt wird.
Beurteilen:
Das Beurteilen muss streng schülerbezogen sein. In einer Verbalbeurteilung geht der Beurteiler auf die positiven und negativen Aspekte des Aufsatzes ein. Hilfen, um die negativen Aspekte zu verbessern, dürfen ebenfalls nicht fehlen.
Bewerten:
Bewerten ist die Einordnung, der durch das Messen ermittelten Leistung, in die Notenskala. Bewertet wird hier die erbrachte Leistung. Die Umstände, durch die sie zustande gekommen ist, sind nicht relevant. 6
5 Vgl. Saner, Hans: Überlegung zu Noten.www. zebis.ch/inhalte/unterricht/verschiedenes/bewertung/noten.Doc (07.05.2004). S.12 - 13.
6 Vgl. Beck 1979, S. 59 - 60.
Arbeit zitieren:
Ann-Kathrin Christiansen, 2004, Das Benoten von Aufsätzen, München, GRIN Verlag GmbH
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